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Marcus Hasselhorn, Andreas Gold: Pädagogische Psychologie

Cover Marcus Hasselhorn, Andreas Gold: Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2013. 3., vollst. überarb. und erweiterte Auflage. 537 Seiten. ISBN 978-3-17-022462-9. 39,90 EUR.

Reihe: Standards Psychologie.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-17-031976-9 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
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Autoren

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn ist Geschäftsführender Direktor des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) und leitet an diesem die Arbeitseinheit für „Bildung und Entwicklung“.

Prof. Dr. Andreas Gold lehrt Pädagogische Psychologie am Institut für Psychologie der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Thema

Die Intention der Autoren ist, ein Lehrbuch zur und eine Einführung in die Pädagogische Psychologie zu bieten.

Aufbau

Das Buch ist in acht Kapitel gegliedert, die sich in Teil I in vier Kapiteln dem Thema des „Lernens“ und in Teil II dem des „Lehrens“ widmen.

Der überwiegend gleiche Aufbau beider Teile erleichtert die Orientierung. Die unterschiedlichen Vorkenntnisse und Interessen der Leser werden berücksichtigt, indem die Autoren ausdrücklich hervorheben, dass es auch möglich sei, einzelne ausgewählte Kapitel zu lesen. Dies wird zusätzlich erleichtert durch die Kapitelüberschriften und kurze Einführungen zu Beginn der beiden Teile des Bandes, die über die Inhalte der einzelnen Kapitel informieren und jeweils vorangestellte „Kästen“ mit „Orientierungsfragen“ und „Leseempfehlungen“ zu Beginn beziehungsweise am Ende jeden Kapitels. Zusätzlich finden sich in allen Teilen an entsprechenden Stellen Verweise auf weiterführende oder ergänzende Inhalte im Buch. Dem Anspruch auch ein Lehrbuch zu sein, wird der Band nicht zuletzt durch „Fragen zur Lernkontrolle“ im Anhang gerecht.

Zur Einleitung

In der Einleitung gehen Hasselhorn und Gold zunächst auf die Grundlagen des pädagogisch-psychologischen Denkens und Forschens ein und kommen zu dem Schluss: „Das Primat der Theorie ist also besonders hervorzuheben“ (S. 17). Vor diesem Hintergrund betrachten sie die möglichen Erwartungen von mit dem Lernen und Lehren in der Praxis befassten Personen genauer und grenzen die Erkenntnisinteressen und -inhalte der Pädagogischen Psychologie von diesen Erwartungen ab, ohne Wertungen vorzunehmen. „Es ist aus Anwendersicht nur allzu verständlich und naheliegend, neben wissenschaftlichen Erkenntnissen und Einsichten auch handfeste Hilfen und Anregungen für die pädagogische Praxis zu erwarten. Diese Erwartungen müssen aber enttäuscht werden, wo anstelle von Verstehenshilfen, Handlungsoptionen und allgemeinen Prinzipien konkrete (und rezeptartige) Handlungsanweisungen für pädagogische Situationen erhofft werden“ (S. 18). Die Einleitung bietet weiterhin eine Übersicht über die Veränderungen der Disziplin im Verlauf von deren Entwicklung und benennt übersichtsartig deren „große Fragen“.

Zu Teil I „Lernen“

Teil I zum „Lernen“ gliedert sich in vier Kapitel zu den

  1. „Auffassungen über Lernen“,
  2. „Erfolgreichem Lernen als guter Informationsverarbeitung“,
  3. „Ergebnisse erfolgreichen Lernens“ und
  4. „Besonderheiten des Lernens“.

In den Überschriften der Kapitel deutet sich bereits an, dass die Autoren den Schwerpunkt auf die kognitionspsychologischen Lerntheorien legen.

Im ersten Kapitel zu den „Auffassungen über Lernen“ werden unter Orientierung an deren historischer Entwicklung unterschiedliche Perspektiven vorgestellt. Die grundlegenden Vorstellungen dazu, wie Lernen vonstatten geht, das Assoziationslernen, das Lernen als Verhaltensänderung, das Lernen als Wissenserwerb und das durch Konstruktion bedingte Lernen stellen Hasselhorn und Gold aus theoretischer wie experimenteller Sicht dar.

