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Matthew Johnstone: Den Geist beruhigen (Meditation)

Rezensiert von Dipl.-Päd. Petra Steinborn, 10.02.2014

Cover Matthew Johnstone: Den Geist beruhigen (Meditation) ISBN 978-3-88897-791-6

Matthew Johnstone: Den Geist beruhigen. Eine illustrierte Einführung in die Meditation. Verlag Antje Kunstmann GmbH (München) 2012. 72 Seiten. ISBN 978-3-88897-791-6. D: 14,95 EUR, A: 15,40 EUR.

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Thema

Es gibt einen Weg, mit Depressionen zu leben und im Alltag einen Umgang zu finden. In diesem Buch beschreibt der Autor, wie es ihm mithilfe der Meditation gelungen ist, seinen Geist zu beruhigen und Auswege aus Anspannung und Überforderung zu finden.

Autor

Geboren wurde Matthew Johnstone 1964 in Australien. Er arbeitete als Kreativdirektor in renommierten Werbeagenturen in Sydney, San Francisco und New York. Neben diesem Buch schrieb er in zwei Bücher über seine Depression. Die Bücher "Mein schwarzer Hund" und „Mit dem schwarzen Hund leben“ (vgl. die Rezension) sind in Deutschland, Australien, Neuseeland und England erschienen und Bestseller geworden.

Entstehungshintergrund

Matthew Johnstone erkrankte selber an Depressionen. Sein erstes Buch „Mein schwarzer Hund“, welches ein Bestseller wurde, handelt davon, wie er einen Umgang mit dieser Krankheit gefunden hat. Er schrieb eine Fortsetzung unter dem Titel „Mit dem schwarzen Hund leben“. Im vorliegenden Buch „Den Geist beruhigen“ lässt er den Leser teilhaben an seinen Erfahrungen mit dem Meditieren, wodurch er Entspannung findet und seinen Geist zur Ruhe bringen kann.

Aufbau und Inhalt

Dieses Buch im Din A 5 Querformat umfasst 72 Seiten. Zahlreiche Illustrationen umrahmen Texte und Erklärungen. Bei der Meditation handelt es sich um eine jahrhundertealte Technik, die in verschiedenen Ausprägungen bekannt ist. Der Autor hat das Buch aus der Erfahrung herausgeschrieben, dass es ihm besser geht, wenn er meditiert. Sein Fokus liegt dabei nicht darauf, ausgefeilte Techniken zu beschreiben, er möchte vielmehr vermitteln, was man tun kann z.B. indem man bewusst still dasitzt und dabei die eigene Aufmerksamkeit/Konzentration auf den Atem lenkt.

Es ist ratsam das Buch vor dem Einstieg in die Meditation mehrmals zu lesen, um in die Methode hinein zu finden. Schon beim Lesen sollte man seine Aufmerksamkeit möglichst schon fokussieren und auf den eigenen Atem richten, der einfließt (EIN) und ausgeatmet (AUS) wird. Diese beiden Worte wiederholen sich auf vielen Seiten im Buch und erinnern den Leser jedes Mal daran, die Aufmerksamkeit zu lenken. So übt man schon beim ersten Lesen, dem Atmen bewusst nachzuspüren, sich ganz bewusst zu zentrieren und in einen Zustand der Entspannung zu kommen.

Matthew Johnstone schreibt: „Es gibt eine einfache Methode, wie Sie ruhiger, konzentrierter, lebendiger und glücklicher werden können…sie kostet nichts und alles was man tun muss ist nichts“.

Das Buch beginnt mit Alltäglichkeiten, die der Autor anschaulich beschreibt und anhand von Bildern deutlich macht. Er weiß aus eigener Anschauung, wie voll der Kopf sein kann und dass viele Gedanken das Denken verstopfen können. Für den emotionalen Höhepunkt dieser Erklärung hat er ein Bild gewählt, auf dem der Kopf überläuft und kurz vorm Platzen steht. Mögliche Folge dieses Zustandes ist eine ständige Überforderung, die mit Stress, Angst, Depressionen und Erschöpfungszuständen einhergehen kann.

Was ist zu tun? Zuerst sollte man überlegen, welche Tageszeit zum Meditieren geeignet ist. Der Autor empfiehlt den späten Nachmittag oder den frühen Abend. In der Umgebung sollte Ruhe herrschen. Am Besten sorgt man dafür, das Handy bzw. Telefon auszuschalten. Auch ein „Bitte-nicht-stören“ Schild an die Tür oder ein Kopfhörer können helfen, sich abschotten. Man wähle einen bequemen Sessel, wenn gewünscht hat man ein Kissen und eine Decke greifbar. Am Besten wähle man eine Haltung, bei der die Füße auf dem Boden stehen, der Rücken gerade ist und der Kopf eine aufrechte Position hat.

