Suche nach Titel, AutorIn, RezensentIn, Verlag, ISBN/EAN, Schlagwort
socialnet Logo

Claudia Menebröcker, Christine Smoliner (Hrsg.): Ernährung in der Altenpflege

Rezensiert von Dr. phil. Hubert Kolling, 23.10.2013

Cover Claudia Menebröcker, Christine Smoliner (Hrsg.): Ernährung in der Altenpflege ISBN 978-3-437-27681-1

Claudia Menebröcker, Christine Smoliner (Hrsg.): Ernährung in der Altenpflege. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2013. 2. Auflage. 156 Seiten. ISBN 978-3-437-27681-1. D: 29,99 EUR, A: 30,90 EUR, CH: 41,00 sFr.

Weitere Informationen bei DNB KVK GVK.

Kaufen beim socialnet Buchversand

Zählpixel

Thema

Alte Menschen können aufgrund verschiedener Erkrankungen, die mit Schluckbeschwerden, Behinderungen oder kognitiver Einschränkung einhergehen, häufig nicht mehr selbst für eine ausreichende Nährstoffzufuhr sorgen, wodurch das Risiko für Mangelernährung oder Dehydration steigt. Von daher nimmt das Thema gerade in der Altenpflege eine immer größere Rolle ein. Mit ihrem Buch „Ernährung in der Altenpflege“ möchten Claudia Menebröcker und Christine Smoliner über die bedürfnisorientierte und bedarfsgerechte Ernährung in der Altenpflege informieren.

Herausgeberinnen

„Ernährung in der Altenpflege“ wurde in der Erstauflage 2008 von Claudia Menebröcker herausgegeben. Für das in der zweiten Auflage unter Mitarbeit von Regina Best, Manuela Freudenreich, Vanessa Korpel, Hildegard Litz und Klaudia Miletic erschienene Buch zeichnen sich nun zwei Herausgeberinnen verantwortlich.

Claudia Menebröcker ist Diätassistentin für Geriatrische und Enterale Ernährungstherapie, Fachwirtin für Organisation und Führung mit dem Schwerpunkt Sozialwesen und B. A. in den Fächern Sozialwissenschaften und Erziehungswissenschaft. Nachdem sie in verschiedenen Krankenhäusern gearbeitet hat und Leiterin des Bereichs Ernährung und Diätetik in einem Catering-Unternehmen war, ist sie seit 2004 selbständig tätig in der Beratung und Fortbildung zur Ernährung und Verpflegung von Senioren. Neben Beiträgen in Fachzeitschriften wie „Altenheim“ und „Theorie und Praxis der sozialen Arbeit“ veröffentlichte sie mehrere Fachbücher, darunter gemeinsam mit Jörn Rebbe und Annette Gross „Kochen für Menschen mit Demenz“ (Norderstedt 2011) und mit Jörn Rebbe und Udo Keil „Mir schmeckt´s wieder. Das Kochbuch für alte Menschen“ (Stuttgart 2012). Ferner wirkte sie an dem von Gerlinde Strunk-Richter herausgegebenen Buch „Pflegen und Begleiten. Fachkunde Altenpflege in Lernfeldern“ (Vollmer 2013) mit.

Dr. Christine Smoliner studierte Ernährungswissenschaften an der Universität Wien. Nach fünfjähriger Tätigkeit in der klinischen Forschung in den Bereichen Ernährungsmedizin und Genetik an der Charité Universitätsmedizin Berlin und am King’s College London wechselte sie 2010 an das St. Marien-Hospital Borken. Dort leitet sie das klinische Ernährungsteam, arbeitet in der praktischen Umsetzung der Ernährungstherapie und betreut ernährungsmedizinische Studien vor Ort. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema „Auswirkungen des Ernährungszustands auf den funktionellen Status von Bewohnern eines Seniorenpflegeheims“ (Wien 2006). Im Jahre 2012 promovierte sie in Berlin über krankheitsbedingte Mangelernährung bei geriatrischen Patienten und Tumorpatienten („Risikofaktoren, Folgen und Therapie der Malnutrition am Beispiel des geriatrischen und des onkologischen Patienten“).

Aufbau

„Ernährung in der Altenpflege“ gliedert sich in die folgenden sechs Hauptkapitel, die ihrerseits zahlreiche Unterkapitel aufweisen:

  1. Grundlagen der Ernährung (S. 1-22)
  2. Mangelernährung als zentrales Ernährungsproblem alter Menschen (S. 23-41)
  3. Behandlung einer Mangelernährung (S. 43-76)
  4. Deckung des Nährstoffbedarfs (S. 77-102)
  5. Ernährung und Verpflegung als interdisziplinäre Aufgabe (S. 103-108)
  6. Ernährungsmitbedingte und ernährungsrelevante Erkrankungen (S. 109-147).

Ergänzt wird die durch ein Register (S. 153-156) erschlossene Darstellung durch einen „Anhang“ (S. 149-151) mit nützlichen Hinweisen auf:

  • Ernährungsgesellschaften
  • Berufsverbände der Ernährungsfachkräfte
  • Anbieter von Seminaren zur Ernährung und Verpflegung von Senioren
  • Bezugsquellen für Ess- und Trinkhilfen
  • Hersteller enteraler Nahrung (Trink- und Sondennahrung)
  • Hersteller pürierter Kostformen
  • Weitere interessante Internetadressen.

