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Daniel Wilk: Die Ruhe im Wasserglas

Rezensiert von Dr. Kirsten Oleimeulen, 18.04.2013

Cover Daniel Wilk: Die Ruhe im Wasserglas ISBN 978-3-89670-872-4

Daniel Wilk: Die Ruhe im Wasserglas. Entpannungs- und Trancegeschichten, die Seele und Körper harmonisieren. Carl Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2013. 200 Seiten. ISBN 978-3-89670-872-4. D: 19,95 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 28,50 sFr.

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Von der Ordnung in unserem Sonnensystem

Die Grundidee einer Sphärenharmonie ist die Suche nach dem gemeinsamen Band, welches Geometrie, musikalische Harmonie und Astronomie verknüpft. Hartmut Warm konnte mit modernen astronomischen Verfahren nachweisen, dass im Sonnensystem in der Tat äußerst verblüffende musikalische und geometrische Zusammenhänge verborgen sind. In den raumzeitlichen Ordnungsstrukturen des Planetensystems kommen Urbilder zum Ausdruck, die sich in der Kunst, im menschlichen Körperbau und in vielen Formen der Natur wieder finden.

Die schönste Harmonie entsteht durch Zusammenbringen der Gegensätze“ (Heraklit)

Als Ausgleich zum Stress und den zahlreichen Erschwernissen des Alltages wünschen sich viele ein balanciertes, harmonisches Leben. Doch das ist gar nicht so einfach und mit bloßem Willen kaum zu erzwingen. Die Anforderungen des Alltages stellen uns auf eine harte Probe.

Umgang mit Stress

Da das Leben unweigerlich Stress mit sich bringt und zu viel Stress gesundheitsgefährdend wirken kann, müssen wir lernen, mit Stress so umzugehen, dass wir keinen Schaden nehmen. Stressbewältigung („Coping“) wird von Lazarus und Folkman (1984) definiert als der Prozess der Handhabung („Management“) jener externen oder internen Anforderungen, die vom Individuum als die eigenen Ressourcen beanspruchend oder übersteigend bewertet werden.

Ebenfalls von Lazarus stammt die Klassifikation von Bewältigungsprozessen in problembezogenes Coping und in emotionsbezogenes Coping (Lazarus & Folkman, 1984). Mit diesem Ansatz werden direkte Handlungen zur Änderung der gestörten Transaktionen von Bemühungen zur Regulierung von Emotionen abgegrenzt. Das Buch „Die Ruhe im Wasserglas“ kann zur Emotionsregulation herangezogen werden

Autor

Daniel Wilk, Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, verfügt über ein Zertifikat in Klinischer Hypnose (M.E.G.), eine Zusatzausbildung in Gesprächspsychotherapie (GWG) sowie Weiterbildungen in verschiedenen anderen Verfahren, darunter Verhaltenstherapie und NLP. Von 1985 bis 2002 war er in der Rehabilitationsklinik Sinnighofen angestellt, seither ist er in der Schwarzwaldklinik Orthopädie psychotherapeutisch in Einzelgesprächen und in Gruppen tätig. Seit über 20 Jahren vermittelt er autogenes Training und tiefere Entspannungen und hält Vorträge zu Stressmanagement und Entspannung in Volkshochschulen, in Betrieben und für Lehrer. Für die Deutsche Gesellschaft für Entspannungsverfahren (DG-E) gibt er Fortbildungen in autogenem Training und Hypnose. Daniel Wilk ist Autor mehrerer Bücher.

Aufbau und Inhalt.

Das Buch „Die Ruhe im Wasserglas – Entspannungs- und Trancegeschichten, die Seele und Körper harmonisieren“, setzt sich aus sechs Kapiteln zusammen.

Einleitung. Im Einleitungskapitel geht der Autor Daniel Wilk auf die spezifischen Grundannahmen der Geschichten ein, die ihre Wirkungsweisen fundiert erklären und damit den theoretischen Überbau für die psychotherapeutische Methode der Entspannungs- und Trancegeschichten darstellt. Dabei ist Entspannung nicht das einzige Ziel, sondern ein erster Schritt zu einem tiefer liegenden, systemischen Ziel der Harmonisierung all dessen, was wir sind.

1 Eine Entspannung zuverlässig einleiten und vertiefen. Vor jeder Geschichte steht eine kurze Zusammenfassung angestrebter Wirkungen. Indem man sich mit diesen Absichten bewusst auseinander setzt, verstärkt die Wirkung der Geschichte. Zu den Geschichten, die zuverlässig Entspannung einleiten und vertiefen gehören:

  • Die Ruhe im Wasserglas
  • Auf sich aufpassen
  • Abtropfen lassen
  • Atem loslassen
  • Ruheraum
  • Wassertropfen im See
  • Schneestille

2 Unseren Körper spüren, ihn würdigen und durch ihn genießen. Diese Geschichten sollen dazu anleiten, unsere Sinne zu pflegen und durch die Wahrnehmung Freude entstehen zu lassen.

  • Ohren brauchen nicht hören
  • Deine Füße spüren und würdigen
  • Aus der Sicht der Knie
  • Deine Hände spüren und mögen

3 Die eigene Kreativität erweitern. Indem wir unserer Fantasie erlauben, sich in unserer Sicht auf die Dinge auszuweiten, vergrößern wir gleichzeitig unseren Handlungsspielraum. Letzteres gibt uns ein gutes Gefühl von mehr Selbstsicherheit und reduziert dadurch unsere Alltagsängste ohne große Anstrengung.

