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Antje Bostelmann, Michael Fink: Aktionstabletts - Experimente und Spielangebote

Cover Antje Bostelmann, Michael Fink: Aktionstabletts - Experimente und Spielangebote. 40 Ideen für das Lernen in Krippe und Kindergarten. Bananenblau UG (Berlin) 2012. 74 Seiten. ISBN 978-3-942334-28-0. D: 11,80 EUR, A: 11,90 EUR.
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Thema

Die Autoren Antje Bostelmann und Michael Fink stellen das Prinzip der Aktionstabletts als pädagogische Lern- und Bildungsangebote für Kinder in Krippe und Kindergarten in den Mittelpunkt des vorliegenden Buches. Diese Form der vorbereiteten Lernumgebung kann leicht auch in Settings außerhalb dieser Institutionen, wie z.B. Familie oder Tagespflege übernommen werden.

Bei den Aktionstablett handelt es sich um Tabletts, die dem Kind zusammen mit einer Reihe von Gegenständen präsentiert werden. Das Tablett markiert den Arbeits- und Aktionsraum für das Kind, innerhalb dessen sich durch die Anordnung der Gegenstände eine spezifische Aufgabe bzw. Tätigkeit für das Kind erschließt. Auf diese Weise wird das Kind auf die Tätigkeit innerhalb des Tabletts begrenzt und zugleich wird ein persönlicher Raum für Aktivität, Spiel und Kreativität ermöglicht. Dieser Raum gehört dem Kind allein, er ermöglicht es dem Kind sich mit sich und seinen Gegenständen tätig auseinanderzusetzen und beinhaltet somit die Möglichkeit für individuelle Bildungsprozesse. Da gerade kleine Kinder ein Bedürfnis nach Ordnung und Struktur haben, kann diese Form des Angebots „ihnen Sicherheit und Orientierung im Raum“ geben (S. 8).

Autorin und Autor

Antje Bostelmann ist Erzieherin und gründete 1990 die KLAX-Kindergärten als überregionaler Bildungsträger für Krippen, Kindergärten und Schulen. Die KLAX-Kindergärten arbeiten nach einem modernen Konzept. In Anlehnung an das KLAX-Konzept sind bis heute zahlreiche pädagogische Fachbücher erschienen, z.B. zur Portfolio-Arbeit sowie vielfältige Spiel- und Arbeitsmaterialien für Krippe und Kindergarten. Ein Großteil davon wurde seit 2010 im selbstgegründeten Verlag Bananenblau veröffentlicht. Antje Bostelmann ist zudem als Referentin für Elementarpädagogik auf Workshops, Kongressen und Fortbildungen tätig.

Michael Fink ist Kunst- und Kulturwissenschaftler. In Zusammenarbeit mit den KLAX-Kindergärten entwickelte er u.a. Konzepte für die künstlerische Arbeit in Kindergärten und ist Autor sowie Co-Autor bei zahlreichen KLAX-Veröffentlichungen.

Aufbau und Inhalt

Das Buch beginnt mit einer kurzen Einführung in die Arbeit mit den Aktionstabletts. In diesem Teil erläutern die Autoren die Idee der Tabletts sowie Grundprinzipien ihrer Anwendung und Erstellung.

Im zweiten Teil des Buches geben die Autoren zahlreiche Vorschläge und Beispiele für die Gestaltung von Aktionstabletts. Diese sind zum einem nach ihrem Schwierigkeitsgrad für Kinder geordnet, zum anderen sind die Beispiele nach ihrer Tätigkeit aufgeteilt. Es finden sich u.a. Beispiele zu folgenden Tätigkeiten: Eingießen lernen; Ein- und Ausfüllen üben; Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennenlernen; Stecken, stapeln und puzzeln; Feinmotorik trainieren; Technik untersuchen und Phänomene beobachten.

Das Buch endet mit einem Ausblick auf weitere Ideen und Informationen über die Autoren sowie den Verlag.

Diskussion und Fazit

Auch wenn die Idee der Aktionstabletts nicht neu ist, so wird sie in der vorliegenden Veröffentlichung konsequent umgesetzt. Das Buch enthält zahlreiche Ideen für Kinder in unterschiedlichen Entwicklungs- und Bildungsphasen. Darüber hinaus findet der Leser Impulse zur Entwicklung eigener und auf das jeweilige Kind zugeschnittene Umsetzungsmöglichkeiten. Bei der Zusammenstellung individueller Aktionstabletts sollten laut der Autoren folgende Fragen handlungsleitend sein:

  • Welche Tätigkeit übt das Kind zurzeit besonders oft aus?
  • Für welche Dinge interessiert sich das Kind in der aktuellen Entwicklungsphase?
  • Was kann es schon gut, was gelingt ihm noch nicht gut oder noch gar nicht? (S.5)

Wichtig bei der Entwicklung eigener Aktionstabletts ist, dass die Kinder aus dem Tablett und der Anordnung der Gegenstände heraus die Aufgabe ableiten können, d.h. die Aufgabenstellung muss selbsterklärend sein. Die Gegenstände sollten die Kinder nicht überfordern, d.h. die Menge sollte auf einige wenige und den Fähigkeiten des Kindes entsprechenden Anzahl reduziert sein. Dies ermöglicht die notwendige Struktur und Ordnung auf dem Tablett. Darüber hinaus sollten die Materialien für das Kind interessant sein, d.h. die Gegenstände und die Art der Aufgabe sollten an die für das Kind aktuell relevanten Interessen und Themen anknüpfen. Nur so bekommen die Gegenständen für das Kind einen Anregungscharakter.

Wie zu Beginn gesagt, können die Aktionstabletts auch in anderen Settings als Kindergarten oder Krippe Anwendung finden. Aber auch die Zielgruppe ließe sich beliebig erweitern. So kann die Orientierung gebende Form der Aktionstabletts und das strukturierte Arbeiten im Aktionsraum auch für Menschen mit einer geistigen Behinderung, Autisten oder Kinder mit einer hyperkinetischen Störung ein adäquates Angebot darstellen. Insofern richtet sich das vorliegende Buch neben ErzieherInnen in Kindertageseinrichtungen auch an PädagogInnen und HeilpädagogInnen, die mit diesen Zielgruppen arbeiten.


Rezension von
Thomas Buchholz
M.A.
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Zitiervorschlag
Thomas Buchholz. Rezension vom 04.04.2013 zu: Antje Bostelmann, Michael Fink: Aktionstabletts - Experimente und Spielangebote. 40 Ideen für das Lernen in Krippe und Kindergarten. Bananenblau UG (Berlin) 2012. ISBN 978-3-942334-28-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14062.php, Datum des Zugriffs 11.07.2020.


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