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Tobias Braune-Krickau (Hrsg.): Handbuch Kulturpädagogik für benachteiligte Jugendliche

Cover Tobias Braune-Krickau (Hrsg.): Handbuch Kulturpädagogik für benachteiligte Jugendliche. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2013. 973 Seiten. ISBN 978-3-407-83178-1. D: 78,00 EUR, A: 80,20 EUR, CH: 100,00 sFr.

Reihe: Pädagogik.
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Thema

Kulturpädagogik hat zweifellos Konjunktur – kulturpädagogische Projekte in der schulischen und außerschulischen Arbeit mit Jugendlichen erfreuen sich zunehmend großer Beliebtheit. Die vorliegende Publikation fokussiert dabei insbesondere Jugendliche, die benachteiligt sind und stellt die Frage, inwieweit kulturpädagogische Arbeitsformen durch ihre kreativen Spezifika und Charakteristika Möglichkeiten jenseits der klassischen didaktisch-pädagogischen Konzepte eröffnen. Die Herausgeber_innen verweisen dabei insbesondere auf die potentiellen positiven Effekte kulturpädagogischer Praxis wie die Stärkung des Selbstvertrauens, die Entstehung von Prozessen der Selbstreflexion und der Erschließung neuer Ausdrucksformen. Insbesondere aber stellen die Herausgeber_innen – und dieser Idee und Praxis ist auch die vorliegende Publikation verpflichtet – dar, dass kulturpädagogische Arbeitsformen „benachteiligten Jugendlichen einen besonderen Zugang zur Gesellschaft und zu sich selbst anbieten“ (vgl. S. 13).

Basierend auf dieser Grundlage verfolgt das Handbuch Kulturpädagogik für benachteiligte Jugendliche zwei Zielsetzungen: Zum einen stellt es theoretische Grundlagen dar, die einerseits die zentrale Idee einer Kulturpädagogik für benachteiligte Jugendliche entfalten und andererseits die übergreifenden Schlüsselkonzepte erörtern, „um die Praxis auf ein reflektiertes Fundament zu stellen“ (vgl. S. 13). Zum anderen werden zwölf zentrale Handlungsfelder der Kulturpädagogik sowohl theoretisch als auch durch Best-Practice-Beispiele eingeführt. Ergänzt wird das Handbuch durch Materialien und Anregungen, die auf der Internetseite www.kulturpaedagogik.net dargestellt werden. Dort finden sich auch zahlreiche weiterführende Informationen zu den in der Publikation vorgestellten Projekten.

Zielgruppen

Als Zielgruppen des Handbuchs werden zunächst von den Herausgeber_innen diejenigen angegeben, die professionell mit benachteiligten Jugendlichen kulturpädagogisch arbeiten. Darüber hinaus ist die Publikation aber auch für jene relevant, die sich im Rahmen von Ausbildung, Studium oder Fachdiskurs über das Thema verständigen möchten. Zudem dürften aber auch Leser_innen aus externen Diskurs- und Handlungsfeldern, die sich einen Überblick über die Möglichkeiten kulturpädagogischer Arbeitsformen und deren theoretischer Verankerung verschaffen möchten, zum Adressat_innenkreis gehören.

Herausgeber_innen und Autor_innen

Für das Handbuch zeichnen drei Herausgeber_innen verantwortlich.

Tobias Braune-Krickau ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg, Fachgebiet praktische Theologie. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Religion in Gesellschaft und Kultur, Diakonie, Jugendarbeit sowie Religions- und Sozialphilosophie. Prof. Dr. Stephan Ellinger ist Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik bei Lernbeeinträchtigungen an der Julius-Maximilian-Universität Würzburg. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören pädagogische Beratung, soziologische Aspekte in der Sonderpädagogik, Ganztagsschule sowie Förderung bei Lern- und Verhaltensbeeinträchtigungen. Clara Sperzel ist Studentin der Evangelischen Theologie und der Erziehungs- und Bildungswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg.

Die drei Herausgeber_innen versammeln in ihrem Handbuch insgesamt 62 Beiträge von über 70 Autor_innen. Die Bezüge der Autor_innen sind dabei vielfältig, zu ihnen gehören sowohl Professor_innen und Wissenschaftler_innen u.a. aus den Bereichen Erziehungswissenschaften und Kulturpädagogik sowie Praktiker_innen aus den vielfältigen Handlungsfeldern.

