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Frank Roost, Brigitta Schmidt-Lauber u.a.: Jahrbuch StadtRegion 2013. Schwerpunkt: Urbane Peripherie

Cover Frank Roost, Brigitta Schmidt-Lauber, Christine Hannemann, Frank Orthengrafen, Jör Pohlan: Jahrbuch StadtRegion 2013. Schwerpunkt: Urbane Peripherie. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2014. 240 Seiten. ISBN 978-3-8474-0162-9. D: 33,00 EUR, A: 34,00 EUR, CH: 43,70 sFr.
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Thema

Gewinnen suburbane Räume als Alltags- und auch Begegnungsorte an Bedeutung, nachdem lange Zeit die Debatte um Suburbanisierung mit dem Trend verbunden wurde, aus dem Stadtzentrum an die Peripherie zu ziehen? Können sich in solchen suburbanen peripheren Wohnstandorten lokale Lebenszusammenhänge ausbilden, in denen soziale Verortung möglich ist und vor allem gelingt auch soziale Verortung in urbanen Peripherien, in denen sich Gewerbe- und Büroparks ausbreiten und sich wie Wohnlandschaften präsentieren?

Vorstädte werden immer mehr auch zu Wohnstandorten, in denen sich Gewerbe- und Wohngebiete entwickeln. Weder sind sie reine Wohngebiete, noch reine Gewerbeanlagen, sie sind vielleicht ähnlich der „Zwischenstadt“ (Sieverts) auch nicht typisch urban.

Herausgeberinnen und Herausgeber

  • Dr.-Ing. Frank Roost, Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) Dortmund, Forschungsgruppe Metropolitane Räume.
  • Prof. Dr. Brigitta Schmidt-Lauber, Universität Wien, Ethnographische Stadtforschung, historische und gegenwärtige Alltagskulturforschung.
  • Prof. Dr. Christine Hannemann, Universität Stuttgart, FG Architektur- und Wohnsoziologie.
  • Prof. Dr. Frank Othengrafen, Leibniz Universität Hannover, Juniorprofessor für Landesplanung und Raumforschung.
  • Dr. Jörg Pohlan, HafenCity Universität Hamburg, Stadtplanung.

Autorinnen und Autoren

Die Autorinnen und Autoren kommen aus den Bereichen der Stadt- und Regionalforschung, der Umweltforschung, der Stadtsoziologie und Stadtplanung.

Aufbau

Das Buch gliedert sich nach einem Editorial in vier größere Kapitel, jeweils mit einer Reihe von Beiträgen:

  • Schwerpunkt: Urbane Peripherie
  • Analysen und Kommentare
  • Rezensionen
  • Dokumentation und Statistik

Am Schluss befinden sich englische Abstracts, ein Verzeichnis der Autorinnen und Autoren und ein Verzeichnis der Rezensentinnen und Rezensenten.

Editorial

Frank Roost beschreibt und begründet für die Herausgebergruppe die Zielsetzung des Jahrbuchs mit dem Schwerpunkt Urbane Peripherie. Der Wandel der suburban geprägten Räume von Orten des privilegierten Rückzugs zu anderen Nutzungen ist offensichtlich und stellt Herausforderungen für die Stadtplanung und insgesamt für die Stadtentwicklung dar. Der demographische Wandel und die Alterung der Bevölkerung in diesen Gebieten verändert auch die Siedlungsstruktur, und die Verbindung von Wohnen und Arbeiten ist diesen Wohnquartieren keine ungewohnte Situation mehr.

Vor diesem Hintergrund ist das Jahrbuch ein Beitrag zu den sozioökonomischen, alltagskulturellen und städtebaulichen Veränderungen und seine Auswirkungen auf die sozialräumlichen Bedingungen des Lebens von Familien und auf die Veränderungen der Lebensstile.

Im Weiteren werden die einzelnen Beiträge von F. Roost kurz vorgestellt und begründet.

Schwerpunkt: Urbane Peripherie

Zu: Angelika Münter: Suburbia im demographischen Wandel

Die Veränderungen von Suburbia im Zuge des demographischen Wandels stehen im Mittelpunkt dieses Beitrages. Kollektive Alterungsprozesse und die geringer werdende Neigung junger Familien, in die Randbereiche der Städte zu ziehen, verändern zwangsläufig die Siedlungs- und Nutzungsstrukturen solcher suburbaner Wohnstandorte.

Zunächst geht es um das Spannungsfeld zwischen Reurbanisierung und Suburbanisierung, in dem Stadtregionen inzwischen stehen. Dieser Wandel wird nachgezeichnet, auch vor dem Hintergrund der veränderten Einstellung zur Stadt als Wohnstandort und der damit verbundenen Wohnstandortentscheidungen, in der Stadt zu wohnen – auch als Familie. Die fördernden und hemmenden Faktoren werden überblickartig vorgestellt. Danach stellt die Autorin empirische Befunde zum demographischen Wandel in nordrhein-westfälischen Stadtregionen vor und beschreibt die Geschichte dieser Regionen in Blick auf Suburbanisierungsprozesse. Anschließend werden drei Stadtregionen im Einzelnen analysiert und Schlussfolgerungen aus den empirischen Trends in Blick auf die planerischen Herausforderungen gezogen.

