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Raimund Kemper, Sabine Friedrich u.a. (Hrsg.): Jugend-Raum

Cover Raimund Kemper, Sabine Friedrich, Gabriela Muri, Viktoria Slikan (Hrsg.): Jugend-Raum. Aneignung öffentlicher Räume durch Jugendliche. Monsenstein und Vannerdat (Münster) 2012. 171 Seiten. ISBN 978-3-86991-581-4. D: 20,50 EUR, A: 21,10 EUR.

Reihe: MV-Wissenschaft.
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Thema

Wann wird ein geographischer oder physikalischer Raum zu einem sozialen Raum, zu einem relationalen Raum, der nur dadurch konstituiert wird, dass die dort handelnden Akteure sich untereinander ins Verhältnis setzen (können) und sich ins Verhältnis setzen (können) zu den räumlichen, sachlichen und zeitlichen Dimensionen bzw. Bedingungen des dortigen Handelns?

Das ist wohl die Frage, wie sich Akteure Räume aneignen, sie besetzen, sie also das Verständnis entwickeln können, dort Bedürfnisse zu befriedigen und Interessen zu realisieren. Denn erst durch diese Aneignung werden Räume zu sozialen Räumen. Öffentliche Räume – zumal in der Stadt - haben ihren spezifischen Charakter. Eigentlich sind sie jedweden Akteuren zugänglich, sind offen in Blick auf das, was möglich ist und sie sind begrenzt in den Möglichkeiten durch andere Akteure oder Gegebenheiten. Und Jugendliche in der Stadt haben noch einmal ein spezifisches Verständnis von dem, was "ihnen gehört", was ihnen zugänglich ist, weil sie es sich zugänglich machen.

Entstehungshintergrund

Das Buch ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes an der Hochschule für Technik Rapperswil im Auftrag einer Reihe von Schweizer Gemeinden.

Aufbau und Inhalt

Nach einer einleitenden Zusammenfassung gliedert sich das Buch in folgende Kapitel:

  • Ausgangslage und Problemstellung
  • Konzept
  • Erkenntnisse aus der raumorientierten Jugendforschung
  • Argumentarium für jugendgerechte öffentliche Räume
  • Erkenntnisse aus der Projektumsetzung
  • Public Participation GIS
  • Qualitätskriterien für jugendgerechte öffentliche Räume
  • Best-Practice-Beispiele
  • Leitfaden für jugendgerechte Planungsprozesse
  • Fazit

In ihrer Einleitenden Zusammenfassung erläutern die Autorinnen und der Autor ihre Fragestellung und die daraus entwickelten Hypothesen. Ihre Fragestellung bezieht sich auf die Bedeutung öffentlicher Räume für Jugendliche als Orte der Aneignung und auf die Frage, in welcher Form diese Aneignung stattfindet. Daraus leitet sie die Frage nach unterschiedlichen Aneignungsformen bei Jugendlichen und Erwachsenen ab, die auch konfliktträchtig sind. Die Erwachsenen repräsentieren dabei die ordnungspolitischen (auch ordnungspolizeilichen?) normativen Vorstellungen, wie man sich im öffentlichen Raum zu verhalten hat, während Jugendliche mit anderen mentalen Zugängen und Vorgaben öffentliche Räume wahrnehmen, interpretieren und besetzen.

Die aus der Fragestellung abgeleiteten Hypothesen beziehen sich zunächst auch auf die Kluft zwischen dem, was eine Stadt als öffentliche Räume verwaltungstechnisch definiert und dem, was die raumkonstituierenden Wahrnehmungs- und Interpretationsmuster von Jugendlichen und Erwachsenen ausmacht, wenn sie sich öffentliche Räume aneignen.

Weiter geht es um die Hypothese, dass die negative Wahrnehmung von Jugendlichen in öffentlichen Räumen und die negative Deutung ihres Verhaltens als Akteure im öffentlichen Raum durch die Erwachsenen zu einer Form der Reglementierung des Verhaltens Jugendlicher führt und zur "Bearbeitung" durch soziale Instanzen oder durch soziale und institutionelle Kontrolle.

