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Sigmund Gastiger, Bernjamin Lachat (Hrsg.): Schulsozialarbeit - soziale Arbeit am Lebensort Schule

Rezensiert von Prof. Dr. Hermann Sollfrank, 30.01.2013

Cover Sigmund Gastiger, Bernjamin Lachat (Hrsg.): Schulsozialarbeit - soziale Arbeit am Lebensort Schule ISBN 978-3-7841-2095-9

Sigmund Gastiger, Bernjamin Lachat (Hrsg.): Schulsozialarbeit - soziale Arbeit am Lebensort Schule. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2012. 123 Seiten. ISBN 978-3-7841-2095-9. D: 16,50 EUR, A: 17,00 EUR, CH: 23,90 sFr.
Reihe: Skills.

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Thema

Der Ausbau einer kommunalen Bildungslandschaft wird seit Jahren als Ziel in zentralen sozial- und bildungspolitischen Programmen von Bund, Ländern und Kommunen implizit oder explizit formuliert. Eine entsprechende Infrastruktur für Kinder und Jugendliche wird, so im 12. Kinder- und Jugendbericht, neben der Schule, auch von der Kinder- und Jugendhilfe, von kulturellen Einrichtungen, Verbänden und Vereinen, von Institutionen der Gesundheitsförderung sowie privaten und gewerblichen Akteuren vor Ort getragen (S. 7). Von diesem Grundanliegen ausgehend, sind die sozialpädagogischen Fachkräfte der Schulsozialarbeit aus der Sicht des Herausgebers Sigmund Gastiger im übertragenen Sinn als „Landschaftsgärtner“ tätig. Das notwendige Handlungsinventar für deren „Werkzeugkasten“ soll das Buch beschreiben (ebd.).

Herausgeber und Autor

Herausgeber der Reihe „Skills“ ist Prof. em. Dr. Sigmund Gastiger. Als Autor fungiert Diplom-Sozialarbeiter (FH) Benjamin Lachat, Mediator in Jugendhilfe und Schule. Er ist seit mehr als zehn Jahren in der Schulsozialarbeit tätig, Gründungsinitiator und Vorsitzender des Netzwerks Schulsozialarbeit Baden-Württemberg e. V. und als Prozessbegleiter und Fachberater für die Schulsozialarbeit landesweit aktiv.

Ausgangspunkte

Schulsozialarbeit wird als Bestandteil lokaler Gesamtsysteme von Bildung, Erziehung und Betreuung gesehen. Damit folgt man einem Leitgedanken, wie er etwa in Beschlüssen der Jugendministerkonferenz und der Kultusministerkonferenz sowie im 12. Kinder- und Jugendbericht zum Ausdruck gekommen ist und inzwischen als maßgebend für den Handlungszusammenhang von Sozialer Arbeit im Kontext der Schule angesehen werden kann.

Aufbau und Inhalt

Nach einer „visionären Annäherung“ an das Thema Schulsozialarbeit, die der Autor im günstigsten Fall inmitten einer „blühenden Bildungslandschaft“ verortet sieht (S. 9ff), wird im zweiten Kapitel der Versuch unternommen, einen Überblick über die gegenwärtige Situation des Arbeitsfeldes Schulsozialarbeit zu geben. Dieser beinhaltet zunächst die Skizzierung des aktuellen Ausbaustandes der Schulsozialarbeit in Deutschland, um danach Schulsozialarbeit sowohl als Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe als auch als Akteur ganzheitlicher Bildung und Teil kommunaler Bildungslandschaften zu beschreiben.

Als zentrale Zielgruppen werden im Anschluss daran Kinder und Jugendliche, Erziehungsberechtigte und andere erwachsene Bezugspersonen sowie Lehrkräfte und Schulleitung beschrieben.

Pointiert wird weiterführend auf das Leistungsspektrum, die Angebote und die Kernaufgaben der Schulsozialarbeit eingegangen. Als Kernaufgaben begreift Lachat Einzelhilfe und Beratung in individuellen Problemsituationen, sozialpädagogische Gruppenarbeit, Projekte und Arbeit mit Schulklassen, innerschulische und außerschulische Vernetzung und Gemeinwesenarbeit und offene Angebote für alle Schülerinnen und Schüler.

Mit der Erläuterung des rechtlichen Rahmens und der politischen Bezugspunkte, der Grundsätze und Handlungsprinzipien und des Weiteren der Rahmenbedingungen der Schulsozialarbeit endet das Kapitel.

Im dritten Abschnitt der Monografie möchte der Verfasser mittels exemplarischer Fallbeschreibungen aus den vier Kernaufgabenfeldern von Schulsozialarbeit verdeutlichen, „mit welchen Herausforderungen Sozialarbeiter/Sozialpädagogen in diesem Arbeitsfeld regelmäßig konfrontiert sind und vor allem, welcher Methoden und Handlungskonzepte sie sich bei deren Bearbeitung bedienen“ (S. 35).

Tatsächlich liegt das Schwergewicht der Publikation auf der Darstellung von insgesamt siebenundzwanzig beratungsrelevanten Schlüsselsituationen, pädagogischen Settings und inner- und außerorganisationalen Vernetzungen mit Personen, Gruppen und Organisationen im Gemeinwesen und Sozialraum. So wird etwa das offene Gespräch mit Kindern und Jugendlichen genauso thematisiert wie das Training sozialer Kompetenz in Gruppen oder die Vernetzung mit außerschulischen Kooperationspartnern und die Initiierung eines Schülercafés. Neben konzeptionellen und methodischen Hinweisen für die jeweiligen Handlungszusammenhänge werden mit kurzen Fallgeschichten die relevanten Problemzusammenhänge beispielhaft umrissen.

Diskussion und Fazit

Die Publikation von Gastiger und Lachat ist vor allem gewinnbringend für pragmatisch orientierte Fachleute und Interessierte, die in aller Kürze und vor dem Hintergrund einer eingängigen Systematik (Kernaufgaben der Schulsozialarbeit) die Breite des Handlungsfeldes der Schulsozialarbeit und die möglichen Zielsetzungen, Inhalte, Methoden und Techniken kennenlernen wollen, die sich mit ihr verbinden. Es versteht sich bei dem beschränkten Seitenumfang der Publikation von selbst, dass die Darstellungen der Handlungskonzepte, Vorgehensweisen und Methoden an vielen Punkten im Kursorischen verbleiben müssen. Das Buch stellt demzufolge weder ein umfassendes Methodenhandbuch der Schulsozialarbeit noch eine theoretisch-systematische Abhandlung über diese Thematik dar, wie sie aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus verfasst werden kann und inzwischen vorliegt. Der Reiz der hier besprochenen Publikation liegt jedoch darin, dass sie als Ratgeber und Leitfaden geringen Umfangs fungieren kann. Ein Buch demnach, das man im besten Sinne als Vademecum bezeichnen darf. Es beinhaltet zentrale Aspekte sozialpädagogischer Herausforderungen und gibt Empfehlungen darüber ab, wie man diesen begegnen darf. Solche Publikationen sollten durchaus ihren Platz in den Bücherregalen professioneller Akteurinnen und Akteure erhalten.

Rezension von
Prof. Dr. Hermann Sollfrank
Diözesan-Caritasdirektor von München und Freising
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Es gibt 5 Rezensionen von Hermann Sollfrank.

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ISSN 2190-9245