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Johannes Huinink (Hrsg.): Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland

Cover Johannes Huinink (Hrsg.): Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland. ähnlich und doch immer noch anders. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2012. 327 Seiten. ISBN 978-3-8474-0041-7. D: 49,90 EUR, A: 51,30 EUR, CH: 66,90 sFr.

Reihe: [Zeitschrift für Familienforschung / Sonderheft] Zeitschrift für Familienforschung, Sonderheft - 9.
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Thema

Das Sonderheft 9 der Zeitschrift für Familienforschung widmet sich einer Bilanz des Wandels der Familie und der Lebensformen in Deutschland mit dem speziellen Fokus auf Angleichungstendenzen und charakteristische Unterschiede in Ost- und Westdeutschland.

AutorInnen

Die Beiträge, die in diesem Band versammelt sind, basieren im Wesentlichen auf Workshopvorträgen, die 2011 am Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock ausgerichtet worden und deren Konzeption und Bündelung in diesem Band folgenden Herausgebern zu verdanken ist: Prof. Dr. Johannes Huinink, Universität Bremen, Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld, Universität Rostock und Max-Planck-Institut für demographische Forschung sowie Prof. Dr. Michaela Pfadenhauer, Professorin an der Universität Rostock.

Aufbau und Inhalt

Der Band ist nach einem Vorwort in 13 Beiträge gegliedert, die verschiedene Akzentuierungen in der Auseinandersetzung mit der Thematik „Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland“ hervorheben:

  1. Erwerbsverhalten/ Einkommensbonus
  2. Fertilitätsverhalten
  3. Partnerschaftsgründung/ Partnermarkt
  4. Partnerschaftsverläufe/ Trennungsrisiken
  5. Kinderwunsch
  6. Familien- und Berufserwartungen Jugendlicher

Der Fokus liegt nicht nur auf Ost- und Westunterschieden, sondern zielt außerdem auf Spezifika von Vätern und Müttern, von Ost-West-Migrantinnen, von jungen Erwachsenen und von Alleinerziehenden. Das Ziel des Bandes ist es, neben einer Bilanzierung bisheriger Forschung insbesondere Antworten auf die Frage zu finden, ob es eher strukturelle oder kulturelle Faktoren sind, die den familialen Wandel in Ost und auch West vorantreiben.

Huinink/Kreyenfeld/Trappe führen im Kapitel unter dem Titel: „Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland. Eine Bilanz“ (S. 9-28) in das Themenfeld ein. Sie präsentieren Ergebnisse der Kohortenforschung zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den Einstellungen wie auch den Verhaltensweisen und skizzieren kurz die im Band zu erwartenden Beiträge. Der Leserin bzw. dem Leser wird mit der Publikation eine „umfassende Bilanz des familialen Verhaltens im Ost-West-Vergleich“ (S. 24) in Aussicht gestellt.

Der Beitrag von Schneider/Naderi/Ruppenthal: „Familie in Deutschland nach dem gesellschaftlichen Umbruch“ (S. 29-53) setzt sich mit theoretischen und methodologischen Fragen hinsichtlich der Sinnhaftigkeit sowie der Möglichkeiten und Grenzen des Ost-West-Vergleiches auseinander. An die Diskussion der Deutungsmuster ‚Konvergenz‘ und ‚Divergenz‘ anschließend, schlagen sie das Deutungsmuster ‚Hybridisierung‘ vor. Mit ‚Hybridisierung‘ meinen die Autoren eine Durchmischung struktureller und kultureller Aspekte in beiden Regionen, die dort im Ergebnis zu unterschiedlichen Entwicklungen und somit zu neuen Qualitäten führen. Außerdem streichen sie die Interdependenz sowohl der kulturellen als auch der strukturellen Dimension sowie die wechselseitige Beeinflussung von beiden Landesteilen heraus.

