socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Stefan Werner: [...] Kooperationen in der integrierten und sozialen Stadtentwicklung

Cover Stefan Werner: Steuerung von Kooperationen in der integrierten und sozialen Stadtentwicklung. Machtverhältnisse und Beteiligung im Prozessraum. Springer VS (Wiesbaden) 2012. 313 Seiten. ISBN 978-3-531-19736-4. D: 39,95 EUR, A: 41,07 EUR, CH: 50,00 sFr.

Reihe: Stadtforschung aktuell - Band 118.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Der Anspruch sozialer Stadtentwicklung erschöpft sich ja nicht nur in der Berücksichtigung sozialer Tatbestände oder in der Gestaltung des Sozialen in einer Stadt. Als integrierte Stadtentwicklung besteht gleichzeitig auch der Anspruch auf Beteiligung an den Prozessen und Entscheidungen im Rahmen der Stadtentwicklung. Denn wenn Stadtentwicklung die "Philosophie" der Stadtplanung ist, dann wird Stadtplanung immer auf die Frage zurückgeworfen sein, wie sich die Stadt entwickeln soll – und das kann schlechterdings ohne die nicht entschieden werden, die die Stadt ausmachen: die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt.

Damit wird die Frage virulent, wer wie an was beteiligt werden soll und wie die daraus entstehenden Kooperationen gesteuert werden können. Und unter welchen Machtkonstellationen finden dann Entscheidungen statt?

Autor

Dr. Stefan Werner ist freiberuflich in der Stadtentwicklung und der universitären Lehre und Forschung in München und Passau tätig.

Entstehungshintergrund

Das Buch lag als Dissertation der Universität Passau vor.

Aufbau

Es gliedert sich in fünf größere Kapitel und einen Epilog:

  1. Problematik der selektiven Beteiligung in Kooperationen
  2. Qualitativer und interpretativ-verstehender Ansatz
  3. Grundlagen und Weg zu einem neuen Steuerungsansatz
  4. Veränderbarkeiten in Kooperationsprozessen
  5. Beiträge zur Wissenschaft
  6. Epilog

Zu 1. Problematik der selektiven Beteiligung in Kooperationen

Dieses einleitende Kapitel beschäftigt sich mit der Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit. Nach einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt" – auch in Blick auf die Förderpolitik des Bundes – stellt sich für Werner die Frage nach einer selektiven Beteiligung in diesem Prozess auch kritisch bezogen auf integrierte Konzepte der Kooperation. Werner identifiziert das Problem als Hiatus zwischen Theorie und Praxis und er möchte die Lücke schließen durch die Entwicklung einer "integrierten Prozessraumtheorie", die eine integrierte Betrachtung von Struktur- und Handlungsebene ermöglicht und erlaubt, Machtverhältnisse zu rekonstruieren. Das Ergebnis – so der Autor - sei eine bessere Qualität von Kooperationsprozessen, die die Realisierung integrierter und sozialer Stadtentwicklungskonzepte ermöglichen solle.

Danach gibt Werner einen Forschungsüberblick über Kooperationsansätze und -modelle in der Stadtentwicklung, berücksichtigt dabei die Situation benachteiligter Quartiere, setzt sich mit der Beteiligungs- und Steuerungsdebatte in den Sozialwissenschaften und der Sozialgeographie auseinander, um dann zu den forschungsleitenden Fragestellungen der Arbeit zu kommen.

  • Welche Prozesse sind in der integrierten Stadtentwicklung steuerbar?
  • Unter welchen Machtverhältnissen stehen Kooperationsprozesse und unter welchen Bedingungen führen sie zur Beteiligung, zur "Nicht-Beteiligung" oder zum Ausschluss von Beteiligung?

Zu 2. Qualitativer und interpretativ-verstehender Ansatz

Voraussetzung von Kooperation ist gegenseitige Verständigung unter den Bedingungen, dass die Akteure sehr unterschiedliche Ressourcen und Vorstellungen haben und je eigenen Handlungslogiken folgen. Deshalb meint Wern,er bedarf es eines theoretischen Rahmens, der dem Rechnung trägt und den sieht er in einem interpretativ-verstehenden Ansatz. Dieser Ansatz gliedert sich in zwei aufeinander aufbauenden empirischen Phasen: der Analyse von Kooperationsstrukturen (1) und der Untersuchung von Handlungsrationalitäten der Akteure (2).

