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Ulrike Hensel: Mit viel Feingefühl. Hochsensibilität [...]

Cover Ulrike Hensel: Mit viel Feingefühl. Hochsensibilität verstehen und wertschätzen. Junfermann Verlag GmbH (Paderborn) 2013. 239 Seiten. ISBN 978-3-87387-895-2. D: 22,90 EUR, A: 23,60 EUR.

Reihe: aktive Lebensgestaltung - Hochsensibilität.
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Thema

Hochsensibilität ist eine Thematik, die jeden Menschen betrifft. In Deutschland sind ca. 15 bis 20 Prozent der Menschen hochsensibel; Hochsensibilität bedeutet, über ein feines Nervensystem zu verfügen. welches intensiv Reize wahrnehmen kann, jedoch auch eine bedeutend schnellere Sättigung erfährt. Demnach benötigt der Träger eines hochsensiblen Nervensystems vermehrt Pausen, Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten, um die aufgenommenen Impulse zu verarbeiten. Diese Publikation vermittelt Wissen, bietet Erkenntnisgewinne und gibt Ratschläge, darüber ob Sie oder Ihr Gegenüber hochsensibel sind. Was genau bedeutet eigentlich Hochsensibilität und was bringt diese Thematik generell mit sich? Ulrike Hensel befasst sich mit den Auswirkungen der Hochsensibilität in den unterschiedlichen Lebensbereichen. Sie beleuchtet das interne und externe Verhalten von hochsensiblen Menschen, das Alltagsleben sowie das Leben in der Familie bis hin zum Beruf. Sie vermittelt eine Vorstellung, wie ein hochsensibler Mensch in der Lage ist ein selbstbewusstes Leben zu führen und wie ein erfreuliches Miteinander gelingen kann.

Hochsensible Menschen verfügen oftmals über eine hohe Bandbreite an Talenten. Sie besitzen ein sehr breites Interessenspektrum und streben ein Leben an, welches Ihnen Sinn vermittelt und ihren ethischen Werte entspricht. Die Karriereplanung entspricht nahezu eher dem Suchen nach einer Berufung, als einem Arbeitsplatz. Leider werden diese Talente und das Potential nur sehr spärlich genutzt. Häufig vollzieht sich dieser Weg auch nicht geradlinig. Eines der wenigen Veröffentlichungen zu der Thematik „Hochsensibilität“, soll Menschen, welche hochsensibel sind eine Unterstützung bieten, was hohe Sensibilität charakterisiert, damit Sie diese generell besser genutzt werden kann. Es bietet Möglichkeiten, Tipps, Übungen und Strategien, um einen besseren Umgang mit hoher Sensibilität zu erzielen. Dabei ist es möglich sich als Person besser kennenzulernen und verschiedenste Herausforderungen zu meistern, von denen hochsensible Menschen besonders betroffen sind.

Autor

Ulrike Hensel studierte Angewandte Sprachwissenschaft, arbeitet selbstständig als Textcoach und Coach für Hochsensible. 

Zielgruppe

Die zentralen Aspekte der Veröffentlichung richten sich an hochsensible Menschen, die damit verbundenen Herausforderungen in der eigenen Akzeptanz im Leben, aber auch in der Familie sowie in der Gesellschaft.

Aufbau

Das Buch beginnt mit dem Einstieg, welche die Thematik des Buches aus der persönlichen Sicht der Autorin erläutert: „Ich habe selbst lernen müssen, im Leben mit meiner Hochsensibilität zurechtzufinden, meine Wesensart zu akzeptieren und wertzuschätzen und die damit verbundenen Gaben privat wie auch beruflich gut zu nutzen. Es ist ein andauernder Prozess, des Lernens, Erfahrens und Gestaltens.“

Das Buch gliedert sich in sechs Hauptkapitel.