An diesen Beitrag schließen Grunow/Müller mit dem Titel: „Kulturelle und strukturelle Faktoren bei der Rückkehr in den Beruf: Ostdeutsche, westdeutsche und ost-west-mobile Mütter im Vergleich“ (S. 55-77) an. Den Autorinnen geht es darum, gezielt danach zu fragen, welche Relevanz jeweils kulturelle und strukturelle Faktoren für den Zeitpunkt und Umfang der Rückkehr in die Berufstätigkeit nach der Geburt des ersten Kindes haben. Sie betrachten für ihre Studie den Zeitraum von 1992-2009, eine Zeit, in der in Ost- und Westdeutschland die gleichen Elternzeit- und Elterngeldgesetze gelten. In ihren Daten finden sie Hinweise auf eine fortschreitende kulturelle Adaption bei den ost-west-mobilen Müttern, die schneller als westdeutsche, aber langsamer als ostdeutsche Mütter in den Beruf zurückkehren.

Pollmann-Schult arbeitet mit seinem Beitrag „Das Erwerbsverhalten von Vätern in Ost- und Westdeutschland“ (S. 79-93) heraus, dass es signifikante Unterschiede zwischen den Einkommenseffekten bei Vätern in Ost- und Westdeutschland gibt. Anhand der Analyse von Daten des Sozio-oekonomischen Panels zeigt er, dass die positiven Einkommenseffekte der Familiengründung nur für westdeutsche, nicht aber für ostdeutsche Väter zutreffen. Sowohl die Arbeitszeiten als auch die Einkommenshöhe der ostdeutschen Väter bleiben von familialen Übergängen unbeeinflusst. Die angenommenen Ursachen, wie differierende Karrierechancen, partnerschaftliche Erwerbs-konstellationen und Geschlechterrollenverhalten haben sich jedoch nicht als zutreffend erwiesen und sind daher ungeklärt. Vermutet wird, dass „der Einkommenseffekt primär in einem positiv diskriminierenden Verhalten seitens der Arbeitgeber gegenüber Vätern gründet und eine solche Bevorzugung in westdeutschen Betrieben deutlich stärker ausgeprägt ist“ (S. 91).

Der Beitrag von Richter/Lois/Becker/Kopp wendet sich unter dem Titel „Mechanismen des Netzwerkeinflusses auf Fertilitätsentscheidungen in Ost- und Westdeutschland“ (S. 95-118) der Frage nach drei Mechanismen sozialer Beeinflussung von Fertilitätsentscheidungen zu. Dies sind 1.) die Wahrnehmung sozialen Drucks seitens wichtiger Bezugspersonen im Netzwerk (z.B. der Eltern), 2.) die antizipierte Unterstützung bei der Kinderbetreuung durch Dritte und 3.) soziale Ansteckungsprozesse im Kreise von befreundeten Paaren mit Kindern. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass der wahrgenommene soziale Druck bei der westdeutschen Teilstichprobe höher ist. Hingegen sind Ansteckungsprozesse eher in der ostdeutschen Teilstichprobe zu finden.

Der mit dem Titel „Risikoneigung und Fertilität in Ost- und Westdeutschland“ (S.119-146)versehene Beitrag von Schmitt setzt sich mit dem Einfluss der individuellen Risikoneigung auf die Geburtenentscheidungen auseinander. Untersucht wird insbesondere, welchen Stellenwert sozio-ökonomische Rahmenbedingungen und arbeitsmarktbedingte Unsicherheiten haben. Ein weiterer Untersuchungsaspekt stellt die Bedeutung einer durch die wohlfahrtsstaatlichen Rahmenbedingungen in der DDR und BRD erfolgten Prägung der individuellen Risikoneigung dar. Für beide Teilgebiete Deutschlands wurde herausgearbeitet, dass ein moderates Maß an Risikotoleranz einer Geburtenentscheidung förderlich ist, während wiederum eine sehr hohe Risikoaversion den Aufschub einer Geburt begünstigt.