Aufbau

Die inhaltliche Gliederung des Handbuchs teilt sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Dabei umfasst der theoretische Teil mit zwei Themenschwerpunkten sowohl den Teil I ‚Kulturpädagogik und Benachteiligung‘ als auch den Teil II ‚Grundbegriffe‘.

Der erste Teil – ‚Kulturpädagogik und Benachteiligung‘ – setzt sich dabei mit den theoretischen Dimensionen von Kulturpädagogik und Benachteiligung auseinander und subsummiert Beiträge zu den Themen

  1. Geschichte der Kulturpädagogik (Jörg Zirfas),
  2. Kulturpädagogik: Begriff und Grundlagen (Max Fuchs),
  3. Benachteiligende Lebenssituationen (Stephan Ellinger),
  4. Äußere und innere Armut (Thomas Müller).

Der zweite Teil ‚Grundbegriffe‘ setzt sich mit den zentralen Begriffen und theoretischen Dimension von Kulturpädagogik auseinander. Darunter fallen folgende Beiträge:

  1. Kreativität und Kreativitätsförderung (Stephan Ellinger & Lars Fengler),
  2. Kultur (Tanja Brühl),
  3. Erziehung – Bildung – Sozialisation (Oliver Hechler),
  4. Selbstwirksamkeit (Katharina Weiland),
  5. Anerkennung (Tobias Braune-Krickau),
  6. Erleben und Erlebnis (Gerhard Schad),
  7. Form und Inhalt: Soziologische Implikationen für pädagogisches Bewusstsein (Stephan Ellinger),
  8. Ästhetische Bildung (Eckart Liebau).

Der dritte, praxisorientierte Teil ‚Handlungsfelder‘ besteht aus 50 (!) Einzelbeiträgen, gegliedert in zwölf verschiedene Handlungsfelder. Dabei wird deutlich, dass Kulturpädagogik im vorliegenden Handbuch als eine Arbeitsform verstanden wird, die nicht institutionell gebunden ist. Kulturpädagogik kann somit „sowohl Teil übergreifender pädagogischer Konzepte als auch selbst umfassende Zielvorgabe einer speziellen Einrichtung sein“ (S. 14). Die vorgenommene Gliederung in die Handlungsfelder ermöglicht es, gebündelte Einblicke in die zentralen Handlungsfelder der Kulturpädagogik zu erlangen.

  1. Kunst (Beiträge von Andrea Sabisch; Claudia Ellinger; Ava Towfigh & Felix Becker; Maurice Kusber, Alexandra Renken & Alan Müller),
  2. Lesen (Beiträge von Winfred Kaminski; Winfried Paetzel; Katharina Pfeiffer & Miriam Witteborg; Andreas Weitkamp & Claudia Heller),
  3. Digitale Medien (Beiträge von Stefan Aufenanger; Joachim Burger; Petra Linden; Gerda Sieben & Heiko Walter),
  4. Museum (Beiträge von Tobias Nettke; Christiane Rolfs; Karoline Hock & Simone Doll-Gerstendörfer; Jochen Meister),
  5. Musik (Beiträge von Jürgen Vogt; Stefan vom Scheidt & Tobias Braune-Krickau; Sarah Wagner; Dierk Zaiser),
  6. Spiel (Beiträge von Ulrich Heimlich; Andrea Übler-Winter; Jens Wiemken & Dieter Simon),
  7. Tanz (Beiträge von Felicitas Lowinski; Gernot Rehberg; Carolin Barczyk & Christine Einhellinger),
  8. Theater (Beiträge von Wolfgang Sting; Winfried Seidel; Thorsten Hebel & Carsten Stier; Franz Kasper Krönig),
  9. Zirkus und Artistik (Beiträge von Matthias Christel; Katharina Witthaus & Hans-Jürgen Blickle; Michael Pigl-Andrees; Emil Hartmann, Simone Lechner & Volker Traumann),
  10. Film (Beiträge von Vinzenz Hediger; Andreas von Hören; Gudrun Sommer & Volker Köster; Patrick Borchers; Angelika Beranek),
  11. Fotografie (Beiträge von Alfred Holzbrecher; Günter Burkart; Bettina Judt, Matthias Steg & Iva Grubisic),
  12. Tischkultur (Regina Frisch; Jochen Arnhofer & Michael Lohmann; Werner Bitsch & Harald Ebert).