Das zweite Kapitel ist den Ursachen für inter- und intraindividuelle Differenzen und den Voraussetzungen erfolgreichen Lernens gewidmet. Die Autoren gehen zunächst kurz auf ihr „Modell der individuellen Voraussetzungen erfolgreichen Lernens (INVO-Modell)“ (S. 36) ein und widmen sich im Folgenden den einzelnen Aspekten, die den individuellen Lernerfolg mitbedingen. Sie beschreiben die diesen Erkenntnissen zugrunde liegenden Experimente und theoretischen Grundlagen ebenso, wie die praktischen Implikationen. Im Einzelnen werden die unterschiedlichen Komponenten des Arbeitsgedächtnisses, die Bedeutung des Vorwissens, die Bedeutung von Lernstrategien, die der Metakognition und der Motivation, des Selbstkonzepts und der lernbegleitenden Emotionen angesprochen.

Das dritte Kapitel zu den „Ergebnissen erfolgreichen Lernens“ geht auf die „Expertiseforschung“, den „Erwerb bereichsübergreifender Schlüsselkompetenzen“ und den gelungenen „Lerntransfer“ ein. Zur Verdeutlichung des Begriffs der Expertise greifen Hasselhorn und Gold auf die Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) zurück. Im Folgenden diskutieren sie die Bedeutung von genetisch angelegten Fähigkeiten und dem Einfluss von Übung und Motivation und deren Zusammenhänge. Die „bereichsübergreifenden Kompetenzen“ stellen die Autoren aus unterschiedlichen Perspektiven dar und weisen auf deren grundlegende Bedeutung, aber auch die Grenzen des Konzepts hin. Dies erfolgt in enger Vernetzung mit dem Vorangegangenen. Im Folgenden werden die unterschiedlichen Vorstellungen dessen, was unter „Lerntransfer“ zu verstehen sei, beschrieben und durch Beschreibung der zugehörigen theoretischen Modelle ergänzt. Die theoretischen Erklärungsansätze werden zunächst anhand von Beispielen illustriert und anschließend kritisch hinterfragt.

In Kapitel vier beschäftigen sich Hasselhorn und Gold mit den „Besonderheiten des Lernens“. Zunächst greifen sie unter dem Punkt „Allgemeine Entwicklungsvoraussetzungen des Lernens“ unter entwicklungspsychologischen Gesichtspunkten zur individuellen Ausprägung relevanter Personmerkmale die in den vorangehenden Kapiteln besprochenen Aspekte erneut auf. In Zusammenhang mit dem Lernen von Personen mit Lernschwierigkeiten beschreiben die Autoren zunächst die begriffliche Vielfalt und häufig auch Verwirrung, die mit dem, was „politisch korrekt“ aktuell als „Sonderpädagogischer Förderbedarf mit dem Schwerpunkt Lernen“ bezeichnet wird. Darauf folgt eine differenzierte Darstellung der möglichen Ursachen für generalisierte, wie auch auch für spezifische (Legasthenie, Dyslexie, Dyskalkulie) Lernschwierigkeiten. Bei der Frage nach der „sogenannten Hochbegabung“ verfahren sie entsprechend und gehen auf die gängigen Definitionen und auf Untersuchungsergebnisse zu diesem Phänomen ein. Der letztgenannte Abschnitt fällt allerdings sehr viel kürzer aus, als der zu dem des sonderpädagogischen Förderbedarfs im Bereich Lernen. Dieses Kapitel und gleichzeitig der Teil I des Buches schließt mit der Darstellung des „Lernens im (hohen) Erwachsenenalter“. Auch hier stellen Hasselhorn und Gold aktuelle Forschungsergebnisse vor allem mir Bezug auf das informationstheoretische Paradigma vor.