Der Beitragvon Vatterrott unter dem Titel „Selektion, Adaption oder Sozialisation? Eine Analyse nichtehelicher Geburten von Ost-West-Migrantinnen innerhalb Deutschlands“ (S. 147-171) stellt eine Untersuchung ehelicher und nichtehelicher Erstgeburtsrisiken von Ostfrauen, Westfrauen und Ost-West-Migrantinnen vor. Das Forschungsinteresse liegt hier auf der Erklärungsmacht ökonomischer Faktoren und Wertorientierungen für den Übergang zur ehelichen oder nichtehelichen Elternschaft. Ost-West-Unterschiede in ehelichen Geburtsrisiken – so das Ergebnis – lassen sich auf Wertorientierungen zurückführen. Die Ost-West-Migrantinnen passen sich demnach an das Verhalten und die Präferenzen (insbesondere konfessionelle Orientierungen) westdeutscher Frauen und ihrer westdeutschen Partner an. Aus der Warte der Autorin spielen hier sowohl die ‚normative Umgebung der Zielregion‘ West, als auch der westdeutsche Partner eine besonders starke Rolle.

Im Beitrag von Konietzka/Tatjes „Werden junge Menschen immer später erwachsen? Der Auszug aus dem Elternhaus, die erste Paarbeziehung und die erste Lebensgemeinschaft in Ost- und Westdeutschland“ (S. 173-199) wird eine Untersuchung vorgestellt, in der die Lebensphase zwischen dem Auszug aus dem Elternhaus und dem Beginn der ersten Lebensgemeinschaft im Zentrum steht. Es geht um die Dauer des Alleinlebens junger Erwachsener. Die Ergebnisse verweisen darauf, dass die jüngere der untersuchten Geburtenkohorten (1981-83, im Vergleich zu 1971-73) später aus dem Elternhaus auszieht, es sich aber nicht insgesamt um einen verzögerten Übergang in das Erwachsenenalter handelt. Die Autoren fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland und gehen daher von einer weitestgehenden Angleichung in diesem Themenfeld aus.

Bastin konzentriert sich unter dem Titel „Dynamik alleinerziehender Mutterschaft. Partnerschaftsverläufe in der frühen Elternbiografie“ (S. 201-228) auf alleinerziehende Mütter und – insbesondere angesichts des erhöhten Armutsrisikos alleinerziehender Frauen – auf deren (mögliche) Partnerschaftsgründung nach einer Phase des Alleinerziehens. Im Weiteren interessierte die Autorin die Entwicklung dieser neuen Partnerschaften, sowohl vor als auch nach der Haushaltsgründung. Ihr Ergebnis ist, dass etwa die Hälfte der Alleinerziehenden spätestens nach fünf Jahren mit einem Partner zusammengezogen ist, wobei dies forciert wird, wenn die Partnerschaft bereits zum Zeitpunkt der Geburt bestand.

Schnor präsentiert in ihrem Beitrag unter dem Titel „Trennungsrisiko von Paaren mit Kindern: Der Einfluss der Religion in West- und Ostdeutschland“ (S. 229-256) ihre Studie zur Relevanz der Konfessionszugehörigkeit für die Stabilität von Beziehungen mit Kindern. Entgegen der Annahme, unterscheidet sich die Stabilität partnerschaftlicher Beziehungen in Ost- und Westdeutschland nicht wesentlich voneinander. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Konfessionszugehörigkeit sich in den Teilen Deutschlands jeweils unterschiedlich auswirkt. So trägt sie im Osten zu besonders stabilen Partnerschaften bei, spielt indes im Westen Deutschlands für die Mütter keine Rolle.

Das Autorenteam Häring/Stoye/Klein/Stauder nimmt in seinem Beitrag „20 Jahre nach der Wende. Der Partnermarkt junger Erwachsener in Ost- und Westdeutschland“ (S. 257-274) die sehr unterschiedlichen Entwicklungen der Partnermärkte in Ost- und Westdeutschland in den Fokus. Dies ist insbesondere auf das makrostrukturelle Geschlechterungleichgewicht in Ostdeutschland zurückzuführen, das sich durch einen markanten Männerüberschuss auszeichnet. Die Autoren zeigen auf, dass der Partnermarkt außerdem durch Wohnorte (städtisch, ländlich) beeinflusst wird und sich so unterschiedliche Gelegenheitsstrukturen für junge Männer in Ost- und Westdeutschland ergeben.