Abgeschlossen wird das Handbuch durch einen Anhang mit einem Stichwortregister und einem Autor_innenverzeichnis. Dem Stichwortregister kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da es die Möglichkeit schafft, Verbindungen zwischen den einzelnen Artikeln zu schaffen, die auf den ersten Blick – anhand des Titels – ggf. nicht möglich sind.

Die vorgenommene Gliederung, einerseits in theoretische und praktische Dimensionen als auch andererseits innerhalb der Handlungsfelder kulturpädagogischer Arbeitsformen, ermöglicht den Leser_innen, je nach Interessenschwerpunkten und Fokussierungen, einzelne Beiträge gezielt herauszugreifen. Das Handbuch eignet sich damit sowohl zum chronologischen als auch zum selektiven Lesen und dient somit, je nach Bedarf, einer einführenden und/oder einer vertiefenden Auseinandersetzung.

Ausgewählte Inhalte

Das erste Kapitel ‚Kulturpädagogik und Benachteiligung‘ entfaltet in vier verschiedenen Artikeln die grundlegenden Theorien und Bestandteile einer Kulturpädagogik für Benachteiligte.

Im ersten Beitrag wendet sich Jörg Zirfas aus einer historischen Perspektive dem Begriff der Kulturpädagogik zu, indem er die drei historischen Stationen – die geisteswissenschaftliche Kulturpädagogik, die emanzipatorische Kulturpädagogik und die reflexive Kulturpädagogik – skizziert. Abschließend stellt er perspektivisch die Entwicklung dar und verweist auf vier Aspekte, die seines Erachtens in der nahen Zukunft eine neue zentrale und/oder veränderte Rolle spielen werden: Die Annäherung von Kulturpädagogik und Schule, das Schnittfeld von Medienpädagogik und Kulturpädagogik, die Auswirkungen von Internationalisierung und Globalisierung sowie die Bedeutung des demografischen Wandels.

Im zweiten Beitrag setzt sich Max Fuchs mit den Begriffen und Grundlagen von Kulturpädagogik auseinander. Dabei zeigt er einen Systematisierungsversuch auf und ordnet Kulturpädagogik im Dreieck Alltag/Erziehungswirklichkeit, Wissenschaft und Politik ein. Abschließend wendet er sich den Theorien der Kulturellen Bildung zu, bevor er ausblickt und postuliert, dass Kulturpädagogik „sensibel auf kulturelle Wandlungs- und Entwicklungsprozesse reagieren“ (S. 58) muss. Gleichzeitig verweist er auf die offene Fragestellung und die damit verbundene Unklarheit ‚wie‘ kulturpädagogische Angebote sich im Spannungsfeld zwischen den Anpassungserfordernissen und Emanzipationszielen bewegen. In Folge stellt er der akademischen Kulturpädagogik die Aufgabe, sich verstärkt sowohl mit belegbaren Wirkungen als auch mit der Entwicklung einer Theorie der Kulturpädagogik zu beschäftigen.

Stephan Ellinger beschreibt im dritten Beitrag in einem Überblick benachteiligende Lebenssituationen Jugendlicher und stellt dabei fünf Benachteiligungssituationen – Jugendliche aus benachteiligenden Milieus, Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus Flüchtlingsfamilien, Jugendliche aus armen Familien, Jugendliche aus Risikofamilien und traumatisierte Jugendliche – und deren potentielle negative Auswirkung auf die persönliche Entwicklung und insbesondere in Bezug auf die kulturelle Teilhabe vor.

Im abschließenden vierten Beitrag beschäftigt sich Thomas Müller mit der Vielschichtigkeit von Armut und verweist auf die Potentiale und möglichen Perspektiven einer sensiblen Kulturpädagogik im Umgang mit Armut. Dabei appelliert er abschließend an (kultur-)pädagogische Arbeitsformen entwürdigende Zuschreibungen aufzulösen, anstatt sie zu verdecken und zu stützen.

