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Uwe K. Preusker: Lexikon des deutschen Gesundheitswesens

Rezensiert von Dr. Hubert Kolling, 01.07.2013

Cover Uwe K. Preusker: Lexikon des deutschen Gesundheitswesens ISBN 978-3-86216-114-0

Uwe K. Preusker: Lexikon des deutschen Gesundheitswesens. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2013. 4., neu bearbeitete Auflage. 538 Seiten. ISBN 978-3-86216-114-0. 89,95 EUR.
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Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-86216-350-2 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.

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Thema

Das deutsche Gesundheitswesen mit seiner umfassenden Versorgung im Krankheitsfall und seinen Leistungen in der Prävention und Rehabilitation ist hochkomplex und für Außenstehende nur schwer durchschaubar. Angesichts der zahlreichen Reformen, die in diesem Bereich scheinbar immer wieder notwendig sind, haben selbst Fachleute mitunter Schwierigkeiten, die Struktur und Funktionsweise der verschiedenen Teilsysteme der Versorgungsbereiche insgesamt zu überblicken. Licht ins Dunkel können hier Fachbücher bringen mit Überblicksdarstellungen oder Nachschlagewerke wie das Uwe K. Preusker herausgegebene „Lexikon des deutschen Gesundheitssystems“.

Herausgeber, Autorinnen und Autoren

Uwe K. Preusker ist seit 35 Jahren in verschiedenen Funktionen im deutschen und europäischen Gesundheitssystem aktiv. Neben Managementpositionen war er auch als Interessenvertreter und Journalist tätig. Seit mehreren Jahren ist er Herausgeber und Chefredakteur des Brancheninformationsdienstes „Klinik Markt inside“. Preusker, der auch seit langem in Deutschland und der Schweiz als Dozent in verschiedenen Studiengängen im Gesundheitswesen wirkt, ist Herausgeber der Bücher „Das deutsche Gesundheitssystem verstehen“ (Landsberg 2008; 2. Auflage, Heidelberg 2013), „Das deutsche Gesundheitswesen in 100 Stichworten“ (Heidelberg 2011) und „Das deutsche Pflegesystem in 100 Stichworten“ (Heidelberg 2012). Neben zahlreichen Buch- und Zeitschriftenbeiträgen zu gesundheitspolitischen und krankenhausspezifischen Themen ist er auch Mitherausgeber etwa folgender Publikationen: „Geschäftsmodell Systempartnerschaften : die digitale Industrialisierung der Medizin“ (Heidelberg 2009), „Kollege Computer: moderne Medizin durch Telematik“ (Heidelberg 2009), „Poliklinik modern: Unternehmer entdecken die ambulante Medizin“ (Heidelberg 2009) und „Gesundheitswirtschaftspolitik: frischer Wind durch neues Denken“ (Heidelberg 2012).

Während die meisten Einträge des Lexikons vom Herausgeber stammen, wurde ein Teil der Stichworte zum Themenkomplex Arzneimittel / Arzneimittelpolitik von oder unter Mitarbeit von Annette Dünninger, Thomas Hammerschmidt, Andreas Heigl, Roger Jaeckel, Doris-Ulrike Meyer, Sabine Skwara und Robert Welte verfasst.

Entstehungshintergrund

Im Jahre 2007 veröffentlichte Uwe K. Preusker das „Lexikon Gesundheitsmarkt: die Gesundheitswirtschaft in Stichworten und Zahlen“, dem bereits im darauffolgenden Jahr (2008) eine zweite Auflage folgte. Mit der dritten Auflage 2010, die einen Umfang von 504 Seiten hatte, wurde das Werk in „Lexikon des deutschen Gesundheitssystems das Lexikon“ umbenannt. Nun liegt die vierte, komplett überarbeitet und um zahlreiche Stichworte erweiterte Auflage des Buches mit 538 Seiten vor.

Aufbau und Inhalt

Nach einen Vorwort (S. V) und einem Verzeichnis der Lexikoneinträge (S. VII-XVIII) folgen die Lexikoneinträge in alphabetischer Reihenfolge, auf gut 500 Seiten rund 1.000 Stichworte.