Unter dem Titel „Die kurzfristige Stabilität des Kinderwunsches von Kinderlosen in Ost- und Westdeutschland: eine Analyse mit den ersten beiden Wellen des deutschen Beziehungs- und Familienpanels“ (S. 275-297) analysieren Buhr/Kuhnt über einen Zeitraum von einem Jahr die Kinderwunschstabilität. Den Autoren geht es insbesondere darum, ob „positive“ oder „negative“ Lebensereignisse aus den Bereichen Familie und Beruf die Stabilität der realistisch erwarteten Kinderzahl über die Zeit beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass der Kinderwunsch über die Zeit hinweg eher stabil bleibt, die erwartete Kinderzahl sich jedoch bei einem Drittel der Befragten innerhalb nur eines Jahres verändert. Diese Veränderungen innerhalb eines Jahres sind lt. dieser Studie stärker auf familiale Lebensereignisse zurückzuführen als auf berufliche Lebensereignisse.

Im Fokus des letzten Beitrags von Keller/Marten „Jugend (wieder-)vereinigt? Die Familien- und Berufserwartungen ost- und westdeutscher Jugendlicher“ (S. 299-318) steht die Frage nach weiterhin bestehenden Unterschieden hinsichtlich familien- und berufsspezifischer Erwartungen von ost- und westdeutschen Jugendlichen. Die Autoren greifen die eingangs im Buch dargelegten struktur- und kulturtheoretischen Erklärungsansätze in ihrer Arbeit auf und bilden mit ihrem Beitrag auf diese Weise auch eine Abrundung des Bandes. Zentrales Ergebnis dieser Studie ist, dass ost- und westdeutsche Jugendliche gleichermaßen eigene Kinder und beruflichen Erfolg wichtig finden, die westdeutschen Jugendlichen ihre Realisierungschancen positiver beurteilen. Dies wird auf ein Zusammenwirken individueller und makrostruktureller Einflussfaktoren zurückgeführt.

Diskussion

Mit dem Band präsentieren die Herausgeber nun, mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung, zentrale Ergebnisse eines reichhaltigen Forschungsspektrums zu Familie im Ost-West-Vergleich. Sie stellen dabei sowohl gewachsene Gemeinsamkeiten, als auch bleibende, markante Unterschiede sowie wechselseitige Durchmischungen und die Entwicklung neuer Formen und Qualitäten (‚Hybridisierung‘) fest. Die vielfältigen empirischen Daten stammen insbesondere aus dem Datensatz von BASiD („Biografiedaten ausgewählter Sozialversicherungsträger“), Analysen des SOEP („Sozio-ökonomisches Panel“), pairfam („Deutsches Beziehungs- und Familienpanel“), DemoDiff („Demographic Differences in Life Course Dynamics in Eastern and Western Germany“), Mikrozensen des Statistischen Bundesamtes usw. Der Leserin bzw. dem Leser wird mit der Publikation eine „umfassende Bilanz des familialen Verhaltens im Ost-West-Vergleich“ (S. 24) in Aussicht gestellt.

