socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Jörg F. Debatin (Hrsg.): Krankenhaus­management

Cover Jörg F. Debatin (Hrsg.): Krankenhausmanagement. Strategien, Konzepte, Methoden. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft (Berlin) 2013. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. 751 Seiten. ISBN 978-3-95466-061-2. D: 129,95 EUR, A: 133,85 EUR, CH: 158,00 sFr.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-95466-301-9 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen.
Recherche bei DNB KVK GVK.

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Um den Anforderungen der Wirtschaft und denen der Patienten gerecht zu werden, müssen sich die Krankenhäuser mit zwei wesentlichen Handlungsfeldern auseinandersetzen: Effizienz und Qualität. Neben dem betriebswirtschaftlichen Fachwissen ist auch das medizinische Können von Bedeutung, um die Krankenhausleistungen an die Ansprüche der Gesellschaft anzupassen. Dieses Werk beschäftigt sich mit der Umsetzung eines funktionierenden Krankenhausmanagements, indem umfassende Herausforderungen und Lösungen anhand von praxisnahen Lösungsmöglichkeiten veranschaulicht werden sollen.

Herausgeber

Prof. Dr. Jörg F. Debatin ist Vorstandvorsitzender der amedes Holding AG, Radiologe und Hochschullehrer. In der zweiten Auflage seines Werkes Krankenhausmanagement erarbeitete er gemeinsam mit drei weiteren Herausgebern (Prof Dr. Axel Ekkernkamp, Dipl.-Kffr. Barbara Schulte, Dr. Andreas Tecklenburg) und zahlreichen Autoren ein Buch über die Gestaltung der Schnittstelle zwischen Medizin und Wirtschaft. Alle Autoren sind Vertreter aus Pflege oder Medizin mit einer betriebswirtschaftlichen Ausrichtung und praktischem Know-How.

Aufbau und Inhalt

A Das Krankenhaus und sein Umfeld. Im Anschluss an eine kurze Einleitung von Busse und Geissler (Technische Universität Berlin), in der die wesentlichen Aufgaben eines Krankenhauses sowie die Ziele der Krankenhausbehandlung erläutert werden, folgt die Darstellung von wesentlichen Einflussfaktoren auf die Versorgung in den Krankenhäusern durch Wasem, Lux und Thomas von der Universität Duisburg-Essen. Dabei werden dem Leser weitgreifende Herausforderungen wie die Globalisierung, die Ambulantisierung und der Einfluss der demografischen Entwicklung näher gebracht. Am Ende des Kapitels gibt Lohmann (Lohmann konzept GmbH, Vorsitzender Initiative Gesundheit) einen kurzen Ausblick, wie sich die Versorgung in den Krankenhäusern nach seiner Meinung zukünftig entwickeln wird.

B Das Krankenhaus und seine Eigentümer. In Kapitel B werden zunächst die Krankenhausträger (öffentlich, privat, freigemeinnützig) sowie die verschiedenen Rechtsformen durch Kösters und Schliephorst von der Deutschen Krankenhausgesellschaft erläutert. Dabei werden Gesetzestexte anhand von Beispielen praktisch unterlegt. Im Anschluss wird durch Honsel (Isernhagen), Heyder und Strehl (Verband der Universitätsklinika Deutschlands) auf die Einordnung und Bedeutung sowie die zukünftige Entwicklung kommunaler und universitärer Krankenhäuser eingegangen. Es werden sowohl erfolgreiche Strukturen als auch Herausforderungen angesprochen, die sich für diese Krankenhäuser ergeben. Anschließend folgt die ausführliche Vorstellung der verschiedenen Krankenhausträger: universitär, privat, kirchlich. Am Ende des Kapitels geben von Friesen und Albat (PricewaterhouseCoopers AG WPG) eine kurze Einführung in die Unternehmensbewertung im Rahmen von M&A. Dabei wird neben der Bewertungsperspektive und dem Anlass auch die Durchführung dieser Methode beschrieben.