Exemplarisch seien hier die von der "Gesetzlichen Krankenversicherung" (S. 205) unterschiedenen Begriffe "Aufzahlung" (S. 49) und "Zuzahlung" (S. 536) vorgestellt, die PatientInnen für "Arzneimittel" (S. 30-32) leisten müssen. Demnach versteht man unter Aufzahlung die Zahlung eines "Patienten" (S. 371-372), dem ein Arzneimittel verordnet wurde, für das ein "Festbetrag" (S. 173-175) festgelegt wurde und dessen Preis über dem Festbetrag liegt. In diesem Fall muss der Patient zusätzlich zur Zuzahlung die Differenz zwischen dem Festbetrag und dem tatsächlichen "Preis" (S. 414-415) des Arzneimittels als Aufzahlung selbst tragen. Im Gegensatz zu den Zuzahlungen sind diese Aufzahlungen auch dann fällig, wenn ein Patient die "Belastungsgrenze" (S. 74-75) von zwei beziehungsweise bei chronisch Kranken von einem Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt erreicht hat. Aufzahlungen werden bei der Berechnung der Belastungsgrenze generell nicht berücksichtigt. Als Zuzahlung wird dagegen die "Selbstbeteiligung" (S. 470) bezeichnet, die für die Inanspruchnahme von Leistungen seit Anfang 2004 grundsätzlich zehn Prozent, mindestens jedoch fünf Euro und maximal zehn Euro beträgt. Dabei ist die gesamte Höhe der Zuzahlungen allerdings auf maximal den Betrag begrenzt, den das Mittel selbst kostet, für das die Zuzahlung geleistet werden muss.

Zur Intention und Bedeutung des Buches schreibt der Herausgeber im Vorwort: „Der Anspruch dieses Lexikons ist es, das deutsche Gesundheitssystem in seinen vielfältigen Facetten und vielfach komplizierten Regelungen von den Hunderten von Fachbegriffen her aufzuschlüsseln und auf diese Weise so verständlich wie möglich zu machen.“

Diskussion

Die Gesundheitspolitik ist ein besonders schwieriges Feld, weil das Gesundheitswesen selbst ein sehr komplexes Gebilde von Berufen, Aufgaben, Institutionen, wirtschaftlichen Interessen, ethischen Ansprüchen, rechtlichen Vorgaben usw. darstellt. Wo selbst viele Expertinnen und Experten sowie Politikerinnen und Politiker Mühe haben, den Überblick zu bewahren, kapitulieren die Bürgerinnen und Bürger erst recht. Hier ist es für alle am Thema Interessierten sehr hilfreich, auf ein entsprechendes Nachschlagewerk zurückgreifen zu können, das das deutsche Gesundheitssystem in seinen vielfältigen Facetten und vielfach komplizierten Regelungen anhand von Stichworten aufschlüsselt und auf diese Weise verständlich macht. Insofern wird das Werk seinem selbst gesetzten Anspruch voll gerecht. Dank der systematisch angebrachten Querverweise wird der Nutzer zudem auf wichtige ergänzende Begriffe und Schlagworte aufmerksam gemacht.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund unseres sich schnell veränderten Gesundheitssystem ist es sowohl in der Aus- und Fortbildung der verschiedenen Gesundheitsberufe als auch für gestandene Fachleute der Gesundheitsbranche in Zweifelsfragen beruhigend, auf ein Standardwerk zurückgreifen zu können. Von daher ist es sehr zu begrüßen, dass das „Lexikon des deutschen Gesundheitssystems“ nun in neu bearbeiteten und erweiterten Auflage vorliegt. Insgesamt betrachtet handelt es sich um ein nützliches Nachschlagewerk für alle am Gesundheitssystem Beteiligten, seien es etwa die Patienten auf der einen oder die Leistungserbringer auf der anderen Seite. Da es zudem sehr nützlich für Lehre und Unterricht in Themen des Gesundheitssystems ist, sollte das Lexikon in den Bibliotheken des Gesundheitswesens seinen festen Platz haben.

Fazit

Wer Fragen zum deutschen Gesundheitssystem hat und dazu prägnante, präzise und zugleich aktuelle Antworten sucht, sollte erst mal zum „Preusker“ greifen.

Rezension von
Dr. Hubert Kolling
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Zitiervorschlag
Hubert Kolling. Rezension vom 01.07.2013 zu: Uwe K. Preusker: Lexikon des deutschen Gesundheitswesens. medhochzwei Verlag GmbH (Heidelberg) 2013. 4., neu bearbeitete Auflage. ISBN 978-3-86216-114-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15060.php, Datum des Zugriffs 25.05.2022.


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