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Hermann Krüger, Thomas Rauschenbach: Einführung in die Arbeitsfelder des Bildungs- und Sozialwesens

Cover Hermann Krüger, Thomas Rauschenbach: Einführung in die Arbeitsfelder des Bildungs- und Sozialwesens. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2012. 5., grundlegend erweiterte und aktualisierte Auflage. 429 Seiten. ISBN 978-3-8252-8495-4. 24,99 EUR.

Reihe: UTB - 8093.
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Herausgeber

  • Heinz-Hermann Krüger, Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg,
    Institut für Pädagogik; u.a. Mitglied in mehreren Kommissionen, u.a. bei der Erstellung des 12. Kinder- und Jugendberichts
  • Thomas Rauschenbach, Direktor und Vorstandsmitglied des Deutschen Jugendinstituts

Entstehungshintergrund

Es handelt sich bei diesem Buch um eine aktualisierte Neuauflage (5. Auflage).

Aufbau

Nach der Einleitung werden in 17 unterschiedlichen Kapiteln entsprechend der gegenwärtigen Vielfältigkeit der Arbeitsfelder des Bildungs- und Sozialwesens jeweils von verschiedenen Autoren die historischen Bezüge, Wandlungen, Arbeitsinhalte und aktuellen Diskussionen sowie Entwicklungstrends dieser Arbeitsfelder vorgestellt. Es handelt sich um die Kapitel

  • Familie: Elternhaus, Familienhilfen, Familienbildung (Karin Böllert/Hans-Uwe Otto),
  • Schule: Organisation, Bildungssystem und Arbeitsplatz für LehrerInnen (Meinert Meyer),
  • Berufsbildung: Betriebliche Berufsbildung, berufliche Schulen, Weiterbildung (Rolf Arnold/Hans-Joachim Müller),
  • Öffentliche Kindererziehung: Kinderkrippe, Kindergarten, Hort (Ursula Rabe-Kleberg),
  • Kinder- und Jugendarbeit: Jugendfreizeitzentren, Jugendbildungsstätten und -kunstschulen, spiel- und freizeitpädagogische Angebote (Werner Thole),
  • Erwachsenenbildung/Weiterbildung: Öffentlich verantwortete Institutionen, Betriebe, private Bildungseinrichtungen (Jutta Reich-Claasen/Rudolf Tippelt),
  • Altenarbeit:Altenhilfe, Altenpflege, Altenbildung (Cornelia Schweppe),
  • Genderbezogene Arbeitsfelder: Frauenhäuser, Mädchen- und Jungenarbeit, geschlechtsbezogene Beratung und Erwachsenenbildung (Hannelore Faulstich-Wieland),
  • Medien- und Kulturpädagogik: Medienbildung und kulturelle Bildung (Hans-Jürgen von Wensierski),
  • Beratung: Entwicklungen, Settings, Konzepte (Frank Engel/Frank Nestmann),
  • Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter: Gesundheitserziehung, Gesundheitsberatung, Gesundheitsdienste (Marius Harring/Christian Palentien/Klaus Hurrelmann),
  • Arbeitsfelder der Heilpädagogik und Behindertenhilfe: Über Fragen der Erziehung und Bildung, der Arbeit und des Wohnens (Günter Opp/Georg Theunissen),
  • Stationäre Erziehungshilfen: Heim, Wohngruppe, Pflegefamilie (Wolfgang Trede/Michael Winkler),
  • Soziale Randgruppenarbeit: Obdachlose, Nichtsesshafte, Jugenddelinquenz (Karl-August Chassé),
  • Interkulturelle Arbeit: Migranten, Einwanderungsgesellschaft, interkulturelle Pädagogik (Ursula Apitzsch),
  • Pädagogische Aus-, Fort- und Weiterbildung: Fachschule, Fachhochschule, Universität (Thomas Rauschenbach),
  • Erziehungswissenschaftliche Forschung: Universitäten, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Praxisforschung (Heinz-Hermann Krüger/Cathleen Grunert).

Daran schließt jeweils ein ausführliches Literaturverzeichnis an. Die Kapitelfolge ist nicht zwingend aufeinander aufbauend, es kann je nach Interesse eine Arbeitsfeldbeschreibung ausgewählt und unabhängig von den anderen Beiträgen gelesen werden.