Dabei mahnen die Verfasserinnen und der Verfasser ein Wissens- und Methodendefizit an, das sich sowohl auf die Planung als auch auf die sozialpolitischen und sozialarbeiterischen Maßnahmen auswirkt. Sie werfen der Stadtsoziologie als auch der Stadt- und Freiraumplanung vor, sie seien "jugendfrei".

Ausgangslage und Problemstellung

Sind Jugendliche in öffentlichen Räumen ein Ärgernis oder ein Missverständnis? Zumindest wird die öffentliche Debatte oft davon geprägt und ihre mediale Widerspiegelung verstärkt oft diese Debatte, weil sie mit ihr nur wenig kritisch umgeht.

Öffentliche Räume sind Ressourcen, die gerade Jugendliche für sich entdecken; gleichzeitig stellen sich ihnen Hindernisse entgegen, die Jugendliche oft auch an den Rand öffentlicher Räume drängen. Daraus ergeben sich Konflikte, die kommunale Politik oft ordnungspolizeilich bearbeitet, aber nicht ordnungspolitisch angeht.

Konzept

Nach der Entfaltung der bereits erwähnten Fragestellungen formulieren die Autorinnen und der Autor als analytische Zielebene die Schließung von Wissenslücken, "die zur Unsichtbarkeit der Raumaneignung in Theorie und Praxis beitragen" (27)

Auf der Handlungsebene ist das Ziel, dass die Erkenntnisse zu Bausteinen einer jugendgerechten Planung und Gestaltung öffentliche Räume werden.

Die empirische Basis bilden Interviews in sechs Partnergemeinden in der Schweiz. Dort wurden jeweils Untersuchungsräume ausgewählt, wobei die Auswahlkriterien Nutzungskonflikte, Neuplanungen oder die Akzeptanz durchgeführter Baumaßnahmen waren. Weiter wurden Schulareale, Bahnhofsplätze oder Erholungsräume ausgesucht, um die Bedürfnisse, Aneignungsformen und Konflikte in Abhängigkeit von Raumtypen zu untersuchen.

Weiter suchten die Autorinnen und der Autor nach Best-Practice-Beispielen für die Beteiligung von Jugendlichen an Planungsprozessen.

Erkenntnisse aus der raumorientierten Jugendforschung

In diesem Kapitel werden der Forschungsstand und die Theorie- und Methodenbestände diskutiert und reflektiert, die sich bislang in einer sozialraumorientierten Jugendforschung etabliert haben. Die in der Jugendforschung lange vernachlässigte Raumdimension als Bedingung des Handelns und der Identitätsentwicklung wird angemahnt, wie auch der Stadtsoziologie vorgeworfen wird, nicht nur lange den Raum als theoretische Kategorie vernachlässigt zu haben, sondern auch jugendspezifische Fragestellungen nicht aufgegriffen zu haben. Inwieweit dies den Forschungstand wirklich reflektiert, sei zunächst dahingestellt.

Die Bedeutung öffentlicher Räume als Sozialräume wird auf der Basis von Studien ebenso thematisiert, wie öffentliche Räume als Identitätsräume oder als Explorationsräume.

Weiterhin diskutieren die Autorinnen und der Autor die Räume der Erwachsenen.

Wo ist der öffentliche Raum ein mehrdimensionales Forschungsfeld?

Dazu bedarf es einer Definition des öffentlichen Raums. Diese Definition konzentriert sich auf den Untersuchungsgegenstand, ohne dass der Begriff der Öffentlichkeit theorie- und programmgeschichtlich eingeholt wird. Der Begriff der Öffentlichkeit geht nun mal stark mit der bürgerlichen urbanen Öffentlichkeit einer demokratischen Kultur einher.

Ausführlich wird dann das Aneignungskonzept in der raumorientierten Jugendforschung reflektiert und erörtert, das ja auch Grundlage dieser Forschung ist.

Öffentliche Räume sind für Jugendliche in der Stadt der zentrale Alltagsrahmen, der Identitätssicherung durch Identitätsdarstellung ermöglicht, der Vertrauen schafft und Anerkennung ermöglicht, der letztlich sogar Zughörigkeit signalisiert. Insofern sind öffentliche Räume auch Sozialisationsinstanzen. Darauf rekurrieren die Überlegungen zu Jugend und öffentlicher Raum aus empirischer Sicht.

