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Jörg M. Fegert, Miriam Rassenhofer u.a.: Sexueller Kindesmissbrauch

Cover Jörg M. Fegert, Miriam Rassenhofer, Thekla Schneider, Alexander Seitz, Nina Spröber: Sexueller Kindesmissbrauch - Zeugnisse, Botschaften, Konsequenzen. Ergebnisse der Begleitforschung für die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2013. 336 Seiten. ISBN 978-3-7799-2264-3. D: 34,95 EUR, A: 36,00 EUR, CH: 44,90 sFr.

Reihe: Studien und Praxishilfen zum Kinderschutz.
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Thema

Die vorliegende Veröffentlichung ist die Darstellung der Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung der Arbeit der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs, Dr. Christine Bergmann. Zur tatsächlichen Erreichung der gesteckten Ziele war eine wissenschaftliche Begleitforschung notwendig, die eine enge Zusammenarbeit des Teams der Geschäftsstelle der Unabhängigen Beauftragten sowie des Teams der wissenschaftlichen Begleitforschung erforderte. Der Zeitrahmen für das Vorhaben war eng gesteckt. So waren u.a. Klärungen hinsichtlich der Frage notwendig, wie auf der einen Seite systematisch Daten für den Aufarbeitungsprozess gewonnen werden konnten und auf der anderen Seite die Anrufenden frei über das sprechen konnten, was ihr persönlich größtes Gesprächsanliegen war. Gleichzeitig bestand der Anspruch, den Prozess der Aufarbeitung sowohl für die Betroffenen wie für die Öffentlichkeit transparent zu machen.

Autoren und Autorinnen

Jörg M. Fegert, Prof. Dr., ist ärztlicher Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Ulm. Miriam Rassenhofer ist Dipl. Psychologin und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin in Ausbildung (VT) und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Universitätsklinikum Ulm. Alexander Seitz, Dipl. Informatiker, ist geschäftsführender Gesellschafter der Soon-Systems GmbH in Ulm. Nina Spröber, Dr. rer. Nat., ist Psychologische Psychotherapeutin (VT), Supervisorin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Universitätsklinikum Ulm.

Weitere Autorinnen und Autoren haben ergänzende Beiträge zu dieser Veröffentlichung beigesteuert: B. Kavemann, S. Habetha, S. Bleich, C. Sievers, U. Marshall, J. Weiderhammer, S. Kumberger, R. Gebhardt, H. Stein, K.Radke, M.Katsch, A. Koerfer, M.Ruden und J.M.Fegert.

Entstehungshintergrund

Aufgrund der im Jahr 2010 publik gewordenen, zahlreichen Missbrauchsfälle durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in Institutionen wie Schulen und Internaten, sah sich die Bundesregierung veranlasst, Frau Dr. Christine Bergmann als Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs zu berufen und eine entsprechende Stelle einzurichten. Die damit verbundenen Aufgaben waren die Schaffung einer telefonischen Anlaufstelle für Betroffene, die Aufarbeitung des Missbrauchsgeschehens sowie die Erarbeitung von Empfehlungen für Hilfen für Betroffene sowohl in Institutionen wie im familiären Kontext. Diese Empfehlungen für materielle und immaterielle Hilfen flossen wiederum in die Arbeit des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ ein.

In der Anlaufstelle standen erfahrene Fachkräfte für Gespräche mit Betroffenen zur Verfügung. Ziel war es einerseits, diese Gesprächsmöglichkeit anzubieten und andererseits von den Betroffenen als Experten und Expertinnen zu erfahren, welche Hilfen sie sowohl unmittelbar nach dem Geschehen als auch heute benötigt hätten oder welche Angebote hilfreich waren und sind. Dazu gab es die Zusicherung, diese Botschaften in den Aufarbeitungsprozess einzubeziehen. Um noch mehr Betroffene zum Sprechen zu ermutigen, wurde die Kampagne „Sprechen hilft“ initiiert.

Aufbau und Inhalt

Einzelne Kapitel sind namentlich gekennzeichnet, insbesondere die der zusätzlichen Autorinnen und Autoren. Viele andere sind gemeinsame Kapitel der Herausgeber.

Kapitel 1 besteht aus einem Vorwort der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Dr. Kristina Schröder, dem ein Geleitwort der ehemaligen Unabhängigen Beauftragten Bundesministerin a.D. Dr. Christine Bergmann folgt. Das Kapitel wird durch eine Einführung von Jörg M. Fegert für die Autorinnen und Autoren beschlossen.