Zu: Marcus Menzl: Urbanisierungsprozesse in Suburbia? Überlegungen zur Ubiquität der urbanen Lebensweise

Die Veränderung von Suburbia ist auch einem Prozess zu verdanken, der die Reproduktionssphäre gegenüber der Produktionsbereich bedeutsamer macht. Nicht nur Arbeit, aber auch Bildung, Wohnen, gesundes Leben und Teilhabe bestimmen zunehmend den Lebensstil. Damit verändern sich suburbane Räume; sie werden urbaner in Blick auf die Realisierung eines urbanen Lebensstils.

Der Autor beschreibt diesen Prozess und fragt, ob vor dem Hintergrund post-fordistischen Wandels das traditionelle suburbane Leben ein Auslaufmodell der Lebensstilführung ist. Suburbane Lebensentwürfe sind nach Meinung des Autors heute von drei Charakteristika geprägt: Fokussierung auf Kinder, Wohnort als Rückzugsort, bauliche, lebenszyklische, soziale und normative Homogenität; dies wird ausführlich beschrieben. Fordistische und postfordistische Lebensentwürfe werden beschrieben und in ihren Schnittstellen als hybride Lebensentwürfe charakterisiert. Danach beschreibt der Autor noch suburbane Lebensformen des 21. Jahrhunderts im Spannungsfeld zwischen Erneuerungsimpulsen und statischen Strukturen und kommt zu dem Ergebnis, dass suburbane Strukturen sich zunehmend urbanisieren.

Zu: Boris Sieverts und Thomas Sieverts: Elemente einer Grammatik der Ränder

Stadt-Land-Unterschiede verschwinden in dem Maße, wie sich Ortsränder dekonturieren und die Übergänge gestaltet werden. Die Autoren beschreiben zunächst den Übergang vom historischen Ortsrand zu gegenwärtig typischen Randformen. Die randreiche Zerklüftung als Merkmal der Agglomeration wird zum Wachstumsmuster der Städte in der Welt.

Dann stellen die Autoren an Hand von acht Beispielen unterschiedliche Typen von Randformungen vor: der fraktale Rand, der endlose Rand, der epische Rand, der innere Rand, der Abschieberand, der bildhafte Rand, der plötzliche Rand und der geordnete Rand.

Zum Schluss werden die ökonomischen Bedingungen lebendiger Randausbildungen nachgezeichnet und auf den politischen Umgang mit Rändern verwiesen, wobei die Stadtentwicklungsplanung, der Städtebau und die Gestaltung des Sozialen in der Stadt gefordert sind.

Zu: Norbert Fischer: Patchwork-Landschaft im stadtregionalen Raum: Das Hamburger Umland

Der Autor beschreibt in seinem Beitrag das Hamburger Umland als einen Raum zwischen Stadt und Land, was sich auch der typischen Landschaftsbeschreibung entzieht, aber auch einer Beschreibung der Stadt als einem urbanen Raum.

Die Vorgeschichte dieser Entwicklung liegt im Zeitalter der Hochindustrialisierung, der Hafenexpansion und der Zuwanderung und den damit verbundenen beengten Raumverhältnissen, die aber auch politischen Gründen nicht gelöst werden konnten, weil das Hamburger Umland damals zu Preußen gehörte.

Eigentlich fanden die regionale Modernisierung und der Strukturwandel erst richtig nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Diese Entwicklung wird dann auch an Hand regionaler Beispiele verdeutlicht. Der Autor setzt sich aufgrund dieser Entwicklung auch mit der Landschaftstheorie auseinander. Die aktuellen Ausprägungen im Hamburger Umland beschreibt dann Fischer zum Schluss als ein Patchwork von Mikrolandschaften.

Zu: Barbara Schönig: Umbauen, reparieren, umdenken – Suburban Retrofitting in der Krise

Die Autorin blickt auf Amerika. In den USA wird unter den Stichwörtern suburban retrofitting und sprawl repair Stadterneuerung diskutiert. Dabei handelt es sich weitgehend um baulich-räumlich orientierte Strategien der suburbanen Stadterneuerung. Dies führt die Autorin aus und begründet es mit der Literatur.

Die Autorin setzt sich dann mit dem Phänomen der Post-Suburbia auseinander und beschreibt die Veränderungen von Suburbia, die „Verbürgerlichung“ suburbaner Stadtquartiere.

Die autoorientierte gering verdichteten Siedlungsräume und das wilde Ausdehnen der Stadt (Sprawl) ist längst einer Steuerung stadtregionaler Entwicklung gewichen.

B. Schönig beschreibt dann Ziele und Strategien einer Anti-Sprawl-Bewegung, es entstehen mischgenutzte und kleinteilige Quartiere mit öffentlichen Räumen und es kommt zu Nachverdichtungen wenig besiedelter Räume.

Und das Alter der Bausubstanz rückt in den Fokus der Betrachtung – aber nicht nur das. Es geht auch um die Alterung der Bevölkerung, um alters- und generationsgerechtes Bauen. Auch hier beschreibt die Autorin Ziele und Strategien.

