Armin Wöhrle, Reinhilde Beck et al.: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft
Rezensiert von Prof. Dr. Gabriele Moos, 10.02.2014
Armin Wöhrle, Reinhilde Beck, Klaus Grunwald: Grundlagen des Managements in der Sozialwirtschaft. UTB (Stuttgart) 2013. 250 Seiten. ISBN 978-3-8252-3784-4. D: 19,99 EUR, A: 20,60 EUR, CH: 28,90 sFr.
Reihe: Studienkurs Management in der Sozialwirtschaft.
Thema
Der vorliegende Band ist eine Neubearbeitung des Buches von 2003, den der Herausgeber der Reihe damals als Alleinautor mit dem Titel „Grundlagen des Managements“ vorlegte. Trotz gleichlautendem Titel liegt eine Neufassung vor. Dies wird schon daran erkennbar, dass bei der Neuauflage sechs Autoren auf dem Cover erscheinen. Hierdurch ist es gelungen, wichtige Protagonisten zu verschiedenen Themen zusammenzubringen. Das Buch gibt den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion wieder, stellt Bezüge zu politischen Weichenstellungen her zeigt die Besonderheiten des Wirtschaftens im sozialen Handlungsrahmen auf.
Autorin und Autoren
- Reinhilde Beck ist Professorin für Psychologie an der Hochschule München.
- Klaus Grunwald ist Professor an der Dualen Hochschule Baden- Württemberg, Stuttgart, Fakultät Sozialwesen.
- Klaus Schellberg ist Professor für Betriebswirtschaft von Sozialunternehmen an der Evangelischen Hochschule Nürnberg.
- Gotthart Schwarz ist Professor em. (1998) für Politikwissenschaft im Fachbereich Sozialwesen der Hochschule München.
- Wolf Reiner Wendt lehrt als Professor an der Dualen Hochschule Baden- Württemberg und an der Universität Tübingen.
- Armin Wöhrle ist Professor an der Hochschule Mittweida, Fakultät Soziale Arbeit.
Aufbau und Inhalte
Die Publikation, die gut lesbar und verständlich geschrieben ist, gliedert sich in sechs Kapitel.
Im ersten Kapitel wird durch den führenden Theoretiker zum Thema Sozialwirtschaft, Wolf Reiner Wendt, der grundlegende Zusammenhang des Wirtschaftens betrachtet. Die Sozialwirtschaft wird als bedeutender Bereich des gesellschaftlichen Wirtschaftens, als Wohlfahrtsproduktion bzw. Bewirtschaftung des Sozialen, mit entsprechenden Konsequenzen eingeführt.
Beck und Schwarzbeschäftigen sich im zweiten Kapitel mit zentralen Steuerungsfragen dieser Wohlfahrtsproduktion, die für das Management in der Sozialwirtschaft die zentrale Grundlage darstellen. Dabei werden die aktuellen Rahmenbedingungen auf dem historischen Hintergrund erklärt, alternative Modelle aufgezeigt und Bezüge zu aktuellen Diskussionslinien hergestellt.
Klaus Grunwald legt den Fokus im dritten Kapitel auf die Frage der Steuerung sozialwirtschaftlicher Organisationen. Soziale Arbeit wird umrissen und konkretisiert aus Sicht des Konzepts der Lebensweltorientierung. Betont wird die sozialpolitische und gesellschaftskritische Verortung des Ansatzes Lebensweltorientierung und dessen Fokus, Soziale Arbeit zunächst aus Sicht der AdressatInnen und dann aus Sicht der Profession und Organisation zu steuern.
Klaus Schellberg beschreibt im vierten Kapitel als Ökonom das Selbstverständnis der Wirtschaftswissenschaften und klärt ihr Verhältnis zur Sozialwirtschaft und zur Sozialen Arbeit. Es werden wichtige, aber nicht abschließende Konzepte der Ökonomie und speziell der Betriebswirtschaft, die für den Sozialsektor geeignet sind, vorgestellt.
Im fünften Kapitel stellt Armin Wöhrle grundlegende Bezüge zu bestehenden Organisationstheorien und zu Managementtheorien her.
Wichtig im Rahmen der Grundlagen des Sozialmanagements und Managements in der Sozialwirtschaft ist auch die Bestimmung des Gegenstandes. Damit setzt sich Wöhrle im sechsten Kapitel anhand der Entwicklungs- und Diskussionslinien über das Sozialmanagement und das Management in der Sozialwirtschaft, ihrer Besonderheiten und den verschiedenen Definitionen auseinander.
Methodisch schließt jedes Kapitel mit Kontrollfragen ab, die den Bezug als Lehrbuch deutlich machen. Lernziele und Zusammenfassungen finden sich leider nicht durchgängig in allen Kapiteln.
Zielgruppen
Das Werk richtet sich an Studierende und Lehrende, die sich aus theoretischer Sicht mit dem Management in der Sozialwirtschaft beschäftigen.
Fazit
Der hier besprochene grundlegende Band gibt einen guten und systematischen Überblick und dient dem Verstehen der Eigenlogik des Sozialmanagements und Management in der Sozialwirtschaft. Auch dieser Band kann ohne Einschränkungen den genannten Zielgruppen zur Lektüre und zum Studium empfohlen werden. Die Freude am Lesen eines Lehrbuchs könnte der Verlag durch optisch ansprechendere Arbeitshilfen weiter verbessern.
Rezension von
Prof. Dr. Gabriele Moos
RheinAhrCampus Remagen, Fachbereich: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Lehrgebiet Sozialmanagement
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