Kapitel 2 beginnt mit einer Einleitung „Sexueller Missbrauch“ und bietet grundlegende Daten und Fakten zum Thema. Es beinhaltet u.a. Ausführungen zur Entwicklung des Schutzes von Kindern vor sexuellem Missbrauch sowie eine Begriffsbestimmung, Hinweise zur Diagnostik und Dokumentation sexuellen Missbrauchs und einen Überblick über die Häufigkeit sexuellen Missbrauchs. Weitere Beiträge haben die verschiedenen Aspekte der Dynamik des sexuellen Missbrauchs in Familien und in Institutionen zum Thema sowie die Folgen sexuellen Missbrauchs. Das Unterkapitel „Folgekosten kindlicher Traumatisierung“ ist eine Zusammenfassung einer aktuellen deutschen Traumafolgekostenstudie, die speziell zur Information von Fachkräften aus dem Beratungswesen und der Jugendhilfe von der Autorengruppe S. Habetha, S. Bleich, C. Sievers, U. Marshall, J. Weiderhammer und Jörg M. Fegert in die Veröffentlichung aufgenommen wurde.

Das 3. Kapitel trägt die Überschrift „Interventionen bei sexuell missbrauchten Kindern“. Hier finden sich Ausführungen zur Notwendigkeit und zum Zeitpunkt von Interventionen, ein Überblick über Therapieverfahren und deren Wirksamkeit, unterstützende Maßnahmen der Jugendhilfe und eine Bestandsaufnahme hinsichtlich Beratung und Therapie bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend. Dieser Beitrag ist von Barbara Kavemann verfasst, die im Auftrag des BMFSFJ eine bundesweite Bestandsaufnahme über den Stand der Versorgung hinsichtlich spezialisierter Beratung und Therapie bei sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend in den Jahren 2011/2012 durchgeführt hat.

Kapitel 4 stellt dann den Aufarbeitungsprozess ab 2010 und die Methodik der wissenschaftlichen Begleitforschung der Arbeit der Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten dar. Nach einem Überblick über den Aufarbeitungsprozess in Deutschland (Runder Tisch Heimerziehung, Einsetzung der Unabhängigen Beauftragten (UBSKM), Einrichtung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“, Hotline der katholischen Kirche, Anlaufstelle bei der UBSKM) wird die Informationssammlung, -analyse und -aufbereitung sowie die wissenschaftliche Begleitung der Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten beschrieben.

In Kapitel 5 werden ausführlich die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung dargestellt. Aspekte, die mit weiteren Unterpunkten beleuchtet werden, sind: Inanspruchnahmepopulation, Betroffene und Angaben zu sexuellem Missbrauch, Täterinnen und Täter und Angaben zu sexuellem Missbrauch, von Betroffenen berichtete Konsequenzen und Unterstützungs- und Therapiemöglichkeiten: Erfahrungen von Betroffenen zu Therapie und Behandlung. Des Weiteren werden vertiefte Analysen zum sexuellen Missbrauch in Familien und Institutionen dargeboten, zum sexuellen Missbrauch von Kindern in Heimen und Pflegefamilien, zum Missbrauch im medizinisch-therapeutischen Kontext, zum Missbrauch im Kontext der katholischen und evangelischen Kirche, zum rituellen Missbrauch und schließlich zu den Forderungen der Betroffenen nach Entschädigung.

Kapitel 6 widmet sich der Diskussion der Ergebnisse.

In Kapitel 7 werden von Jörg M. Fegert Konsequenzen und Schlussfolgerungen für das Beratungswesen und die Kinder- und Jugendhilfe nach einer Einleitung unter folgenden Überschriften formuliert: Enttabuisierung und Gehör schenken, Konsequenzen für Beratung und Therapie, Konsequenzen für die Jugendhilfe und „Das Eisen schmieden so lange es heiß ist“.

Im 8. Kapitel kommen dann Betroffene in Form von Einzeldarstellungen von Sigrid Kumberger, Rosemarie Gebhardt, Hennig Stein, Kathrin Radke, Matthias Katsch, Adrian Koerfer und Maren Ruden zu Wort.

Ein Glossar und Literaturangaben beschließen die Veröffentlichung.

