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Paul Mecheril, Oscar Thomas-Olalde u.a. (Hrsg.): Migrationsforschung als Kritik? Konturen einer Forschungsperspektive

Rezensiert von Prof. Dr. Hartmut M. Griese, 03.09.2014

Cover Paul Mecheril, Oscar Thomas-Olalde u.a. (Hrsg.): Migrationsforschung als Kritik? Konturen einer Forschungsperspektive ISBN 978-3-531-18622-1

Paul Mecheril, Oscar Thomas-Olalde, Claus Melter, Susanne Arens, Elisabeth Romaner (Hrsg.): Migrationsforschung als Kritik? Konturen einer Forschungsperspektive. Springer VS (Wiesbaden) 2013. 287 Seiten. ISBN 978-3-531-18622-1. 39,99 EUR.
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Thema

Vgl. hierzu und im Folgenden meine überwiegend gleichlautende Rezension (Griese 2014) zum Zwillingsband der gleichen Herausgeber mit gleichem Titel, aber mit dem Untertitel „Spielräume kritischer Migrationsforschung“.

Herausgeber und Autoren

Vgl. Griese (2014). Über die AutorInnen der insgesamt 14 Beiträge in zwei Hauptkapiteln erfährt man in dem Band nichts, und es wäre verfehlt, wenn ich jetzt einige hervorheben würde.

Entstehungshintergrund

Vgl. Griese (2014).

Aufbau

Der Band besteht aus einem längeren programmatischen Einführungsartikel der Herausgeber (knapp 50 Seiten) zu „Migrationsforschung als Kritik? Erkundung eines epistemischen Anliegens in 57 Schritten“, der identisch ist mit dem Zwillingsband, sowie zwei Kapiteln zum einen zu „1. Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse – Begründung und Fragen kritischer Migrationsforschung“ mit einer kurzen Einleitung der Co-Hrsg. Susanne Arens und acht Beiträgen sowie zum anderen zu „2. Migrationsforschung als Kritik politischer Prozesse“ mit einer Einleitung des Co-Hrsg. Oscar Thomas-Olalde und weiteren sechs Beiträgen. Ein Ausblick/ Resümee/ Fazit fehlt, ebenso ein Hinweis oder Bezug zum Zwillingsband.

Ausgewählte Inhalte und Erkenntnisse

Da die umfangreiche, recht komplexe und damit komplizierte, aber inhaltsstarke programmatische Einleitung der fünf Herausgeber zu „Migrationsforschung als Kritik? Erkundung eines epistemischen Anliegens in 57 (!) Schritten“ (S. 7-55) mit dem Zwillingsband identisch ist, verweise ich auf meine Rezension dazu (Griese 2014).

In ihrer sehr knapp gehaltenen (halbe Seite ohne Vorstellung der Beiträge) Einleitung in das 1.Kapitel (S. 59ff) erwähnt Susanne Arens die Notwendigkeit einer „begrifflich-methodologisch-theoretischen Arbeit“ für die kritische Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse und die Relevanz der „zentralen Frage … was Migrationsforschung zu einer kritischen Forschung macht und wie Kritik dabei gedacht werden kann“ (S.59) – die Argumente und Postulate wiederholen sich. Da eine abschließende Bilanz oder ein Resumee in beiden Bänden fehlen, bleibt es überwiegend bei programmatischen Statements und Postulaten nach dem Motto: „Die Botschaft (Programmatik) hör´ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ (die Umsetzung) (Shakespeare).

Von den im 1.Kapitel folgenden acht Beiträgen greife ich den von Maria do Mar Castro Varela heraus, die die Kollegin einschlägig als kritische Vertreterin der Migrationsforschung sich einen Namen gemacht hat und erst kürzlich eine treffliche und zur Diskussion anregende Streitschrift vorgelegt hat (Varela 2013; vgl. meine Rezension dazu in www.socialnet.de/rezensionen/15453.php).