Jetzt kann man beginnen, die Aufmerksamkeit nach innen zu richten und auf den Atem, auf den Körper, den Herzschlag zu achten. Es werden eigene Gedanken hochkommen. Neutral, ohne sie zu bewerten oder zu verfolgen, lässt man diese vorüberziehen wie Wolken am Himmel. Manchen Menschen hilft es, sich Situationen vorzustellen, um zur Ruhe zu kommen. Der Autor bietet einige Bilder an wie der „langsam abbremsende Hochseedampfer, der Taucher in der Stille der Tiefsee, der Raumfahrer in der Weite des Weltraums“. Manchen hilft es, sich Worte wie Mantras auf zu sagen, der Autor hat den Begriff des „Mantra-Schnurrbarts“ erfunden. Diese Bilder helfen sich zu fokussieren. Es bedarf ein wenig Übung um das Meditieren zu erlernen, aber jeder kann es. Wichtig ist auch, dass man sich selber mit einer wohlwollenden Haltung gegenübersteht, die fest darauf vertraut, das Meditieren zu erlernen.

Diskussion

Aus eigener Anschauung hat der Autor erlebt, was es bedeutet an einer Depression zu erkranken. Diese Erfahrung ist der Grund, warum er mit dem Bücher schreiben begonnen hat. Die ersten beiden Bücher handeln von der Depression, für die er das Bild des „großen schwarzen Hundes“ gewählt hat. Sie beschreiben, wie er einen Weg gefunden hat, mit dieser Erkrankung umzugehen. Eine große Hilfe für den Autor ist regelmäßig zu Meditieren. Es ist ihm ein großes Anliegen, seine Erfahrungen und sein Wissen weiter zu geben und zu zeigen, dass es mit ein wenig Übung gelingen kann, diese Jahrhunderte alte Methode zu lernen. Dafür bedarf es weder einer aufwendigen Ausbildung noch eines speziellen Equipments.

Dem Autor ist es gelungen, in seinen Büchern eine Zuversicht zu transportieren, die zeigt, dass man in der Lage ist, Wege zu finden, mit Depressionen zu leben, frei nach dem Motto von Jon Kabat-Zinn „Du kannst die Wellen nicht stoppen, aber du kannst auf ihnen reiten!“

Fazit

Dieses Buch „den Geist beruhigen“ führt auch Anfänger an das Meditieren heran. Witzige und aussagekräftige Bilder bringen die wichtigen Aussagen auf den Punkt. Bilder haben den Vorteil, dass sie sich direkt erschließen und dadurch tief ins Bewusstsein einsickern können. Es ist nicht nötig viel über das Meditieren nachzudenken, es reicht, sich auf dem Atem zu konzentrieren und bewusst ein- und aus zu atmen.

Die Texte sind zwar kurz gehalten, sie vermitteln dennoch genug Informationen, um das Vorgehen der Zentrierung und Achtsamkeit zu verstehen und in den eigenen Alltag zu übertragen. Es gibt zahlreiche Bücher, die sich ausführlich mit dem Erlernen von Meditationstechniken befassen. Der Autor hat sich für einen anderen Weg entschieden: mithilfe von Illustrationen und wenigen Worten erklärt er das Vorgehen. Er vermittelt dem Leser das Gefühl, dass es gelingt, das Gedankenkarussell zu stoppen und den Geist zu beruhigen und am Ende mit positiven Gedanken zu füllen.

Die vorgestellten Beispiele sind erprobt, denn sie helfen dem Autor bei der Bewältigung seines Depressionsleidens. Die Übungen sind so aufbereitet, dass man sie schnell versteht und das Vorgehen nachvollziehen kann. Wer einfache und wirkungsvolle Möglichkeiten erlernen will, um zur Ruhe und in Entspannung zu kommen, sollte dieses ansprechend und amüsant gestaltete Büchlein kaufen und sofort beginnen!

Rezension von
Dipl.-Päd. Petra Steinborn
Tätig im Personal- und Qualitätsmanagement in einer großen Ev. Stiftung in Hamburg-Horn. Freiberuflich in eigener Praxis (Heilpraktikerin für Psychotherapie). Leitung von ABC Autismus (Akademie-Beratung-Coaching), Schwerpunkte: Autismus, TEACCH, herausforderndes Verhalten, Strategien der Deeskalation (systemisch), erworbene Hirnschädigungen
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Zitiervorschlag
Petra Steinborn. Rezension vom 10.02.2014 zu: Matthew Johnstone: Den Geist beruhigen. Eine illustrierte Einführung in die Meditation. Verlag Antje Kunstmann GmbH (München) 2012. ISBN 978-3-88897-791-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16378.php, Datum des Zugriffs 15.06.2024.


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