C Das Krankenhaus und sein Führungspersonal. Im Kapitel ‚Führungspersonal‘ wird erläutert welche Aspekte für die strategische Ausrichtung des Krankenhauses zu beachten sind. Dabei wird durch Bartels, Wülfing und Ohlen (MedAdvisors GmbH) zunächst auf das Corporate Governance sowie die Compliance im Krankenhaus eingegangen. Anschließend wird durch von Blanquet (Unfallkrankenhaus Berlin) die Unternehmenskultur und Kulturentwicklung im Krankenhaus thematisiert. Dabei werden Ziele, Kennzeichen sowie die Implementierung einer funktionierenden Unternehmenskultur vorgestellt. Ein kurzer Exkurs von Wichels-Schnieber (Russel Reynolds Association) thematisiert die Chancen einer neuen Generation des Krankenhausmanagements, welches neben Managementfähigkeiten auch über Spezialwissen im Gesundheitswesen verfügen muss. Danach wird das Zielmanagement im Krankenhaus durch Braun von Reinersdorff (Hochschule Osnabrück) und Rasche (Universität Potsdam) erläutert. Angefangen bei der Definition von angemessenen Zielen und dabei auftretenden Problemen, dem Nutzen von festgelegten Zielen werden schließlich wesentliche Methoden und Maßnahmen vorgestellt. Weitere Exkurse thematisieren zum einen die Werteorientierung im Krankenhaus durch Nagel (Universitätsklinikum Essen) und Friedrich (Universität Bayreuth) sowie die Herausforderung einer professionellen Führung im Krankenhaus durch Malik.

D Das Krankenhaus und seine Strategie. Nach einer kurzen Erläuterung, welche Bedeutung eine strategische Ausrichtung für ein Krankenhaus hat, folgt die Definition wesentlicher Bestandteile einer Strategie wie der Vision durch Tecklenburg (Medizinische Hochschule Hannover). Dabei wird beschrieben, wie eine Strategie entwickelt werden kann und welche ‚No Goes‘ beachtet werden müssen. Anschließend wird die Produktdefinition im Krankenhaus von Schlüter (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) thematisiert, wobei der enge Spielraum erbrachter Leistungen im Krankenhaus anhand externer Einflussfaktoren wie ökonomischem Druck und gesetzlichen Vorgaben erläutert werden. In dem folgenden Abschnitt wird von Lüngen und Zluhan (B-LUE Management Consulting) das praktische strategische Krankenhausmanagement thematisiert. Dabei werden sämtliche theoretische Ansätze auf das Krankenhaus angewandt: Strategie-Ansätze, Strategieprozess, Praxisbeispiele etc. Es folgt ein Exkurs, in welchem Rong von der Roland Berger Strategy Consultants den Nutzen einer externen Beratung diskutiert. Anschließend stellen Quante (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Wolfram (Asklepios Kliniken Hamburg GmbH) neue Versorgungskonstellationen von Krankenhäusern vor. In einem kurzen Exkurs gehen Philippi und Küttner (Sana Kliniken) nun auf die Patientenversorgung der Zukunft ein, bei welcher der Vernetzung besondere Aufmerksamkeit erteilt wird. Anschließend erläutert Juszczak (Hochschule Bonn-Rhein-Sieg) die Potenziale internationaler Märkte indem er den Medizintourismus, die Typologie dieser Patienten und die wichtigsten Herkunftsländer beschreibt. In den Exkursen am Ende des Kapitels beschäftigen sich Einhäupl und Rüde (Charité Universitätsmedizin) mit dem Wettbewerbsvorteil Wissenschaftsmanagement, Müschenich (ConceptHealth) setzt sich mit der strategischen Frühaufklärung auseinander.

