Silvia Schneider (Hrsg.): Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen
Rezensiert von Prof. Dr. Hans-Peter Michels, 02.03.2004
Silvia Schneider (Hrsg.):Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen. Grundlagen und Behandlung. Springer (Berlin) 2004. 454 Seiten. ISBN 978-3-540-42917-3. 49,95 EUR.
Einführung ins Thema
Ängste im Kindes- und Jugendalter können Phänomene der "normalen" Entwicklung sein. Die hier dargestellten "Angststörungen" übersteigen jedoch das Ausmaß dieser üblichen Ängste, sie haben "Krankheitswert" und sind von klinischer Relevanz.
Inhaltsübersicht
Im ersten Teil "Allgemeine Grundlagen" legt Schneider zunächst die entwicklungspsychopathologischen Grundlagen von Ängsten im Kindes- und Jugendalter dar. Es folgen zwei Kapitel über biologische und evolutionsbiologische Grundlagen von Angststörungen. Im Kapitel "Risikofaktoren für die Entwicklung von Angststörungen" werden u.a. Faktoren wie spezifische Kognitionen, Geschlecht und elterlicher Erziehungsstil erörtert. Im letzten Kapitel des Grundlagenteils referieren Essau, Conradt und Reiss die epidemiologischen Studien zu diesem Thema. Außerdem gehen sie auf die Klassifikation wie das diagnostische Vorgehen ein.
Im zweiten Teil "Spezifische Störungen" werden folgende Angststörungen abgehandelt
- Störung mit Trennungsangst,
- Spezifische Phobien,
- Soziale Phobie,
- Generalisierte Angststörung,
- Panikstörung und Agoraphobie,
- Posttraumatische Belastungsstörung,
- Zwangsstörungen,
- Prüfungsangst.
Die Kapitel dieses Teils orientieren sich im Aufbau an folgender Struktur: Es werden Angaben zum klinischen Erscheinungsbild und diagnostischen Vorgehen gemacht (teilweise durch Fallbeispiele veranschaulicht). Dann folgen eine Auswahl der, für die kognitiv-behavioral ausgerichtete Psychotherapie relevanten, ätiologischen Konzepte und Störungsmodelle. Schließlich werden vorwiegend verhaltenstherapeutische Strategien zur Behandlung der jeweiligen Angststörung beschrieben.
Im Teil "Spezielle Interventionen und Rahmenbedingungen" werden die psychopharmakologische Behandlung, aber auch die Prävention von Angststörungen im Kindes- und Jugendalter abgehandelt. Altherr weist im Kapitel "Rahmenbedingungen für die Behandlung" darauf hin, dass immer noch eine eklatante Unterversorgung mit Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen besteht, auch in Bezug auf Behandlungen der verschiedenen Angststörungen. Psychotherapie gilt hier als Methode der Wahl.
Im Anhang findet sich ein nützliches Glossar sowie eine Übersicht über Institute in Deutschland, Österreich und der Schweiz, an denen eine Ausbildung in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie durchgeführt werden kann. Es folgt eine Adressenliste über Fachgesellschaften. Am Schluß kann man sich über Fachliteratur sowie Ratgeberliteratur informieren.
Zielgruppen und Verwendbarkeit
Das Buch wendet sich in erster Linie an Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sowie Kinderpsychiater. Es eignet sich ebenfalls für Studierende der Psychologie, Medizin, Erziehungswissenschaften und Sozialarbeit/-pädagogik. Es kann darüber hinaus auch Fachleuten empfohlen werden, die Kinder und Jugendliche mit "Angststörungen" betreuen.
Fazit
Der Leser erhält einen fundierten Überblick über Angststörungen im Kindes- und Jugendalter. Gleichzeitig ist das Werk praxisorientiert aufgebaut.
Rezension von
Prof. Dr. Hans-Peter Michels
Dipl.-Psychol.
Es gibt 40 Rezensionen von Hans-Peter Michels.