Zentral bleibt die Frage, wie Jugendliche an Planungsprozessen beteiligt werden können und mit welchem – auch unkonventionellem – Beteiligungsverständnis zu rechnen ist. Dazu werden zunächst auch die restriktiven, ja jugendfremden oder gar -feindlichen Rahmenbedingungen von Planungsprozessen dargestellt und gleichzeitig eine Veränderung eingefordert.

Argumentarium für jugendgerechte Räume

Es geht um ein dialektisches Verständnis von Raumaneignung, das hier noch einmal theoretisch fundiert wird. Weiterhin werden Kategorien wie soziale Kontakte, Selbstdarstellung, Selbstentfaltung und -erfahrung, Sicherheit und Geborgenheit, Raumerleben und Bewegung mit Formen der Raumaneignung korreliert. Räume werden als Projektionsflächen und Faktoren der Identifikation kurz erläutert, um dann die Raumaneignung als dynamischen Prozess zu analysieren und zu begründen.

Auch der Raum als Kategorie sozialer Differenzierung ist für das Aneignungsverständnis wichtig und wird erörtert. Daraufhin werden eine Reihe von Barrieren beschrieben, die auch zu Raumverdrängungen führen und zu einer negativen Raumaneignung.

Erkenntnisse aus der Projektumsetzung

Das material größte Kapitel enthält die empirischen Befunde, die in den sechs Partnerkommunen erhoben wurden. Hier wird auch noch einmal die Auswahl der Untersuchungsräume begründet und die Vorgehensweise bei der Durchführung der Befragung erläutert.

Die Ergebnisse vor allem der Interviews untermauern die raumbezogenen Bedürfnisse und Aneignungsformen Jugendlicher im öffentlichen Raum; sie belegen die soziale Bedeutung öffentlicher Räume und die damit verbundenen Formen unvollständiger, relativer Integration, die ja auch für die Jugendphase einerseits typisch ist und für urbanes Verhalten andererseits konstitutiv ist.

Public Participation GIS

Es gibt ein webbasiertes Beteiligungstool, das die Partizipation an GIS ermöglicht, einem Planungsverfahren auf Internetbasis. Die Autorinnen und der Autor haben dieses Verfahren mit Jugendlichen erprobt. Dieses Verfahren wird von ihnen auch ausführlich beschrieben, die Möglichkeiten werden erläutert, die das System bietet und die Anwendung wird erklärt. Die Erkenntnis ist, dass dieses Verfahren hilfreich ist, wenn Jugendliche sich darüber beteiligen können, allerdings müssen einige "jugendspezifische" Zugänge erst noch geschaffen werden.

Qualitätskriterien für jugendgerechte öffentliche Räume

Zunächst werden raumbezogene Bedürfnisse Jugendlicher noch einmal erläutert:

  • Interaktion und Kommunikation,
  • Repräsentation und Selbstdarstellung zur Abgrenzung von anderen,
  • Selbstentfaltung und Selbsterfahrung über die Nutzung und Veränderung von Räumen,
  • Sicherheit, Abgeschiedenheit, Geborgenheit; der Raum als Rückzugsraum,
  • Raumerleben, Beobachten des Geschehenen Naturerlebnis,
  • Bewegung zum Explorieren, Sport zum körperlichen Training und zum Knüpfen von Kontakten.

Da öffentliche Räume allen zugänglich gemacht werden sollten, hängt die Gestaltqualität stark von konfliktvermeidenden Zonen und ihrer Durchlässigkeit im Zusammenspiel von Innen und Außen ab. Die Gestaltung hängt auch mit der Größe der öffentlichen Räume und ihrer Nutzungsflächen ab. Dies wird auch an Hand von Fotos anschaulich gemacht.

Die Nutzungsqualität hängt darüber hinaus überhaupt von einem gedeihlichen Zusammenleben in einem Stadt- oder Ortsteil ab, in dem der öffentliche Raum liegt und von den Bewohnerinnen und Bewohnern genutzt wird. Beteiligungsverfahren sind dabei ein Kriterium, wenngleich vielleicht ein notwendiges, aber kein hinlängliches Kriterium für die Beurteilung der Qualität des Zusammenlebens im Stadtteil.