Während im ersten Kapitel die theoretischen Grundlagen kulturpädagogischer Arbeitsformen mit benachteiligten Jugendlichen dargestellt werden, werden im zweiten Kapitel in acht Beiträgen jene zentralen Grundbegriffe erörtert, die übergreifend für alle Handlungsfelder eine zentrale Rolle spielen. Dabei sind die Beiträge so aufgebaut, dass sie die Begrifflichkeiten in Bezug auf den jeweiligen zugrundeliegenden Kontext definieren und systematisch einordnen.

So erklären Stephan Ellinger und Lars Fengler die Begriffe Kreativität und Kreativitätsförderung und klassifizieren diese anhand verschiedener Theorien und Erklärungsansätze, um sie abschließend in kulturpädagogische Überlegungen einzuordnen, während Tanja Brühl den Begriff Kultur in Bezug auf die differenten wissenschaftlichen Disziplinen einfügt. Oliver Hechler hingegen definiert in seinem Beitrag die Grundbegriffe Erziehung, Bildung und Sozialisation und stellt sie in ihren Bezügen und Verhältnissen dar.

In weiteren Beiträgen werden die Begriffe Selbstwirksamkeit von Katharina Weiland und Anerkennung von Tobias Braune-Krickau definiert und insbesondere auch in Bezug zu Benachteiligung gesetzt. Katharina Weiland skizziert dabei, dass in Bezug auf Selbstwirksamkeit zu klären ist, welches ‚Maß‘ das ideale ist, bevor sie abschließend die Diagnostik von Selbstwirksamkeit vorstellt. Tobias Braune-Krickau unterdessen stellt in seinem Beitrag Anerkennung als Grundbegriff des Sozialen dar und zeichnet mittels der Anerkennungstheorie von Axel Honneth nach, dass Anerkennung „nichts anderes als die praktische Bedingung von Freiheit“ (S. 216) ist. Auf dieser Grundlage fragt er, inwieweit kulturpädagogische Arbeitsformen Übertragungsmöglichkeiten für Anerkennung, insbesondere in Bezug auf benachteiligte Jugendliche, darstellen. Abschließend resümiert er, dass das Ziel kulturpädagogischer Arbeitsformen nicht sein kann Jugendliche in eine kompatible Passform für wirtschaftliche Zwecke zu bringen, sondern – anknüpfend an den Beitrag von Thomas Müller im ersten Kapitel – an der ‚inneren Welt‘ der Jugendlichen ansetzen sollte, in der Hoffnung, dadurch auch aus der äußeren Armut herauszuhelfen. In Folge beschäftigt sich Gerhard Schad in seinem Beitrag mit der Unbestimmtheit der Begriffe Erleben und Erlebnis und konkretisiert die Zusammenhänge, in die Erleben eingebunden ist. Dabei unterstreicht er die Wichtigkeit der Kenntnisse über die Zusammenhänge, die es erlauben „konstruktiv in den Prozess der Bewusstseinsbildung einzugreifen“ (S. 238).

Stephan Ellinger beschäftigt sich im Weiteren in seinem Beitrag mit „Form und Inhalt: Soziologische Implikationen für pädagogisches Bewußtsein“ und deren wechselseitiger Verwobenheit im Alltag. Er stellt Form und Inhalt als strukturgebendes „ambivalentes Gegensatzpaar“ (S. 250) im Alltag dar und zeigt beispielhaft, anhand der Kulturarbeit mit Jugendlichen aus armen Haushalten, auf, wie sich inhaltliche von formaler Kulturarbeit unterscheidet. Im letzten Beitrag des zweiten Kapitels setzt sich Eckart Liebau mit dem Grundbegriff „Ästhetische Bildung“ u.a. sowohl in historischer als auch in internationaler Perspektive auseinander. Er kommt so zu dem Schluss, dass es gerade im Bereich der Förderpädagogik für benachteiligte und gehandicapte Kinder und Jugendliche darauf ankommt, ihnen früh möglichst einen intensiven und qualitativ hochwertigen gut gangbaren Zugang zu den Künsten zu ermöglichen. Abschließend weißt auch er auf die zentrale Entwicklungsaufgabe für Theorie und Praxis hin, die seines Erachtens in der Verbindung der Diskurse über kulturelle Bildung, Inklusion, Nachhaltigkeit und Interkulturalität besteht.

