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Bernhard Schellmann, Andreas Baumann u.a.: Handbuch Medien

Cover Bernhard Schellmann, Andreas Baumann, Martin Gläser, Thomas Kegel: Handbuch Medien. Medien verstehen - gestalten - produzieren. Verlag Europa-Lehrmittel Nourney, Vollmer GmbH & Co. KG (Haan-Gruiten) 2017. 7., erweiterte und verbesserte Auflage. 841 Seiten. ISBN 978-3-8085-3527-1. D: 48,00 EUR, A: 49,40 EUR.
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Thema

Das Handbuch Medien ist ein umfassendes Werk rund um die Bereiche der Medienkommunikation, der Mediengestaltung sowie der Medienproduktion und behandelt darüber hinaus verschiedene thematisch untergliederte Themen zu planerischen und wirtschaftlichen Fragen im Bereich des Projektmanagements und Journalismus.

Autoren

Die vier Autoren des Handbuchs Medien haben unterschiedliche Arbeitsschwerpunkte, was einen umfassenden Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche, Perspektiven auf Medienthemen und entsprechende Aufbereitungen ermöglicht.

  • Bernhard Schellmann lehrt an der Hochschule Reutlingen und an der Dualen Hochschule in Ravensburg Medientechnik und Medienproduktion. Weiterhin unterrichtet er an einer beruflichen Schule Fertigungstechnik und Sport.
  • Andreas Baumann arbeitet als freier Dozent im Bereich Medientechnik sowie Gestaltung und ist als selbstständiger Unternehmensberater in der Medien- und Filmbranche tätig.
  • Martin Gläser ist Professor an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM). Seine Forschungsgebiete sind Medienmanagement, Medienökonomie, Controlling, Projektmanagement sowie Führung.
  • Thomas Kegel ist Projektmanager für E-Learning, IT- und Prozess-Architektur beim Learning Campus der Siemens AG in München

Aufbau und Inhalt

Das Handbuch Medien ist in drei übergeordnete Teile untergliedert und entsprechend in einzelnen thematisch angrenzenden Kapiteln strukturiert. An den Seitenrändern befinden sich, neben den jeweiligen Texten, weitere Informationen, Bildquellen, Anregungen zum Weiterdenken sowie Praxisbeispiele. Am Ende eines jeden Kapitels stehen Aufgaben und Übungen zur Reflexion und Vertiefung des Kapitels sowie Literaturhinweise.

Der Aufbau des Handbuchs Medien ist folgendermaßen strukturiert:

Zunächst erfolgt in „Teil A: Grundlagen“ die Vermittlung von theoretischen Rahmungen und Grundlagenwissen zum Thema Medien, einzelne Kommunikationsmodelle werden vorgestellt und verschiedene Einsatzbereiche wie Fernsehen, Film und Radio werden historisch in ihrer Bedeutung skizziert. Dies geschieht in den drei Kapiteln:

  • „Theoretische Grundlagen“,
  • „Medien im Kommunikationsprozess“ sowie
  • „Medien in der Praxis“.

In „Teil B: Gestaltung und Produktion“ liegt der Fokus klar auf der Vermittlung technischen Know Hows und nimmt den größten Raum des Buches ein. In den elf Unterkapiteln werden folgende Themen behandelt:

  • „Elementares Gestalten“,
  • „Typografie“,
  • „Bild“,
  • „Grafik“,
  • „Bewegtbild“,
  • „Animation“,
  • „Audio“,
  • „Druck“,
  • „Multimedia“,
  • „Internet“ sowie
  • „Medieninformatik“.

Im dritten und letzten „Teil C: Wirtschaft und Management“ liegt der Fokus vor allem auf wirtschaftlichen Schwerpunkten und Inhalten der projektorientierten Arbeit. Hier erfolgt die Unterteilung in die Kapitel

  • „Projektmanagement“,
  • „Akquisition und Präsentation“,
  • „Medienrecht“,
  • „Kalkulation“,
  • „Medienproduktion“ und
  • „Marketing“.

Im Folgenden sollen nun die drei Teile und einzelne Kapitel näher betrachtet werden.