  • Töne neu streichen
  • Das Zeitvolk
  • Eine Wolke aus Stein
  • Der Bach der Wünsche
  • Die kleine Bärin
  • Das Erleben eines Dampfers
  • Der Rasenmäher bringt Licht zu den kleinen Pflanzen
  • Wenn ein Regentropfen schwer wird

4 Die Heilkraft ins uns ansprechen. Der unbewusste Prozess der Heilkraft, der uns von Natur aus gegeben ist und der stets unbewusst abläuft, wird im Alltag von uns oft wenig wert geschätzt und unterstützt. Obwohl wir nicht wissen, wie dieser Prozess funktioniert, wissen wir doch an mancher Stelle sehr genau, was diesen Prozess unterbricht (Ernährung, Schlaf, Entspannung, Drogen etc.) und richten uns selten danach. Die Geschichten in diesem Kapitel sprechen die Fähigkeiten zur Heilung an, unter anderem, indem die nötige Ruhe gefördert wird und indem über die Erinnerung an unsere Kräfte das Vertrauen in unsere Fähigkeiten gestärkt wird.

  • Ein Fluss findet seinen Weg
  • Moos
  • Helle Leichtigkeit
  • Haus der Farben
  • Inneres Wissen
  • In einer Seifenblase reisen
  • Warmer Wind
  • Urlaub für den Schmerz
  • Nachtigall
  • Ein normales Blatt

5 Besser ein- und durchschlafen. Die Geschichten in diesem Kapitel helfen, die Anspannung der ggf. erwarteten Schlaflosigkeit loszulassen und so die körperlichen Voraussetzungen für den Schlaf zu fördern. Eine spielerische Gelassenheit auf der körperlichen Ebene soll damit angeregt werden.

  • Den Ruheschmetterling kommen lassen
  • Beide Ohren gleichzeitig
  • Gesunde Ruhe

6 Gefühle wahrnehmen und akzeptieren

In diesem Kapitel des Buches stehen Gefühle im Mittelpunkt. Es geht darum, alle menschlichen Gefühle ausreichend wahrzunehmen und zu akzeptieren. Der Umgang mit negativen Gefühlen wird gefördert im Sinne der gesunden Emotionsregulation, für die Verständnis und Akzeptanz grundlegend ist.

  • Das Schloss der Gefühle
  • Ein Blatt erwacht
  • Die leichte Schwere eines Vogels
  • Straßenpfosten wandern durch die Nacht
  • Ein Punkt ist ein Punkt
  • Eine Brille erholt sich
  • Verwandlung
  • Die Melodie der Ruhe
  • Der erste Atemhauch
  • Regenbogenbrücken
  • Worte
  • Kraft aus der Tiefe
  • Vergängliche Straßen
  • Spiegelsee
  • Der kleine Wind des Atems
  • Innere Sonne
  • Die Seele der Kieselsteine

Zielgruppe

Das Buch „Die Ruhe im Wasserglas“ richtet sich an alle, die sich dienstlich und/oder privat mehr Entspannung, Gelassenheit und Harmonie in ihrem Leben erarbeiten wollen.

Fazit

Die Zusammenstellung derjenigen Geschichten von Daniel Wilk in diesem Buch, die im Lesenden bisher die schönsten Bilder erzeugt haben und damit als besonders angenehm bezeichnet werden, stellen für den Leser eine große Herausforderung dar. Darf es angenehm sein Probleme zu lösen? Darf ich mich gut fühlen bei der Arbeit? Ist es dann noch Arbeit? Und wenn es keine Arbeit ist, darf ich es mir dann erlauben? Die schönen und angenehmen Geschichten unterstützen das Loslassen von fordernden, vernunftsbetonten, inneren Stimmen, die unsere Entscheidungen beeinflussen, bevor wir sie selber bewusst getroffen haben. Die Wirkungsweise ähnelt denen der Tagträume, die wir unseren Kindern doch so oft verbieten oder im Extremfall sogar als Konzentrationsschwäche pathologisieren. Ein einfaches, kleines, schönes Büchlein, leicht und unbeschwert, dass für einen kurzen Moment die Frage aufwirft, ob ich es mir doch einmal erlauben darf? „Nicht weil es Geld bringt, nicht weil es nützt, nicht weil andere es bewundern, nein – einfach nur so“ (Rolf Zuckowski).

Rezension von
Dr. Kirsten Oleimeulen
Psychologin – Familienberaterin, akkreditierte Psychologin für Gesundheitspsychologie und Prävention (BDP), systemische Familientherapeutin und Supervisorin, online-Beraterin
Website

Es gibt 96 Rezensionen von Kirsten Oleimeulen.

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Zitiervorschlag
Kirsten Oleimeulen. Rezension vom 18.04.2013 zu: Daniel Wilk: Die Ruhe im Wasserglas. Entpannungs- und Trancegeschichten, die Seele und Körper harmonisieren. Carl Auer Verlag GmbH (Heidelberg) 2013. ISBN 978-3-89670-872-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14543.php, Datum des Zugriffs 21.04.2024.


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