Werners erkenntnisleitendes Paradigma ist der Sozialkonstruktivismus, ein Ansatz, der von der Annahme ausgeht, dass die objektive Wirklichkeit nicht erfasst werden kann, sie immer auch subjektiv und selektiv wahrgenommen und gedeutet wird.

Es wird dann der Untersuchungskontext geographisch noch einmal vorgestellt, das Bund-Länder-Programm "Soziale Stadt" mit seinen gesetzlichen und programmatischen Voraussetzungen noch einmal diskutiert, relevante Handlungsfelder, Ziele und typische Maßnahmen ( in Anlehnung an ARGEBAU) vorgestellt und in seinen Umsetzungen diskutiert. Daraufhin stellt Werner ein Soziale-Stadt-Gebiet in München vor, diskutiert institutionelle Informationsverarbeitungs- und Entscheidungsabläufe (Organigramm) und die mit dem dortigen Programm verbundenen Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen. Handlungsfelder sind Wohnen /Wohnumfeld, Verkehr, öffentliches Grün und Stadtstruktur, soziale Infrastruktur und lokale Ökonomie. Des Weiteren wird auf ein bayrisches Stadtbauförderungsprogramm "Leben Findet Innen Stadt" hingewiesen, seine Handlungsfelder, Ziele und Maßnahmen vorgestellt, wie sie die Oberste Baubehörde sieht, und die Organisationsstruktur des Programms graphisch dargestellt und erörtert.

Werner geht dann auf die Methoden der Datenerhebung ein, stellt den Operationalisierungsprozess ansatzweise vor und geht auf das Theorie-Praxis-Verhältnis im Forschungsprozess ein. Darauf folgt die Analyse der Kooperationsstrukturen und der Handlungslogiken, wobei sich Werner auch mit theoretischen Konzepten auseinandersetzt.

Zu 3. Grundlagen und Weg zu einem neuen Steuerungsansatz

In diesem Theoriekapitel erörtert der Autor seinen theoretischen Ansatz eines Steuerungskonzepts. Dabei geht es zunächst um die Begriff der integrierten Stadtentwicklung, in der alle Akteure einbezogen werden müssen, die in irgendeiner Form an der Entwicklung eines Gemeinwesens interessiert sind, weil sie sich als Teil dieses Gemeinwesens verstehen und es mit gestalten wollen. Es geht also nicht nur um die administrative, fachliche und institutionell-politische Ebene der Akteure oder um zivilgesellschaftlich Engagierte, sondern auch um die, die die Stadt leben: die Bewohnerinnen und Bewohner von Quartieren. Vor allem geht es um die Art ihrer Vernetzung, mit der die Akteure in der Lage sind, ihre (macht-)politischen Interessen zu bündeln und zu artikulieren.

Werner geht dabei auf die soziale und demokratische Stadtentwicklung ein, indem er betont, dass ein zentrales Moment einer sozialen Stadtentwicklung soziale Integration sein muss. Dabei geht es auch um soziale Nachhaltigkeit, also um die Frage, wie eine Gesellschaft zukünftig soziale Sicherheit schafft als Bedingung für soziale Integration und für die Entwicklung eines Verständnisses, wie sich die jeweils jüngere Generation der Realisation ihrer Lebensentwürfe sicher sein kann. Und soziale Stadtentwicklung bedeutet auch, sich mit den Kompetenzen und Ressourcen auseinanderzusetzen, die im Rahmen von Aushandlungsprozessen andere einbringen, die ihre Interessen und Bedürfnisse gleichwohl begründet artikulieren.

Dadurch wird eine soziale Stadtentwicklung auch komplex, weil die Akteure nicht nur unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen haben, sondern diese unterschiedlich einbringen und begründen.

Kooperation wird damit auch zur Frage von Machtkonstellationen und ist nicht nur eine Frage unterschiedlicher Rationalitäten, die in Diskursen erörtert werden.

Werner geht auf den Kooperationsbegriff ausführlich ein und plädiert für die Integration von handlungs- und strukturpolitischen Komponenten in einen Kooperationsprozess als ganzheitlichen Prozess.