Inhalt

Das erste Kapitel fragt den Leser, ob er hochsensibel ist? Weiterhin wird die Frage gestellt, ob ihr Gegenüber hochsensibel ist. Die interessierte Person erhält tiefgründige Informationen zu der Thematik Hochsensibilität, und kreist das Spektrum um sich selbst ein. Mit dem Abschnitt Fragen, welche Aufschluss geben, werden typische Situationen im Leben eines Hochsensiblen dargelegt. Anschließend werden Perspektiven von „Sie selbst“, und „Ihrem Gegenüber“ vermittelt, bevor „die Erkennung und den Ausgleich von Differenzen“ das Kapitel beendet.

Das zweite Kapitel legt dar, was Hochsensibilität explizit definiert. Dieser Wesenszug der Hochsensibilität ist in den Erbanlagen eines Individuums begründet und gibt darüber Aufschluss, weshalb sensibles Wahrnehmen in hohem Maße und mit allen Sinnen erfolgt. Folgenderweise kann dies sowohl eine Belastung aber auch Befähigung sein. Die Autorin stellt diverse Facetten der Hochsensibilität vor und setzt sich ebenso mit dem weiten Feld der Spiritualität auseinander. Zusammenfassend gilt jedoch, dass Hochsensible gut für sich selbst sorgen und auf sich Acht geben müssen.

Das dritte Kapitel geht explizit auf die Hochsensibilität als Kind in der Familie ein. Dabei werden die Lebensphasen, wie früher Kind, jetzt Mutter oder Vater erörtert. Weiterhin geht die Publikation auf geringes Selbstwertgefühl und mangelndes Zugehörigkeitsgefühl sowie erschüttertes Vertrauen ein. Anschließend werden die Last schwieriger Familienverhältnisse vorgestellt, erfreulicherweise jedoch werden ebenso Coaching Ansätze vermittelt, die dem Leser Mut geben. Es soll die Vergangenheit reflektiert und neubewertet werden. Es werden dem Leser und Eltern folgende Tipps an die Hand gegeben „was hochsensible Kinder benötigen?“, welche hilfreichen Konzepte es für die eine feinfühlige Erziehung möglich sind und wie das Selbstwertgefühl gestärkt werden kann? Weiterhin informiert das Kapitel wie eigene Empfindungen geachtet werden und Überreitzungen vermieden werden sollen. Abschließend zeigt die Verfasserin, dass Hürden liebevoll überwunden werden können, das die Schule (des Lebens) eine positive Herausforderung darstellt und das die Hochsensibilität eines Kindes viel zu bieten hat.

Das vierte Kapitel soll einen Ausblick auf die Hochsensibilität im Freundeskreis geben. Hochsensible Menschen finden eine große Erfüllung in engen Beziehungen und sind begehrte Freunde, weil sie u.a. zuhören und hilfsbereit sind. Dennoch gibt es auch Schwierigkeiten in den Freundschaftsbeziehungen, welche erörtert werden und auch zu Konfliktfähigkeit führen können. Für Hochsensible Menschen gilt, dass sie sich Raum nehmen und Grenzen setzen sollen, eine Balance finden zwischen der Allein-sein und In-Gesellschaft-Sein. Weiterhin soll es mit Freunden möglich sein, über Hochsensibilität zu sprechen und den Wandel von Freundschaften im Laufe der Zeit anzunehmen.

Das fünfte Kapitel setzt sich mit der Hochsensibilität in der Partnerschaft auseinander. Es wird die Partnerschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit vorgestellt, einerseits zwischen zwei hochsensiblen Menschen, andererseits zwischen einem hochsensiblen und einem nicht-hochsensiblen Partner. Eine Partnerschaft kann immer gelingen, dass A und O ist die Kommunikation, auf welche eingegangen wird.

Abschließend rückt das sechste Kapitel die Hochsensibilität in der Berufswelt in den Fokus. Hier wird explizit dargelegt, wie es möglich ist in Bedrängnis durch die moderne Arbeitswelt zu gelangen. Weiterführend wird auf Beruf und Berufung eingegangen sowie hochsensibel im Angestelltenverhältnis und in der Selbstständigkeit.