Inhalt

In ihrem Vorwort weisen Claudia Menebröcker und Christine Smoliner darauf hin, dass die Autorinnen des Buches das Thema aus verschiedenen Perspektiven darstellen:

  • Die Bedeutung der Ernährung und der verschiedenen Nährstoffe
  • Die Veränderungen im Alter, die Essen und Trinken beeinflussen
  • Der Umgang mit Mangel- und Unterernährung
  • Die Gestaltung des Umfelds
  • Spezielle Situationen in der Altenpflege, wie die Pflegeplanung bei Ernährungsproblemen oder die Zusammenarbeit mit verschiedenen Disziplinen.

Zur Bedeutung und Intention ihrer Veröffentlichung, die sich an Pflegekräfte sowie Fachkräfte in Küche und Hauswirtschaft wendet, halten sie sodann wörtlich fest: „Dieses Buch soll Ihnen eine leicht verständliche und praxisnahe Unterstützung bieten“ (S. V).

In ihrer Darstellung erläutern die an dem Werk beteiligten Personen nicht nur umfassend die Zusammensetzung der Nahrung bis zur Deckung des Nährstoffbedarfs, sondern auch die soziale Gestaltung der Mahlzeiten bis zur Organisation von „Essen auf Rädern“. Darüber hinaus verweisen sie auf die Ernährung und Verpflegung als interdisziplinäre Aufgabe.

Die einzelnen Kapitel, die neben dem Text auch zahlreiche schematische Abbildungen und Tabellen aufweisen, bieten in farblich (orange und grau) hervorgehoben Kästen:

  • „Besonders wichtige Aspekte“ (Punkte, die ein besonderes Augenmerk verdienen mit zusätzliche Informationen und wertvollen Tipps),
  • „Fallbeispiele“ (über ältere, pflegebedürftige Menschen mit unterschiedlichen Grunderkrankungen, anhand derer das theoretische Wissen des Buches konkret auf die Praxis bezogen wird) und
  • „Besondere Hinweise für die ambulante Pflege“ (in den auf einzelne strukturelle oder organisatorischen Besonderheiten des ambulanten Bereichs hingewiesen wird).

Ferner beinhaltet das Buch für diejenigen, die sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen wollen, die Rubrik „Zusatzinfos“ mit Wissen, das über die Grundlagen hinausgeht. Hier finden sich unter anderem Informationen über die Abläufe bei der Verdauung, zu Applikationsformen der Sondenernährung, Hinweise für den Umgang mit Problemen bei der enteralen Ernährung oder auch Informationen zu den hygienischen Voraussetzungen des Kochens und Backens mit Pflegebedürftigen.

Neu in der zweiten Auflage sind der Themenschwerpunkt Mangelernährung (mit Erläuterung von Screening und Assessmentverfahren), besondere Hinweise für die ambulante Pflege und exemplarische erläuternde Fallbeispiele.

Diskussion

Das im Volksmund weithin bekannte Sprichwort „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ bringt treffend die Bedeutung unserer Nahrungsaufnahme zum Ausdruck. Krankheits- oder altersbedingt kann es hierbei aber leicht zu kleineren und größeren Beeinträchtigungen kommen. So können etwa alte Menschen häufig aufgrund verschiedener Erkrankungen, die mit Schluckbeschwerden, Behinderungen oder kognitiver Einschränkung einhergehen, nicht mehr selbst für eine ausreichende Nährstoffzufuhr sorgen, wodurch das Risiko für Mangelernährung oder Dehydration steigt. Von daher hat das Thema Ernährung gerade in der Altenpflege eine immer größere Bedeutung.

Mit ihrem Buch „Ernährung in der Altenpflege“ informieren Claudia Menebröcker und Christine Smoliner über die bedürfnisorientierte und bedarfsgerechte Ernährung in der Altenpflege. Im Unterschied zu ernährungswissenschaftlichen Lehrbüchern ist ihre Veröffentlichung zwar weniger umfangreich, dafür aber wesentlich praxisorientierter und auf die besondere Situation in der Altenpflege zugeschnitten. Es unterstützt Pflegende gemeinsam mit anderen Fachbereichen auch bei der adäquaten Versorgung ernährungsbedingter Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

„Ernährung in der Altenpflege“ eignet sich auch als Lern- und Arbeitsbuch in der praktischen Ausbildung entsprechender Ausbildungsberufe, zumal die Zusammenhänge zwischen Stoffwechselerkrankungen und der Ernährung gut erklärt werden. Eine besondere Stärke der lehrreichen Veröffentlichung liegt dabei in der übersichtlichen Gliederung des Stoffes, der Beschränkung auf die wesentlichen Inhalte und dem starken Praxisbezug. Verbessert werden könnte hingegen die Abbildungen und zwar sowohl in qualitativer als auch quantitativer Hinsicht.

Ansonsten bleibt nur noch der Hinweis, dass das dem Autor übermittelte Besprechungsexemplar gleich an mehreren Stellen mit Verlagsstempeln („KOSTENLOSES REZENSIONS- / PRÜFEXEMPLAR. Dieses Exemplar darf nicht verkauft werden“) verunstaltet wurde.

Fazit

„Ernährung in der Altenpflege“ ist ein gelungenes Buch, das nun in zweiter Auflage vorliegt. Wer mit dem Thema zu tun hat, sei es nun in der Theorie oder Praxis, findet hier alle wichtigen Informationen.

Rezension von
Dr. phil. Hubert Kolling
Krankenpfleger, Diplom-Pädagoge und Diplom-Politologe
Mailformular

Es gibt 190 Rezensionen von Hubert Kolling.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Hubert Kolling. Rezension vom 23.10.2013 zu: Claudia Menebröcker, Christine Smoliner (Hrsg.): Ernährung in der Altenpflege. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2013. 2. Auflage. ISBN 978-3-437-27681-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15671.php, Datum des Zugriffs 26.05.2024.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht