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Martin Arnold: Gütekraft 4. Bart de Ligts Humanistische Geestelijke Weerbaarheid

Cover Martin Arnold: Gütekraft 4. Bart de Ligts Humanistische Geestelijke Weerbaarheid. Bücken Sulzer (Overath) 2011. 321 Seiten. ISBN 978-3-936405-67-5. D: 10,00 EUR, A: 10,30 EUR.
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Thema

Der evangelische Theologe Martin Arnold hat in einem vierbändigen Werk die Wirkweisen gewaltfreier Aktion bei drei weltanschaulich und religiös unterschiedlich geprägten Protagonisten der gewaltfreien Aktion untersucht: In je einem eigenen Band stellt er den Satyagraha-Ansatz von Mohandas K. Gandhi vor, die christliche Gewaltfreiheit der katholischen Friedensaktivistin Hildegard Goss-Mayr (geb. 1930) und das humanistische Konzept Geestelijke Weerbaarheid (Geistig-sittliche Kampfbereitschaft) des niederländischen Freidenkers Bart de Ligt (1883 – 1983). Im ersten Band (vgl. die Rezension) legt er die Grundlagen für die Bände 1 bis 3.

Aufbau und Inhalt

Der hier zu besprechende Band (Teil 4 des Forschungswerks) geht auf den weniger bekannten niederländischen Freidenker Bart de Ligt ein. Der niederländische Agnostiker und Freidenker Bart de Ligt war ursprünglich evangelischer Pfarrer und hatte sich von der Kirche bereits gelöst, als er Gandhi begegnete. Während des ersten Weltkriegs hatte er ein Manifest zur Kriegsdienstverweigerung unterzeichnet. Er war eher bereit, eine Gefängnisstrafe anzutreten oder sogar erschossen zu werden, als seinem Gewissen untreu zu werden. De Ligt wird Friedensforscher und entwickelt sein Konzept der Geestelijke Weerbaarheid, der geistig-sittlichen Kampfbereitschaft, und der direkten Aktion. Religion sieht er in der Vernunft und der Wissenschaft aufgehoben und er entwickelt u.a. in Auseinandersetzung mit Karl Marx die Idee der zweifachen Revolution: der Umwandlung der gesellschaftlichen Verhältnisse wie des Bewusstseins des einzelnen. Er erlebt nach Depression und Malariakrankheit bei einer Kur in den Bergen Augenblicke der Einheit und des Gefühls der Solidarität des Menschen mit dem ganzen Kosmos; er befasst sich mit der Mystik und erläutert in seinen Schriften seine Ethik der Hingabe und des gewaltfreien Engagements: Wie die Blüten eines Frühlingsbaumes ihre Herzen opfern, um zu Früchten zu werden, so ist es Ausdruck menschlicher Freiheit, sich aus Liebe bewusst zu opfern (vgl. Teil 4, 54).

Diskussion

Martin Arnold arbeitet auf vorzügliche Weise heraus, dass sich Bart de Ligt als Freidenker in gleicher Weise der menschlichen Würde verpflichtet fühlt wie auch die anderen von Arnold vorgestellten Protagonisten der gewaltfreien Aktion (Mohandas K. Gandhi und Hildegard Goss-Mayr). Eine noch intensivere Reflexion der spirituellen Dimension des gewaltfreien, von Gütekraft beseelten Handelns bei Bart de Ligt hätte diese Gemeinsamkeit noch deutlicher gemacht.

Fazit

Arnold hat herausgearbeitet, dass konsequent gewaltfrei engagierte Freidenker und religiöse Menschen in ihrem Engagement letztlich aus der gleichen spirituellen Quelle schöpfen. Man könnte es „die Heiligkeit des Lebens“, den Kern des Menschen und der Natur nennen, auf die sich Bart de Ligt bezieht, weil er in Natur- und Gruppenerfahrung die Einheit mit dem Kosmos als transzendente Realität erfahren hat und an diese glaubt.


Rezensent
Prof. Dr. Josef Freise
Homepage www.Josef-Freise.de
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Zitiervorschlag
Josef Freise. Rezension vom 04.10.2013 zu: Martin Arnold: Gütekraft 4. Bart de Ligts Humanistische Geestelijke Weerbaarheid. Bücken Sulzer (Overath) 2011. ISBN 978-3-936405-67-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15516.php, Datum des Zugriffs 18.02.2019.


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