Nachdem Werner die veränderten Rahmenbedingungen in der Stadtentwicklung und ihre Reflektion in den Stadt- und Regionalplanung und -entwicklung erörtert, sucht er nach Gründen für die Kooperation in der Stadtentwicklung. Diese sieht er nicht nur in der rechtlich-normativen Perspektive, sondern eher in der demokratischen Legitimation, als Betroffene in Entscheidungsprozesse mit einbezogen zu werden und zwar vor jeder rechtlichen Regelung, die sowieso besteht.

Worin unterscheidet sich dabei Steuerung von Governance und Planung? Steuerung definiert Werner in Anlehnung an Görlitz/Bergmann als Konstruktion politischer Gestaltungsprozesse, während Governance als zielgerichtete Regelung gesellschaftlicher Prozesse (Voigt) verstanden wird. Politisch-gesellschaftliche Gestaltungsprozesse unterliegen Planungsregelungen – und Planung ist die Voraussetzung für Umsetzung.

Werner betrachtet die Steuerung systemtheoretisch als soziales System. Dies ist insofern eine wichtige Perspektive, als ein System durch die strukturierte Beziehung seiner Elemente im Inneren definiert ist und damit wird Steuerung ein Teilelement eines sozialen Systems mit einer entsprechenden Systemumwelt. Steuerung ist insofern dann immer auf jeweilige Beeinflussung oder gar Veränderungen je anderer Teilsysteme bezogen. Diese Perspektive wird ausführlich erläutert und mit graphischen Schemata anschaulich gemacht.

In seinen weiteren Ausführungen geht Werner auf die Zugänge zur Steuerung der Qualität von Kooperationsprozessen ein. Die Qualität hängt davon ab, ob Gruppen von der Kooperation ausgeschlossen werden oder nicht und ob Akteure ihre Macht benutzen, um ihre Interessen durchzusetzen. Dass Interessen eigenen Handlungslogiken folgen und nicht immer rational begründet sind oder gar, dass für Akteure das Gemeinwohl oder eine Problemlösung handlungsleitend sind, ist hinlänglich bekannt. Entscheidend wird sein, wie es gelingt, struktur- und handlungsorientierte Perspektiven zu integrieren – das ist das, was der Autor mit seiner "integrierten Prozessraumtheorie" zu begründen versucht.

Das "Prozessraummodell" integriert drei strukturelle Dimensionen kooperativer Prozesse: Kooperation, Projekt und Aktion. Der Prozessraum wird dabei definiert als "territoriale Dimension der Inszenierung des sozialräumlichen Gestaltungsprozesses" (Hilpert). Dieses Konzept wird ausführlich erläutert und veranschaulicht. Dabei setzt sich Werner mit der handlungsorientierten Sozialgeographie auseinander, die im Unterschied zu prozessorientierten Ansätzen der Sozialgeographie die Stadtentwicklungsprozesse aus einer handlungsorientierten, mikroanalytischen Perspektive subjektiver Deutungen und Handlungen betrachtet. Das Subjekt wird zum Betrachter und Experten seiner alltäglichen Wirklichkeit. Daraus entwickeln sich spezifische Handlungsrationalitäten, die im Vordergrund der Betrachtung und Analyse stehen.

Werner diskutiert dann noch weitere Ansätze, die aus steuerungstheoretischer Perspektive von Bedeutung sind:

  • den akteurszentrierten Institutionalismus, der erklärt, wie Institutionen produziert werden und wie diese auf Handlungen von Beteiligten und Betroffenen wirken und
  • den medientheoretischen Ansatz, der auf die Herstellungsbedingungen von Handlungsfähigkeit in kooperativen Politikprozessen eingeht und auf die Frage wie man problemadäquate Akteurskonstellationen bestimmen könnte.

Beide Ansätze werden ausführlich erklärt.

Nach einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Machtbegriff und der Analyse von Machtkonstellationen kommt Werner zum eigentlich Gegenstand seiner Arbeit, zur "Integrierten Prozessraumtheorie".

Die Produktion von Kooperationsstrukturen erweitert die Perspektive einer institutionellen Politik-Umwelt-Relation, die davon ausgeht, dass die Politik die Umwelt bestimmt und diese danach sich verändert. Der Initiator der Veränderung ist demnach die Politik.

