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Susanne Fleckinger: Ehrenamtlichkeit in Palliative Care

Rezensiert von Dr. Stephanie Pfeuffer, 13.02.2014

Cover Susanne Fleckinger: Ehrenamtlichkeit in Palliative Care ISBN 978-3-658-01762-0

Susanne Fleckinger: Ehrenamtlichkeit in Palliative Care. Zwischen hospizlich-palliativer Sorgekultur und institutionalisierter Dienstleistung. Springer VS (Wiesbaden) 2013. 106 Seiten. ISBN 978-3-658-01762-0. D: 29,99 EUR, A: 30,83 EUR, CH: 37,50 sFr.
Reihe: Results.

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Thema

Das Buch befasst sich mit der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care unter drei Gesichtspunkten:

  1. Was ist die ursprüngliche Idee von Ehrenamtlichkeit?
  2. Wie verhält sich die Ehrenamtlichkeit im Entwicklungsprozess der vergangenen 30 Jahren?
  3. Wie haben sich die Funktionen der Ehrenamtlichkeit verändert?

Autorin

Susanne Fleckinger ist seit 2013 Promovendin im Interdisziplinären DoktorandInnen-Kolleg „Palliative Care & OrganisationsEthik“ der IFF-Fakultät in Wien für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung, Alpen Adria Universität Klagenfurt I Graz I Wien.

Von 2010 – 2012 Studium der Sozialen Kohäsion im Kontext Sozialer Arbeit und Gesundheit, University of Applied Sciences Emden. Abschluss: Master of Arts (M.A.) Social Cohesion. Thema der Masterarbeit: „Von hospizlich-palliativer Sorgekultur zur institutionalisierten Dienstleistung? Zur Bedeutung der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care“.

Von 2007 – 2010 Studium der Pflege- und Gesundheitswissenschaften/Public Health, Universität Bremen. Abschluss: Bachelor of Arts (B.A.) Pflege- und Gesundheitswissenschaften.

Von 2005 – 2007 Weiterbildendes Studium Palliative Care, Universität Bremen. Abschluss: Zertifikat.

Entstehungshintergrund

Springer VS Results richtet sich an AutorInnen, die ihre fachliche Expertise in konzentrierter Form auf maximal 120 Seiten präsentieren möchten. Susanne Fleckinger hat sich in ihrer Masterarbeit mit der Bedeutung der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care auseinandergesetzt und hat in diesem Kontext im Springer Verlag eine Möglichkeit der Veröffentlichung erhalten.

Aufbau

Das Buch umfasst im Hauptteil 87 Seiten und gliedert sich in sechs Kapitel:

  1. Einleitung
  2. Begriffliche Bestimmungen und Entwicklung der Analysekriterien zur Frage der Bedeutung der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care
  3. Zu den Wurzeln von Palliative Care
  4. Ehrenamtlichkeit im Entwicklungsprozess von Modellprojekten der Hospizarbeit und Palliativmedizin zur Palliativ-Regelversorgung „Palliative Care“
  5. Zu den Funktionen der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care
  6. Resümee

Es schließt sich ein Literaturverzeichnis und ein tabellarischer Anhang an, der die Hauptmerkmale stationärer Hospiz- und Palliativarbeit – 1980 (Deutschland) benennt.

Ausgewählte Inhalte

Exemplarisch gehe ich hier etwas näher auf das fünfte Kapitel ein.Hier bearbeitet die Autorin die Fragestellung nach der Bedeutung und der Funktion der Ehrenamtlichkeit im Kontext von Palliative Care. Unter dem Stichwort „Stärkung der Demokratie“ (vgl. WHO 1986) geht es ihr um den Stellenwert des zivilgesellschaftlichen Engagements bei der Interessensartikulation und Interessensvertretung spezieller Gruppen. Frau Fleckinger sieht hier Zusammenhänge zwischen der Ottawa-Charta (WHO 1986) und dem Salutogensese-Ansatz von Antonowsky. Bei der zweiten Funktionskategorie „Sicherung und Gewährleistung sozialer Integration“ sieht die Autorin noch Forschungsbedarf. Die dritte Kategorie „Beitrag zur Werte – und Normenbildung und zum zivilen Verhalten“ wird in den Kontext der zunehmenden Ökonomisierung gesetzt. Weitere Kategorien sind „Beiträge zur Wohlfahrtsproduktion“ und die „Realisierung von sozialpolitischen Fragen“. Im Resümee zeichnet die Autorin abschließend die charismatische Hospizbewegung unter dem Aspekt einer sozialen Bewegung nach.

Diskussion

Frau Fleckinger setzt sich mit dem sehr speziellen Aspekt der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care auseinander. Eine Vielzahl von Fußnoten und das vergleichsweise umfangreiche Literaturverzeichnis belegen das sorgfältige Vorgehen der Autorin. Über die Wurzeln von Palliative Care bis hin zu einem Beitrag zur Werte- und Normenbildung sowie zur Wohlfahrtsproduktion beleuchtet die Autorin in diesem Buch.

Das Resümee ihrer Untersuchungen ist wissenschaftlich sicher korrekt, wenn im Inhalt für den Leser etwas enttäuschend: Die Arbeit findet keine eindeutige Antwort auf die Frage, ob sich die Bedeutung der Ehrenamtlichkeit von einer hospizlich – palliativen Sorgenkultur zur institutionalisierten Dienstleistung entwickelt hat.

Die vorhandene Heterogenität allein schon in dem Begrifflichkeiten erschwert die Beantwortung der eingangs formulierten Forschungsfragen. Abschließend formuliert die Autorin die Hoffnung, „dass die ehrenamtlich Engagierten in Palliative Care …ihre Erfahrungen in die Gesellschaft zurückspiegeln.“

Fazit

Die Thematik der Ehrenamtlichkeit in Palliative Care wird von Susanne Fleckinger in einer sorgfältigen Literaturrecherche in verschiedenen Facetten beleuchtet. Eine eindeutige Antwort findet diese Arbeit nicht, die im Rahmen einer Masterarbeit entstanden ist. Die Zielgruppen finden in dieser Veröffentlichung jedoch einen soliden Einstieg in diese spezielle Fragestellung.

Der Preis von ca. 30 EURO für ein Buch mit insgesamt 109 Seiten wird manchen Interessenten abschrecken.

Rezension von
Dr. Stephanie Pfeuffer
Pharmazeutin, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachbereich Pflege- und Gesundheitsförderung, Evangelische Hochschule Darmstadt.
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Es gibt 13 Rezensionen von Stephanie Pfeuffer.

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Zitiervorschlag
Stephanie Pfeuffer. Rezension vom 13.02.2014 zu: Susanne Fleckinger: Ehrenamtlichkeit in Palliative Care. Zwischen hospizlich-palliativer Sorgekultur und institutionalisierter Dienstleistung. Springer VS (Wiesbaden) 2013. ISBN 978-3-658-01762-0. Reihe: Results. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15741.php, Datum des Zugriffs 14.07.2024.


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