E Das Krankenhaus und seine Mitarbeiter. Stachel (Universitätsklinikum Bonn) thematisiert das Personalmanagement im Krankenhaus und geht dabei detailliert auf die wesentlichsten Aspekte ein: Personalbedarf, Personalbeschaffung, Kommunikation, Personalentwicklung etc. Anschließend erläutert Lüthy (Training Coaching Outlet) was eine Einrichtung etablieren sollte, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten. Es werden Maßnahmen wie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die Motivation und Wertschätzung der Mitarbeiter sowie die Vermeidung von Bürokratisierung und ethische Verhaltenskodexe angesprochen. Schmidt (Kliniken der Stadt Köln gGmbH) geht auf das Betriebliche Gesundheitsmanagement ein und thematisiert Maßnahmen, Implementierung und Relevanz. In einem Exkurs setzt sich Dobrindt (Personalberatung) mit der langfristigen Bindung von engagierten Mitarbeitern in Zeiten des Fachkräftemangels auseinander. Darauf aufbauend stellt Hammerschlag (Institut für innovative Arbeitsbedingungen im Krankenhaus) Wettbewerbsfaktoren für die Gewinnung von Mitarbeitern dar, wie: Personalentwicklung, Wertschätzung, Arbeitszeit, Arbeitsschutz. Zuletzt geht Klaffke (Hamburg Institute of Change Management) in einem Exkurs auf die `Generation Y´ im Krankenhaus ein, welche neue Erwartungen an ein Arbeitsverhältnis hat, als ältere Generationen.

F Das Krankenhaus und seine Kunden. Das Kapitel beginnt mit einem Exkurs, in dem Thill (Institut für betriebswirtschaftliche Analysen) die Patientenzufriedenheit thematisiert. Anschließend wird von Oberreuther (Distincture Ltd.) das Einweisermanagement und -marketing thematisiert, welches das Umsatz- und Fallzahlenwachstum im Krankenhaus erheblich bestimmt. Dabei wird auf Aspekte wie die Marktpotenzialanalyse sowie die Zielgruppenanalyse im Zuweisermarketing eingegangen. Es werden strategische Allianzen mit Zuweisern und der Imageaufbau durch Compliance im Zuweisermarketing anhand von Beispielen näher gebracht. Anschließend beschreibt Matthes (Unfallkrankenhaus Berlin und Universitätsmedizin Greifswald) Spezialambulanzen und Notaufnahmen, die der Kundengewinnung dienen und zugleich als Marketing-Instrument funktionieren. Zuletzt geht Baas (Techniker Krankenkasse) auf die Qualitätspartnerschaft aus Sicht der Krankenkasse ein, bei welcher der qualitätsgetriebene Wettbewerb im Mittelpunkt steht.

G Das Krankenhaus und seine Erträge. Zunächst gibt Freytag (Universitätsmedizin Göttingen) einen Einblick in die Erträge des Krankenhauses. Angefangen bei den gesetzlichen Grundlagen wird dann das Kerngeschäft des Krankenhauses anhand der besonderen Vergütung nach dem DRG-System erläutert. Es werden auch die Folgen beschrieben, welche sich aus diesem Vergütungssystem ergeben wie bspw. die Verweildauersteuerung. Schließlich wird auch erklärt wie ein ertragsorientiertes Krankenhaus das DRG-System erfolgreich umsetzen kann. Anschließend werden weitere Geschäftsfelder des Krankenhauses beschrieben, die außerhalb der stationären Versorgung anfallen, wie das ambulante Operieren. Danach werden selektive Verträge erläutert und welche Optionen sich für deren Anwendung darstellen. Es folgt die Beschreibung des operativen und strategischen Krankenhausmanagements durch Freytag (Universitätsmedizin Göttingen), indem deren Merkmale und Ziele gegenüber gestellt werden. Hornbach und Petry (Universitätsklinikum Köln) beschäftigen sich mit der Budgetverhandlung, bei welcher sowohl die Vorbereitung, Zielsetzung, Leistungsmengenplanung als auch die Verhandlungsführung angesprochen wird. Paeger (AMEOS Gruppe) gibt im Anschluss eine Einfürhung in die Anreizsysteme des DRG-Systems. Anschließend geht Conrad (Klinikum der Johann Wolfgang von Goethe-Universität) auf das Finanzmanagement in Form von der Planung, der Leistungsfinanzierung, wesentlichen Kennzahlen und Kalkulationen ein. Zuletzt setzt sich Lütkes (Universitätsklinikum Essen) in einem Exkurs mit der ambulanten spezialfachärztlichen Behandlung auseinander, welche über Sektorengrenzen hinweg aktiv werden soll.