Die Beiträge sind durchweg interessant, nach wissenschaftlichen Maßstäben präsentiert und dabei gut verständlich geschrieben. Der Erkenntnisgewinn und Neuigkeitswert aus den jeweiligen Beiträgen ist indes recht unterschiedlich. Dies wird jeweils an den eigenen Forschungsinteressen und auch den dadurch bereits vertieften Wissensbeständen der Rezipienten liegen. Dennoch sticht aus meiner Perspektive ein Beitrag besonders heraus und trägt insbesondere zum Verständnis der Frage bei, ob, warum, in welchen Zusammenhängen und mit welchem Untersuchungsdesign die Differenzierung Ost-West Sinn macht. Es handelt sich um den Beitrag von Schneider/Naderi/Ruppenthal, der zum einen die verbreiteten Erklärungsmuster ‚Konvergenz‘ und ‚Divergenz‘ um das Deutungsmuster der ‚Hybridisierung‘ bereichert und zum anderen spezifische Restriktionen des Ost-West-Vergleichs präzise herausarbeitet. So müssen nämlich neben der Durchmischung der Bevölkerung die Binnenwanderung und auch daraus resultierende unterschiedliche demografische Entwicklungen entsprechende Berücksichtigung finden und mithin viel stärker als bisher die kulturellen und territorialen Besonderheiten bei der Dateninterpretation berücksichtigt und auch daraus resultierende Einschränkungen der Befunde pointiert benannt werden. Außerdem ist es je nach Fragestellung erforderlich, die Operationalisierung von Ost und West um weitere Kategorien zu ergänzen und so z.B. klar zwischen Sozialisierungsraum und Lebensraum (Landesteil) zu unterscheiden. Die Quintessenz der Autoren: „Theoretische Interpretationen im Sinne von Konvergenz, Divergenz und Hybridisierung können nicht anhand weniger statistisch abgebildeter Entwicklungen bestätigt oder verworfen werden. Eine plausible und nachvollziehbare Auswahl von Indikatoren, die auf systematisch entfaltete Kriterien Bezug nehmen kann, ist notwendig. Nur durch die Gesamtschau systematisch erfasster relevanter Indikatoren der Familienentwicklung und ihres Wandels im Zeitverlauf kann, in Verbindung mit einer statistisch robusten Befundlage, eine angemessene Interpretationsbasis geschaffen werden.“ (S.48) ist absolut nachvollziehbar. Angesichts der zumeist in den Analysen und soziologischen Theorien zu wenig berücksichtigten Komplexität, Vielfältigkeit und Dynamik von Familien schlagen sie eine Systematik mit vier (Vergleichs-)Dimensionen vor.

Die der Leserin und dem Leser offerierte „umfassende“ Bilanz des familialen Verhaltens im Ost-West-Vergleich bleibt unklar und kann natürlich nicht eingelöst werden. Die Bilanz kann sich ja „nur“ auf die ausgewählten und präsentierten Forschungsprojekte beziehen. Mitnichten sind alle Facetten und Fragestellungen familialer Einstellungen und familialen Verhaltens bearbeitet worden, dies ist in einem Band nicht möglich. So wird bspw. Väterforschung mit nur einem Beitrag dezidiert aufgegriffen und qualitative Forschungsprojekte sind überhaupt nicht vertreten. Damit werden wichtige Komponenten, wie die Analyse der Perspektiven der zum Untersuchungssample gehörigen Personen und deren spezifische lebensweltliche Verortungen und Erfahrungen – die qualitative Forschungsprojekte aufgreifen – außen vor gelassen.

Fazit

Die Publikation ist insbesondere für FamilienforscherInnen aufgrund der differenziert zu betrachtenden Relevanz von Ost-West-Unterschieden sehr interessant. Es werden viele zu beachtende Facetten aufgezeigt und neue Ergebnisse und relevante Aspekte herausgearbeitet. Aufgrund der schlüssigen theoretischen Einbettung und Entfaltung der Fragestellungen und Zusammenhänge sowie der Darlegung und Faktenpräsentation wird die gegenwärtig erforderliche Relevanz der Differenzierung von Ost/West-Einstellungen und Verhaltensweisen sehr deutlich herausgearbeitet. Es handelt sich um einen spannenden Querschnitt an Forschungsfragen, der die Leser mit neuen Ergebnissen bzw. Erkenntnissen bereichert, die sowohl einer differenzierten Nuancierung von Familienpolitik dienen könnten, als auch hilfreich sind für das Verständnis der Vielfalt von Lebensorientierungen und Realisierungsformen bzw. -chancen wie auch für die Entwicklung weiterer relevanter Fragestellungen.

Die Publikation kann – und dies wünsche ich ihr – sowohl ForscherInnen, als auch PädagogInnen, als auch Beratern politischer Felder als Bereicherung dienen.


Rezensentin
Prof. Dr. Grit Behse-Bartels
Professur für Soziale Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
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Zitiervorschlag
Grit Behse-Bartels. Rezension vom 09.07.2013 zu: Johannes Huinink (Hrsg.): Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland. ähnlich und doch immer noch anders. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2012. ISBN 978-3-8474-0041-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14750.php, Datum des Zugriffs 17.09.2019.


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ISSN 2190-9245

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