Die Bewertungskriterien werden in eine Systematik gefasst, die die Gestaltung, die Größe, das Nutzungspotential, die Erreichbarkeit, die Regelungen, die Beteiligung und die Ausstattung der Räume umfasst.

Anschließend wird eine Typologie öffentlicher Räume vorgestellt, die öffentliche Räume nach Charakteristik, Öffentlichkeitsgrad, Jugendausrichtung und Gruppenausrichtung neun unterschiedliche öffentliche Raumtypen unterscheidet (116).

Best-Practice-Beispiele

Das Ziel des Forschungsvorhabens ist ja, einen anwendungsbezogenen Ansatz zu entwickeln für eine jugendgerechte Planung und Gestaltung öffentlicher Räume. Für die Auswahl der Beispiele werden Beurteilungskriterien zugrunde gelegt, die nach Prozesskriterien und Produktkriterien unterschieden werden.

Zu den Prozesskriterien zählen Partizipation, Ausgewogenheit in der Auswahl der Jugendlichen, Eigenverantwortung, politische und behördliche Verankerung, jugendgerechte Kommunikation, kompetente Begleitung, Grad der Verbindlichkeit, Transparenz, Öffentlichkeitsarbeit.

Produktkriterien sind: jugendgerechte innovative Gestaltung, hohe Effizienz und geringe Kosten bei der Umsetzung, Nachhaltigkeit der Umsetzungen Flexibilität, Vernetzung und Erreichbarkeit, Förderung der intergenerationellen Verständigung und der Resilienz von Jugendlichen.

Danach wird eine Reihe von Beispielen kurz dargestellt und auf ihre Wirkungen hin analysiert, die sich auf unterschiedliche Formen der Beteiligung Jugendlicher beziehen.

Das Fazit: Projekte sind dann erfolgreich, wenn in den Projekten die Interessen und Bedürfnisse Jugendlicher in konkrete Vorhaben einfließen, Jugendliche auf Augenhöhe ernst genommen werden und als Experten ihrer Lebenswelt ihre Bedürfnisse artikulieren können.

Leitfaden für jugendgerechte Planungsprozesse

Aus all dem empirischen Material und den Erkenntnissen wird nunmehr ein Leitfaden entwickelt, der Planungsprozesse jugendgerecht gestaltet. Dieser Leitfaden bezieht sich auf das Partizipationsverständnis, den Partizipationsrahmen, den Partizipationsprozess und die Partizipationswirkung. Diese Dimensionen werden ausführlich erläutert.

Daraus entwickeln die Verfasserinnen und der Verfasser konkrete Vorgehensempfehlungen wie

  • stellvertretende Formen der Interessenwahrnehmung von Jugendlichen durch Erwachsene,
  • Beteiligung an Fachgremien,
  • punktuelle Partizipation,
  • repräsentative Formen projektorientierte Verfahren der Partizipation.

Anschließend werden informelle und formelle Planungsinstrumente vorgestellt und ihr Ziel, ihr Konkretisierungsgrad und die Beteiligungsformen beschrieben.

Informelle Planungsinstrumente sind Leitbilder und Entwicklungskonzepte oder Masterpläne; formelle Planungsinstrumente sind kommunale Richtungsplanung, Nutzungsplanung, Baubewilligungen, Wettbewerbsverfahren und Projektplanung.

Das Fazit ist noch einmal eine schlussfolgernde Zusammenfassung der Ergebnisse in Blick auf die Ausgangsfrage, wie Jugendliche sich öffentliche Räume aneignen. Dabei geht es noch einmal um die Ambivalenz öffentlicher Räume für Jugendliche, um öffentliche Räume als Orte der Ausgrenzung, um Möglichkeiten einer jugendgerechten Planung und Gestaltung öffentlicher Räume und um die Bedingung jedweder Partizipation: Jugendliche als Potential zu begreifen.

Das Buch schließt mit einer umfangreichen Literaturliste und einem Abbildungsverzeichnis.