H Das Krankenhaus und seine Finanzierung und Investitionen. Zu Beginn gibt Behrends (Rechtsanwalt) einen Überblick über die wesentlichen Rechtsquellen der Krankenhausfinanzierung in Deutschland. Dabei geht er auf verschiedene Finanzierungen ein: Investitionen, voll- und teilstationäre Leistungen und Ausbildungsleistungen. Im folgenden Abschnitt stellen Goldschmidt (Equintern Consulting Services) und Gürkan (Universitätsklinikum Heidelberg) die Krankenhausfinanzierung im öffentlich-rechtlichen Bereich dar. Neben auftauchenden Problemen im Rahmen der dualen Krankenhausfinanzierung werden auch Finanzierungsinstrumente angesprochen (konventionell und modern). Dabei gehen sie auf auf Vorteile und Voraussetzungen ein, welche sich für bestimmte Finanzierungsformen ergeben. Anschließend beschäftigen sich Siebert (Rhön-Klinikum AG) und Pföhler (Mannheim) mit der Krankenhausfinanzierung bei privaten Trägern. Nachdem sie gesetzliche Grundlagen aufführen, folgt die Erläuterung der aktuellen Situation anhand von Praxisbeispielen. Dabei gehen sie auch auf die Zukunft der Investitionsförderung ein. Im letzten Abschnitt beschreibt Rong (Roland Berger Strategy Consultants) zukünftige Finanzierungsmodelle.

I Das Krankenhaus und seine Leistungssteuerung. Zu Beginn des Kapitels stellt Kirstein (Verwaltungsgesellschaft für Ambulanz und Rettungsdienst) Kennzahlensysteme zur Überprüfung des Unternehmenserfolgs im Krankenhaus vor, sog. Key Performance Indicators. Dabei wird auch auf deren Nutzen, Auswahl und Anwendung Schritt für Schritt eingegangen. Nachher beschreibt Sonntag (Universitätsklinikum Tübingen) das betriebswirtschaftliche Controlling. Neben den Grundsätzen des betriebswirtschaftlichen Controllings beschreibt er u.a. die Unternehmensplanung und die verschiedenen Typen des Controllings. Da im Krankenhaus vor allem die Gesundheitsversorgung der Patienten im Fokus steht, beschreibt Waldmann (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) anschließend das medizinische Controlling. Er geht vor allem auf die medizinische Dokumentation und die Finanzierung im Krankenhaus in Form von Kostenkalkulationen und Entgeltverhandlungen ein. Zuletzt setzen sich Buschmann und Schüpfer (Luzerner Kantonsspital) mit dem Risikomanagement als wesentlichen Bestandteil der Unternehmenssteuerung im Krankenhaus auseinander.

J Das Krankenhaus und seine Prozesse. Roeder (Universitätsklinikum Münster) erläutert zunächst die strukturierte Organisationsentwicklung, indem er auf wesentliche Elemente des Prozessmanagements im Krankenhaus eingeht. Anschließend beschreiben Lohfert und Peukert (Lohfert & Lohfert AG) die Einführung von Behandlungspfaden, nachdem sie deren Anwendung kritisch diskutieren. Danach geben Pfitzer, Hipp, Schlude (Porsche Consulting) und Clauser (SAP AG) einen Einblick in die Etablierung von schlanken Prozessen im Krankenhaus, der anhand von Praxisbeispielen unterlegt wird. Zuletzt wird die Standardisierung und Optimierung der Krankenhausprozesse anhand einer erarbeiteten umgestellten Betriebsorganisation am Universitätsklinikum Dresden durch Eberlein-Gonska und Albrecht umfassend vorgestellt.