Die Perspektive ist nun, dass sich die Politik im Verhältnis zu ihrer Umwelt legitimatorisch "begründen" muss, dass sie sich auch in dem Maße verändert, wie die Umwelt auf sie einwirkt. Dazu gehört die Entwicklung spezifischer Handlungsrationalitäten, die die Akteure ausmachen und die auf die Politik einwirken. Dieser Prozess verlangt das Austarieren von Macht; es entstehen neue Machtkonstellationen, die nunmehr rekonstruierbar sind und analysiert werden können unter dem Gesichtspunkt ihrer Fähigkeit der Artikulation und Durchsetzung von Interessen. Diese Analyse von Machtkonstellationen ist der Dreh- und Angelpunkt von Werners integrierter Prozessraumtheorie.

Zum Schluss des Kapitels wird diese Theorie an die Raumdebatte angedockt, wobei sich Werner mit den klassischen Ansätzen der Sozialraumdebatte der Stadtsoziologie und der sozialwissenschaftlich orientierten Regionalforschung auseinandersetzt.

Zu 4. Veränderbarkeiten in Kooperationsprozessen

In diesem material umfangreichsten Kapitel werden die empirischen Ergebnisse vorgestellt, die auf die Interventions- und Veränderungsmöglichkeiten auf der Struktur- und Handlungsebene in Kooperationen verweisen.

Wie lassen sich Strukturen in Kooperationen verändern?

Auf der Akteursebene geht es um die Frage "welche Akteure die verantwortungstragenden Rollen bei der Gestaltung des Kooperationsprozesses übernehmen und am einflussreichsten bzw. dominantesten darin auftreten". (123)

Auf der Inhalts- und Einstellungsebene geht es um die integrierte Handlungskultur, also um die Einstellung der Akteure zum integrierten und kooperativen Handeln und um die Motive, die in der Kooperation zum Ausdruck kommen.

Auf der Institutionenebene geht es um die Art und Weise wie integriertes Handeln in Form konkreter Arbeitsstrukturen umgesetzt wird.

Wie lassen sich Handlungslogiken in Kooperationen verändern? Es geht um die Interpretation von Handlungslogiken, wobei sich unterschiedliche Handlungsrationalitäten herausstellen, die in sechs Fallgruppen untersucht werden.

Auf der Ebene der Rationalität(en) der Verwaltung und auf der Ebene der Rationalitäten der lokalen Politik werden die identitätsstiftenden Rollen der Angehörigen der Verwaltung ebenso analysiert wie die Orte von Kooperationspartnern, die Tätigkeiten und Fähigkeiten, die Einstellungen und Wertvorstellungen, die die Handlungslogik beeinflussen.

Das Gleiche gilt auch für die Rationalitäten der Migrantenorganisationen, der Schulen, der sozialen Einrichtungen und der städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Sie alle werden unter den vier Aspekten ausführlich analysiert und diskutiert.

Zu 5. Beiträge zur Wissenschaft

Hier wird der Erkenntnisgewinn für den wissenschaftlichen Diskurs zunächst analysiert. Der zentrale Erkenntnisgewinn – so Werner – ist eine systematische Auseinandersetzung mit komplexen Kooperationen in Kontexten der Politik. Die Anwendbarkeit und Konsequenzen für die Steuerungspraxis sieht Werner in einem integrierten Prozessraum, der ein effektives Reflexionsinstrument ist, um kooperative Stadtentwicklungsprozesse besser zu verstehen und zu gestalten. Die Steuerungsoptionen zur Aktivierung von Akteuren werden von Werner an Hand von zwei Akteursgruppen verdeutlicht: Verwaltung und Migrantenorganisationen. Am Beispiel der Verwaltung will Werner zeigen, dass auch diese Gruppe – und vielleicht auch gerade diese Gruppe – besonders schwer zu aktivieren ist. Dabei wird von Werner wenig auf die bürokratische Logik der Verarbeitung von Informationen und der Vorbereitung von Entscheidungsprozessen eingegangen, um dies zu verdeutlichen.