Zu Teil 2 „Lehren“

Der zweite Teil des Buches gliedert sich wie der erste in vier Kapitel zu den

  1. „Auffassungen über Lehren“,
  2. „Methoden erfolgreichen Lehrens“,
  3. „Rahmenbedingungen des Lehrens“ und
  4. „Besonderheiten des Lehrens“,

die denen des ersten Teils entsprechen. Die Behandlung des Themas „Lehren“ nach dem des „Lernens“ begründen Hasselhorn und Gold folgendermaßen: „Das Auslösen und Optimieren von Lernprozessen ist das Ziel von Lernprozessen, insofern ist es dem Lernen zweckrational vor- und untergeordnet zugleich“ (S. 225). Die Intention der weiteren Kapitel fassen sie wie folgt zusammen: „Wir sehen die Aufgabe der pädagogischen Psychologie darin, das theoretische Wissen über Lernen und Instruktion mit dem unterrichtspraktischen Handeln der Lehrenden zu verbinden“ (S. 227).

In Kapitel fünf zu den „Auffassungen über Lehren“ werden verschiedene „Paradigmen der Lehr-Lern-Forschung“ vorgestellt und deren jeweilige historische Entwicklung und Schwerpunktsetzung beschrieben. Die Autoren beginnen mit eher instruktionsorientierten Ansätzen, wie dem Gagnés, und gehen auf damit verbundene Probleme und die Kritik daran ein. Für konstruktivistische, unter anderem die Piagets, und handlungsorientierte Herangehensweisen, wie die Sichtweise Aeblis, verfahren sie entsprechend. Abschließend werden Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Ansätze herausgearbeitet. Neben diesen eher methodischen Aspekten sind auch soziale und motivationale Unterrichtsbedingungen von hoher Relevanz für gelingendes Lehren. Daher gehen Hasselhorn und Gold im Folgenden auf sie ein, wobei auch die Professionalisierung von Lehrkräften und deren Ausbildung in den Blick genommen werden. All dies geschieht, wie bereits im ersten Teil des Buches, in der psychologischen Tradition, alle Angaben durch entsprechende empirische Studien zu belegen.

Im sechsten Kapitel werden theoretisch begründete und durch die empirische Lehr-Lern-Forschung als wirksam bestätigte Lehrmethoden (vgl. S. 262) vorgestellt, womit kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird. Zunächst werden „Darstellende Methoden“ (S. 264 ff.) beschrieben. Hasselhorn und Gold machen deutlich, dass der gerade in der Lehrerausbildung häufig eher diskreditierte lehrerzentrierte Unterrichtsstil auch Vorteile bietet und durchaus zum Wissenserwerb der Schüler beitragen kann, wenn er mit entsprechenden Rückmeldungen, kontrollierten Übungsphasen und anderem verbunden ist. Anschließend werden „Entdeckenlassende und problemorientierte Methoden“ beschrieben und Untersuchungen zu deren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Dem Vorangegangenen entsprechend nehmen die Autoren hier eine eher kritische Position ein. Es folgt die Beschreibung von Kompromissformen des Lehrens, wie der der „Anchored Instruction“ oder der des „Situierten Lernens“, und deren Möglichkeiten und Grenzen. Das Kapitel schließt mit der ausführlichen Beschreibung des „Kooperativen“ und des „Selbstregulierten Lernens“. Der letztgenannte Aspekt beinhaltet für Studierende und andere, die sich im Sinne der Fortbildung mit dem Thema befassen, möglicherweise auch Anregungen für die Organisation des eigenen Lernens.