Inhalt

In der Einleitung (Heinz-Hermann Krüger/Thomas Rauschenbach) werden sowohl die aktuellen Arbeits- und Einsatzfelder der pädagogischen und sozialen Berufsgruppen thematisiert als auch die sich auflösende Konturenschärfe für die personelle Besetzung von pädagogischen und sozialen Arbeitsfeldern. Die dynamische Entwicklung der Ausbildungsgänge sowie daraus resultierend die unterschiedlichen Abschlüsse mit ihren sich teils erst herausbildenden Arbeitsfeldern werden auch mit Zahlen unterlegt dargestellt, um den Hintergrund des Gegenwartsbezugs dieses Einführungsbandes nachvollziehbar zu machen. Die schwierige Herausforderung der nachvollziehbaren Erschließung dieser neuen Vielfalt ist die Aufgabenstellung, der sich 25 AutorInnen in 17 Kapiteln gegenüber sehen.

Der Kapitelaufbau folgt dem unter Aufbau benannten und wiederkehrenden Prinzip Historie, Wandlungen/Entwicklungen, gegenwärtiger Diskussionsstand und Anforderungen. Es werden sowohl unterschiedliche Altersgruppen als auch Zielgruppen pädagogischen Handelns sowie arbeitsfeldübergreifende Themenstellungen besprochen. Die Altersgruppenorientierung schließt Familie, Elternhaus, Familienhilfen, Familienbildung (Karin Böllert/Hans-Uwe Otto), Öffentliche Kindererziehung (Ursula Rabe-Kleberg), Schule (Meinert Meyer), Berufsbildung (Rolf Arnold/Hans-Joachim Müller) sowie Erwachsenenbildung (Jutta Reich-Claasen/Rudolf Tippelt) und Altenarbeit (Cornelia Schweppe) ein und folgt somit in diesen Abschnitten dem Weg des Aufwachsens und Erwachsenwerdens und Erwachsenseins.

Diese Systematisierung wird ergänzt durch thematische Spezifizierungen wie beispielsweise

  • Genderbezogene Arbeitsfelder (Hannelore Faulstich-Wieland),
  • Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter (Marius Harring/Christian Palentien/Klaus Hurrelmann) oder auch
  • Interkulturelle Arbeit (Ursula Apitzsch), Medien- und Kulturpädagogik (Hans-Jürgen von Wensierki),
  • Arbeitsfelder der Heilpädagogik und Behindertenhilfe (Günter Opp/Georg Theunissen),
  • Stationäre Erziehungshilfen (Wolfgang Trede/Michael Winkler) sowie
  • Soziale Randgruppenarbeit (Karl-August Chassé).

Abgerundet wird der Zugang zu den Arbeitsfeldern durch die Komplexe

  • Beratung (Frank Engel/Frank Nestmann),
  • Pädagogische Aus-, Fort- und Weiterbildung (Thomas Rauschenbach) sowie
  • Erziehungswissenschaftliche Forschung (Heinz-Hermann Krüger/Cathleen Grunert) als weitere Arbeitsfelder der Bereiche des Bildungs- und Sozialwesens.

Diskussion

Die Unterschiedlichkeit der Themenstellung, aber auch die Breite der Darstellung ist beeindruckend. Die AutorInnen sind namhafte ExpertInnen des jeweiligen Gebietes, denen es gelingt, in komprimierter Form und trotzdem intensiv Kontur und Inhalt ihrer Themenstellung darzulegen. Um den Aufbau und Inhalt des Buches nachvollziehbar zu machen werde ich exemplarisch auf acht Kapitel kurz eingehen, die Kapitel Öffentliche Kindererziehung (Ursula Raabe-Kleberg, Kapitel IV), Kinder- und Jugendarbeit (Werner Thole, Kapitel V), Erwachsenenbildung/Weiterbildung (Jutta Reich-Claasen/Rudolf Tippelt), Kapitel VI, Medien- und Kulturpädagogik (Hans-Jürgen von Wensierski, Kapitel IX), Gesundheitsförderung im Kindes- und Jugendalter (Marius Harring/Christian Palentien/Klaus Hurrelmann, Kapitel XI), Arbeitsfelder der Heilpädagogik und Behindertenhilfe (Günter Opp/Georg Theunissen, Kapitel XII), Stationäre Erziehungshilfen: Heim, Wohngruppe, Pflegefamilie (Wolfgang Trede/Michael Winkler, Kapitel XIII), Soziale Randgruppenarbeit: Obdachlose, Nichtsesshafte, Jugenddelinquenz (Karl-August Chassé, Kapitel XIV) werde ich hier nicht näher besprechen, da eine Einbeziehung aller Kapitel dieses umfangreichen Werks den Umfang sprengen würde.