Welche Anforderungen an Institutionen und Akteure werden verlangt, damit demokratische Qualität von Kooperationen gesichert ist? Wie kann gesichert werden, dass alle Akteure zum Zuge kommen, einbezogen werden auf Augenhöhe und ihre Interessen artikulieren können? Da arbeiten institutionelle Akteure anders, mit einer anderen Handlungslogik als andere Akteure und Machtfragen stellen sich dann auch in der Auseinandersetzung von institutionalisierter Macht und "unkonventioneller" Machtrepräsentation durch andere Akteure.

Zu 6. Epilog

In einem kurzen Epilog wird noch einmal und zusammenfassend ein Plädoyer für eine "integrierte Prozessraumtheorie" gehalten, zumal die auch restriktiven Bedingungen der Stadtentwicklung angesichts der Förderungsperspektiven der Städtebauförderung und der Finanzlage der Städte geradezu nach einem solchen Ansatz verlangen. Ob diese restriktiven Bedingungen allerdings bereits durch eine derart gesteuerte Kooperation aufgehoben werden, wie der Autor meint, muss sich erst noch erweisen.

Das Buch schließt mit einer ausführlichen Literaturliste und einem Anhang ab, in dem sich der Fragebogen und die Liste der Interviewten befinden.

Diskussion

Sicher brauchen wir eine breitere Diskussion in den an der Stadtentwicklung beteiligten Wissenschaften, wie zukünftig Kooperationsprozesse gesteuert und moderiert werden können. Angesichts der zunehmenden praktisch-politischen Bedeutung einer neuen Steuerung von unterschiedlichen Akteuren werden integrierte Steuerungsmodelle immer relevanter, die alle gesellschaftlichen Gruppen in solche Prozesse mit einbeziehen. Der Ansatz einer integrierten Prozessraumtheorie ist vielleicht der Anfang, eine erste Annäherung an theoretische und systematische Auseinandersetzungen über Beteiligungsmodelle in der Stadtentwicklungsplanung, die als integrierte und soziale Stadtentwicklung auch die Frage aufwirft, wem die Stadt eigentlich gehört.

Werner legt den Finger in die Wunde einer sich allmählich als obsolet erklärenden Politikstrategie des Governments, wo Planung stattfindet und umgesetzt wird – unabhängig davon, was die Betroffenen dazu sagen oder ob sie daran beteiligt werden oder nicht. Die Annäherung der Sozialgeographie an diese Fragen könnte beispielhaft sein auch für andere Disziplinen. So ganz allmählich wird auch die Politikwissenschaft darauf aufmerksam und in der sozialwissenschaftlich fundierten Stadtsoziologie finden sich auch bereits erste hoffnungsvolle Ansätze. Das Buch entwickelt einen Ansatz theoretisch weiter, den Praktiker auch schon versuchen und anwendungsbezogene Forscher als längst überfällig identifiziert haben. Und das Buch identifiziert nicht nur Schwachstellen in den entwickelten Beteiligungsmodellen, sondern setzt sich mit einer zentralen Frage von Beteiligung überhaupt auseinander: Wer hat die Macht in solchen Prozessen?

Fazit

Das Buch regt an, über den Tellerrand eingefahrener Beteiligungsmodelle in der Stadtentwicklung und Stadtplanung hinaus zu schauen und nach neuen Formen der Steuerung von Kooperationen in einer integrierten und sozialen Stadtentwicklung nachzudenken.


Rezension von
Prof. Dr. Detlef Baum
Professor em. Arbeits- u. Praxisschwerpunkte: Gemeinwesenarbeit, stadtteilorientierte Sozialarbeit, Soziale Stadt, Armut in der Stadt Forschungsgebiete: Stadtsoziologie, Stadt- und Gemeindeforschung, soziale Probleme und soziale Ungleichheit in der Stadt
E-Mail Mailformular


Alle 169 Rezensionen von Detlef Baum anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Detlef Baum. Rezension vom 03.04.2013 zu: Stefan Werner: Steuerung von Kooperationen in der integrierten und sozialen Stadtentwicklung. Machtverhältnisse und Beteiligung im Prozessraum. Springer VS (Wiesbaden) 2012. ISBN 978-3-531-19736-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14585.php, Datum des Zugriffs 11.07.2020.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Stellenangebote

Inserieren und suchen Sie im socialnet Stellenmarkt.

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung