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Susanne Martin: Denken im Widerspruch

Cover Susanne Martin: Denken im Widerspruch. Theorie und Praxis nonkonformistischer Intellektueller. Verlag Westfälisches Dampfboot (Münster) 2013. 262 Seiten. ISBN 978-3-89691-946-5. D: 29,90 EUR, A: 30,80 EUR, CH: 40,90 sFr.
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Thema

Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um die Publikation von Martins überarbeiteter Dissertation von 2012. Das Buch fokussiert eine bestimmte Spielart des Intellektuellen und bestimmt diese im historischen (Erfahrungs-)Kontext von drei Protagonisten: Jean Amery, Günter Anders und Theodor W. Adorno. Diese nonkonformistischen Intellektuellen werden hinsichtlich ihrer Theorie und Praxis analysiert und zeitgenössischen wie aktuellen Verständnissen des Intellektuellen gegenübergestellt. Ziel ist es herauszuarbeiten, was damals und heute die Figur des Intellektuellen ausmacht und welche Entwicklungen dabei kritisier- und mithilfe der historischen Beispiele möglicherweise korrigierbar sind.

Aufbau und Inhalt

Nach einer Einleitung stellt die Autorin zunächst zwei kontradiktorische, aber klassische Vorstellungen zur Theorie des Intellektuellen dar, die ich hier kurz wiedergebe.

Karl Mannheim – Der freischwebende Intellektuelle. Mannheim geht davon aus, dass die soziale Position, in der sich eine Person, befindet ihr Denken beeinflusst. Nur den Intellektuellen spricht er zu, in ihrem Denken nicht an ihre soziale Stellung gebunden zu sein. Aufgrund ihrer Bildung können sie verschiedene Weltanschauungen nachvollziehen, abwägen und eine Synthese widerstreitender Positionen anbieten. Die Ungebundenheit ihres Denkens an einen sozialen Ort macht sie freischwebend, sie überblicken das geschehen und können es interpretieren und analysieren. In dieser Sicht von außen, in ihrem Nichtbeteiligtsein, liegt ihre Objektivität.

Antonio Gramsci - Traditionelle und Organische Intellektuelle. Für Gramsci sind zunächst alle Menschen intellektuell, da alle mehr oder weniger ihre intellektuellen Fähigkeiten benutzen. Allerdings besitzen nicht alle Menschen die Funktion von Intellektuellen. Für Gramsci sind die Intellektuellen diejenigen, die die Vorherrschaft von Ideologien absichern. Diejenigen, die die gegenwärtig herrschende Weltanschauung stützen, sind dabei die traditionellen Intellektuellen, die Intellektuellen einer neuen aufstrebenden Weltanschauung und deren Vertreter sind organische Intellektuelle. Gramsci denkt hierbei besonders an die Arbeiterbewegung und Intellektuelle, die den Kommunismus unterstützen. Für Gramsci sind Intellektuelle also immer an der Verteidigung oder Veränderung des ideologischen Status Quo beteiligt. Ihr Kampf um die Vorherrschaft der Ideen findet dabei v.a. über Bildung und öffentliche Meinung statt, weshalb insbesondere das Bildungswesen und die Presse eine große Rolle bei der Durchsetzung neuer Ideen oder der Verteidigung bestehender spielt.

Mannheim und Gramsci. Mannheim geht von einer gedanklichen Ungebundenheit der Intellektuellen aus, die über dem gesellschaftlichen Geschehen stehen und dieses nüchtern analysieren können. Gramsci hingegen sieht die Intellektuellen als Kämpfer auf dem Feld der Weltanschauungen, die nicht unbedingt durch soziale Herkunft, sondern womöglich durch Erkenntnis dazu gekommen sind, die eine oder die andere Seite im Klassenkampf zu unterstützen.

