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Leon Gordis: Epidemiologie

Cover Leon Gordis: Epidemiologie. Verlag im Kilian (Marburg) 2001. 365 Seiten. ISBN 978-3-932091-63-6. 36,00 EUR.

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Thema

Das Werk „Epidemiologie“ von Leon Gordis, bietet für Mediziner wie für Gesundheitsexperten in Praxis und Ausbildung eine bündige Einführung in die Prinzipien, Methoden und Anwendungsformen epidemiologischer Forschung. Ideen und Grundsätze der Epidemiologie werden verständlich dargelegt und die Bedeutung der Prävention von Erkrankungen sowie die Gesundheitsförderung erörtert. Im Bereich öffentlicher Gesundheit (Public Health) wie auch im klinischen Umfeld werden ausführliche Fallbeispiele präsentiert, um dem Theorie-Praxis Bezug zu gewährleisten. Die Veröffentlichung vermittelt anschaulich und didaktisch überzeugend die methodischen Grundlagen der Epidemiologie und zeigt praktische Anwendungsfelder in Politik und Gesundheitswesen auf. Zahlreiche Illustrationen, Graphiken und Tabellen erleichtern das Verständnis der theoretischen Inhalte. Im Anschluss an theoretische Kapitel folgen Verständnisfragen überwiegend in Multiple-Choice-Form, deren Lösungen am Ende des Buches aufgeführt sind.

Das Werk bietet neue und aktualisierte Zahlen, Referenzen und konzeptionelle Beispiele von klinischen Studien, welche u.a. Case-Cohort Design, Case-Crossover-Design sowie Quellen und deren Auswirkungen von Unsicherheiten (Krankheitsthemen: Übergewicht, Asthma, Schilddrüsenkrebs, Helicobacter pylori und Magenkrebs) zu erweiterte Themen umfassen, vorstellen.

Autor

Prof. Dr. Leon Gordis ist Professor für Epidemiologie und Kinderheilkunde an der „Johns Hopkins School of Hygiene and Public Health“ und der „Johns Hopkins School of Medicine“ in Baltimore im US-Staat Maryland.

Hintergrund und Struktur

Bei der Publikation handelt es sich um die 2. Auflage, welche um Graphiken und Abbildungen erweitert wurde.

Am Ende eines jeden Kapitels wurden Fragen zur Übung hinzugefügt. Für eine bessere Orientierung und um zielgerichtet Wörter nachzuschlagen, wurde ein Stichwort- und Sachwortregister hinzugefügt. Im Anschluss erhält der Leser Hintergrundinformationen zu allen beteiligten Autoren.

In den Kapiteln werden aktuelle statistische Tabellen und Daten dargelegt, um die Lesbarkeit zu erhöhen. Zahlreiche Illustrationen begleiten den Leser durch die Publikation und erleichtern das Verständnis der epidemiologischen Grundlagen und Methoden sowie die im Text aufgeführten Beispiele.

Aufbau und Inhalt

Die Publikation gliedert sich in drei Abschnitte.

Der erste Abschnitt behandelt den epidemiologischen Ansatz von Erkrankungen und die Planung von Interventionen, welche den natürlichen Krankheitsverlauf verbessern sollen. Nach der Einführung im 1. Kapitel, in der die großen Zusammenhänge und Perspektiven der Disziplinen präsentiert werden, wird im 2. Kapitel diskutiert, wie Erkrankungen entstehen und übertragen werden. Das 3. Kapitel stellt Interventionen vor, mit denen die Häufigkeit und Bedeutung von Krankheiten festgestellt werden können; es wird vorgestellt, wie diese Maßnahmen zur Krankheitsüberwachung (Surveillance) eingesetzt werden. Eine der Hauptaufgaben der Epidemiologie ist der Bereich der Öffentlichen Gesundheit. Im 4. Kapitel wird die Frage gestellt, wie kranke von gesunden Menschen unterschieden werden können und wie die Qualität von angewendeten diagnostischen Testverfahren und Screening-Tests bewertet werden kann. Bei Krankheiten, welche diagnostiziert werden, stellt sich die Frage: Wie kann der natürliche Krankheitsverlauf in quantitativen Begriffen charakterisiert werden? Diese Quantifizierung ist zu unerlässlich, wenn im Laufe der Zeit Modifikationen im Hinblick auf das Überleben oder den Schweregrad einer Erkrankung sowie Veränderungen durch präventive und therapeutische Eingriffe (5.Kapitel) erkannt werden sollen. Das Ziel mit der höchsten Priorität ist es, die Gesundheit zu verbessern, indem natürliche Krankheitsverläufe beeinflusst werden. Weiterführend besteht ein nächster Schritt darin, eine angemessene und effektive Interventionsform zu wählen – diese Wahl soll idealerweise auf der Grundlage der Ergebnisse aus randomisierten Studien zur Prävention und Therapie erfolgen –, welche in Kapitel 6. und 7. aufgezeigt werden.

Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Anwendung der Epidemiologie bei der Diagnose von Krankheitsursachen. Das Design einer Kohorten-, Fall-Kontroll-, eingebetteten Fall-Kontroll-Studien und Querschnittstudien wird im 8. und 9. Kapitel diskutiert. Im 10. und 11. Kapitel werden die Ergebnisse aus den Studien der Risiko-Abschätzung verwendet, um zu disponieren, ob eine Korrelation zwischen einer Exposition und einer Erkrankung vorhanden ist, welche durch eine Risiko-Erhöhung bei exponierten Personen dargelegt wird. Nach einer kurzen Wiederholung in Kapitel 12. wird die Evidenz für einen Zusammenhang mit der Frage geklärt: Ob der Zusammenhang für eine kausale Beziehung steht (13. Kapitel)? Hierbei sind Themen wie Bias, Confounding und Interaktion zu berücksichtigen, die im 14. Kapitel vorgestellt werden. Das 15. Kapitel deklariert die Anwendung und den Nutzen der Epidemiologie, welcher häufig in Verbindung mit der Molekularbiologie steht. Bei der Beurteilung spezifischer Beiträge von Erb- und Umweltfaktoren bezüglich Krankheitsverursachung spielt dieser eine bedeutende Rolle.

Im dritten Abschnitt werden diverse Anwendungen der Epidemiologie bezüglicher wichtiger Gesundheitsthemen diskutiert. Im 16. Kapitel wird einer der Hauptbeiträge der Epidemiologie vorgestellt: die Anwendung zur Beurteilung (Evaluation) der Effektivität von Gesundheitsdiensten. Das 17. Kapitel vermittelt einen Einblick über die Evaluation von Screening-Programmen. Das 18. Kapitel legt die Rolle der Epidemiologie bei der Planung und Evaluation von gesundheitspolitischen Strategien dar. Diese vielseitigen Verfahren haben den Stellenwert der Epidemiologie aufgewertet und gleichzeitig eine Reihe von neuen Herausforderungen – sowohl ethische wie auch berufliche – bei der Durchführung von epidemiologischen Studien und der Verwendung von Ergebnissen aus diesen Studien hervorgerufen. Abschließend werden in 19. Kapitel einige davon diskutiert.

Diskussion

Die Publikation bietet einen umfangreichen Rezensions- und Neuerscheinungsabschnitt, der über aktuelle Publikationen zum Thema informiert und gleichzeitig Raum für kritische Auseinandersetzung gewährleistet. Das Werk richtet sich an Gesundheitswissenschaftler, Mediziner, Ökonomen, Biometriker, Statistiker sowie an Studenten aus dem Bereich der Gesundheitswissenschaften, Public Health und Epidemiologie. Darüber hinaus zeigen aktualisierte Beispiele die Verwendung epidemiologischer Methoden in der gesundheitspolitischen Planung. Diagramme und Abbildungen illustrieren Theorie und Praxis. Fragen zur Wiederholung an den Kapitelenden erleichtern die Überprüfung des eigenen Lernerfolgs. Somit bietet dieses Buch kurz und bündig einen äußerst lesenswerten Überblick über die wichtigsten Aspekte der Epidemiologie.

Fazit

Mit der zweiten Auflage wird ein fundiertes Werk aus dem Bereich der Epidemiologie vorgelegt. Die Reihenfolge der Abschnitte bietet dem Leser ein Grundverständnis von epidemiologischen Methoden, Studiendesigns und dem Stellwert der Epidemiologie in der präventiven wie klinischen Medizin sowie in der Untersuchung von Erkrankungen. Nach Ansicht des Autors ist der Leser im Anschluss in der Lage publizierte Studien angemessen beurteilen und Schlussfolgerungen treffen zu können, welche stichhaltig und valide sind. Allumfassend wird die Lektüre der Publikation empfohlen, weil es als eines der wissenschaftlich fundiertesten Bücher im Bereich der Epidemiologie gilt.


Rezensent
Christian Heidl
RN; Diploma-Healthcare Management and Economics, MSc. PhD-Candidate
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Zitiervorschlag
Christian Heidl. Rezension vom 14.05.2013 zu: Leon Gordis: Epidemiologie. Verlag im Kilian (Marburg) 2001. ISBN 978-3-932091-63-6. Der VERLAG im KILIAN befindet sich in der Insolvenz und wird liquidiert. Alle noch lieferbaren Bücher erhalten Sie über die SAND12 GmbH. kundenservice@sand12.de. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14692.php, Datum des Zugriffs 23.11.2017.


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