Arnulf Hopf, Ivonne Zill-Sahm et al.: Vom Kindergarten in die Grundschule
Rezensiert von Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy, 21.09.2004
Arnulf Hopf, Ivonne Zill-Sahm, Bernd Franken: Vom Kindergarten in die Grundschule. Evaluationsinstrumente für einen erfolgreichen Übergang. Beltz Verlag (Weinheim, Basel) 2004. 3. Auflage. 56 Seiten. ISBN 978-3-407-56247-0. D: 14,90 EUR, A: 15,40 EUR, CH: 26,20 sFr.
Die Autorin und Autoren
- Arnulf Hopf (1939), Universitätsprofessor an der Carl-von-Ossietsky-Universität Oldenburg. Arbeitsschwerpunkte in der Aus- und Fortbildung: Pädagogik des Elementar- und Primarbereichs, Kleinkindforschung, Sozialpädagogik der Schule.
- Ivonne Zill-Sahm (1969), Dipl. Pädagogin. Arbeitsschwerpunkte: Pädagogik der frühen Kindheit, Pädagogische Qualität und Tageseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren.
- Bernd Franken (1966), Dipl. Pädagoge. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte des Kindergartens, Fort- und Weiterbildung, Fachberatung, Qualitätsentwicklung in KiTas.
Einführung ins Thema
Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist eine wichtige Etappe in der Entwicklung des Kindes. Die erfolgreiche Bewältigung durch das Kind ist eine günstige Vorraussetzung für die Bewältigung nachfolgender Übergänge. Das Scheitern hingegen, stellt langfristig einen Risikofaktor für die kindliche Entwicklung und Bildung dar. Lehrkräfte der Grundschule, Erzieherinnen und Eltern sind gefordert diesen Übergang erfolgreich zu begleiten. Dieses Anliegen gestaltet sich jedoch vor Ort häufig als stark eingeschränkt. Gründe liegen z.T. in der politischen und konzeptionellen Zweiteilung der Zuständigkeiten für die Bildung und Erziehung von Kindern, die eine kontinuierliche Bildung über die Institutionsgrenzen hinweg behindert.
Gestaltung und Inhalt
An der Carl-von-Ossietsky-Universität Oldenburg wurde in ständiger Zusammenarbeit mit Grundschulen, Kindergärten, Fachberaterinnen und Schulaufsicht ein aus dreizehn Teilen bestehendes "Instrumentarium zur Evaluation des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule" entwickelt und erprobt. Um den Bedürfnissen und Anforderungen vor Ort gerecht zu werden, wurde es als Instrumentarium zur Selbstevaluation konzipiert.
Die Veröffentlichung gliedert sich in einen theoretischen Teil und der Darstellung der dreizehn Evaluationsinstrumente.
Dazu werden in den ersten vier Kapiteln die Grundlagen für das folgende Instrumentarium dargelegt. Im Einzelnen werden Hintergründe "Zur Kooperation von Kindergarten und Grundschule", "Zur Frage nach der Schulfähigkeit", "Chancen eines veränderten Schulübergangs" und "Evaluation als Qualitätsentwicklung" ausführlich beleuchtet.
Der zweite Teil beinhaltet die Vorstellung der Evaluationsinstrumente, die in sechs Themenbereiche untergliedert sind:
- Themenbereich: 1.Kontakt Kindergartenleitung - Schulleitung, 2. Schriftlicher Informationsaustausch zwischen Kindergarten und Grundschule. Auf der eher informellen übergeordneten Ebene wird der strukturelle Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule absteckt.
- Themenbereich: 3. Erstkontakt zwischen Erzieherinnen und Grundschullehrkräften, 4. Checkliste für Lehrkräfte und Erzieherinnen nach einem gemeinsamen Treffen, 5. Austausch über pädagogische Maßnahmen zwischen Erzieherinnen und Lehrkräften. Auf der persönlichen, eher informellen Ebene erfolgt die Festlegung des konkreten organisatorischen Rahmens der Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Lehrkräften.