K Das Krankenhaus und seine Infrastruktur. Zu Beginn stellt Lohfert (Lohfert & Lohfert AS) die Management- und Planungsaufgaben im Krankenhaus dar. Dabei geht er auf die Aufgaben des Managements, wie die Verteilung und Koordinierung von Aufgaben ein. Danach stellt er wesentliche Elemente einer erfolgreichen Planung dar, wie die Inhalte der Planungsstufen, Betriebs- und Organisationsplanung, Personalplanung etc. Anschließend thematisiert Ludes (Architekt) die Architektur im Krankenhaus. Zu Beginn geht er auf wandelnde bauliche Strukturen ein, wie bspw. den Pavillontyp oder Vertikaltyp. Nachdem er dabei die Maximen einer modernen Krankenhausplanung kurz aufgreift, folgt die detaillierte Beschreibung der Kernpunkte einer modernen Krankenhausplanung. Bartels (MedAdvisors) gibt danach eine kurze Einführung in den Weg von der Betriebsorganisation zur Gebäudestruktur. In einem Exkurs am Ende des Kapitels thematisiert Husen (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) einen wesentlichen Einflussfaktor auf den Erfolg eines Krankenhauses: die Standortbestimmung. Diesen bezieht sie auf die Nachhaltigkeit des Standortes.

L Das Krankenhaus und seine Qualität und Risiken. Zu Beginn erläutert Dürselen (DxD Consulting) den Zusammenhang zwischen Qualitätsmanagementsystemen und Zertifizierungen. Dabei bezieht sie sich auf verschiedene Zertifizierungstypen anhand von Vor- und Nachteilen uns geht auch auf den Ablauf einer solchen Zertifizierung ein. Haeske-Seeberg (Sana Kliniken AG) geht in einem Exkurs auf den Wettbewerbsvorteil Qualität ein, welcher in Form von diversen Marketingstrategien kommuniziert werden kann. Anschließend werden wesentliche Managementformen fokussiert, die sich auf Qualität und Risiken auswirken: Risikomanagement, Hygienemanagement, Fehlermanagement, Beschwerdemanagement und das kennzahlengestützte ergebnisorientierte Qualitätsmanagement im Krankenhaus. Für alle dieser Formen werden wesentliche Aspekte der Umsetzung festgehalten, welche die Implementierung in der eigenen Einrichtung ermöglichen.

M Das Krankenhaus und seine IT. In diesem Kapitel geht Trill (Fachhochschule Flensburg) auf die Chancen und Risiken eines IT-Systems im Krankenhaus ein. Nachdem er das Krankenhausinformationsystem definiert, werden IT-Strategien sowie wesentliche Herausforderungen und Perspektiven diskutiert. Anschließend stellen Gocke (amedes Holding AG) und Schneider (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) die Funktionen der Informationstechnologie im Krankenhaus vor, die sich aus steigenden Anforderungen an Dokumentation, Qualität und ökonomischen Druck ergeben. Nachdem wesentliche Aspekte eines Krankenhausinformationssystems angesprochen werden, folgt die Erläuterung von Notfallkonzepten und organisatorischen Erfordernissen, die für deren Umsetzung durchdacht werden müssen. In einem Exkurs am Ende beschäftigt sich Porsche (Porschehealth) mit der zukünftigen Weichenstellung für die IT im Krankenhaus.