Den Abschluss bildet das dritte Kapitel des Buches, das sich zwölf unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kulturpädagogik widmet. Gleichwohl bildet dieser Teil mit fast 700 Seiten den inhaltlichen Schwerpunkt; die Gliederung folgt dabei den einzelnen Sparten (Kunst, Lesen, digitale Medien, Museum, Musik, Spiel, Tanz, Theater, Zirkus und Artistik, Film, Fotografie, Tischkultur).

Die Unterkapitel enthalten jeweils drei bis fünf Beiträge, die das vorangestellte Handlungsfeld näher skizzieren. Dabei werden die Handlungsfelder vorwiegend mit einer theoretischen Einführung eröffnet und im Weiteren durch Beispiele guter Praxis ergänzt, die sowohl die Möglichkeiten und Chancen als auch die jeweiligen Begrenzungen aufzeigen. Gleichwohl geben gerade die Beispiele guter Praxis insbesondere Praktiker_innen konkrete durchführbare Anregungen an die Hand. Daher ist auch der Hinweis der Herausgeber_innen zu verstehen, die das Buch vor allen Dingen für jene empfehlen, die konkret mit benachteiligten Jugendlichen arbeiten. Insbesondere die Beiträge guter Praxis sind dabei so aufgebaut, dass neben der typischen Vorgehensweise und dem Projektablauf auch die damit verbundene pädagogische Idee dargestellt wird. Zudem werden in jenen Beiträgen vielfach neben der Konkretisierung der Praxis, Materialien in Form von weiterführenden Links und Literaturhinweisen zur Verfügung gestellt.

Im Folgenden kann nicht explizit auf die vielzähligen und zahlreichen Beiträge im Kapitel Handlungsfelder eingegangen werden, was diese jedoch keinesfalls schmälern soll, sondern nur darauf verweist, dass die Herausgeber_innen es mit dem vorliegenden Handbuch geschafft haben, einen vielfältigen theoretischen und praktischen Überblick über die zentralen Handlungsfelder der Kulturpädagogik vorzulegen.

Fazit

Das vorgelegte Handbuch stellt mit seinen zahlreichen theoretischen und praktischen Beiträgen ein Grundlagenwerk im Kontext der Kulturpädagogik für Benachteiligte dar. Dabei zeigt schon die Gliederung eine gute Systematisierung und Strukturierung des Feldes auf: Während die Beiträge in den Teilen I und II eher eine theoretische Fundierung der Praxis darstellen, werden im dritten Teil durch praxisnahe Darstellungen Reflexionsangebote und Anregungen für die konkrete kulturpädagogische Arbeit gegeben. Das Handbuch ermöglicht damit sowohl einen differenzierten wie konkreten Einblick in die theoretischen Grundlagen als auch in die zentralen Handlungsfelder der Kulturpädagogik; so wird mit der ersten Ausgabe ein umfassendes Werk vorgelegt. Gleichwohl resümieren einige Autor_innen des ersten und zweiten Kapitels, dass es in Bezug auf die Kulturpädagogik Forschungsdesiderate gibt und zeigen Fragestellungen auf, die es ihres Erachtens wert sind, gezielt hier Forschung zu betreiben. Diese Anregung könnten die Herausgeber_innen bei einer folgenden Auflage aufgreifen und dann auch ergänzend Forschungsergebnisse in Bezug auf die vielfältigen Handlungsfelder darstellen.


Rezensentin
Dr. phil. Anne van Rießen
Dipl.-Soz. Arb.
Gastprofessur an der Hochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften, mit den Arbeits- und Forschungsschwerpunkten: Nutzer_innenforschung, Partizipation und Demokratisierung Sozialer Arbeit, sozialraumbezogene Soziale Arbeit
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Zitiervorschlag
Anne van Rießen. Rezension vom 26.05.2014 zu: Tobias Braune-Krickau (Hrsg.): Handbuch Kulturpädagogik für benachteiligte Jugendliche. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2013. ISBN 978-3-407-83178-1. Reihe: Pädagogik. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16136.php, Datum des Zugriffs 24.11.2017.


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