Zu Teil A: Grundlagen

Zunächst erfolgt im ersten Kapitel „Theoretische Grundlagen“ eine Auseinandersetzung mit Medienphänomenen. Hierzu werden einige definitorische Ansätze und Klassifikationen erläutert. Es werden Unterschiede hinsichtlich der direkten persönlichen Kommunikation und medial vermittelter Kommunikation herausgearbeitet. Abschließend werden einige gängige Kommunikationsmodelle (z.B. Lasswell-Formel, Shannon-Weaver-Modell) vorgestellt. Auch beschäftigt sich der erste Teil mit den Grundlagen der Medien im Kommunikationsprozess. Es werden hierzu verschiedene Grundbegriffe der Kommunikationswissenschaft abgehandelt. Begriffe wie „Kommunikatoren“, „Botschaften“ oder „Rezipienten“ werden aufgegriffen und anhand verschiedener Beispiele aus der Medienbranche aufgearbeitet (z.B. Formen der Werbebotschaften). Der Begriff der Medien wird ebenfalls auf verschiedenen Ebenen und unter Berücksichtigung von relevanten Wirkungszusammenhängen betrachtet. So erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Medienbegriff im Spiegel des Individuums, der Gesellschaft, der Politik sowie der Wirtschaft. Das Kapitel „Medien in der Praxis“ dient einer Rückschau auf die technische Entwicklung von Medien und deren Relevanz in geschichtlichen Zusammenhängen. Weiterhin werden einzelne zentrale Leitmedien wie Printmedien, das Fernsehen oder der Computer zeitgeschichtlich in den Blick genommen und gesellschaftliche Relevanzen herausgearbeitet.

Zu Teil B: Gestaltung und Produktion

„Teil B: Gestaltung und Produktion“ stellt mit elf eigenen Kapiteln den längsten Abschnitt des Handbuchs Medien dar. Die darin versammelten Kapitel sind inhaltlich nachvollziehbar aufeinander aufgebaut und bilden einen fundamentalen Wissenskanon über Kenntnisse und Prozesse der Mediengestaltung und Medienproduktion. Das Handbuch bietet einen Einstieg in grundlegende Wahrnehmungsarten von Medienprodukten, gibt Auskunft über Formelemente der Gestaltung sowie einen Einblick in die Farbenlehre. Die von den Autoren aufgeführten Prinzipien bilden eine grundlegende Einführung, bevor sie mit weiteren Kapiteln über Gestaltungsmerkmale und expliziten Gestaltgesetzen fortfahren. In den folgenden Kapiteln werden weitere Explikationen der Themen „Typografie“, „Bild“, „Grafik“, „Bewegtbild“, „Animation“, „Audio“, „Druck“, „Multimedia“, „Internet“ sowie „Medieninformatik“ gegeben. Die hier erwähnten Kapitel bieten in verschiedenen Unterkapiteln weitere Grundlagen und tiefe Einblicke in die jeweilige Thematik als auch in die Prozesshaftigkeit der Thematik.

So bietet exemplarisch das Kapitel „Bild“ zunächst thematische Eingrenzungen und eine historische Einordnung der Fotografie, bevor auf verschiedene Gestaltgesetze der Fotografie (z.B. Perspektive, Raumtiefe, Licht usw.) eingegangen wird und in weiteren Unterkapiteln auf wichtige Einflussfaktoren der Bildbearbeitung wie Tonwertkorrektur, Farbkorrekturen bis hin zu Verfremdungen und Effekten mit vielen praktischen Beispielen eingegangen und die Auswirkungen der Einflussnahme auf das Medium Bild verdeutlicht werden. In einem weiteren Unterkapitel gehen die Autoren auf die Begriffe Datenmengen, Auflösungen, Farbtiefen und Bilddateiformate ein.

Zu Teil C: Wirtschaft und Management

Der dritte Teil „Wirtschaft und Management“ speist sich aus den sechs einzelnen Kapiteln „Projektmanagement“, „Akquisition und Präsentation“, „Medienrecht“, „Kalkulation“, „Medienproduktion“ sowie dem Kapitel „Marketing“. Die hier gewählte Autorenperspektive ist eine wirtschaftliche, die vor allem für den kaufmännischen Bereich interessant erscheint. In diesen Kapiteln geht es laut Autorenaussage vornehmlich um „die wirtschaftliche Seite der Medien“ und insbesondere um die Frage, was man alles berücksichtigen muss, wenn man Medienprojekte professionell und wirtschaftlich abwickeln möchte bzw. wie das „Management von Medienprojekten funktioniert.“ (S. 609). Entsprechend werden in den einzelnen Kapiteln Grundlagen zur Projektarbeit, zu Projektabläufen oder Kostenkalkulation von Projekten vermittelt.