Nonkonformistische Intellektuelle: Biographien und Werkskizzen

Adorno, Amery und Anders. Diese drei Intellektuellen werden mit ihren (werk-)biographischen Erfahrungen dargestellt. Die Darstellung ist prägnant und auf Wesentliches beschränkt und führt direkt auf das Label nonkonformistische Intellektuelle zu. Ich möchte deshalb auch nicht einzelne biographische Stationen oder Werke aufführen, sondern lediglich die Merkmale der nonkonformistischen Intellektuellen nennen. Gemeinsam ist allen dreien die Erfahrung des Nationalsozialismus, der Judenvernichtung, der Exilierung, aber auch die Erfahrung des Scheiterns der im Marxismus angekündigten Revolution. Noch grundlegender teilen sie eine Skepsis gegenüber der klassischen Aufklärung und der rationalisierten technisierten modernen Welt. Aus dem letzten Punkt speist sich dann ihr „Denken im Widerspruch“. Alle drei erkennen, dass Fortschritt und Herrschaft gemeinsam zunehmen und beziehen sich trotzdem auf die versprochene Emanzipation der Aufklärung. Gemein ist allen dreien auch die Textsorte Essay als Reflexionsmedium. Die Praxis der hier vorgestellten nonkonformistischen Intellektuellen erstreckt sich von der Ausarbeitung einer kritischen Theorie bis hin zu praktischen Interventionen und kurzzeitigen Kooperationen mit sozialen Bewegungen. Die Praxis der kritischen Theorie besteht darin, kein abgeschlossenes Theoriegebäude sein zu wollen, sondern immer wieder kontextsensitiv überdacht, angepasst und verändert werden zu können. Grundsätzlich für alle drei ist die Reflexion der eigenen Verstrickung in die herrschenden Verhältnisse. Sämtliche gewählten Positionierungen und einhergehende Zwänge und Möglichkeiten gilt es daher unter der Frage der Ermöglichung des eigenen freien Denkens und Handelns zu hinterfragen. Diese reflexive Denkhaltung gegenüber der eigenen Erfahrung und dem eigenen Leben im Zusammenhang mit der kritisch-theoretischen Denk- und Schreibarbeit sieht die Autorin als zentral an.

Gegenprobe: Alternative Intellektuelle Haltungen

Susanne Martin geht auf Lazarsfeld und Schelsky als die anderen Intellektuellen ein. Deren Ausgestaltung der Intellektuellenrolle stellt sie anhand des Vergleichs dieser beiden Sozialwissenschaftler mit Adorno heraus.

Lazarsfeld vertritt im Gegensatz zu Adorno die Auffassung als Intellektueller der Gesellschaft v.a. durch empirische Sozialforschung Hinweise auf zu gestaltende Politik zu geben. Eine grundlegende Theorie der Gesellschaft steht dabei für Lazarsfeld nicht im Vordergrund bzw. wird in seinen Augen für empirische Sozialforschung nicht benötigt. Der Sozialwissenschaftler als Intellektueller übernimmt hier die Position eines Politikberaters für Entscheidungsträger und für die Öffentlichkeit.

Schelsky wird von Martin als Intellektuellenkritiker von rechts eingeordnet. Zunächst wird Schelskys Biographie beleuchtet und v.a. sein Wirken und Verhalten in der NS-Zeit dargelegt. Sein Gegensatz zu Adorno besteht v.a. darin, dass er nicht das bestehende Gesellschaftssystem kritisieren und bestenfalls auch verändern möchte, sondern dass er die Soziologie als eine Wissenschaft ansieht, die auch systemstabilisierend eingesetzt werden kann. Die Soziologie solle in der Ausbildung von Führungskräften in Politik und öffentlicher Verwaltung eine Rolle spielen.

Intellektuelle in der Wissensgesellschaft: Abschied vom Großintellektuellen

Die Figur des Großintellektuellen wird von Martin anhand von Jürgen Habermas vorgestellt (weitere sind ihr zufolge Günter Grass und Martin Walser). Sie analysiert die Zeitungsartikel und Lobesworte zu Habermas 80. Geburtstag und stellt fest, dass sich diese bereits wie Nachrufe lesen. Habermas wird v.a. für bereits vergangene wissenschaftliche Erfolge geehrt und seine herausragende Stellung im soziologischen und philosophischen Fachdiskurs gewürdigt, aber auch sein öffentliches Auftreten (meist zeitlich weiter zurückliegend: ´68) wird angeführt. Martin schließt aus dieser starken Fixierung auf vergangene Erfolge, dass Habermas nicht mehr als aktueller Intellektueller wahrgenommen wird, sondern mehrheitlich als eine fast schon anachronistische Figur.