Varela beginnt mit Kant („Zum ewigen Frieden“ 1795) und dessen Plädoyer für ein „Recht auf Freizügigkeit aller ‚Weltbürger‘“ und sein „Sapere aude“ („Habe den Mut, Deinen Verstand zu gebrauchen“, S. 65f), um daran anschließend zu fragen: „Was ist Kritik?“ und was ist die „Rolle der Intellektuellen?“ – beides Fragen von „zeitloser Aktualität“, die jedoch „nicht universell und endgültig zu beantworten sind“ (ebd.). In ihrer Analyse unterschiedlicher Kritik-Konzepte beruft sich Varela vor allem auf Foucault, Adorno, Butler und Spivak und gelangt zu solch provokativen, aber durchaus angebrachten Erkenntnissen wie: „Lesen scheint nicht mehr angesagt, Theorien und die notwendige Abstraktion des Hier und Jetzt eine Zumutung. Die Praxis diktiert das Feld … Doch vergessen wir nicht, dass Adornos kritische Selbstreflexion nicht umsonst zu haben ist. Kritische Migrationsforschung bedeutet deswegen immer auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Weigerung, den Dingen auf den Grund zu gehen“ (S. 73). Ich zitiere diese Sätze, weil ich gerade heute eine Absage für eine von mir geleitete „kritisch-reflexixe Fortbildung“ für LeiterInnen und MitarbeiterInnen in Migrations- und Integrationsprojekten mitgeteilt bekam, da dafür kaum Interesse besteht. Varela kritisiert die „Konzept-Metapher … ‚Menschen mit Migrationshintergrund‘ … die die Reinheit der Nation, des eigentlichen Volkes sichert und eine Exklusion im Namen der Nation immer möglich macht – immer androht“ (S. 73) sowie weitere Termini im Kontext wie „Integrationsunwillige“, „Schläfer“, „Assimilierte“, denn „Sprache … bestimmt letztlich, wer der Nation zugehört und wer nicht“ (S. 73). „Migrationsforschung als Kritik“ ist demnach auch und vor allem Sprachkritik, Kritik an sprachlichen Zuschreibungen. Die Autorin endet ihre „ersten Überlegungen zur Kritik in der Kritischen Migrationsforschung“ mit einem Verweis auf Adorno und seinen Gedanken zu einer „Erziehung nach Auschwitz“ (S. 75), die ich hier als bekannt voraussetze.

In den folgenden Beiträgen des 1. Kapitels befasst sich Urmila Goel in ihrem „Plädoyer für Ambivalenzen, Widersprüchlichkeiten und Mehrdeutigkeiten in der Rassismuskritik“ mit „rassismuskritischen Perspektiven“ und favorisiert darauf aufbauend eine Fokusverschiebung in der Forschung in Richtung einer Analyse der Konstruktion von gesellschaftlichen Machtverhältnissen, die erst „MigrantInnen“ bzw. „Fremde“ und „Andere“ hervorbringen. Sie orientiert sich dabei stark an den vorliegenden theoretischen Analysen von Paul Mecheril.

Merle Hummrich konstatiert eingangs: „Der Gebrauch des Kulturbegriffs in der Migrationsforschung ist umstritten“ (S. 93) und konzentriert sich primär auf „kulturvergleichende Untersuchungen“ in der Migrationsforschung sowie auf den „Umgang mit Differenz und Bildung in Deutschland und den USA“ in methodologischer, theoretischer und terminologischer Hinsicht. Abschließend fragt sie „Ewige Reflexion oder Abschied von der Migrationsforschung?“ (vgl. dazu einerseits Helmut Schelsky: „Ist die Dauerreflexion institutionalisierbar?“ sowie anderseits meinen Aufruf, „die Ausländerforschung vom Kopf auf die Füße zu stellen“ in Griese 1984).

Radostin Kaloianov beschreibt in seinem Beitrag „Kritikpositionen von MigrantInnen im Feld gegenwärtiger kritischer Gesellschaftsforschung“ und blickt auf das „vielfältige Spektrum kritisch-theoretischer Ansätze“ innerhalb einer „migrationstheoretischen Gesellschaftskritik“ (S. 109). Er bezieht sich dabei auf die (mittlere und jüngere) „Frankfurter Schule“ (Jürgen Habermas, Axel Honneth) als Beispiel einer „Exzellenzkritik“ und die „Black Feminist Studies“ als „Existenzkritik“.

