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Michael Macsenaere, Stephan Hiller u.a. (Hrsg.): Outcome in der Jugendhilfe gemessen

Cover Michael Macsenaere, Stephan Hiller, Klaus Fischer (Hrsg.): Outcome in der Jugendhilfe gemessen. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2011. 330 Seiten. ISBN 978-3-7841-2014-0. 22,50 EUR, CH: 32,50 sFr.
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Herausgeber

  • Prof. Dr. Michael Macsenaere ist Geschäftsführender Direktor beim Institut für Kinder- und Jugendhilfe, Mainz.
  • Stephan Hiller, Geschäftsführer des Bundesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe e.V. (BVkE), Freiburg.
  • Prof. Dr. Klaus Fischer ist Inhaber des Lehrstuhls für Bewegungserziehung und Bewegungstherapie in der Heilpädagogik an der Universität zu Köln.

Aufbau

Der Sammelband besteht aus insgesamt 46 Artikeln, die teilweise nur wenige Seiten umfassen, während andere bis zu zehn Seiten in Anspruch nehmen. Im Inhaltsverzeichnis werden die vielen Artikel thematisch nicht durch separate Überschriften unterteilt. Bei genauerem Hinsehen lässt sich aber erkennen, dass die Beiträge inhaltlich locker nach Themenblöcken gegliedert sind. So behandeln die ersten Artikel ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote der Jugendhilfe. Eine Reihe von aufeinanderfolgenden Artikeln befasst sich allgemeiner mit der Wirkungsforschung, und zuletzt folgen Artikel, die sich der Eingliederungshilfe und Psychomotorik widmen.

Inhalt

In „Outcome in der Jugendhilfe gemessen“ wird in den 46 Artikeln eine Vielzahl an Studien vorgestellt, die zeitlich vom Beginn der Wirkungsforschung in den 1990er-Jahren über aktuelle Studien bis hin zu geplanten Studien reichen. Ein Großteil der Studien stammt aus Forschungen in der stationären Jugendhilfe, sie evaluieren in diesem Bereich unterschiedliche Aspekte.

Als AutorInnen haben die Herausgeber Macsenaere, Hiller und Fischer neben WissenschaftlerInnen auch PraktikerInnen zu Wort kommen lassen. Diese berichten über den Verlauf der Studien in ihren Einrichtungen und Institutionen und ermöglichen mit ihren Beiträgen nochmals einen anderen Blickwinkel auf die Wirkungsforschung.

An vielen Stellen wird im Sammelband deutlich, welchen Schwierigkeiten Evaluationen in der sozialen Arbeit begegnen. Anhand der methodologischen Unterschiedlichkeit der dargestellten Studien wird die Methodenvielfalt deutlich, derer sich die Forschung bedienen muss. Unter anderem werden quantitative und qualitative Studien vorgestellt. Die Forschung in der Praxis erfordert oft aber auch ein multimethodologisches Vorgehen. Dies ist zum einen darauf zurückzuführen, dass die Forschungsvorhaben oftmals mehrere Perspektiven beachten müssen, da der Erfolg der Hilfe für KlientInnen, HelferInnen oder auch auf der gesellschaftlichen Ebene Unterschiedliches bedeuten kann. Zum anderen gibt es keine standardisierten Erhebungsinstrumente für die Erfassung aller Problemstellungen in allen Bereichen.

Besondere Beachtung innerhalb der Beiträge zur Wirkungsforschung findet verdienterweise „EVAS“ als Messinstrument zur Erfassung der Wirkung in der Jugendhilfe, wo es als eines der etablierten Verfahren gilt. Es werden aber auch andere Instrumente wie „moses“ oder „EST!“ vorgestellt.

Neben der Jugendhilfe findet auch der Bereich der Eingliederungshilfe Beachtung in „Outcome“. In der Behindertenhilfe sind wirkungsorientierte Evaluationen bislang rar gesät. Auch für die Psychomotorik fehlen aussagekräftige Studien. Einige der bislang durchgeführten Untersuchungen werden in sechs Artikeln aus dem Bereich von Eingliederungshilfe und Psychomotorik vorgestellt.

Allen Bereichen gemein ist, dass die Wirkungsforschung auch immer eine wirtschaftliche Dimension hat. Denn letztlich sind Jugendhilfeeinrichtungen wie Institutionen der Behindertenhilfe auch Wirtschaftsunternehmen, die mithilfe der Wirkungsforschung ihre Existenz rechtfertigen können. Allerdings gestaltet es sich in der Sozialen Arbeit schwierig, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Dieser Problematik wird auch in einigen Beiträgen Rechnung getragen.

Diskussion

Es werden viele verschiedene Studien vorgestellt, wodurch die Bandbreite der Forschungsmöglichkeiten in der Jugendhilfe deutlich wird. Da die Forschung im Allgemeinen bezüglich der stationären Jugendhilfe bzw. der Heimerziehung besser aufgestellt ist als in anderen Bereichen, verwundert es nicht, dass auch die wirkungsorientierten Evaluationen vor allem in diesem Bereich zu verorten sind. Aber auch der wachsende Bereich der ambulanten Hilfen zur Erziehung findet seinen Platz in dem Sammelband. Dass nicht nur die Kinder- und Jugendhilfe von der Wirkungsforschung profitiert, wird durch die Beiträge aus der Eingliederungshilfe und Psychomotorik deutlich. Die Kürze der meisten Beiträge ermöglicht den LeserInnen einen guten Einblick in die Vielfalt der Untersuchungen. Die Kombination der AutorInnen aus PraktikerInnen und WissenschaftlerInnen gestaltet das Lesen interessanter. Auch die Vielzahl der AutorInnen verleiht dem Sammelband eine besondere Note, da jeder Beitrag etwas Eigenes bietet.

Fazit

In „Outcome in der Jugendhilfe gemessen“ wird den LeserInnen ein bunter Strauß an Studien aus dem Bereich der Wirkungsforschung vorgestellt. So kann ein guter Überblick über vergangene, aktuelle und geplante Studien erlangt werden, womit die Herausgeber ihr selbst genanntes Ziel erreichen. Dass so viele AutorInnen sich bereit erklärt haben, an dem Sammelband mitzuwirken, verdeutlicht die Wichtigkeit der wirkungsorientierten Evaluation. Das Lesen empfiehlt sich sowohl für Interessierte, die einen ersten Kontakt zu dieser Thematik haben, wie auch für NutzerInnen, die selbst im Bereich der Wirkungsforschung verortet sind.


Rezension von
Anne-Laura Weißleder
und
Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner
Homepage www.gahleitner.net
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Zitiervorschlag
Anne-Laura Weißleder/Silke Birgitta Gahleitner. Rezension vom 17.05.2013 zu: Michael Macsenaere, Stephan Hiller, Klaus Fischer (Hrsg.): Outcome in der Jugendhilfe gemessen. Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2011. ISBN 978-3-7841-2014-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/14780.php, Datum des Zugriffs 20.10.2021.


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