N Das Krankenhaus und seine Kommunikation. In diesem Kapitel nimmt Lüthy (Training Coaching Outlet) zunächst Bezug auf das Marketing und die Corporate Identity im Krankenhaus. Dabei geht sie auf elementare Faktoren eines funktionierenden Marketings ein, wie die Strategie und die Aufgaben der Marketingabteilung. Danach stellt sie praxisnahe Lösungen vor, wie die Nutzung von Zertifizierungen als Marketinginstrument. Nachdem der Blick nach außen erfolgte, stellt Buchmann (Schlosspark-Klinik und Park-Klinik Weißensee) die interne Kommunikation dar. Sie geht auf diverse Kommunikationsmittel wie das Intranet, die Mitarbeiterzeitung etc. anhand von Vor- und Nachteilen ein. Sie erläutert danach den Nutzen einer Corporate Identity für die Mitarbeiter im Unternehmen. Im Anschluss erläutert Stoffers (St. Marien-Krankenhaus Siegen) ein immer mehr an Bedeutung erlangendes Phänomen: Die Nutzung von sozialen Netzwerken als Unternehmen für Patientenschulungen, Imageinstrumente oder Personalrecruiting. Anschließend geht Birschmann (SRH Holding) auf die Kommunikationssteuerung ein, welche die Reputation eines Unternehmens beeinflusst. Dabei erläutert er die Zielgruppen, Strategien, Medien und Pressearbeit anhand von praktischen Tipps. Im Anschluss werden verschiedene Kommunikationstypen dargestellt: Patientenkommunikation, Zuweiserkommunikation und Krisenkommunikation. Dabei werden wichtige Regeln für einen adäquaten Umgang aufgestellt.

O Das Krankenhaus und seine Logistik. Kraus (HospiGate GmbH), Bahmann (Klinikum Coburg), Burkart (Bodensee Institut) und Goldschmidt (Universität Trier) gehen auf die Reorganisation der Logistik im Krankenhaus ein. Sie benennen wesentliche Herausforderungen, erläutern den Beobachtungs- und Sondierungsprozess, den Analyseprozess sowie den Umsetzungsprozess anhand zahlreicher Flowcharts. Es folgt die Darstellung verschiedener Methoden des Beschaffungsmanagements durch Schlüchtermann und Banduhn (Universität Bayreuth). Dabei erläutern sie die Bedeutung, die Ziele und Gestaltungsspielräume des Beschaffungsmanagements. Anschließend beschriebt Herborn (GE Healthcare) den Nutzen von strategischen Partnerschaften zwischen Hersteller und Krankenhaus. Bauer (Universitätsmedizin Göttingen) und Schmeck (Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz) beschäftigen sich mit der Logistik im OP. Die Prozesslogistik wird anhand zahlreicher Praxisbeispiele, Tipps und Leitsätze praxisnah erläutert. In Bezug auf die Materiallogistik wird auch auf Gesetzesgrundlagen Bezug genommen. Anschließend stellen Baehr (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) und Bohn (Universitätsmedizin Göttingen) die pharmazeutische Logistik dar. Nachdem wesentliche Aspekte der Arzneimittelversorgung festgehalten werden, folgt die Vorstellung üblicher und neuer Wege der pharmazeutischen Versorgung, wie bspw. der Unit-Dose-Medikationsprozess. Im Anschluss stellen Romanski und Pieper (Rhenus eonova) das Abfallmanagement im Krankenhaus vor. Dabei werden wesentliche Anforderungen an eine nachhaltige Entsorgung, die Organisation des Abfallmanagements sowie die Werkzeuge und Umsetzung thematisiert. Zuletzt stellt Schmidt (P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft) das moderne Beschaffungsmanagement im Verbund dar. Im Exkurs am Ende des Kapitels setzt sich Ograbeck (Georg-August-Universität Götttingen) mit der Vorteilsannahme, Korruption und Bestechung in Form von Absatzförderungen bis Zahlungsabsprachen auseinander.

P Das Krankenhaus und seine Services. Zunächst definieren Kirchner und Knoblich (Sodexo Deutschland) das Facility Management im Krankenhaus definiert und stellen dessen Prozesse und Leistungen dar. Dabei erfolgt eine Gegenüberstellung von Eigenleistungen und strategischen Partnerschaften. Anschließend werden verschiedene Kooperationsformen zwischen Facility Management und Krankenhaus dargestellt. Danach werden von Waldecker (Klüh Catering GmbH) Trends in der Verpflegung im Krankenhaus beschrieben, die sich aus einer wandelnden Patientenstruktur ergeben. Er gibt praktische Veränderungsbeispiele, wie das Buffet-System. Danach beschreibt Pühler rechtliche Eckpunkte des In-und Outsourcings, die es zu beachten gilt. Zuletzt werden weitere Serviceleistungen, wie der medizintechnische Service und die Managementtrends bei der Aufbereitung von chirurgischen Instrumenten thematisiert.