Danach (S.127ff) widmet sich Bernd Lederer der „Migrationsforschung in der neoliberalen Marktwirtschaft“, plädiert für die „Unverzichtbarkeit einer Kritik der Politischen Ökonomie“ (S. 134f) und kritisiert die „Individualisierung und Kulturalisierung des Sozialen“ (S. 131f). Andrea Ploder meint in ihren Überlegungen zu „Widerstände sichtbar machen“, dass „die (Reflexion über die, H.G.) Beziehung zwischen Forschenden und Beforschten in den Mittelpunkt“ einer kritischen Migrationsforschung gehört und favorisiert das Konzept der „kreativen Intervention“ von Homi K. Bhabba (S. 141). Im Gegensatz dazu bezieht sich Tina Spies in ihrem Beitrag „Positionen beziehen …“ nicht primär auf ökonomische Zusammenhänge, sondern auf die „Cultural und Postcultural Studies“ (Judith Butler und Stuart Hall). Zuletzt (S. 171ff) fordert Deniz Utlu in seinem „Vorschlag“ zu „Der Markt und der Mensch. Ökonomieanalyse aus Migrationsperspektive – Migrationsanalyse als Ökonomielehre“ eine vehemente Orientierung an „ökonomischen Aspekten“ in ihrer Dependenz zu den Sphären „Kultur und Soziales“, erkennt und kritisiert jedoch andererseits auch die „colour blindness“ vieler politik-ökonomischer Ansätze.

Fazit: Der Leser bleibt bei seiner Suche bzw. der Beantwortung der Frage nach dem „Kritischen“ in der „kritischen Migrationsforschung“ nach dem Studium der Beiträge im 1. Kapitel etwas verwirrt zurück nach dem Motto: „I´m just disturb, but on a higher level“.

Ergänzt werden muss hier, dass Andrea Ploder eingangs zu ihren Ausführungen darauf hinweist, dass dem vorliegenden Band eine (welche?) Tagung zugrunde liegt (was in der Einleitung m. E. verschwiegen wird) und dass als Resümee sich herauskristallisierte, „dass das Spektrum kritischer Migrationsforschung breit und vielfältig“ und jetzt schon m. E. „unübersichtlich“ ist.

„Einleitend“ (S. 157) zum 2. Kapitel „Migrationsforschung als Kritik politischer Praxen“ stellt Oscar Thomas-Olalde ein weiteres Mal fest, dass „Migration ein politisches und politisiertes Thema“ (ist), da es immer um Fragen geht, wie „Grenzen“ bzw. „Differenzen“ definiert werden und mit ihnen umgegangen wird. „Politisch“ (von „polis“, H.G.) wird dabei weit gefasst und politisch liegt immer die Frage zugrunde, was eine „gute Ordnung“, ein „gelungenes Leben“ ist und wie dieses angesichts der „Pluralität der Menschen“ zu realisieren sei (S. 193). „Kritik“ zielt dabei auf „weniger Gewalt, Unfreiheit, Deprivilegierung und Unterwerfung“ sowie „Hinterfragung und Problematisierung einer bestehenden Ordnung“ (S. 194).

In den folgenden sechs Beiträgen geht es – nunmehr exemplarisch – um Funktionen und Formen der Diskriminierung (aufgrund von Sprache, durch institutionellen Rassismus, durch Selektion und Exklusion an Österreichischen Universitäten bei Inci Dirim, die das Ganze als „race-making“ bezeichnet) und Gerhart Hetfleisch befasst sich mit „Migrationsforschung als Apologie herrschender Verhältnisse am Beispiel Hartmut Esser“ und dessen viel beachteten, wissenschaftlich, d.h. methodisch und theoretisch, kontrovers diskutierten, aber vor allem politisch-administrativ „breit rezipierten und diskutierten Integrationstheorie“. Henrik Lebuhn arbeitet sich in seinem Beitrag „Migration – Recht – Citizenship“ an der Terminologie ab und Claus Melter/ Erol Karayaz untersuchen die herrschenden Diskurse und Legitimierungen (z.B. „kulturelle Differenz“, Diskriminierung) für den (geringen) Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen mit „sog. Migrationshintergrund“.

Abschließend befasst sich Ulrike Selma Ofner mit „gesellschaftlichen Barrieren für hochqualifizierte MigrantInnen“ in Deutschland und Michaele Ralser mit der „Normalität des Rassismus“ im „Migrationsregime Europa“, die eine legale Einwanderung unmöglich macht und den Tod von Flüchtlingen in Kauf nimmt.