Intellektuelle und Medien

Die Autorin analysiert die sich wandelnde Rolle von Intellektuellen im Fernsehen. Dazu vergleicht einen Fernsehauftritts von Heribert Prantl und Paul Nolte im Philosophischen Quartett mit einer Fernsehrunde zu Samuel Becketts „Endspiel“, an der auch Adorno teilnahm.

Prantl und Nolte waren eingeladen um sich zur Linkspartei zu äußern. Prantl als Journalist und Nolte als Historiker haben unterschiedliche Hintergründe, auf die sie zurückgreifen können, diese wurden aber im Gespräch eigentlich nicht genutzt, so Martin. Feststellbar ist, dass die beiden als Prominente eingeladen waren, deren Meinung, nicht deren Expertise man verbreiten wollte. Gewünscht war ein Schlagabtausch zwischen Nolte und Prantl, der informieren und unterhalten sollte.

In der Fernsehrunde zu Beckett wurde mehrere Stunden, minimal angeleitet durch einen Moderator, literaturwissenschaflich und philosophisch das „Endspiel“ analysiert und eingeordnet. Dem Moderator oblag dabei die Aufgabe ins Expertengespräch einzugreifen und Beispiele und Erklärungen zu verlangen, um Verständlich- und Nachvollziehbarkeit der Gedanken bei den Zuschauern sicherzustellen. Grundsätzlich ging es nicht um das Gegeneinander von Meinungen prominenter Personen, sondern um ein Gespräch unter Experten, welches für ein allgemeines Publikum verständlich werden sollte.

Prominenz schlägt damit Expertise als Kriterium aktueller Intellektueller. Dies lässt sich auch anhand des Intellektuellen-Rankings des Magazins Cicero ablesen, so Martin, welches den Einfluss von Intellektuellen sozusagen anhand ihrer „Wortmeldungen“ misst, also daran, wie häufig sich bestimmte Personen in der Öffentlichkeit zu Wort meldeten und Diskussionen starten konnten. Diskursmacht wird hier also allein über die Quantität der Äußerungen zu messen versucht.

Inszenierung von Intellektuellen

Susanne Martin untersucht anhand ausgewählter Fotografien aus der Magazin-Serie „Geistesgrößen“ die öffentliche Darstellung Intellektueller und vergleicht deren fotografische Inszenierung mit einem Foto von Adorno.

Im sogenannten „Jahr der Geisteswissenschaften“ wurden verschiedenen Geistes- und Sozialwissenschaftler/innen so abgelichtet, dass sie und ihre Forschungsgebiete durch die Fotos repräsentiert wurden. Es sollten Charaktereigenschaften der Abgelichteten gezeigt und ein Gefühl für deren Forschung vermittelt werden. Die Literaturwissenschaftlerin Eva Horn, die zu Agenten- und Krimiliteratur forscht, wurde als taffe Detektivin/Agentin vor der Glieniker Brücke in Szene gesetzt. Harald Welzer, Sozialpsychologe, wurde auf einem Soldatenfriedhof fotografiert. Er untersucht u.a., warum es zu Gewaltexzessen zwischen Menschen kommen kann und v.a. wie und warum Menschen zu Tätern werden könnten. Der Kommunikationswissenschaftler Dirk Baecker wurde im Gespräch mit Studierenden aufgenommen und wird als geduldiger Zuhörer und professioneller Gesprächsgestalter dargestellt. Gemeinsam ist allen diesen fotografischen Inszenierungen, dass sie nicht den eigentlichen wissenschaftlichen Arbeitsalltag der Dargestellten widerspiegeln.

Die Fotografie von Adorno, die zum Vergleich dient, zeigt diesen hingegen bei der Arbeit: Er sitzt, den Kopf gestützt, liest konzentriert in einem Buch und macht sich Notizen. Ausgewählt hat sie dieses Bild, obwohl es zweifellos andere gegeben hätte, weil hier ebenfalls Adorno, der Geistesarbeiter, abgelichtet ist, in der Arbeit versunken, nicht „posend“ vor einer passenden Kulisse.

