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Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.): Was sollen Männer in Kitas?

Rezensiert von Dipl. Soz.-Päd. Gregor Prüfer, 05.03.2014

Cover  Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.): Was sollen Männer in Kitas? ISBN 978-3-7841-2403-2

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.): Was sollen Männer in Kitas? Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2013. 56 Seiten. ISBN 978-3-7841-2403-2. D: 7,50 EUR, A: 7,80 EUR, CH: 11,50 sFr.
Reihe: Soziale Arbeit kontrovers - 3. Eine Erörterung von Michael Cremers und Jens Krabel.

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Thema

Männliche Erzieher sind in der Praxis selten zu finden. Diese Veröffentlichung widmet sich diesem Thema in seinen gegenwärtigen Erscheinungsformen und beschäftigt sich kritisch mit Bewertungen und aktuellen Strategien zur Förderung der Teilhabe von Männern in der pädagogischen Praxis in Kitas und mit der Förderung der fachlichen Qualität für Männer und mit Männern in der Praxis.

Autoren

Beide Autoren sind seit 2010 Projektkoordinatoren in der Projektstelle „Männer in Kitas“. Michael Cremers ist Diplom-Sozialwissenschaftler. Jens Krabel ist Diplom Politologe.

Entstehungshintergrund

Vor dem Hintergrund des immer noch sehr geringen Anteils von Männern in Kitas gehen die Autoren der Frage nach, warum sich eine Steigerung des Männeranteils im Sinne der geschlechtergerechten Pädagogik lohnen kann, wie dies zu bewerkstelligen sein könnte und welche weiteren Fragen sich daraus für die Fachlichkeit von Kitas ergeben können.

Aufbau

  1. Im ersten Kapitel wird die aktuelle öffentliche Diskussion um „Männer in Kitas“ beschrieben.
  2. Im zweiten Kapitel finden sich statistische Daten zu Männern in Kitas in Deutschland.
  3. Im dritten Kapitel gehen die Autoren möglichen Gründen für den niedrigen Männeranteil in diesem Arbeitsbereich nach.
  4. Im vierten Kapitel werden verschiedene Motive für gendersensible Fachlichkeit in Kitas beleuchtet.
  5. Im fünften Kapitel werden Strategien zur Erhöhung des Männeranteils in Kitas anhand von Beispielen in Deutschland und Europa diskutiert.
  6. Im sechsten Kapitel wird die Forderung nach mehr Männern in Kitas kritisch untersucht.
  7. Das siebte Kapitel ist ein Plädoyer für eine gleichstellungspolitische, geschlechtersensible Professionalität in Kitas.
  8. Im achten Kapitel finden die Leserin und der Leser Anregungen und Bausteine für einen professionellen Umgang mit dem „Generalverdacht“ und zur Prävention sexueller Gewalt.

Ausgewählte Inhalte

Neben der griffigen Darstellung der fachlichen Hintergründe der vorliegenden Thematik zeigt sich besonders interessant, die diskursive, kritische und transparente Auseinandersetzung der Autoren mit dem ThemaMänner in Kitas. Nachdem eine Basis für das Verstehen der Zusammenhänge in den ersten Kapiteln geschaffen wurde, zeigt sich die eigentliche Qualität der Veröffentlichung darin, dass kritische Differenzierungen nicht zugunsten einer glatten Argumentation unter den Tisch fallen gelassen werden, sondern dass eben diese Aspekte eine offene Diskussion erfahren.

In Kapitel 6 wird daher sowohl der Umstand untersucht, dass die Forderung nach mehr Männern in Kitas eine grundsätzliche Wertung befördern könnte, bei der Männer per se Aufwertung und weibliche Kolleginnen implizierte Abwertung erfahren. Ohne eine bewusste Auseinandersetzung würde damit eine solche Dramatisierung subtil einschränkend und ungerecht wirksam werden. Außerdem beinhaltet die Fokussierung auf Geschlechtszugehörigkeit von Erzieherinnen und Erziehern eine stereotype Zuschreibung von Geschlechterrollen oder -eigenschaften, so dass es auch hier eine sensible Auseinandersetzung bedarf, um nicht einschränkend, sondern rollenerweiternd zu wirken.

Ebenso hervorzuheben sind Kapitel 7 und 8, denn diese beinhalten die zielführenden Ergebnisse des Textes. Hier finden Praktiker/innen und Planer/innen wichtige Tipps und Hinweise aus der bisherigen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Zielgruppen

Diese Veröffentlichung ist für alle interessant, die sich mit Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit in der Pädagogik beschäftigen. Ableitungen für den Elementarbereich und für Arbeitsfelder der Jugendhilfe oder Ganztagsschule bieten sich an.

Dieses Buch spricht sowohl Fachleute aus der Praxis als auch aus der Steuerung an und ist darüber hinaus auch für Fachmenschen in der Ausbildung geeignet

Diskussion

Die Autoren diskutieren relevante Fragen in gut lesbarer Form. Sowohl PraktikerInnen als auch TheoretikerInnen werden aus dieser Veröffentlichung Ihren Nutzen ziehen können. Die Auseinandersetzung spiegelt eine einschlägig versierte Fachlichkeit wieder.

Fazit

Dieses Buch befördert Fachlichkeit und Professionalität in der Genderdebatte bei der Verortung von Männern in Kitas. Als Beitrag für die aktuelle Diskussion und für Entwicklung tragfähiger Perspektiven für Männer in Kitas ist dieses Buch darüber hinaus auch eine Handlungsaufforderung und bietet fundierte Orientierung.

Handlich und im besten Sinne überschaubar leistet die Veröffentlichung von Michael Cremers und Jens Krabel einen konstruktiven und wertvollen Beitrag für die fachliche Entwicklung und Unterstützung von Männern in Kitas.

Rezension von
Dipl. Soz.-Päd. Gregor Prüfer
M.A. Päd. / Dipl. Soz.-Päd.(FH) War lange tätig in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit; Aktiv in der Vernetzung von Jungenarbeit in München seit 1993 (www.netzwerk-jungenarbeit.de), freiberuflicher Fortbildungsreferent zu Themen der Genderpädagogik und zu Gender Mainstreaming seit 1999. Seit 2005 Mitarbeiter im Münchner Informationszentrum für Männer mit den Schwerpunkten Männerberatung und Gruppenarbeit für Männer mit Gewalthintergrund (www.maennerzentrum.de), seit WS 2008/09 auch Lehrbeauftragter an der Katholischen Stiftungshochschule München (www.ksh.de). Seit 2011 außerdem Mitarbeiter am Pädagogischen Institut in München, zuständig für Geschlechtergerechte Pädagogik und Jungenförderung an den Städtischen Münchner Schulen (www.pi-muenchen.de).
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Es gibt 26 Rezensionen von Gregor Prüfer.

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Zitiervorschlag
Gregor Prüfer. Rezension vom 05.03.2014 zu: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (Hrsg.): Was sollen Männer in Kitas? Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb (Freiburg) 2013. ISBN 978-3-7841-2403-2. Reihe: Soziale Arbeit kontrovers - 3. Eine Erörterung von Michael Cremers und Jens Krabel. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15251.php, Datum des Zugriffs 26.05.2024.


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