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Karl Werner Wagner, Gerold Patzak: Performance Excellence (Prozessmanagement)

Cover Karl Werner Wagner, Gerold Patzak: Performance Excellence - Der Praxisleitfaden zum effektiven Prozessmanagement. Hanser Verlag (München) 2015. 2., Auflage. ISBN 978-3-446-43024-2. D: 49,90 EUR, A: 51,30 EUR, CH: 66,90 sFr.
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Autoren

Karl W. Wagner studierte Maschinenbau an der TU Wien und war dort Assistent am Institut für Betriebswissenschaften. Als Geschäftsführer der PROCON-Unternehmensberatung (www.procon.at) ist er seit 1996 tätig und seit 2003 ist er Vorstand der Gesellschaft für Prozessmanagement und der Projektmanagement Austria.

Gerold Patzak ist seit 1985 Universitätsprofessor für Systemtechnik und Methodologie an der TU Wien; seit 1993 ist er Miteigentümer der PRIMAS Consulting. Mehrere Publikationen insbesondere im Bereich des Projektmanagements.

Thema und Zielsetzung

Die Autoren kommen beide aus dem Technik-Bereich. Gerade dieser Zugang macht sie interessant für sozialwirtschaftliche Unternehmen. Diese kommen vermehrt zum einen unter den ökonomischen Druck durch stagnierende Budgets und zum anderen haben sie es mit steigenden Ansprüchen der KlientInnen und das bei bereits jetzt sehr spartanischer bis veralteter Ausstattung zu tun. Ein Fortschreiben der Aktivitäten der Vergangenheit auf die Zukunft bei Input und Output vermag keine größeren Fortschritte zu bringen, es bedarf also eines Umdenken der Führung, aber auch der MitarbeiterInnen. Neben Aktivitäten im Bereich der IT-Ausstattung kann der Zugang über das Geschäftsprozessmanagement zu einem Sichtbarmachen von Spielräumen durch Verbesserungspotentiale und zum Heben dieser Potentiale beitragen.

Aufbau und Inhalt

Am Anfang des Buches stehen die Einordnung der Prozesse in die Unternehmensführung sowie der Einstieg in das Prozessmanagement über das Erkennen und Verstehen der Prozesse sowie deren Einordnung in eine Prozesslandkarte. Einher geht das Umdenken von einer funktionalen zu einer prozessorientierten Organisation. Daran anschließend wird das Modells des Prozesslebenszyklus mit seinen vier Phasen (Prozesse definieren und einordnen, Prozesse erarbeiten, betreiben sowie die Gesamtprozessleistung überwachen) zusammen mit den Rollen im Prozessmanagement in einem Kapitel vorgestellt.

Die Phase 2 ist im vierten Kapitel „Prozesse analysieren und konzipieren“ zusammengefasst. Sehr anschaulich wird dabei das Identifizieren und Abgrenzen von Prozessen, das Analysieren und visualisieren bis hin zur Darstellung der Verbesserungspotenziale dargestellt. Viele Beispiele und Schaubilder erleichtern dabei dem Leser das Erarbeiten der Materie.

Entsprechend ist die Phase 3 dem Betreiben, Steuern und Optimieren sowie dem Reporting gewidmet. Motiviert wird der Leser für das weitere Vertiefen der Materie u.a. durch die Literatur am Ende der Kapitel. Das strategische Managen von Prozessen über das Instrument einer Balanced Scorecard schließt den Prozesslebenszyklus ab.

Im nächsten Kapitel wird der Leser unter dem Titel „Wertstromorientiertes Prozessmanagement“ in die acht Perspektiven recht praxisorientiert eingeführt. Das sind folgende Punkte:

  • Prozessstruktur festlegen
  • Produkt- und Informationsfluss aufnehmen
  • Verschwendung identifizieren
  • Zeitlinie aufnehmen
  • Qualitätsdefizite identifizieren
  • Kapazitäten abgleichen
  • Risiko bewerten
  • Kosten erheben

Daraus resultiert dann eine Sammlung von Verbesserungspotenzialen als Abschluss des methodischen Teil des Buches.

Diskussion

Herausragend sind die vielen visuell leicht erfassbaren Übersichten, Formulare und Beispiele, die ein relativ einfaches Umlegen auf die eigene Situation begünstigen. Diese zweite Auflage des Buches ist vollständig überarbeitet und stellt zunächst den Menschen in den Mittelpunkt, gefolgt vom Projektmanagement bei Organisationsveränderungen bis hin zum Change-Management und den Strategien zum Wandel der Unternehmenskultur. Schließlich fehlt da noch der Übergang vom Prozess- zum Qualitätsmanagement, insbesondere der Qualitätssicherung etwa durch Audits.

Wohltuend ist das letzte Kapitel, das auf die Unterschiede der Einführung des Prozessmanagements in drei unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen eingeht: Produktionsunternehmen, Gesundheitswesen und Öffentlicher Dienst.

Fazit

Insgesamt ist dies ein Buch, das für jede Führungskraft und jede/n EntscheidungsträgerIn nicht nur in sozialwirtschaftlichen Unternehmen eine Pflichtlektüre darstellt. Die beiden Teile des Buches zur Methodik des Prozessmanagements einerseits und Einführung des Prozessmanagements als neues Kulturelement andererseits liefern somit Handwerkszeug und leicht verständliches Hintergrundwissen. Die Möglichkeit des Downloads des Buches auf die eigene Festplatte erweitert zudem die Handlungsmöglichkeiten des Lesers. Ein Muss für alle StudentInnen der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie der Führungskräfte in der Sozialwirtschaft. Letzteren ermöglicht das Buch auch eine Reihe von Möglichkeiten zur Erarbeitung von Handlungsspielräumen. Neben dem Wissen um das Prozessmanagement ist da auch noch Geduld und Beharrlichkeit bei der Umsetzung von Change-Projekten auch in der Sozialwirtschaft gefragt.


Rezension von
Prof. Dr. Paul Brandl
Studiengang Sozial- und Verwaltungsmanagement (SVM). Masterstudiengang Services of General Interest (SGI). Koordinator des Studiengangs Sozialmanagement. FH OÖ-Studienbetriebs GmbH, Campus Linz
Homepage www.fh-ooe.at
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Zitiervorschlag
Paul Brandl. Rezension vom 13.07.2015 zu: Karl Werner Wagner, Gerold Patzak: Performance Excellence - Der Praxisleitfaden zum effektiven Prozessmanagement. Hanser Verlag (München) 2015. 2., Auflage. ISBN 978-3-446-43024-2. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15384.php, Datum des Zugriffs 07.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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