Aus einer medienpädagogischen Betrachtungsweise erscheint in Teil C insbesondere das Kapitel „Medienrecht“ interessant, da ein sehr ausführliches Kapitel zu verschiedenen Rechtslagen, Nutzungsrechten oder etwa zu Verwertungspraktiken vorliegt, welches quasi an jedes Arbeitsfeld und jeden Bildungsbereich anschlussfähig ist.

Diskussion

Das Handbuch Medien befindet sich bereits in der siebten Auflage. Die Untergliederung in drei zentrale Teile sowie eine weitere Einteilung in eine Vielzahl von Kapiteln ergibt aus meiner Perspektive für ein Handbuch Sinn und man kann sich stets in den einzelnen Kapiteln orientieren. Insgesamt bietet das Werk einen angemessenen Einstieg in verschiedene zentrale Themen und Arbeitsbereiche, die sich mit verschiedenen Aufgaben befassen. Interessant ist die gewählte Kapitelstruktur des Buches, da es sowohl zum Kompetenzaufbau chronologisch durchgearbeitet werden kann, als auch interessierten Leser*innen beim Querlesen einen guten Einstieg in verschiedene Teilthemen anbietet. Positiv zu werten ist die hohe Bilderdichte, die Vielzahl von Grafiken und veranschaulichenden Praxisbeispiele. Was allerdings auffällt, sind die zum Teil sehr veralteten Grafiken und Literaturquellen. Hier wäre eine Überarbeitung durchaus wünschenswert gewesen.

Das Handbuch Medien ist durch das breite Themenspektrum nicht nur für die Zielgruppe der Mediengestalter oder Medienkaufleute ein angemessenes Nachschlagewerk, ebenfalls Fotograf*innen, Journalist*innen, Videograph*innen und m.E. auch Medienpädagog*innen finden einige Anregungen.

Aus medienpädagogischer Perspektive bietet das Handbuch Medien vor allem im Bereich der Mediengestaltung und Medienproduktion hilfreiche Erkenntnisse, eine Anschlussfähigkeit an medienpädagogische Diskurse rund um die Begriffe Medienbildung, Medienerziehung oder Medienkompetenz sucht man allerdings vergebens. Dies ist für ein Handbuch, welches insbesondere für die Bereiche Mediengestaltung, Digital und Print sowie vornehmlich für das medienkaufmännische Arbeitsfeld konzipiert wurde, jedoch nicht zu erwarten oder gar intendiert.

Obwohl die Zielgruppe des Handbuchs Medien klar umrissen ist, erscheint es darüber hinaus zielführend für eine interessierte Leserschaft zu sein, welche ein medientechnisches Know How erlangen möchte, einige handwerkliche Kenntnisse im Bereich der Mediengestaltung sammeln will oder im Bereich des Medienrechts und der Medieninformatik Grundlagenwissen benötigt.

Fazit

Die Autoren Bernhard Schellmann, Andreas Baumann, Martin Gläser und Thomas Kegel legen mit der siebten Auflage des Handbuchs Medien ein umfangreiches Werk vor, welches sehr viele Aspekte der Mediengestaltung und Medienproduktion in den Blick nimmt und reflexive Zugänge zu einzelnen Themen (an)bietet. Aufgrund der Möglichkeit, das Buch sowohl chronologisch durchzuarbeiten, als auch einzelne Kapitel für sich genommen lesen zu können, macht das Handbuch Medien für viele Einsatzgebiete und Arbeitsfelder zu einem wertvollen und hilfreichen Begleiter.


Rezensent
Marco Wolf
M.A.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Arbeitsbereich Medienpädagogik der Technischen Universität Darmstadt
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Zitiervorschlag
Marco Wolf. Rezension vom 15.12.2017 zu: Bernhard Schellmann, Andreas Baumann, Martin Gläser, Thomas Kegel: Handbuch Medien. Medien verstehen - gestalten - produzieren. Verlag Europa-Lehrmittel Nourney, Vollmer GmbH & Co. KG (Haan-Gruiten) 2017. 7., erweiterte und verbesserte Auflage. ISBN 978-3-8085-3527-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15729.php, Datum des Zugriffs 21.01.2018.


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