Diskussion

Die Fälle von sexuellem Missbrauch von Mädchen und Jungen in familiären und institutionellen Kontexten, die sowohl 2010 publik wurden wie auch im Rahmen der Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten berichtet wurden, haben die Schwachstellen im Kinderschutz, aber auch hinsichtlich der bestehenden und verfügbaren Hilfen und Unterstützungssysteme verdeutlicht. Auch wenn zunächst viele dieser Fälle in der weiter zurückliegenden Vergangenheit zu verorten sind, wurden in der Anlaufstelle im Laufe der Tätigkeit zunehmend aktuelle Fälle thematisiert. Die Veröffentlichung stellt den gemeinsamen Prozess der Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten und des Teams der wissenschaftlichen Begleitung über ca. 1 ½ Jahre (Mai 2010 bis Oktober 2011) dar. Sie bietet sowohl eine Aufarbeitung der Darstellungen von Betroffenen von sexualisierter Gewalt (anonymisiert) wie eine Zusammenstellung aktueller Daten und Fakten zum Thema. Insbesondere die Aufbereitung von der Betroffenenseite her zeigt, wie viele Menschen, oftmals über lange Zeiträume, sexuellem Missbrauch ausgesetzt waren, ohne dass ihnen und ihren Schilderungen geglaubt oder Abhilfe geschaffen worden wäre. So konnten Täter weitermachen und das Image der Institutionen war wichtiger als der Schutz der von ihnen Betreuten. Die Anlaufstelle bot vielen Betroffenen die Möglichkeit, nach vielen Jahren des Schweigens, erstmals über ihre Missbrauchserlebnisse mit anderen zu sprechen. Insofern hatten ihre Gesprächsinhalte und -bedürfnisse immer Vorrang vor der Nutzbarmachung für die wissenschaftliche Begleitung. Dennoch war es nicht der Anspruch, als beraterische oder therapeutische Anlaufstelle zu fungieren, sondern Betroffene sollten auch ihre Botschaften, Erwartungen und Erfahrungen an die Politik übermitteln. So wurden auch die Angaben der Anrufenden hinsichtlich Geschlecht, Alter, Kontext und Informationen über erfahrene Hilfen bzw. verfügbaren bzw. nicht verfügbaren Unterstützungssystemen ausgewertet.

Die Betroffenen konnten bei der Anlaufstelle ihre Zustimmung zur Verarbeitung ihrer Daten für die wissenschaftliche Begleitung ablehnen oder erteilen. Zu berücksichtigen ist, dass die Darstellungen subjektiv sind, da keinerlei Vorgaben für die Gespräche gemacht wurden, sondern die Betroffenen frei erzählen konnten. Da die Anlaufstelle eine unabhängige Instanz war, die bei den Einzelfällen keine direkten Entschädigungen etc. in Aussicht stellen konnte, war die Motivation der Betroffenen das Gespräch und der Bericht über das ihnen zugefügte Leid und Unrecht. Insofern sind in diese Untersuchung die Schicksale einbezogen, die auf freiwilliger Kontaktaufnahme mit der Anlaufstelle beruhen. Das kann zu einer gewissen Verzerrung der Ergebnisse im Vergleich zu anderen repräsentativen Studien geführt haben.

Die Tatsache, dass die angestrebte Transparenz der Arbeit der Anlaufstelle zu einer deutlichen Erhöhung der Inanspruchnahme des Gesprächsangebotes geführt hat, sollte Motor für weitere dahingehende Aktivitäten sein. Denn die Zeugnisse der Betroffenen bestätigen Erfahrungen aus der Arbeit mit Opfern sexualisierter Gewalt: Oftmals erfolgen auf die Hilfegesuche von Betroffenen sowohl im familiären Umfeld wie auch bei Polizei, Jugendhilfe etc. Stigmatisierungen, Schuldzuweisungen, Drohungen und Strafen sowie weitere negative Reaktionen.

Aufschlussreich ist die Differenzierung hinsichtlich der unterschiedlichen Bereiche, in denen die Betroffenen sexuellen Missbrauch erlebt haben (z. B. familiärer oder institutioneller Kontext) sowie eine weitergehende Differenzierung der unterschiedlichen Arten institutioneller Kontexte (Heim, Pflegefamilie, medizinisch-therapeutischer Kontext, kirchliche Zusammenhänge, ritueller Missbrauch), die auf der gelungenen differenzierten Auswertung der Darstellungen und Interessen der Betroffenen beruht. In den Schilderungen der Betroffenen gibt es besonders viele Hinweise auf sexualisierte Gewalt in Heimeinrichtungen. Hier gibt es eine deutliche Verknüpfung mit den Erfahrungen des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren.

Wenn sich Verbesserungen der sexualisierten Gewalt in institutionellen Kontexten, insbesondere in stationären Einrichtungen, anhand der Auswertung konstatieren lassen, so muss gleichzeitig festgestellt werden, dass es dort noch immer zu sexuellem Missbrauch durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kommt. Gerade die Einrichtungen der stationären Erziehungshilfe scheinen aufgrund ihres Auftrags besonders anfällig zu sein, was in Kenntnis der Täterstrategien nicht verwunderlich ist. Die Konsequenz daraus muss jedoch die sein, alle erdenklichen Anstrengungen in struktureller Hinsicht zu unternehmen, den Schutz der betreuten Mädchen und Jungen deutlich zu verbessern.

Eines wird bei der Lektüre überdeutlich: Auch wenn es bis heute schwierig ist, verlässliche Angaben über das Ausmaß sexuellen Missbrauchsgeschehens angesichts des Dunkelfeldes zu erlangen, so legen die Beispiele Zeugnis dafür ab, dass es eben nicht um Einzelschicksale geht, sondern viele Mädchen und Jungen von sexualisierter Gewalt betroffen waren und sind, was gleichzeitig den Handlungsbedarf hinsichtlich Präventions- und Schutzkonzepten, einer Analyse der strukturellen Bedingungen in Einrichtungen sowie angemessenen und verfügbaren Hilfen verdeutlicht. Dies muss auch als eindeutiger Appell an die Politik und die Gesellschaft verstanden werden, eben dafür die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Hier ist noch viel zu tun. Denn viele der Betroffenen leiden viele Jahre oder ihr Leben lang an den psychischen, sozialen und physischen Folgen, auch weil ihnen die notwendigen Hilfen und Bewältigungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung standen. So speisen sich die dargestellten Konsequenzen für die Kinder- und Jugendhilfe, die Beratung und Therapie aus den Erfahrungen der Betroffenen, die von der wissenschaftlichen Begleitung systematisiert und gebündelt wurden. Auch finden sich Angaben dazu, wo vorzugsweise Hilfe und Unterstützung gesucht wurde und wird.

Es ist ein Verdienst der Veröffentlichung, dass der Anspruch umgesetzt werden konnte, die eher objektiven Daten und Fakten so mit O-Tönen von Betroffenen zu unterlegen und deren Sicht in der Vordergrund zu rücken, so dass ihre Erfahrungen und Vorstellungen eines verbesserten Kinderschutzes sehr lebhaft bei der Lektüre mitschwingen.

Hilfreich sind auch die konkreten Handlungsvorschläge für die Jugendhilfe und das Beratungswesen, die als Konsequenzen aus den qualitativen Auswertungen formuliert werden.

Auch wenn es in der Veröffentlichung um sexualisierte Gewalt geht, wird auch deutlich, dass viele Opfer sowohl diese Form der Gewalt wie auch gleichzeitig körperliche und seelische Misshandlung und Vernachlässigung erfahren haben. Deshalb sollten immer alle Formen der Gewalt gegen Mädchen und Jungen in den Blick genommen werden.

Fazit

Die Veröffentlichung ist eine reichhaltige Informationsquelle zu den unterschiedlichsten Aspekten sexualisierter Gewalt und zwar auf aktuellem Stand. Da sich sowohl Fakten und Daten zum sexuellem Missbrauch von Mädchen und Jungen im familiären und institutionellen Kontext finden, als auch Konsequenzen für Beratung und Therapie sowie für die Kinder- und Jugendhilfe und gleichzeitig die eher theoretischen Ausführungen mit zahlreichen O-Tönen und Darstellungen von Einzelschicksalen verknüpft werden, sollte das Buch in keiner Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe sowie in Beratungsstellen und bei Therapeuten fehlen.

Angesichts einer gewissen Fülle von Veröffentlichungen in den letzten drei Jahren zur sexualisierten Gewalt, insbesondere in institutionellen Kontexten, in Form von Büchern, Expertisen, Studien etc. ist es ein Verdienst des vorliegenden Werkes, die aktuellen Daten und Fakten im Überblick und zusammengefasst nachlesen zu können. Dies gilt für den sexuellen Missbrauch in der Familie, aber eben auch in Institutionen, so dass Täterstrategien oder institutionelle, missbrauchsbegünstigende Strukturen ebenfalls dargestellt werden. Insofern kann die Veröffentlichung für Institutionen der Kinder- und Jugendhilfe genutzt werden um die gesetzlichen Anforderungen des Bundeskinderschutzgesetzes (u.a. §§ 45, 79a SGB VIII) sowie die Empfehlungen des Runden Tisches zur Entwicklung von Präventions- und Schutzkonzepten umzusetzen.

Interessant ist die Veröffentlichung auch dadurch, dass aktuelle Studien gerade zu den Folgekosten und der Versorgungssituation von Missbrauchsopfern Eingang gefunden haben. Die Auswertung der Gespräche mit den Betroffenen sowie ihre O-Töne erlauben darüber hinaus eine Einschätzung über Qualität und Erfolg von Behandlungen, was gerade für Beraterinnen und Berater und Therapeutinnen und Therapeuten wichtige Hinweise zur weiteren Qualitätsentwicklung liefert.


Rezensentin
Martina Huxoll-von Ahn
Stellv. Geschäftsführerin Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband e.V.
Homepage www.dksb.de
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Zitiervorschlag
Martina Huxoll-von Ahn. Rezension vom 21.10.2013 zu: Jörg M. Fegert, Miriam Rassenhofer, Thekla Schneider, Alexander Seitz, Nina Spröber: Sexueller Kindesmissbrauch - Zeugnisse, Botschaften, Konsequenzen. Ergebnisse der Begleitforschung für die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs. Beltz Juventa (Weinheim und Basel) 2013. ISBN 978-3-7799-2264-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14622.php, Datum des Zugriffs 10.12.2019.


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