Diskussion und Fazit

Das Buch Krankenhausmanagement von Debatin stellt alle Aspekte, die für eine gute Qualität bei gleichzeitiger Betrachtung der Wirtschaftlichkeit im Krankenhaus von Bedeutung sind, umfassend dar. In dem Werk werden zahlreiche aktuelle Themengebiete aufgegriffen, vor allem in den Exkursen der Kapitel. Die Kapitel sind logisch aufeinander aufgebaut und beinhalten umfangreiche Informationen.

Die Vielzahl der Autoren, die über ein breites Spektrum an Fachwissen verfügen, spiegelt das Expertenwissen des Buches wider. Anhand von zahlreichen Praxisbeispielen, die in verschiedensten Kapiteln aufgegriffen werden, wird die Theorie praxisnah dargestellt. Das erleichtert die Umsetzbarkeit in den Einrichtungen.

Dafür spricht ebenfalls die in dem Buch verwendete angemessene Fachsprache. Für das Verständnis dieser Sprache sollte dennoch ein Grundwissen über wirtschaftliche und medizinische Prozesse im Krankenhaus zur Verfügung stehen. Ebenso erleichtern Checklisten und zahlreiche Grafiken in Form von Flowcharts etc. das Verständnis der theoretischen Darstellungen. Der Aufbau der Kapitel folgt stets dem Grundsatz `Vom Allgemeinen zum Speziellen´. Zu Beginn werden häufig Gesetzesgrundlagen aufgegriffen, in Exkursen am Ende des Kapitels werden spezifische Themen diskutiert.

Oftmals stehen am Ende der Kapitel Zusammenfassungen, die das Erläuterte kurz und prägnant wiederholen. Das erhöht die Lesefreundlichkeit.

Wünschenswert wäre nach Ansicht der Rezensentin ein wertendes Schlusswort, in dem ein Ausblick zu zukünftigen Entwicklungen, denen sich die Krankenhäuser stellen müssen, gegeben wird.

Am Ende des Buches findet sich ein Sachwortverzeichnis, in dem wesentliche Stichworte der einzelnen Kapitel wiedergegeben werden. Dies dient der Übersichtlichkeit.

Das Buch stellt alle Aspekte des Krankenhausmanagements umfassend, praxisnah und leserfreundlich da. Dabei wird das Wissen zahlreicher Experten aufgegriffen, die allesamt an der Entstehung des Werkes mitwirkten. In zukünftigen Werken könnte sich vermehrt auf zukünftige Herausforderungen bezogen werden, wie bspw. der Demenz oder Adipositas im Krankenhaus.


Rezensentin
Paula Liedtke


Lesen Sie weitere Rezensionen zu neueren Auflagen des gleichen Titels: Nr.23423


Alle 2 Rezensionen von Paula Liedtke anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Paula Liedtke. Rezension vom 10.09.2014 zu: Jörg F. Debatin (Hrsg.): Krankenhausmanagement. Strategien, Konzepte, Methoden. MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft (Berlin) 2013. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage. ISBN 978-3-95466-061-2.

Seit Erstellung der Rezension ist eine neuere Auflage mit der ISBN 978-3-95466-301-9 erschienen, auf die sich unsere Bestellmöglichkeiten beziehen. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15662.php, Datum des Zugriffs 21.06.2018.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

Stellenangebote

Pflegeberater/in im Klientservice, Frankfurt am Main

Betreuer/in für Wohnheim, Berlin

Weitere Anzeigen im socialnet Stellenmarkt.

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Schon 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft

Gehören Sie auch schon dazu?

Ansonsten jetzt für den Newsletter anmelden!