Die jeweiligen Ausarbeitungen der einzelnen Kapitel zeigen auf, wie unübersichtlich und gegenseitig bezogen bzw. teilweise konkurrierend die Tätigkeitsbereiche für Abgänger eines sich immer weiter ausdifferenzierenden Fachkräftemarktes sind. Deutlich treten die sich abzeichnenden Veränderungen, teils auch Verunsicherungen eines sich umstrukturierenden Ausbildungsmarktes für soziale und pädagogische Berufe zutage. Dabei ist ein Ende der dynamischen Entwicklung nicht absehbar. Daher kann diese Einführung unter Umständen auch zu Verunsicherung über die Klarheit der Arbeitsfelder führen.

Der Beitrag über Schule (Meinert Meyer, Kapitel II, S. 35-82) bleibt sehr bezogen auf die klassischen Schultheorien und auf Schulenurals Arbeitsplatz für LehrerInnen. Hier wären durchaus Entwicklungen denkbar und beschreibbar, die eine veränderte Schule mit einer Vielfalt von unterschiedlichen Professionen beschreiben und einbeziehen, deren Anfänge durch den Ausbau der Schulsozialarbeit begonnen haben könnte. Dies aber wäre eine Erweiterung des Arbeitsplatzverständnisses: Schule als Arbeitsort auch für LehrerInnen, die mit anderen Berufsgruppen (z.B. Sozialarbeit/Psychologie) interdisziplinär auch bei der Organisation von Bildung zusammenarbeiten.

Im Kapitel über Familie (Karin Böllert/Hans-Uwe Otto, Kapitel I, S. 17-33) wird diese Vielfalt sehr deutlich, die Erweiterung der Handlungsfelder und damit auch der dort tätigen Personen. Das Kapitel beginnt mit der Darstellung eines sich wandelnden Familienbegriffs, sich ändernder Familienbilder und zeigt die zeitliche Einordnung der Entstehung der modernen bürgerlichen Familie auf. Es folgt eine Kurzdarstellung der unterschiedlichen Theorieansätze der Familienforschung, vom historischen Materialismus über den systemtheoretischen Ansatz, Ressourcen- und Austauschtheorien, Ethnomethodologie,den symbolischen Interaktionismus und die Psychoanalyse bis zur Sozialökologie. Hier gelingt eine Blick erweiternde Kontextualisierung der unterschiedlichen möglichen Zugänge und Interpretationen/Erklärungen. Dem schließt sich eine Darstellung der Familie im Blick erziehungswissenschaftlicher Forschung an, ebenfalls in ausdifferenzierter Form. Es folgen Erläuterungen zu Trägern und Institutionen bevor abschließend zur Darstellung des Arbeitsfeldes die Sozial- und Familienpolitik diskutiert wird, die zunehmend ökonomischen Orientierungen folgt und sich einseitig an diesen Prämissen orientiert. Die Folgen sind sich ausdifferenzierende Arbeitsgebiete mit einer Vielzahl an Arbeits- und Betätigungsfeldern für unterschiedlich qualifizierte Fachkräfte. Dieser Beitrag verdeutlicht, dass nicht „wertfrei“ und steuerungsfrei Entwicklungen sich einfach vollziehen, sondern dem Einfluss definierter Vorgaben unterliegen. Darunter entstehen und differenzieren sich Hilfen und Hilfsangebote und -strukturen aus.

Das Kapitel zur Berufsbildung (Rolf Arnold/Hans-Joachim Müller, Kapitel III, S. 83-115) legt sehr detailiert die Entwicklungsgeschichte dieses Feldes dar und ordnet es ein. Es schließt sich an die Entwicklung von der Schulbildungs- zur Weiterbildungsgesellschaft mit einer guten Darstellung des dualen Systems der beruflichen Erstbildung. Diskutiert werden u.a. die Annäherungen und Unterschiede des Lehrpersonals an beruflichen Schulen bevor im Ausblick Berufsbildung als neue Allgemeinbildung als Perspektive entwickelt wird. Dies entspricht dem zunehmenden Ausfall der Allgemeinbildenden Schulen und einer Bildungs- und Sozialisierungsverlagerung in die Betriebe und damit aber auch in die Verantwortung von Unternehmen ohne direkte öffentliche Kontrolle.

Die übergreifenden thematischen Einlassungen zu Genderbezogenen Arbeitsfeldern oder Medien- und Kulturpädagogik lösen sich von Arbeitsfeldern, die auf gesamte Lebensabschnitte (Kindheit, Jugend, Erwachsene, Alter) bezogen sind und stellen eine Verknüpfung der konkreten Arbeitsfelder mit genereller Kompetenz, z.B. Gender dar. Gleiches gilt auch für interkulturelle Arbeit und Medienpädagogik.