Deutlich werden soll hier die Vereinnahmung der abgelichteten Geistes- und Sozialwissenschaftler/ innen durch die Medien. Sie scheinen sich medienkonform zu verhalten, indem sie sich der Inszenierungspraktiken des Zeitschriftenjournalismus unterwerfen. Adorno hingegen, der einfach beim Exzerpieren eines Textes fotografiert wurde, scheint somit widerständig, nicht sich in Szene setzend, wie es die Medien vielleicht gerne hätten, sondern so, wie er gesehen werden will.

Intellektuelle als „große Persönlichkeiten“

Susanne Martin analysiert auch, wie der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt nicht nur die Rolle des „elder statesman“ übertragen bekommt, sondern zum Intellektuellen gemacht wird. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ – deren Herausgeber Schmidt ist – ist dabei zentral. Schmidt wird nicht nur zur aktuellen und vergangenen Politik befragt – ein Feld auf dem man ihm sicherlich höchste Expertise zusprechen darf - sondern auch auf anderen Feldern werden sein Erfahrungswissen und seine Fähigkeit zur deutlichen Differenzierung von Sachverhalten herangezogen. Er wird als politische, historische und moralische Instanz angesehen, nicht zuletzt auf Grundlage seiner Lebenserfahrung.

Generell schlussfolgert die Autorin, dass es v.a. die Prominenz und das damit verbundene Leben als große Persönlichkeit, als herausragende Zeitgenossen ist, was eine aktuelle Bestimmung des Intellektuellen ausmacht. Intellektualität wird nicht als spezifische Form von Arbeit angesehen, sondern diese herausragenden Einzelnen zeichnen sich durch biographische und charakterliche Besonderheiten aus, durch die sie der Öffentlichkeit bekannt wurden.

Fazit: Zur Denkform der Reflexivität

Der gesellschaftskritische Intellektuelle ist verschwunden und wurde durch den prominenten Intellektuellen in der Funktion des Unterhalters, Ratgebers, Experten ersetzt, so lautet Martins Fazit. Festgehalten wissen möchte die Autorin v.a. die Denkform der Reflexivität, die heutigen Intellektuellen gut zu Gesicht stehen würde. Damit meint sie die Reflexion von Emanzipation und Herrschaft im Angesicht des rational aufklärerischen Fortschrittsdenkens, die Reflexion der gesellschaftlichen Position der Intellektuellen sowie den Anspruch der Intellektuellen zur Reflexion anzuregen.

Diskussion

Susanne Martin zeigt auf, dass die sogenannten Medienintellektuellen v.a. durch Erfolge (in Kunst, Wissenschaft, Politik) zu einer gewissen Prominenz und dadurch zu öffentlich gefragten Personen werden. In ihrem Werk scheint sie diese Entwicklung als solche als aktuell und neu zu begreifen. Eine Darstellung, die unterschlägt, dass bereits die Geburtsstunde des Begriffs „Intellektuelle“ (die Affäre Dreyfus und das Eingreifen von Émile Zola), an den persönlichen Erfolg – und nicht die Expertise – des Eingreifenden gebunden war. Ohne vorherige Bekanntheit hätte Zola sein „J´accuse“ womöglich gar nicht publizieren können. Erfolg in anderen Feldern als dem politischen, auf das man dann tritt, ist insbesondere für den Schriftsteller als Intellektuellen seit der Erfindung des Begriffs somit konstitutiv. Erfolg und Prominenz haben seit Beginn der bürgerlichen Öffentlichkeit die Figur des Intellektuellen mit seinem eingreifenden Denken ermöglicht. Der Neuigkeitswert dieser Feststellung hält sich somit in Grenzen.

Martin hat generell eine Schwierigkeit zwischen öffentlichen Wissenschaftlern und Intellektuellen zu unterscheiden, da sie sich, begründet, weigert zu definieren, was unter Intellektuellen zu verstehen sei und versucht herauszufinden, mit welchem Inhalt heutzutage der Begriff aufgeladen ist. Das funktioniert dort, wo der Begriff auch auftaucht – wie im Cicero-Ranking – wird aber schon schwierig beim Übertrag auf die „Geistesgrößen“ und die Teilnehmer am philosophischen Quartett. Eine Grenzziehung, so ungern sie auch vorgenommen wird, zwischen öffentlich dargestellten Wissenschaftlern und öffentlich eingreifenden Intellektuellen wäre hilfreich gewesen.

