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Kathrin Becker-Schwarze, Annette Drewes-Kirchhoff u.a. (Hrsg.): Meine Rechte als Patient

Cover Kathrin Becker-Schwarze, Annette Drewes-Kirchhoff, Gerd Wenzel (Hrsg.): Meine Rechte als Patient. Ein Wegweiser durch das Gesundheitssystem ; mit den neuen Patientenrechten ab März 2013. Verlag C.H. Beck (München) 2013. 3. Auflage. 64 Seiten. ISBN 978-3-406-64820-5. D: 4,90 EUR, A: 5,10 EUR, CH: 7,90 sFr.
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Thema

Das deutsche Gesundheitssystem und die Art, wie Patienten heute daran beteiligt sein wollen, haben sich in den vergangenen Jahren stetig verändert. Der zunehmende Wunsch der Patienten, sich aktiver an medizinischen Entscheidungen zu beteiligen, ist hierbei genauso erwähnenswert, wie einige gesetzliche Neuerungen – etwa die neueste Kodifizierung der Patientenrechte. Mit „Meine Rechte als Patient – Ein Wegweiser durch das Gesundheitssystem“ liefern die Autoren Becker-Schwarze, Drewes-Kirchhoff und Wenzel eine prägnante Übersicht zum Titelthema. Das Büchlein enthält eine kurze und prägnante Zusammenstellung vieler wichtiger Informationen rund um das deutsche Gesundheitssystem. Den Lesern werden relevante Grundlagen des deutschen Gesundheitssystems vermittelt und viele Fragen zu Rechten und Pflichten von Bürgern und Patienten beantwortet.

Aufbau und Inhalt

Das Buch ist in 10 Kapitel unterteilt:

  1. Wie funktioniert unser Gesundheitssystem?
  2. Auf welche Leistungen habe ich Anspruch?
  3. Wie finde ich einen Arzt oder Psychotherapeuten?
  4. Wie komme ich ins Krankenhaus?
  5. Worauf muss mich der Arzt hinweisen? Welche Pflichten hat der Arzt?
  6. Wann muss ich etwas zuzahlen?
  7. Was kann ich tun, wenn der Arzt einen Fehler gemacht hat?
  8. Zahnärztliche Leistungen
  9. Psychotherapeutische Leistungen
  10. Wo finde ich gute und sichere Informationen?

Im ersten Kapitel werden zentrale Einrichtungen und Abläufe des deutschen Gesundheitssystems vorgestellt und erklärt. So wird etwa beschrieben, unter welchen Voraussetzungen man in der gesetzlichen Krankenversicherung pflicht-, familien- oder freiwillig versichert ist. Weiter finden sich Erläuterungen zu Aufgaben und Arbeitsweisen verschiedener Institutionen(z.B. Krankenkassen, Medizinischer Dienst der Krankenkassen (MDK)) oder Hinweise auf Abrechnungsgrundsätze der niedergelassenen Ärzte und Krankenhäuser.

Im zweiten Kapitel wird versucht, die Frage zu beantworten, auf welche Leistungen Vesicherte im gesetzlichen Versicherungssystem Anspruch haben. Die Antworten gliedern sich in die Bereiche „Leistungen zur Früherkennung“, „Leistungenbei Krankheit“, „Arzneimittel“, „Arbeitsunfähigkeit, Krankschreibung, Krankengeld“ und „Leistungen im Ausland“. Am Ende des Kapitels wird auch erläutert, welche Einspruchsmöglichkeiten Betroffene haben, sofern sie mit der Entscheidung ihrer Krankenkasse unzufrieden ist.

Die freie Arztwahl, die Arzt- und Therapeutensuche im Internet sowie die Zweitmeinung sind Themen des kurzen dritten Kapitels. Zudem erfahren Leser hier, an wen sie sich außerhalb der Sprechzeiten wenden können. Neben dem Notdienst ist hier besonders der seit April 2012 bestehende ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen erwähnungswert.

Im Gegensatz zum ambulanten Bereich gelten in der stationären Versorgung einige Einschränkungen bezüglich der freien Wahl des Krankenhauses und der behandelnden Ärzte. Diese werden im vierten Kapitel erläutert.