Im VIII. Kapitel (Genderbezogene Arbeit: Hannelore Faulstich-Wieland, S. 209-233) wird thematisiert, dass sich dieses Arbeitsfeld weder durch Ausbildungshierarchien noch durch Ausbildungen eingrenzen lässt. Eingegangen wird im Rahmen der historischen Entwicklung kurz auf Frauenprojekte zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Entwicklung der Arbeit auf der Sozial- und Bildungsebene sowie den damit bis heute nachwirkenden Zuschreibungen der Charakteristika Männlich-Weiblich auf Status, Ansehen und Bezahlung dieses Arbeitsfeldes. Die weitere Entwicklung führte zu Angeboten für Frauen in Not (Frauenhäuser), weiter über z.B. Frauenbuchläden, Frauenzeitschriften etc. zu einer immer größeren Ausdifferenzierung bis hin zur weitläufigen Vernetzung in den 90er Jahren. Parallel entstand der Bereich der Männerforschung und Männer- sowie Jungenprojekte, bis mit den Amsterdamer Verträgen von 1999 Gender Mainstreaming als durchgängiges Politikkonzept formuliert wurde mit direkten Auswirkungen auf die Finanzierung. Reine Frauenprojekte, parteiisch und klar, passten nicht in die Förderlandschaft. Von diesen klar geschlechterorientierten spezifischen Arbeitsfeldern, zu denen z.B. auch Beratung nach § 218 gehört, führt der Weg auch über Jungen- und Männerarbeit zu einer arbeitsfeldgelösten Genderkompetenz. Eingegangen wird neben der Entstehung und Etablierung von Jungenarbeit, auf Bildungsarbeit im Erwachsenenbereich. Im letzten Abschnitt (S. 226/227) findet sich eine Definition von Genderkompetenz im Sinne eines übergeordneten Zugangs.

Im XV. Kapitel (Interkulturelle Arbeit: Ursula Apitzsch; S. 363-379) findet die LeserIn eine Präzisierung des Zugangs interkulturellen Arbeitens mit den entwickelten gegenwärtigen Positionen, den Anforderungen an ein dafür notwendiges Kompetenzprofil sowie sich stellende Forschungsaufgaben. Die theoretischen Positionen zu interkulturellem Arbeiten und der pädagogische Handlungsbedarf führen zu den Institutionen und dem Feld interkultureller Arbeit in Form von Sozialberatungsstellen, Schule, Vorschule, berufliche Bildung und Weiterbildung. In diesem Rahmen wird auch internationale Jugendarbeit, die Arbeit mit Migrationsfamilien, sowie die Rolle der Frau/Genderproblematik diskutiert. Es schließt sich ein ausführliches Literaturverzeichnis an.

Beratung: Entwicklungen, Settings und Konzepte (Kapitel X, Frank Engel/Frank Nestmann, S. 257 ff.) „Beratung wird komplexer, unübersichtlicher, kommerzialiserter, ist eingebunden in Paradoxien wie Antinomien, ist entgrenzt, divers, sowie plural, flexibel, medial, hybrid“ (S. 258/259) und unterliegen einer riskanten Entgrenzung. Mit diesem Satz wird das Gegenwartsszenario nicht nur des Komplexes Beratung treffend charakterisiert. Dieser aufmersamkeitsfordernden Einleitung folgt eine historische Skizze zur Entwicklung von Beratung über Therapeutisierung bis zur lebensweltorientierten Beratung der 70er Jahre als Impulsgabe. Die Autoren sprechen von Beratungskulturen, die sich herausgebildet haben und einer Entwicklung zwischen rechtlicher Grundlegung und privatwirtschaftlichem Produkt, worunter neben einer Kommerzialisierung auch die „Konkurrenten“ Coaching, Supervision, Engagement genannt werden. Ab Seite 262 werden formalisierte Beratungskulturen im Sozial- und Bildungswesen thematisiert und kritisch hinterfragt, dem schließt sich ab Seite 268 die Diskussion von Beratung in informellen und gering formalisierten settings an, gefolgt von fünf Rahmungen für Beratung: allgemein, disziplinspezifisch, handlungsübergreifend und konzeptorientiert, in Handlungsfeldern sowie in methodischen und sprachlich-dialogischen Thematisierungen. Mit einer Zusammenfassung zu Forschung und Ausbildung im Bereich Beratung und einem Fazit beenden die Autoren ihre Darstellung. Dieses Kapitel ist zu einer Klärung über Beratungsverortung sehr gut geeignet, wenngleich es aber auch zu einer Verunsicherung darüber führt, was Beratung ist und wie sie stattfinden sollte. Aber damit schließt sich der Kreis: „Beratung wird komplexer, unübersichtlicher, kommerzialisierter, ist eingebunden in Paradoxien wie Antinomien, ist entgrenzt, divers, sowie plural, flexibel, medial, hybrid“ (S. 258/259) Die nicht lebensweltlichen Bezugsrahmen der Arbeitsfelder Fach-, Fachhoch- und Hochschulbildung als ein weiteres Arbeitsfeld beschreibt einen Tätigkeitssektor der sich ebenfalls Umbrüchen ausgesetzt sieht, genannt sei der Bologna Prozess oder die Einführung von Studiengängen für Frühpädagogik. Auch die pädagogische Forschung als Arbeitsfeld zeigt ein Segment auf, das sich nicht im lebensweltlichen Handlungsspektrum von Adressaten befindet und auf einer Meta- bzw. Ausbildungsebene Arbeitsmöglichkeiten bietet.

