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Horst Kießling, Bärbel Kießling u.a.: Malen mit Demenz. Das Praxishandbuch

Cover Horst Kießling, Bärbel Kießling, Birgit Osten: Malen mit Demenz. Das Praxishandbuch. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2014. 58 Seiten. ISBN 978-3-86321-180-6. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 26,90 sFr.
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Thema

Aktivität ist für Menschen mit Demenz ein wichtiger Baustein, um vorhandene Fähigkeiten und Lebensfreude so lange wie möglich zu erhalten. Kreative Angebote stärken das Selbstwertgefühl und vermitteln positive Erfahrungen.

Autoren

Bärbel und Horst Kießling sind bildende Künstler waren lange Jahre als Kunstpädagogen in der Schul- und Fortbildung tätig. Birgit Osten ist Grafikdesignern und arbeitet im Lehrbereich Kunst.

Entstehungshintergrund

Im Rahmen des Projektes „Demente Menschen in der Kommune“ wurden die Autoren gebeten, ein Malprogramm zu entwickeln und zu realisieren.

Zielgruppe

Die vorliegende Publikation richtet sich an Angehörige, Pflegekräfte und Pädagogen und soll zum Malen und Gestalten mit an Demenz erkrankten Menschen anregen.

Aufbau und Inhalt

Das vorliegende Buch ist in acht Kapitel unterteilt.

Kapitel I. Malen mit Demenz (S. 6-13)

1. Entstehung des Buches: Die Autoren geben in einem einleitenden Abschnitt Informationen über den Entstehungshintergrund des Buches, zu ihrer Person und Motivation, sich mit diesem Themenbereich zu beschäftigen.

2. Was kann das Malen mit dementen Menschen leisten?: Die positiven Effekte des Projektes „Malen mit Demenz“ werden herausgestellt: Auszeit von Krankheit, Aktivierung, Abwechslung vom Alltag, Gemeinschaftsgefühl und Training von vorhandenen Fähigkeiten.

3. Einbahnstraße Demenz: Hier wird in Ansätzen Hintergrundwissen zum Thema Demenz dargestellt. Es werden kurz drei Phasen des Demenzverlaufs beschrieben und Hilfen zum Umgang mit den Erkrankten gegeben. Es wird herausgestellt, dass „Malen mit Demenz“ nicht der Kreativitätsbildung im kunstpädagogischen und -therapeutischen Sinne dient, sondern eine Steigerung der Lebensqualität und des Selbstwertgefühls bewirken soll.

4. Psychologisch-pädagogische Prinzipien und Konsequenzen: Durch Kennenlernen im Vorfeld soll eine Vertrauensbasis geschaffen und eine Begegnung auf Augenhöhe erreicht werden. Des Weiteren werden konkrete Hinweise zum Umgang mit dementiell erkrankten Menschen gegeben.

5. Methodische und organisatorische Folgerungen: Die Rahmenbedingungen für eine Kurseinheit werden detailliert ausgeführt und beispielhaft die Struktur einer Gruppenstunde vorgestellt.

Kapitel II Praxisteil: 15 erprobte Arbeitseinheiten (S. 15-47). In diesem Kapitel werden 15 erprobte praktische Beispiele jeweils in Form einer Arbeitseinheit auf einer Doppelseite übersichtlich vorgestellt. Dabei werden unterschiedliche Arbeitsmaterialien und verschiedene Arbeitstechniken eingesetzt. Die einzelnen Abschnitte des ausführlichen Praxisteils beinhalten unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und folgende Themen:

  1. Die Kerze
  2. Der Schneemann
  3. Der Baum
  4. Das Schiff
  5. Der Regenbogen
  6. Die Landschaft
  7. Die Blumen
  8. Der Marienkäfer
  9. Der Fisch
  10. Das Feuer
  11. Das Gesicht
  12. Der Igel
  13. Das Herbstblatt
  14. Der Drachen
  15. Der Erinnerungsstein

Kapitel III. Ausstellung (S. 48-49): Es werden Anregungen gegeben, wie die erstellten Werke im Rahmen einer Ausstellung präsentiert werden können.

Kapitel IV. Fazit (S.50): Die Autoren ziehen ein positives Fazit des Projektes.

Kapitel V. Dank (S. 51): Der Dank der Autoren gilt allen Menschen, die sich im Rahmen des Projektes engagiert haben.

Kapitel VI. Material- und Werkzeugliste (S. 52): Alle wichtigen Arbeitsmaterialien sind hier zusammenfassend aufgelistet.

Kapitel VII. Literaturverzeichnis (S. 53)

Kapitel VIII. Arbeitshilfen (S. 54-58): Vorbereitete Kurs- und Teilnehmerlisten sind als Vorlagen beigefügt.

Diskussion und Fazit

In einem übersichtlichen Praxisteil werden pro Arbeitseinheit ein Thema kunstpädagogisch bearbeitet und zusätzliche Ideen zur weiteren Ausgestaltung der Gruppenstunde gegeben. Ohne weitere Vorkenntnisse ist somit die Gestaltung einer Arbeitseinheit gut durchführbar, wobei die enthaltene Materialliste die Organisation unterstützt. Der Ablauf eines Nachmittags wird durch detaillierte Strukturierungshilfen erleichtert. Allerdings lassen die engen Vorgaben wenig Spielraum für Kreativität und Spontanität. Die gewählten Motive wirken eher kindgerecht und erscheinen uns für erwachsene, ältere Menschen nur bedingt geeignet. Aus pflegewissenschaftlicher Sicht geht die Darstellung des theoretischen Hintergrundes nicht fundiert genug auf die frühe Phase der Demenz ein. Zudem ist neben den theoretischen Kenntnissen eine praktische Erfahrung im Umgang mit demenziell Erkrankten unbedingt erforderlich. Mit entsprechenden Ergänzungen würde die vorliegende Publikation den Ansprüchen eines Praxishandbuches eher gerecht werden.


Rezensentin
Angelika Rüther-Schwermer
Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft; wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachbereich Pflege- und Gesundheitswissenschaften, Evangelische Hochschule Darmstadt
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Rezensentin
Monika Witt
Krankenschwester und Pflegewissenschaftlerin M.A.
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Zitiervorschlag
Angelika Rüther-Schwermer/Monika Witt. Rezension vom 08.09.2014 zu: Horst Kießling, Bärbel Kießling, Birgit Osten: Malen mit Demenz. Das Praxishandbuch. Mabuse-Verlag GmbH (Frankfurt am Main) 2014. ISBN 978-3-86321-180-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16418.php, Datum des Zugriffs 20.10.2019.


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