Diskussion

Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass es sich um eine Veröffentlichung aus dem Themenbereich der Hochsensibilität handelt. Wie die Autorin in dem Einstieg erläutert, wir in dieser Publikation keine einfache und schnelle Lösung für hochsensible Menschen präsentiert, in dem Aspekte aufgeführt werden, wie „Sie in sieben Schritte glücklich werden“ oder „ein dickes Fell im Handumdrehen erlangen“. Vielmehr bietet dieses Buch eine umfassende Reflektion der Thematik Hochsensibilität in denen der Leser nützliche Tipps und Aspekte erhält um diese anzuwenden sowie in das eigene Leben zu integrieren. Die Autorin beginnt jedes Kapitel mit einem positiven Zitat auf das jeweilige Thema. Das Buch wurde umfassend recherchiert. In grau hinterlegten Kästen werden Beispiele von hochsensiblen Menschen präsentiert, welche eine praktische Komponente verleihen. Der Sprach- und Schreibstil ist überwiegend akademisch gehalten. Von Vorteil wäre gewesen, ein Index-Kapitel am Ende des Buches anzufügen, um komplexe Wörter nachschlagen zu können.

Fazit

„Mit viel Feingefühl – Hochsensibilität verstehen und wertschätzen“ ist eine spannende Publikation und bietet eine umfangreiche Annäherung zu diesem aktuellen Thema. Ich kann dieses Buch empfehlen, weil der Leser eine interessante Vorstellung erhält, wie Menschen den Alltag wahrnehmen, wenn Sie hochsensibel sind. Weiterhin gefällt mir sehr gut, dass es sich nicht um ein ausschließliches Fachbuch handelt, wo Fakten dargelegt werden, sondern dem Leser Tipps und Strategien, ja das Gefühl vermittelt wird, Mut und Unterstützung zu erhalten. Der hochsensible Mensch neigt zu Selbstzweifeln und zur übertriebenen Vorsicht. In dieser Publikation wird dem Leser aufgezeigt, dass die „Hochsensibilität“ eine kostbare Fähigkeit darstellt, welche ein unheimlich großes Potential bietet und genutzt werden muss. Selbstvertrauen und Courage werden explizit dargelegt, welche dem Leser vermittelt werden sein Leben nach seinen Wünschen zu leben. Den weniger Hochsensiblen bietet es interessante Einblicke in die Unterschiedlichkeit der Menschenspezies. Die Individualität des Menschen wird deutlich, und es erklärt, wie und weshalb in der heutigen Gesellschaft Krankheiten zu Tage treten, weil sich eine Art „mediale Dauerpräsenz“ etabliert hat, die das biologische System des Menschen überlastet. Der Mensch hat verlernt sich selbstbestimmt zu reflektieren, sich Pausen zu nehmen und Erholung zu gönnen. Dieses Werk möchte zu einer Besinnung auf das Wesentliche aufrufen und stellt den Mensch in den Fokus. Ich empfehle die Lektüre des Buches uneingeschränkt, weil sie eine nachhaltige und sinnvolle Bereicherung darstellt.


Rezensent
Dr. Christian Heidl
Diplom-Pflegewirt (FH), MSc Dozent und Wissenschaftlicher Mitarbeiter Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften, Forschungsinstitut IDC
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Zitiervorschlag
Christian Heidl. Rezension vom 10.04.2013 zu: Ulrike Hensel: Mit viel Feingefühl. Hochsensibilität verstehen und wertschätzen. Junfermann Verlag GmbH (Paderborn) 2013. ISBN 978-3-87387-895-2. Reihe: aktive Lebensgestaltung - Hochsensibilität. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14677.php, Datum des Zugriffs 24.06.2019.


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