Diskussion

Die Frage wie öffentliche Räume in ihrer Aufenthaltsqualität für unterschiedliche Gruppierungen ausgestaltet werden müssen – diese Frage hat sicher bereits eine kritische Stadtplanung erreicht. Die Frage, allerdings, wie diese Gruppen in den Prozess der Ausgestaltung einbezogen werden sollten, wird auf kommunaler Ebene immer virulenter und die Versuche und Ansätze sind sehr vielfältig und mehr oder weniger auch erfolgreich. Sicher ist interessant, wie Jugendliche unter den Bedingungen ihrer spezifischen Form der Aneignung von Räumen an Planungsprozessen beteiligt werden sollen. Die Aneignungsdebatte hat ja bereits die Sozialpädagogik und die Soziale Arbeit durchdrungen, zumal vor allem benachteiligte Jugendliche am Rande der Märkte, Institutionen, Rechte und Räume noch mal ganz andere Voraussetzungen mitbringen, mit denen sie zu Akteuren in Räumen werden – oder eben nicht werden.

Auch ist die stadtsoziologische Forschung weiter, als die Autorinnen und der Autor nachweisen, wenn es um die Frage geht, wie vor allem in den Städten Jugendliche mit Räumen umgehen. Und der bereits in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts vorgelegte Ansatz der Geschwister Muchow (Der Lebensraum des Großstadtkindes) hat viele weitere Forschungen hervorgebracht; nicht zuletzt die Studie der Wüstenrot Stiftung "Jugendliche in öffentlichen Räumen der Stadt" von U. Herlyn u. a. 2003.

Das Buch ist interessant für diejenigen, die in praktischen Auseinandersetzungen mit Planern und ihrer Klientel Aushandlungsprozesse moderieren müssen; hier finden sie eine Reihe von praktischen und konzeptionellen Anregungen, wie Jugendliche in Planungsprozessen agieren können – manche Begründungen sind auch hilfreich für das Verständnis Jugendlichen gegenüber. Und in der Tat ist die Studie der Praxis geschuldet; es ist keine theoretisch fundierte jugendsoziologische Auseinandersetzung mit der Frage, wie Jugendliche in Aneignungsprozessen öffentliche Räume in der Stadt besetzen und warum überhaupt besetzen können und warum nicht.

Das Buch hat allerdings den praktischen Vorteil, dass mit sehr vielen aussagekräftigen Fotos die Argumentation untermauert wird.

Der Begriff des öffentlichen Raumes wird nicht kritisch diskutiert in Blick auf die für solche Räume konstitutiven Erwartungs-, Kommunikations- und Verhaltsstrukturen. Diese werden erwähnt, aber nicht einer kritischen Würdigung unterzogen. Gerade in der Stadt ist der öffentliche Raum immer geprägt von unvollständiger Integration - das wird überhaupt nicht thematisiert, wäre aber wichtig für die Frage, wie einzelne Gruppierungen lernen, sich im öffentlichen Raum zu bewegen, sich gegenseitig zu begegnen – etwa im Unterschied zum Privaten. Und das gilt für Erwachsene genauso wie für Jugendliche.

Fazit

Wer sich mit Planungsprozessen praktisch-konzeptionell beschäftigt und in der Praxis in Planungsprozesse involviert ist, wird hier eine ganze Reihe guter Anregungen finden, wie Jugendliche in Planungsprozesse eingebunden werden können.


Rezensent
Prof. Dr. Detlef Baum
Professor em. Arbeits- u. Praxisschwerpunkte: Gemeinwesenarbeit, stadtteilorientierte Sozialarbeit, Soziale Stadt, Armut in der Stadt Forschungsgebiete: Stadtsoziologie, Stadt- und Gemeindeforschung, soziale Probleme und soziale Ungleichheit in der Stadt
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Zitiervorschlag
Detlef Baum. Rezension vom 21.03.2013 zu: Raimund Kemper, Sabine Friedrich, Gabriela Muri, Viktoria Slikan (Hrsg.): Jugend-Raum. Aneignung öffentlicher Räume durch Jugendliche. Monsenstein und Vannerdat (Münster) 2012. ISBN 978-3-86991-581-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14578.php, Datum des Zugriffs 15.09.2019.


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ISSN 2190-9245

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