Kapitel sieben, das umfangreichste Kapitel des Bandes, beschäftigt sich mit„Rahmenbedingungen des Lehrens“ auf Seiten der Schüler und Schülerinnen, wie auch denen der Lehrkräfte. Alle Angaben sind durch empirische Studien umfangreich belegt. Eingangs werden Voraussetzungen für die „Schulbereitschaft und Einschulung“ und Möglichkeiten, diese durch den Besuch von Kindertagesstätten zu fördern, dargestellt. Empirische Untersuchungen zur Bedeutung vorschulischer Einrichtungen und zu den Grenzen von deren kompensatorischer Wirkung bei sozial benachteiligten Kindern werden ausführlich besprochen und spezifische Förderprogramme für Vorläuferfertigkeiten vorgestellt. Im Folgenden stellen Hasselhorn und Gold die Frage: „Geht es um den Beitrag von Schule zum Kompetenzerwerb oder geht es um den Beitrag von Schule zum Ausgleich von Kompetenzunterschieden?“ (S. 359), um daraufhin die verschiedenen Aspekte und Perspektiven, die für die Beantwortung dieser Frage herangezogen werden können kritisch zu beleuchten. Sie beginnen mit dem Problem der Bestimmung dessen, was Schulleistung denn eigentlich ist, der „Kriteriumsproblematik“, einem hochkomplexen Problem, wie deutlich wird. Als „Ziele von Bildung und Unterricht“ wird die Förderung der affektiven und kognitiven Entwicklung der Schüler und Schülerinnen betrachtet, die, wie im Weiteren deutlich wird, „Qualifizierung und Egalisierung“ durch einen Unterricht, der den leistungsschwächeren und -stärkeren Schülern in angemessener Weise gerecht wird, nicht ausschließt. Die Voraussetzung zur Erreichung beider Ziele ist im Idealfall eine entsprechende Unterrichtsgestaltung. Im Kontext der Beschreibung der methodischen Probleme, wenn alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden sollen, gehen die Autoren auch auf die möglicherweise zu einseitigen Schlüsse aus Studien wie PISA ein.Unterschiedliche „Modelle schulischen Lernens“ und die Bedeutung individueller Lernvoraussetzungen und deren Beeinflussung durch den Unterricht werden hier ebenfalls behandelt. Den Aspekten der „Klassenführung“ und des „Klassenmanagements“ ist ein kurzer Abschnitt gewidmet. Gefolgt von Angaben zur Bedeutung der Leistungsbewertung und -diagnostik. Hier beschreiben Hasselhorn und Gold auch die statistischen und testtheoretischen Grundlagen standardisierter und normierter Testverfahren. Das Kapitel schließt mit der Beschreibung und Angaben zu den Wirkungen von unterschiedlichsten Medien auf das Lernen, die die verschiedensten Kanäle ansprechen. Auch hier nehmen die Autoren vor allem auf aktuelle Ansätze der kognitiven Psychologie und der Informationsverarbeitung Bezug.

Das achte und letzte Kapitel ist den „Besonderheiten des Lernens“ gewidmet. Zunächst wird die Intention von Trainings kognitiver Fähigkeiten, die vor allem auf eine Verbesserung der Aufmerksamkeit und der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, sowie die Vermittlung von Lernstrategien und metakognitiven Regulationsprozessen abzielen, beschrieben. Hier werden einige Trainings vorgestellt und auf auf deren erwiesene Wirksamkeit betrachtet, die teilweise recht begrenzt ist. Für die Förderung der (Lern-)Motivation verfahren Hasselhorn und Gold entsprechend. Die wechselhafte und bis heute kontrovers geführte Diskussion um die Koedukation greifen die Autoren ebenfalls auf und stellen Ergebnisse entsprechender Studien vor, weisen aber auch auf noch ungeklärte Fragen hin. Bei der Beschreibung der „Instruktion bei besonderen Lernvoraussetzungen“, angesprochen sind hier vor allem lernschwache und überdurchschnittlich begabte Schüler und Schülerinnen, gehen die Autoren kurz auf schulorganisatorische und ausführlicher auf angemessene pädagogisch-didaktische Maßnahmen ein. Die Frage der Integration beziehungsweise Inklusion oder Segregation wird zwar nur kurz, aber durchaus differenziert behandelt. Bei Letztgenanntem werden Trainingsansätze für die Förderung des Lesens, Schreibens und Rechnens kurz vorgestellt und die Ergebnisse von Evaluationsstudien zu deren Effizienz genannt.

Diskussion

Der von Hasselhorn und Gold vorgelegte Band zeichnet sich durch Aktualität, die in den verwendeten Quellen und rezipierten Studien deutlich wird, ebenso aus, wie durch eine umfassende Behandlung der Inhaltsbereiche der Pädagogischen Psychologie. Die Autoren weisen auf unterschiedliche Sichtweisen aufgrund widersprüchlicher Ergebnisse empirischer Studien ebenso hin, wie auf bisher noch offene Fragen und Forschungsdesiderata. Das Ansprechen noch ungeklärter oder kontrovers diskutierter Fragen regt den Leser zum Nachdenken an und verhindert gleichzeitig, dass der Eindruck entsteht, es gebe eine einfache oder doch zumindest eindeutige Lösung für Probleme, zum Beispiel DIE optimale Lern- oder Lehrmethode schlechthin. Durchgängig werden neben der Bedeutung der individuellen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler weitere relevante Lernbedingungen berücksichtigt, wie ungleiche familiäre Unterstützungsmöglichkeiten oder die nicht unbedingt immer gewährleistete gleiche Qualität von Unterricht. Darüber wird teilweise implizit, teilweise auch explizit die „Verantwortung“ für Schwierigkeiten bei und mit dem Lernen weder nur der Institution Schule beziehungsweise den Lehrkräften oder den Lernenden zugewiesen.

Die Intention von Hasselhorn und Gold ist die, ein Lehrbuch der Pädagogischen Psychologie und nicht der Didaktik vorzulegen. Diesem Anspruch werden sie in vollem Umfang gerecht. Lesern, die mit psychologischen (Lehr-)Büchern und deren Struktur weniger vertraut sind, wird hier allerdings zunächst einiges abverlangt. Die Vorgehensweise, zunächst die theoretischen Grundannahmen und Ansätze zu einem bestimmten Inhalt vorzustellen und anschließend Untersuchungen zu deren empirischer Bestätigung anzuführen, mag für Leser aus der Pädagogik zunächst anstrengend erscheinen und erleichtert das Lesen nicht zwingend. Gleichzeitig vermitteln die Autoren aber auch ein Fülle an Informationen und (hoffentlich) auch an Wissen, da eben vor allem die Ergebnisse empirischer Studien vorgestellt und auf ihre theoretischen Voraussetzungen und Implikationen hin betrachtet werden. Das Buch erscheint eher zur intensiven Beschäftigung mit einzelnen interessierenden Kapiteln geeignet, nicht unbedingt für die durchgehende Lektüre. Dies entspricht dem von den Autoren ausdrücklich als Möglichkeit genannten Vorgehen, bei Vorliegen spezifischer Interessen auch nur einzelne Kapitel zu lesen. Nicht zuletzt haben sie den Aufbau des Bandes so gestaltet, dass dies durchaus möglich ist. Verweise auf ergänzende Angaben in anderen Teilen des Buches Fördern diesen Umgang. Das kann gerade auch für Leser aus der Pädagogik und Studierende der Lehrämter hilfreich sein, da zur anwendungsbezogenen Betrachtung von Lernen und Lehren auch psychologische Perspektiven und Erkenntnisse zur Erklärung derselben herangezogen werden können.

Zu berücksichtigen ist auch, dass es sich nicht um ein Lehrbuch der Didaktik handelt, worauf die Autoren an mehreren Stellen hinweisen. Daher nennen sie zum Beispiel bezüglich dem Umgang mit Schwierigkeiten der Aufmerksamkeitssteuerung entsprechende Trainingsprogramme und Untersuchungen zu deren Effizienz, gehen aber nicht oder doch kaum auf ausschließlich unterrichtliche Maßnahmen ein.

Fazit

Das vorliegende (Lehr-)Buch bietet Studierenden der Psychologie einen umfassenden Einblick in die Pädagogische Psychologie. Für Studierende des Lehramts und Lehrkräfte stellt es möglicherweise eine zunächst ungewohnte Lektüre dar, da es vor allem empirische Studien zu unterschiedlichen Inhaltsbereichen referiert, ein für Lehrbücher in der Psychologie durchaus übliches Vorgehen. Gleichwohl bildet es eine informative und hilfreiche Lektüre nicht zuletzt aufgrund der sehr übersichtlichen und stringenten Gliederung und der zahlreichen Querverweise auf weiterführende Informationen innerhalb des Bandes in vorangegangenen beziehungsweise noch folgenden Kapiteln.


Rezension von
Dr. Inge Brachet
Gastprofessorin an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Diagnostik und Psychologie im Förderschwerpunkt Lernen
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Zitiervorschlag
Inge Brachet. Rezension vom 14.02.2014 zu: Marcus Hasselhorn, Andreas Gold: Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lernen und Lehren. Verlag W. Kohlhammer (Stuttgart) 2013. 3., vollst. überarb. und erweiterte Auflage. ISBN 978-3-17-022462-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15623.php, Datum des Zugriffs 12.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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