socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Uwe K. Preusker (Hrsg.): Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten

Cover Uwe K. Preusker (Hrsg.): Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2011. 82 Seiten. ISBN 978-3-86216-065-5. 19,95 EUR.

Reihe: Gesundheitsmarkt in der Praxis.
Recherche bei DNB KVK GVK.

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Vorbemerkung

Die von Uwe K. Preusker, einem ausgewiesenen Kenner des deutschen Gesundheitswesens herausgegebenen Nachschlagewerke „Das deutsche Pflegesystem in 100 Stichworten“ und „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ sind Essenzen des ebenfalls von Preusker editierten „Lexikons des deutschen Gesundheitssystems“, das in seiner im Jahre 2010 erschienenen dritten Auflage fast 700 Einträge umfasst. Für die beiden besprochenen Bände wurden jeweils 100 Stichworte ausgewählt, die für das Verständnis der wichtigsten Institutionen, Regelungen und Rahmenbedingungen des Pflegesystems bzw. des Gesundheitswesens besonders bedeutsam und relevant sind.

Aufbau und Kritik

Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind den beiden Lexika Stichwortverzeichnisse mit den näher erläuterten Einträgen vorangestellt; leider wird hierin nicht auf die entsprechenden Seiten verwiesen, was die Benutzerfreundlichkeit der Nachschlagewerke hätte erhöhen können.

Von großem Vorteil ist jedoch, dass die einzelnen Beiträge nicht unverbunden nebeneinander stehen, sondern durch Querverweise miteinander verknüpft sind; das hilft den Leserinnen und Lesern, sich – wie vom Herausgeber intendiert – „Stück für Stück in das System hineinzufinden und es sich ganz nach dem aktuellen persönlichen Bedarf in Teilschritten zu erschließen“ (jeweils Seite V). Besonders leserfreundlich sind auch die eingebundenen Graphiken und Abbildungen, die das Verständnis für die dargestellten, teils sehr komplexen Sachverhalte deutlich erleichtern können. Hilfreich sind neben diesen Visualisierungen auch die zahlreichen Verweise auf rechtliche Grundlagen, die einen schnellen Zugriff auf die einschlägigen Paragraphen des SGB und weitere wichtiger Gesetze des Pflege- bzw. Gesundheitssystems ermöglichen. Vor dem Hintergrund, dass diese rechtlichen Bestimmungen einem kontinuierlichen Wandlungsprozess unterliegen und die jeweils aktuellsten Fassungen dank der Neuen Medien stets schnell und problemlos recherchiert und abgerufen werden können, ist es jedoch fraglich, warum in einzelnen Artikeln entsprechende gesetzliche Grundlagen im Wortlaut abgedruckt sind; hier besteht noch stärker als bei den jeweiligen Erläuterungen die Gefahr, dass sich die Nutzerinnen und Nutzer über eine bereits veraltete Rechtslage informieren.

Die Auswahl der in einem Lexikon erläuterten Stichworte ist stets in gewisser Weise subjektiv und wird nie die Bedürfnisse aller Leserinnen und Leser befriedigen können. Insofern ist es gut, dass die Nachschlagewerke eher breit angelegt sind und sich sowohl in der Auswahl der Stichworte, als auch in der Tiefe der Darstellung auf Grundlagen beschränken; für die Klärung von Detailfragen kann ein Lexikon stets ohnehin nur bedingt von Nutzen sein.

Gleichwohl darf vereinzelte Kritik geübt werden: So sind Einträge wie Pandemie, Insuffizienz oder Letalität in einem Lexikon zum Pflegesystem eher entbehrlich, während der Leser Stichworte wie Pflegemodelle, Grund-/Behandlungspflege, Expertenstandards oder Bereichs-/Bezugspflege vergeblich sucht. Im Band zum Gesundheitswesen dürften Leserinnen und Leser Stichworte wie Case Management, Gesamtvergütung und Einheitlicher Bewertungsmaßstab sowie Prävention und Krankheit vermissen; um es trotzdem bei exakt 100 Einträgen zu belassen, hätten beispielsweise die Stichworte Krankenversicherung, Krankenversicherung, gesetzliche und Krankenversicherung, private zusammengefasst oder die vier beschriebenen Krankenkassenarten unter dem einheitlichen Stichwort Krankenkasse behandelt werden können.

Zielgruppe

Da die Beiträge zu den aufgenommenen Stichworten eine gute und solide Übersicht über das deutsche Pflege- und Gesundheitssystem bieten und vor allem einen ersten Einblick in die behandelte Thematik ermöglichen, sind die beiden Nachschlagewerke in erster Linie für diejenigen interessant, die einen kurzen und prägnanten ersten Einstieg in die Materie suchen und sich nicht durch eine seitenlange Darstellungen von Detailfragen quälen möchten. In Betracht kommen insofern beispielsweise Journalisten, Auszubildende oder fachlich interessierte Laien, die sich ohne Vorkenntnisse erstmalig und in elementarer Weise mit dem deutschen Pflege- bzw. Gesundheitssystem auseinandersetzen wollen.

Fazit

Die von Uwe K. Preusker herausgegebenen Lexika „Das deutsche Pflegesystem in 100 Stichworten“ sowie „ Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ bieten einen guten Einblick in die wichtigsten Institutionen, Rahmenbedingungen und Regelungen des Pflege- bzw. Gesundheitssystems. Dabei sind die Einträge derart prägnant geschrieben, dass es den Nutzerinnen und Nutzern des Buches leicht gelingt, sich einen ersten und soliden Überblick über die behandelte komplexe und schwierige Thematik zu verschaffen. Insofern halten die Bände, was sie versprechen: „die Möglichkeit, sich Stück für Stück in das System hineinzufinden und es sich ganz nach dem aktuellen persönlichen Bedarf in Teilschritten zu erschließen“ (jeweils Seite V).


Rezensent
Prof. Dr. Peter Kostorz
Fachhochschule Münster, Fachbereich Gesundheit. Lehr- und Forschungsgebiet: Rechtswissenschaften mit den Schwerpunkten Gesundheitsrecht und Bildungsrecht
Homepage www.fh-muenster.de/fb12/personen/kostorz/index.php
E-Mail Mailformular


Alle 26 Rezensionen von Peter Kostorz anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Peter Kostorz. Rezension vom 07.02.2013 zu: Uwe K. Preusker (Hrsg.): Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2011. ISBN 978-3-86216-065-5. Reihe: Gesundheitsmarkt in der Praxis. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14399.php, Datum des Zugriffs 26.03.2019.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung