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Annika Koch: Abenteuer mit Migrantinnen und Migranten

Cover Annika Koch: Abenteuer mit Migrantinnen und Migranten. Ein erlebnisorientiertes Konzept für die Interkulturelle Arbeit. Centaurus Verlag & Media KG (Freiburg) 2012. 180 Seiten. ISBN 978-3-86226-190-1. D: 20,80 EUR, A: 20,80 EUR, CH: 24,00 sFr.

Reihe: Pädagogik - 45.
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Thema

Das Buch verbindet die Schwerpunkte: Interkulturelle Arbeit und Erlebnispädagogik. Neben den Erläuterungen der Begriffe wird ein exemplarisches erlebnispädagogisches Konzept für die Interkulturelle Arbeit vorgestellt.

Auorin

Koch arbeitet während ihres Studiums der Sozialen Arbeit an der FH in Dortmund als freiberufliche Erlebnispädagogin mit Kindern und Jugendlichen. Derzeit ist sie Sozialarbeiterin in einem Stadtteilzentrum.

Aufbau und Inhalt

Das Buch besteht aus sechs Kapiteln und einem umfangreichen Anhang, in dem die aufgeführten Spiele beschrieben werden.

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe im Kontext Interkultureller Arbeit. Koch setzt in 3 Unterabschnitten folgende Wortpaare in Beziehung zueinander:

  • Kultur, Lebenswelten und Deutungsmuster
  • Sprache und Kommunikation
  • Stereotyp und Vorurteil

3. Von der Ausländerpädagogik zu Interkulturellem Lernen und Interkultureller Handlungskompetenz. Ziel der Interkulturellen Pädagogik ist die Förderung gegenseitiger Anerkennung. Diese kann nach Koch nur erreicht werden, wenn die Gesellschaft gewisse Kompetenzen erwirbt und offen ist für neue Perspektiven. Weitere wichtige Forderung ist die Gleichbehandlung aller Menschen und die Bereitschaft zu Interkulturellem Verstehen. Ziel ist es auch, Diskriminierung und Rassismus zu verhindern. Die aktuelle Interkulturelle Arbeit soll jeden Menschen zur Zielgruppe haben, insbesondere diejenigen mit Vorbildfunktion. Dabei sollen Interkulturelle Kompetenzen als Schlüsselkompetenz ein Leben lang weiter erworben werden. Koch merkt kritisch an, dass die Interkulturelle Bildung zur Zeit nur projekthaft durchgeführt wird und auch die Qualifizierung der Fachkräfte nicht in ausreichendem Masse angestrebt wird. Nach wie vor wird heute unter Interkultureller Arbeit vorrangig die Arbeit mit Migranten verstanden.

4. Grundlagen der Erlebnispädagogik als Vorbereitung für ein erlebnisorientiertes Konzept in der Interkulturellen Arbeit. Neben der Begriffsklärung „Erlebnis“ werden die geschichtliche Entwicklung, Zielgruppen, Lernmodelle und die reflexionstheoretischen Ansätze der Erlebnispädagogik beschrieben. Koch erläutert die nötigen Kompetenzen eines Erlebnispädagogen. Als erlebnispädagogische Handlungsfelder zeigt Koch City Bound, Interaktionspädagogik und Kooperative Abenteuerspiele auf. Koch greift den Schwerpunkt: die „Bedeutung der Gruppe“ insbesondere auf.

5. Die Entwicklung eines erlebnispädagogischen Konzeptes für die Interkulturelle Arbeiten mit Kinder in der Sozialen Arbeit. Hier werden die beiden Disziplinen miteinander verbunden, miteinander ergänzt und ausgebaut. Dazu werden die erlebnispädagogischen Schwerpunkte: Zielsetzung, Gemeinschaft, Vielfalt, Bewegung/Sport, Kontakt und Kommunikation, Problemlösestrategien, Pluralität, Natur und der Handlungsort Schule auf ihre Tauglichkeit für das Interkulturelle Lernen geprüft. Die Wirksamkeit der Inhalte werden verglichen und aufeinander bezogen. Das Ergebnis ist ein exemplarisches Konzept für die Interkulturelle Arbeit mit Kindern. Koch beginnt mit verschiedenen Grob- und Teilzielen, einer Beschreibung der Zielgruppe und den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Im Folgenden wird der Ablauf einer 2tägigen erlebnispädagogischen schulischen Maßnahme vorgestellt. Die detaillierte Beschreibung der Methoden und des Ablaufs verdeutlicht das Konzept. Die konkreten Beschreibungen der Spiele, Übungen und Reflexionsmethoden sind im Anhang zu finden.

6. Ein Schlusswort. Koch fasst zusammen, dass erlebnispädagogische Konzepte eine sinnvolle Ergänzung der Interkulturellen Arbeit sind. Sozialarbeiter müssen dazu einerseits mit Migranten adäquat umgehen und gleichzeitig Antidiskriminierung vorantreiben. Dazu gehören eigene Interkulturelle Kompetenzen. Entstehen kann möglicherweise eine Interkulturelle Erlebnispädagogik, die die Diversität der Gesellschaft abbildet und berücksichtigt.

Fazit

Die beiden Fachbereiche Interkulturelle Arbeit und Erlebnispädagogik zu kombinieren ist interessant. Hier werden theoretischen Hintergründe geliefert und viele Begriffe theoretisch beleuchtet. Der Titel des Buches verspricht ein Konzept. Hier findet sich ein exemplarischer Ablaufplan, der allerdings detailliert ist, so kann man auch als Praktiker etwas damit anfangen. Interessant ist das Kapitel 5, indem die Merkmale der Erlebnispädagogik auf das Interkulturelle Lernen bezogen werden. Der Leser findet hier Anhaltspunkte für die eigene Praxis und zur Überprüfung der eigenen Konzepte. Inwieweit bekannte Aufgaben abgewandelt werden müssen und können, damit sie verwendbar sind für das Interkulturelle Lernen, bleibt offen. Auch Fragen, wie z.B. Aufgaben mit großer Nähe für die verschiedenen Kulturen geeignet oder durchführbar sind, bleibt offen. Das Buch öffnet den Blick auf die Notwendigkeit sich mit der Diversität der Gesellschaft auseinander zu setzen und die Vielfalt der Kulturen im eigenen Land mit zu denken.


Rezension von
Monika Pietsch
Training und Konstruktives Lernen
selbständige Trainerin und Beraterin, Schwerpunkt: Team- und Führungskompetenzen mit den Methoden des konstruktiven Lernens
Homepage www.training-konstruktiv.de
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Zitiervorschlag
Monika Pietsch. Rezension vom 09.01.2013 zu: Annika Koch: Abenteuer mit Migrantinnen und Migranten. Ein erlebnisorientiertes Konzept für die Interkulturelle Arbeit. Centaurus Verlag & Media KG (Freiburg) 2012. ISBN 978-3-86226-190-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14254.php, Datum des Zugriffs 06.04.2020.


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