- Themenbereich: 6.Besuch von Lehrkräften im Kindergarten bzw. Erzieherinnen in der Grundschule, 7. Besuch der künftigen Schulanfänger in der Grundschule. Auf der praktischen Ebene werden die Vor- und Nachbereitung und inhaltliche Aspekte gegenseitiger Hospitationen thematisiert.
- Themenbereich: 8. Beteiligung an der Schulfähigkeitsfeststellung, 9. Verfahren zur Schulfähigkeitsfeststellung. Im Zentrum des Themenbereichs steht die Schulfähigkeitsfeststellung, die hinsichtlich der Einflussnahme bestimmter Personen oder Personengruppen und nach dem angewandten Verfahren evaluiert wird.
- Themenbereich: 10. Gemeinsames Treffen der Elternvertretungen aus Kindergarten und Grundschule, 11. Elternabende, 12. Elternbefragung nach einem Elternabend. Der Schwerpunkt der Instrumente liegt auf der Vorbereitung eines inhaltlich und materiell gleitenden Übergangs, der durch die Eltern gefördert wird. Auf der informellen Ebene steht der Austausch der Elternvertretungen im Fordergrund, um künftige Schuleltern über ihre Mitwirkungsmöglichkeiten in der Schule zu informieren. Eher formell werden alle Eltern künftiger Schulanfänger von Lehrkräften über die Schule informiert und abschließend werden atmosphärische bzw. eher emotionale Elemente nach dem Elternabend erfasst.
- Themenbereich: 13. Einschulungstag. Das letzte Instrument widmet sich dem Einschulungstag. Im Mittelpunkt steht dabei das Kind. Hier wird z.B. den Fragen nachgegangen, ob die Gestaltung des Tages den Kindern Spaß gemacht hat und ob ihre Neugierde auf die Schule aufrechterhalten bzw. geweckt werden konnte.
Durchgängig erfolgen zu den einzelnen Instrumentarien Angaben zu Charakteristika und hilfreiche Hinweise zum jeweiligen Umgang, Auswertung und zur Benutzung. Entsprechend den Anforderungen vor Ort ist eine Ergänzung der Evaluationsaspekte möglich. Auch wird jeweils darauf verwiesen, für welche Personengruppen das Instrument eingesetzt werden soll.
Die Veröffentlichung schließt mit einem Anhang, der neben Kontaktadressen, Erlassen, Richtlinien und Regelungen der Kultusministerien und Kontakten zur öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege und zu Fortbildungs- und Forschungseinrichtungen auch einen beispielhaften Kooperationskalender enthält.
Fazit
Mit "Vom Kindergarten in die Grundschule. Evaluationsinstrumente für einen erfolgreichen Übergang" stellen die Autoren und die Autorin das erste praxiserprobte Evaluationsinstrumentarium zum Schulübergang vor. Dabei wird das Ziel der Verbesserung der Kooperation von Kindergarten, Grundschule und Familie durch Selbstevaluation verfolgt, um den Übergang zur Grundschule für Kinder und Familien so gleitend wie möglich zu gestalten. Es werden vielfältige Maßnahmen und Aktivitäten vorgestellt, mit denen die angestrebte frühzeitige und kontinuierliche Kooperation anregender und intensiver gestaltet werden kann.
Um eine praxisnahe Anwendung zu ermöglichen wurde darauf geachtet, dass das Instrumentarium den Prinzipien der Trägerautonomie und Konzeptvielfalt Rechnung trägt. Anwendungsfreundlich werden die einzelnen Instrumente als Kopiervorlagen bereitgestellt. Eine zusätzliche CD-Rom Version würde jedoch die praxisnahe Nutzung zusätzlich erhöhen, da viele Einzelinstrumente für eine Ergänzung vor Ort vorgesehen sind.
Zusammenfassend bleibt an dieser Stelle nur noch zu erwähnen, dass MitarbeiterInnen aus Kindergärten und Grundschulen mit der Veröffentlichung ein anregungsreiches und praxisnahes Instrumentarium erhalten, mit dessen Hilfe es sicherlich gelingen wird, die Qualität der Zusammenarbeit zur Gestaltung eines gleitenden Schulübergangs zu erhöhen.
Rezension von
Dipl.-Päd. Elke Katharina Klaudy
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