Diskussion

Über meine „Diskussion“ in der Rezension zum ersten Band hinausgehend (vgl. dort) oder diese ergänzend ist zuerst festzuhalten: Obwohl „Migrationsforschung als Kritik?“ aus der Sicht aller AutorInnen als relativ junges, innovatives und ambitioniertes Projekt gilt, können bereits jetzt schon etliche Differenzierungen konstatiert werden. Darauf hat u. a. Andrea Ploder (S. 141f) in ihrem Beitrag hingewiesen, wenn sie „fünf Dimensionen von Migrationsforschung als Kritik“ unterscheidet: „Gesellschaftskritik“, „Wissenschaftskritik“, „Forschungskritik“, „Interdependenzkritik“ (das Verhältnis von Politik, Medien, Öffentlichkeit zu Forschung und Wissenschaft) und „Migrationsforschung als politische Aktion“ (allerdings ohne Hinweis auf das klassische Konzept „Handlungsforschung“ bzw. „action research“). Bedeutsam ist sicher die Auseinandersetzung mit Hartmut Esser und seiner „General Theory of Action“ (vgl. dazu Talcott Parsons und Edward A. Shils 1951) und seinen Ausführungen zu Typen der „Integration“ auf der Basis einer Auswertung etlicher empirischer Studien, vor allem aus typischen Einwanderungsländern (was zumeist übersehen wird). Hierbei wird deutlich, dass die Diskussion der Esserschen Position (sog. „methodologischer Individualismus“, „ökonomische Handlungstheorie“ und „Rational-Choice-Ansatz“) und ihrer Konsequenzen in Österreich sehr viel marginaler und weniger kontrovers als in Deutschland geführt wurde und wird, dass sich die deutschsprachige Migrations- und Integrationsforschung nicht nur in „Mainstream“ und „Kritik“ aufteilen lässt – gibt es also, so wäre zu fragen und zu diskutieren, eine „nationale“ Komponente, die erklärbar wird durch Hartmut Essers einflussreiche Position in der Deutschen (Gesellschaft für) Soziologie hinsichtlich ihrer zentralen Bereiche (Sektionen) „Allgemeine soziologische Theorie“ und „Methoden empirischer Sozialforschung“? Und woran liegt es, dass man „an Hartmut Esser in der deutschsprachigen Soziologie (und vor allem Migrationsforschung, H.G.) nicht vorbeikommt“ (S. 213)? Hartmut Esser repräsentiert eine methodologisch unangreifbare, methodisch rein quantitativ-messende und theoretisch-einseitige (fehlgeleitete Anthropologie und Ökonomie als Fixpunkte) Position, die man nur in Bezug auf ihre Prämissen in Frage stellen kann (Menschen- und Gesellschaftsbild, naturwissenschaftliches Verständnis von Sozialwissenschaft) und eckt damit vor allem beim politisch und pädagogisch orientierten Mainstream an. Darüber hinaus, nebenbei bemerkt, provoziert Hartmut Esser gerne und hat Spaß an kontroversen Debatten.

Nicht zu vergessen wäre in einer solchen Debatte um Hartmut Esser, dass auch dieser im Sinne eines „Kritischen Rationalismus“ das Etikett „Kritik“ für sich reklamieren würde, so dass wiederum die Gretchen-Frage gestellt werden muss: Sag, wie hast Du´s mit (dem) Kritik(begriff)? Oder gibt es diametral entgegen gesetzte Positionen einer „kritischen Migrationsforschung“? Schon der ehemals in der heißen Zeit methodologischer und erkenntnistheoretischer Debatten heftig ausgetragene „Positivismusstreit“ (Adorno et al 1969) hat auf dieses Dilemma unterschiedlicher Auffassungen von „Kritik“ in der Wissenschaft aufmerksam gemacht.