Das beste Beispiel für Martins unterlassene Grenzziehung liefert der abgelichtete Harald Welzer. Zur Zeit des Fotos zeigt dieses einen wissenschaftlich erfolgreichen Professor. Heutzutage schreibt Welzer Bücher für die allgemeine Öffentlichkeit und engagiert sich mit der Stiftung FuturZwei für konkrete Ideen für eine ökologisch und ökonomisch vernünftigere Zukunft. Erst mit der Wendung zum allgemeinen Publikum und dem bewussten Suchen nach Öffentlichkeit, verbunden mit dem Wunsch nach eingreifendem Denken, wird Welzer zum Intellektuellen.

Innovativ ist das Buch v.a. bei der Darstellung der „vergessenen“ Intellektuellen Amery und Anders, deren Gedanken aktualisiert werden und hoffentlich eine Renaissance erfahren. Wünschenswert wäre dies m.E. insbesondere für Anders´ Phänomenologie technischer Geräte (von Villem Flusser für das Telefon aufgegriffen). Sie sollte in Zeiten des Smartphones erneuert werden. Auch die von Anders diagnostizierte „prometheische Scham“ sollte in Bezug gesetzt werden zur „pygmalischen Verliebtheit“ des Menschen (die Josef Weizenbaum registrierte und kritisierte) in seine Schöpfung – woraus die Verschmelzungswünsche zur „MenschMaschine“ vieler Transhumanisten rühren.

Schade ist, dass von den vorgestellten nonkonformistischen Intellektuellen nur Adorno als Vergleichsfolie für intellektuelle Gegenentwürfe herangezogen wird. Dies führt dazu, dass man sich fragt, ob es sich bei den Unterschieden zu Lazarsfeld und Schelsky nicht lediglich um einen Streit innerhalb der Soziologie bzw. der Sozialwissenschaft ob ihrer grundsätzlichen Ausrichtung handelt. Denn es ist kein Streiten um die Funktion des Intellektuellen erkennbar, sondern um die Funktion des Soziologen und der Soziologie.

Fazit

Susanne Martin zeigt: Intellektuelle müssen den Balanceakt von Nähe und Distanz zu politischen Parteien, Think Tanks und sozialen Bewegungen, zu Unternehmen und Medien und der universitären Wissenschaft bewerkstelligen. Dabei hilft es, sich dieser möglichen Vereinnahmungen in ihren positiven und negativen Auswirkungen bewusst zu sein und die eigene Verstrickung in ein kritisch zu betrachtendes Ganzes immer wieder zu reflektieren. Historischer Kontext und Erfahrungen der vorgestellten nonkonformistischen Intellektuellen waren andere und auch ihre Vereinnahmung durch gesellschaftliche Akteure unterschied sich von derjenigen heutiger Intellektueller. Nichtsdestotrotz kann insbesondere von ihrem Widerspruchsgeist und der Bereitschaft die eigene soziale Stellung als Intellektuelle zu reflektieren, – die Bedingungen, die diese Sprecherposition ermöglichen, sie begrenzen und (versuchen zu) definieren – folgendes übernommen werden: sich nicht unhinterfragt den Spielregeln eines gesellschaftlichen Bereichs (Medien, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft) zu ergeben.


Rezension von
David Kreitz
M.A., Mitarbeiter der Zentralen Einrichtung für Qualitätsentwicklung in Studium und Lehre an der Universität Hannover. Freiberuflicher Schreibberater und Schreibtrainer, Mitherausgeber der Zeitschrift JoSch – Journal der Schreibberatung und der Reihe „Theorie und Praxis der Schreibwissenschaft“.
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Zitiervorschlag
David Kreitz. Rezension vom 21.05.2014 zu: Susanne Martin: Denken im Widerspruch. Theorie und Praxis nonkonformistischer Intellektueller. Verlag Westfälisches Dampfboot (Münster) 2013. ISBN 978-3-89691-946-5. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16368.php, Datum des Zugriffs 21.10.2020.


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ISSN 2190-9245

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