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Jürg Frick: Die Droge Verwöhnung. Beispiele, Folgen, Alternativen

Rezensiert von Dipl. Soz.-Päd. Claudia Haider, 27.07.2004

Cover Jürg Frick: Die Droge Verwöhnung. Beispiele, Folgen, Alternativen ISBN 978-3-456-84092-5

Jürg Frick: Die Droge Verwöhnung. Beispiele, Folgen, Alternativen. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle) 2004. 2. Auflage. 168 Seiten. ISBN 978-3-456-84092-5. 19,95 EUR. CH: 34,90 sFr.
Reihe: Psychologie-Sachbuch.

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Thema des Buches

Fast alle Eltern wollen das Beste für ihre Kinder - das scheint nicht immer zum Besten zu führen. Von Verwöhnung als Droge, als "subtiler Form der Kindesmisshandlung" handelt das vorliegende Buch. Es handelt von der Entstehung von Verwöhnung im Alltag sowie ihrer Verbreitung nicht nur bei Eltern, sondern auch bei LehrerInnen und professionellen ErzieherInnen. Der Autor bezieht in der Entwicklung des Themas Erkenntnisse der Entwicklungs- und Tiefenpsychologie ein und versucht eine wissenschaftliche Herangehensweise an den Begriff Verwöhnung. Einbezogen werden die Gründe für verwöhnendes Verhalten der Erziehenden sowie auch Lösungen entwickelt, wie es anders gehen kann.

Der Autor

Der Autor ist Professor an der Pädagogischen Hochschule Zürich und hat sowohl Psychologie als auch Pädagogik studiert. Erfahrungen zum Thema sammelte er desweiteren als Dozent am Zürcher Kindergärtnerinnen- und Hortseminar. Er ist auch Verfasser eines Buchs zum Thema Geschwister und ihre Bedeutung für das Leben.

Aufbau und Inhalt

Innerhalb von 8 Kapiteln entwickelt der Autor das Thema. Nach kurzer Einleitung, ausgehend von der begrifflich-phänomenologischen Ebene (Kapitel 2), befasst er sich mit den unterschiedlichen Feldern, in denen Verwöhnung vorkommt, von der Kindheit über Schule und Ausbildung hin in weitere Bereiche wie Freundschaft, Partnerschaft, Freizeit, Konsum, Gesundheit und Medizin wie abschließend auch Religion und Esoterik (Kapitel 3). Dreiundzwanzig häufige Auswirkungen von Verwöhnung füllen das 4. Kapitel mit beispielhaften Beschreibungen der Folgen in den im vorherigen Kapitel beschriebenen Bereichen. In Kapitel 5 stellt Frick mögliche Hintergründe und Bedingungen der Verwöhnung dar, bevor er in Kapitel 6 Verwöhnung als subtile Form der Kindesmisshandlung diskutiert. Anhand eines extremen Fallbeispiels in Kapitel 7 versucht der Autor auch dem letzten Leser / der letzten Leserin des Buches zu verdeutlichen, welch schlimme Folgen Verwöhnung nach sich ziehen kann. Kapitel 8 befasst sich dann mit den im Klappentext versprochenen Lösungsansätzen und Alternativen zur Verwöhnung im Erziehungsalltag.

Im Anhang finden bekehrte ErzieherInnen einen Fragebogen, anhand dessen diese ihr eigenes Verhalten überdenken und anschließend im besten Fall verändern können.

Das Literaturverzeichnis sowie eine Vorschlagsliste empfehlenswerter Bilderbücher zum Thema runden das Buch - und das Thema - ab.

Zielgruppe

In der Einleitung empfiehlt Jürg Rüedi das Werk allen Eltern, KinderpsychologInnen, ErzieherInnen und Lehrkräften aller Stufen. Im Großen und Ganzen bleibt dieser Empfehlung wenig hinzu zu fügen. Allerdings betrachte ich den möglichen Nutzen des Buches eher skeptisch: die genannten Beispiele scheinen mir allzu einfach gewählt - wenn Erziehung im Alltag so einfach zu durchschauen und verändern wäre, gäbe es keinen entschuldbaren Grund mehr für Erziehungsprobleme. Ich glaube nicht, dass erfahrene Pädagogen in diesem Band neue Ansätze finden können, wohl aber der ein oder die andere Erziehende - Mutter oder Vater - die sich womöglich zum ersten Mal mit dem Thema befassen.

Fazit

Die Aussagen vieler bekannter PädagogInnenn und AutorInnen zum Thema Erziehung werden in diesem Ratgeber zitiert und - zum Teil auch kontrovers - diskutiert. Nicht wenige der benutzten Beispiele wurden von anderen Büchern und Autoren übernommen, natürlich wissenschaftlich korrekt zitiert. Die Denkansätze zum Thema sind demnach bei weitem nicht neu und wurden so auch schon von anderen Autoren, z.B. Albert Wunsch ("Die Verwöhnungsfalle") ganz ähnlich und sogar ein Jahr vorher bereits zusammengefasst. Auch durch die Herangehensweise an das Thema entwickelt sich meines Erachtens kein eindeutig neuer oder gewichtiger Gedanke, der dem Buch dadurch zu einmaliger Bedeutung verhelfen würde. - In der Flut der Erziehungsratgeber für Lösungen suchende Eltern ein weiterer Tropfen.

Rezension von
Dipl. Soz.-Päd. Claudia Haider
Projektmanagement im Sozial- und Gesundheitswesen

Es gibt 8 Rezensionen von Claudia Haider.

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ISSN 2190-9245