Kapitel fünf markiert einen neuen Themenschwerpunkt des Buches. Hier beschäftigen sich die Autoren mit der den Pflichten der Ärzte. Erläutert wird unter Anderem, welche Aufklärungs- und Dokumentationspflichten Ärzte erfüllen müssen und welche Rechte Patienten haben, wenn es um die Einsicht in sihre medizinischen Unterlagen geht.

Viele Patienten sind mit Zuzahlungen – etwa beim Krankenhausaufenthalt oder bei Medikamenten – konfrontiert. Im sechsten Kapitel beschreiben die Autoren, auf welche Zuzahlungen sich gesetzlich krankenversicherte Patienten einstellen müssen und unter welchen Voraussetzungen eine Befreiung von diesen Zuzahlungen möglich ist. Auch das Thema „Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)“ wird kurz behandelt.

Im siebten Kapitel geht es um Behandlungsfehler. Hierzu wird zunächst zwischen Behandlungs-, Diagnose- oder Aufklärungsfehlern differenziert, dann wird erörtert, wie es den betroffenen Patienten oder ihren Angehörigen gelingen kann, Behandlungsfehler nachzuweisen und wie und wie ein Anspruch auf Schadenersatz angemeldet werden kann.

Kapitel acht und neun befassen sich mit einer Reihe von Fragen zu den Sonderfällen der zahnärztlichen und psychotherapeutischen Behandlung. Etwa wann ein zahnärztlicher Heil- und Kostenplan sinnvoll ist oder wer sich überhaupt Psychotherapeut nennen darf.

Im zehnten und letzten Kapitel finden interessierte Leser eine Liste mit Internetadressen für weitere Informationen zum Thema. Unterteilt sind diese Links in die Bereiche „Informationen über Krankheiten“, „Informationen über Ärzte, Psychotherapeuten, Zahnärzte, Krankenhäuser“, „Informationen zu Arzneimittel und Hilfsmittel“ und „Selbsthilfegruppen und Patienten-Beratungsstellen“.

Fazit

Die Stärke des vorliegenden Wegweisers liegt in der sinnvollen Reduktion auf relevante Bereiche und Fragen rund um die gesetzliche Krankenversicherung und die medizinische Versorgung. Die Broschüre präsentiert sich dabei als allgemeiner, aber sehr gut strukturierter und leicht verständlicher Überblick, der Antworten auf viele Fragen gibt. Detaillierte Tipps für die Durchsetzung der eigenen Ansprüche gegenüber Ärzten oder Krankenkassen, die man aufgrund des Titels „Ihre Rechte als Patient“ vermuten könnte, sind – aus nachvollziehbaren Gründen – nur vereinzelt dargestellt.

Die häufig verwendeten Absatzüberschriften helfen bei der Übersicht. Nicht selten sind die Überschriften als Frage formuliert, die im folgenden Absatz beantwortet wird. So finden Leser schnell und leicht eine Antwort auf sie interessierende Aspekte. Auch die über das ganze Buch verteilten Randbemerkungen, die Leser auf besonders wichtige Fakten aufmerksam machen, helfen dabei, schnell und leicht das zu erfahren, was wichtig ist.


Rezension von
Prof. Dr. Marie-Luise Dierks
Leiterin des Arbeitsschwerpunkts Patienten und Konsumenten in der Abt. Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der Medizinischen Hochschule Hannover. Medizinische Hochschule Hannover
Homepage www.mh-hannover.de/epi.html
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Zitiervorschlag
Marie-Luise Dierks. Rezension vom 23.01.2014 zu: Kathrin Becker-Schwarze, Annette Drewes-Kirchhoff, Gerd Wenzel (Hrsg.): Meine Rechte als Patient. Ein Wegweiser durch das Gesundheitssystem ; mit den neuen Patientenrechten ab März 2013. Verlag C.H. Beck (München) 2013. 3. Auflage. ISBN 978-3-406-64820-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15319.php, Datum des Zugriffs 09.07.2020.


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