Fazit

Diese aktualisierte und themenschwere 5. Neuauflage spiegelt die dynamische Entwicklung des sich ausdifferenzierenden Arbeitsmarktes im Bildungs- und Sozialwesen, Veränderungen im Ausbildungssektor und der Tätigkeitsfelder im Bildungs- und Sozialwesen wider. In verdichteter Form bietet das Buch komprimiert und doch intensiv in den einzelnen Kapiteln jeweils eine Fülle von Informationen, die gute Spuren zu einer weiteren Vertiefung aufzeigen. Insgesamt kann es aber auch zur Verwirrung kommen, denn „ganz genau“ lassen sich die Arbeitsfelder in diesem großen Sektor nicht beschreiben, zudem immer wieder auch neue entstehen und oft Themenüberschriften den Arbeitssektor oder Segmente davon beschreiben. Es bleibt also offen, welche Arbeitsfelder für welche Berufsgruppen vorwiegend zur Verfügung stehen, eher gilt es, das breite Feld der Arbeitsfelder in die eigene Berufsplanung aufzunehmen und sich themenspezifisch zu orientieren . Auch dazu dient dieses Buch sehr gut. Wie konkret die Arbeitsfelder sich jedoch mit ihrer jeweiligen Finanzierung, den Beschäftigungs- und Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen, für welche Ausbildungshintergründe gestalten, bleibt ausgespart. Für eine inhaltliche Strukturierung thematischer Felder ist mit dem vorliegenden Buch ein wirklich reichhaltiger Fundus vorhanden, aus dem zu schöpfen ist. In den thematischen Kapiteln wird sowohl aktuellen Entwicklung Raum gegeben und gleichzeitig ein guter Überblick über Historie, Anforderungen und Praxisausprägungen dieser Arbeitsfelder der Mikro-, Meso- und Makroebene verfügbar gemacht, ergänzt durch den Bereich Aus- und Fortbildung. Die einzelnen voneinander unabhängigen Kapitel machen das Buch nicht nur zum Nachschlagewerk sondern auch zum „Leseabenteuer“ einer Entdeckungsreise durch die Tätigkeitsfelder des Bildungs- und Sozialwesens. Mit den Literaturhinweisen bieten sie Anreiz und vielfältig Anregung zur Vertiefung. Der vorliegende Band ist mehr als ein Übersichtswerk zu den sehr vielfältigen Arbeitsfeldern des Bildungs- und Sozialwesens, er ist auch ein fundiertes „update“ für den gegenwärtigen Diskussionsstand und in seiner Themenbreite deckt er alle relevanten Arbeitsfelder des Bildungs- und Sozialwesens ab.


Rezension von
Dipl.Päd. Werner Glanzer
Dipl.Soz.päd./Sozialarbeiter, Supervisor, Lehrbeauftragter an der ASH Berlin, Arbeitsfeld Schulsozialarbeit
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Zitiervorschlag
Werner Glanzer. Rezension vom 03.12.2012 zu: Hermann Krüger, Thomas Rauschenbach: Einführung in die Arbeitsfelder des Bildungs- und Sozialwesens. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2012. 5., grundlegend erweiterte und aktualisierte Auflage. ISBN 978-3-8252-8495-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/13748.php, Datum des Zugriffs 05.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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