Fazit

Auch hier verweise ich auf meine Rezension des anderen Bandes, wobei mir z.B. unklar ist, inwieweit sich beide Bände inhaltlich-konzeptionell wirklich voneinander unterscheiden. Die Basisaussagen, Postulate und Thesen zu einer „Migrationsforschung als Kritik“ wiederholen sich. Stärker betont werden im hier vorliegenden Band die „Rassismuskritik“, die Betonung der Relevanz einer „politischen Ökonomie“ sowie allgemeine Probleme der Terminologie (z.B. „Kultur“, „Migrationshintergrund“ etc.) einer „Migrationsforschung als Kritik“. Da keine Zusammenfassung, Fazit oder ein Resümee vorliegen – was bei einem (zwei) Reader auf der Grundlage von Vorträgen einer Tagung (welche?) eigentlich der Fall sein sollte – bleibt auch das Fragezeichen im Titel weiter bestehen. Und da auch von Paul Mecheril, dem Leader des Projektes, kein fokussierender Beitrag zu einer „kritischen Migrationsforschung“ oder zu „Migrationsforschung als Kritik“ (ist das eigentlich identisch?) vorliegt, muss der durch die beiden hochinteressanten, profilierten, wegweisenden und damit die (deutschsprachige) Migrationsforschung erfreulich perturbierenden Bände neugierig gemachte Leser auf das entsprechende Werk von Mecheril warten.

Ob der soeben angekündigte Band von Anne Broden und Paul Mecheril zu „Solidarität in der Migrationsgesellschaft“ (mehr) Klarheit über das Projekt einer „kritischen Migrationsforschung“ gibt – hier vor allem wohl im Gewand der Versionen (vgl. oben) „Interdependenzkritik“ und „Migrationsforschung als politische Aktion“ (Solidarität) ist also abzuwarten. Also: Demnächst vermutlich mehr zu diesem begrüßenswerten und ambitionierten, den Mainstream der Migrationsforschung provozierenden und in dieser Hinsicht politisch wie wissenschaftlich notwendigen und überfälligen Projekt.

Außerdem wünsche ich mir, dass sich die „kritisch“ nennenden, vor allem jüngeren VertreterInnen einer Migrationsforschung an den bekannten und schon klassisch zu nennenden Beispielen und Vorbildern einer „kritischen“ Soziologie und Methodologie abarbeiten – gemeint sind z.B. der „Positivismusstreit“ (vgl. Adorno et al 1969), die „Handlungsforschung“ („action research“, exemplarisch Horn 1979) oder „Politische Ökonomie der Gastarbeiterfrage. Migration und Kapitalismus“ (Nikolinakos 1973).

Literatur

  • Adorno, Theodor W. u. a. (1969): Der Positivismusstreit in der deutschen Soziologie. Neuwied und Berlin
  • Griese, Hartmut M. (Hrsg.) (1984): Der gläserne Fremde. Bilanz und Kritik der Gastarbeiterforschung und der Ausländerpädagogik. Opladen
  • Ders. (2014): Rezension zu Maria do Mar Castro Varela: Ist Integraztion nötig? Eine Streitschrift. www.socialnet.de/rezensionen/15453.php
  • Ders. (2014): Rezension zu Mecheril, Paul u.a. (Hrsg.) Migrationsforschung als Kritik? www.socialnet.de/rezensionen/17206.php
  • Horn, Klaus (Hrsg.): Aktionsforschung: Balanceakt ohne Netz? Methodische Kommentare. Frankfurt
  • Nikolinakos, Marios (1973): Politische Ökonomie der Gastarbeiterfrage. Migration und Kapitalismus. Reinbek
  • Parsons, Talcott und Edward A. Shils u.a. (1951): Towards a General Theory of Action. Cambridge Mass.
  • Schelsky, Helmut (1957): Ist die Dauerreflexion institutionalisierbar? In: Ders. (1965): Auf der Suche nach Wirklichkeit. Düsseldorf-Köln
  • Varela, Maria do Mar Castro (2013): Ist Integration nötig? Eine Streitschrift. Freiburg

Rezension von
Prof. Dr. Hartmut M. Griese
Leibniz Universität Hannover, Philosophische Fakultät, Institut für Soziologie und Sozialpsychologie.
ISEF-Institut (Institut für sozial- und erziehungswissenschaftliche Fortbildung
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Es gibt 85 Rezensionen von Hartmut M. Griese.

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Zitiervorschlag
Hartmut M. Griese. Rezension vom 03.09.2014 zu: Paul Mecheril, Oscar Thomas-Olalde, Claus Melter, Susanne Arens, Elisabeth Romaner (Hrsg.): Migrationsforschung als Kritik? Konturen einer Forschungsperspektive. Springer VS (Wiesbaden) 2013. ISBN 978-3-531-18622-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/15969.php, Datum des Zugriffs 14.08.2022.


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