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Ute Diehl: Richtig spielen macht schlau

Cover Ute Diehl: Richtig spielen macht schlau. Mehr Intelligenz. die besten Spiele. von Kindern getestet. Rowohlt Verlag (Reinbek) 2004. 107 Seiten. ISBN 978-3-499-61709-6. 9,90 EUR, CH: 17,40 sFr.

Reihe: rororo - 61709 : Mit Kindern leben.
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Zum Thema

Lernen, könnte man meinen, sei ein Modethema. Verbunden mit den Schlagwörtern "PISA" und "Elite" und gerade im Kontrast zu "Deutschland sucht den Superstar" - Blitzkarrieren geistert das Thema immer wieder durch die Öffentlichkeit und manchmal gerät es auch ebenso schnell wieder in Vergessenheit. Lernen ist aber ein uraltes Thema der Menschen. Und weil unser späteres Leben vom Lernen in Kindertagen und gerade auch vom Spaß am Lernen geprägt sein wird, ist es lohnenswert ihm ein eigenes Taschenbuch zu widmen. Ein Taschenbuch aber, das den Schwerpunkt auf das spielerische Lernen legt.

Die Autorin

Ute Diehl absolvierte nach ihrem Abitur ein Volontariat bei einer Tageszeit, anschließend begann sie ein Pädagogikstudium. Daran schlossen sich Beschäftigungen beim Hessischen Rundfunk, der Universität Frankfurt und der Universität Osnabrück an. Seit einigen Jahren ist Ute Diehl wieder freiberuflich tätig. Sie hat vier Kinder, von denen zwei noch die Schule besuchen, aber sich bereits in diesem Taschenbuch als "Spielexperten" wiederfinden (lassen).

Aufbau, Inhalt, Gliederung

Neben einer kurzen Hinführung zum Thema und erläuternden Worten zum richtigen Spiel für die richtige Zielgruppe gliedert sich das Buch in acht verschiedene Kapitel. Schwerpunkt der Darstellung ist der erste Teil mit unterschiedlichen Sprachspielen. Es folgen ein kurzer Überblick über Rechenspiele, Konzentrations- und Gedächtnisspiele, Knobel- und Denkspiele und Geschicklichkeitsspiele. Den Abschluss bilden Bewegungsspiele, "noch mehr Spiele" und "Ausgewähltes zum Tüfteln und Knobeln". Lösungen zu ausgewählten Rätselfragen und ein kurzes Stichwortverzeichnis runden das Buch ab.

Zielgruppe

Das Buch richtet sich in erster Linie an Eltern. Gerade auch für junge Eltern mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter kann das Buch eine spannende Lektüre darstellen. Ebenso ist es aber für Professionelle in diesem Bereich, sowie in der freien Kinder- und Jugendarbeit geeignet. Offene Ganztagsschule, Kinder- und Jugendtreff können hier ebenso viele Anregungen hinzugewinnen, wie Kindergärten, Schulen und Horte. Auch für Ausflüge, Wochenendfahrten und Ferienfreizeiten lohnt sich dieses Buch, um im entscheidenden Moment für Kurzweil und Zeitvertreib zu sorgen.

Einschätzung

Ute Diehl ist eine Praktikerin durch und durch. Eine Mutter und Pädagogin, die auf ihre eigene Kindheit und ihre Spielerfahrungen ebenso zurückgreift, wie auf Anregungen und Tipps aus ihrem heutigen, persönlichen Umfeld. Dies verleiht dem bereits optisch ansprechenden Taschenbuch eine ganz sympathische Note. Dazu sind die angebotenen Spiele und Spielvarianten ebenso leicht zu verstehen, wie sie auch ein- und umgesetzt werden können. Dass dabei das Lernen im Vordergrund stehen kann, ist der Leserschaft bewusst, nicht aber dem Kind oder Jugendlichen, der das eine oder andere Spiel kennen und schätzen lernen wird.

Für diese Zielgruppe stehen der Spaß und die Abwechslung der Spiele im Mittelpunkt. Vor diesem Hintergrund können die einzelnen Anregungen ebenso zum Erfolg werden, wie auch zu einem Fiasko. Nicht jedes Kind wird jedes Spiel gleichermaßen mögen. Gerade deshalb kann und will das Buch auch nicht selbst "schlau machen", sondern lediglich Möglichkeiten und Wege aufzeigen, wie Kinder sich und ihre geistigen Fähigkeiten selbst trainieren können.

Dazu sind in der Tat schlichte Spiele geeignet, wie wir sie mit Hickelhäuschen, Seil springen und Zehner-Ball selbst kennen. Aber der Schwierigkeitsgrad lässt sich um ein vielfaches steigern, wenn man die Regeln der Spiele der jeweiligen Altersgruppe anpasst oder auf die über die Bewegungsspiele hinausgehenden Spielideen zurückgreift. Geheimschriften, Wortwechsel, Stadt-Land-Fluss und seltsame Tiere stellt Ute Diehl hier vor und macht im mathematischen Bereich auch vor dem kleinen 1x1 und magischen Quadraten nicht halt.

Die Spiele erreichen schließlich einen Schwierigkeitsgrad, der auch Erwachsene Mitspieler herausfordert. Insofern ist das Buch gleich doppelt geeignet für Eltern und Pädagogen. Als Multiplikatoren und für ihr eigenes Spiel- und Lernverhalten.

Fazit

Das Taschenbuch von Ute Diehl erfindet weder das Spielen, noch das Lernen neu. Auch die Spielideen sind keine völlig unbekannten. Aber sie sind in einen interessanten und bedeutsamen Kontext, nämlich den des Lernens gerückt worden. Und sie laden ein, sofort ausprobiert und mit anderen gespielt zu werden. Das Buch lädt Eltern und Pädagogen ein, sofort zur Tat zu schreiten. Und es stößt ebenso zum Nachdenken über die Lern- und Begeisterungsfähigkeiten herkömmlicher Spiele an, die keinen Platz in dem Buch gefunden haben. "Richtig spielen macht schlau", daran zweifelt am Ende des Werkes niemand. Denn der Leser hat mit Sicherheit kluge Anregungen für seinen Alltag und seinen Umgang mit Kindern hinzulernen können.


Rezension von
Robert Hotstegs
Direktor des Instituts für Jugendleiter und Qualifikation (Institut juleiqua)
Referent für Jugendgruppenleiterschulungen
Homepage www.juleiqua.de


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Zitiervorschlag
Robert Hotstegs. Rezension vom 02.03.2004 zu: Ute Diehl: Richtig spielen macht schlau. Mehr Intelligenz. die besten Spiele. von Kindern getestet. Rowohlt Verlag (Reinbek) 2004. ISBN 978-3-499-61709-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1491.php, Datum des Zugriffs 04.03.2021.


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