Weiter beschreibt die Autorin die Armutsentwicklung in den Städten. In immer mehr Kommunen konzentrieren sich die Armen und die soziale und ethnische Diversifizierung des posturbanen Raums hat die Polarisierung von Suburbs und Kernstädten verdrängt. Auch dies wird analysiert und es werden Ziele und Strategien beschrieben.

Analysen und Kommentare

Zu: Johannes Boettner: Der Kampf ums Dixi-Klo – Incivilities im öffentlichen Raum und im Agenda-Setting-Prozess der Gemeinwesenarbeit

Es geht um ein Feldexperiment, in dem Prozesse „bürgerschaftlicher“ Kommunikation nachgezeichnet wurden und die Rolle der Gemeinwesenarbeit dabei analysiert wurde. Anlass für das Projekt war ein im öffentlichen Raum aufgestellter Toillettencontainer.

Die Empörung über diesen Sachverhalt belegt nach Ansicht des Autors den immer noch bestehenden normativen Charakter öffentliche Räume – was geht, und was geht nicht im öffentlichen Raum? Schließlich ist der Begriff der Öffentlichkeit und der öffentlichen Meinung vielschichtig und komplex. Eingebettet in die Begleitung und Beratung der vom Rückbau bedrohten Bewohnerschaft befasst sich das Stadtteilbüro auch mit den Anliegen der Bewohnerschaft, was die Gestaltung öffentlicher Räume angeht, und vor allem was deren öffentliche Artikulation betrifft – und dann geht es auch um ein Dixi-Klo!

Der Ansatz wird ausführlich beschrieben und das Wohngebiet auch mit seinen Problemen analysiert: was interessiert Bürger in der Gestaltung ihres unmittelbaren Wohnumfeldes, wozu können sie etwas sagen? Auch dies wird ausführlich diskutiert. Und es wird ein Lösungsansatz vorgestellt.

Die Lösung ist pragmatisch und die Frage der Reflexion lautet, was hat Gemeinwesenarbeit damit zu tun? Ist es vielleicht der niedrigschwellige Zugang zur Form öffentlicher Diskurse und Bürgerbeteiligung, der hier geschaffen wurde – und mit welchen Konsequenzen?

Zu: Dieter Rink, Matthias Bernt, Katrin Großmann und Annegret Haase: Governance des Stadtumbaus in Ostdeutschland – Großwohnsiedlung und Altbaugebiet im Vergleich

Schrumpfung und Alterung der Bevölkerung, rückläufige Wirtschaftskraft und Deindustrialisierung, Abwanderung und nachlassende soziale Kohäsion sind Probleme, die den Stadtumbau in Ostdeutschland schwierig gestalten. Auf der Basis eines Vergleichs der Städte Leipzig und Halle versucht das Autorenteam einen Vergleich von Großraumsiedlung und Altbausubstanz im Kontext des Aufbaus von Governancestrukturen.

Zunächst wird zum Diskussionstand Governance des Stadtumbaus Stellung genommen – auch in Bezug auf die ehrgeizigen Ziele, die das Programm Stadtumbau Ost damit verbunden hat. In diesem Kontext werden dann Fallstudien genannt und der Projektrahmen des EU-Projekts erläutert. Die Projektgebiete Halle-Silberhöhe, Leipzig-Grünau mit ihren Großwohnsiedlungen werden den Stadtgebieten Halle-Glaucha und Leipziger Osten mit ihren Altbaugebieten gegenüber gestellt. Sie werden jeweils in ihrer Sozialstruktur vorgestellt und diskutiert und es werden die jeweiligen Ergebnisse des Stadtumbaus kritisch beleuchtet. Übergreifend kann auf den Aufbau von differenzierten Governancestrukturen zurückgeblickt werden, die sich in Netzwerken auf gesamtstädtischer Ebene, in Arbeitsgruppen und Foren, in spezifischen Fragestellungen und Themen und in bilateralen Runden zwischen Wohnungsunternehmen und Banken manifestieren.

Zu: Katharina Anna Dörfert und Julia Schwarz: Wie Nachbarschaft Gesundheit beeinflusst: Erkenntnisse aus einer kriteriengeleiteten Recherche

Nachbarschaften spielen im Zuge der wachsenden Bedeutung lokaler Lebenszusammenhänge wieder eine größere Rolle, und zwar als Unterstützungssysteme wie auch als Netzwerke, die Vertrauen schaffen und Zugehörigkeit erzeugen, auch Anerkennung ermöglichen.

Dass diese Bedingungen auch etwas mit Gesundheit zu tun haben, ist bislang wenig erforscht. Die Autorinnen präsentieren die Ergebnisse einer Untersuchung, die dem Zusammenhang von sozialer Nachbarschaft und Gesundheit nachgeht.

Einleitend gehen die Autorinnen kritisch mit dem bisherigen Forschungsstand ins Gericht und erläutern den theoretischen Hintergrund und das methodische Vorgehen ihrer Analyse. Es geht um eine kriteriengeleitete Literaturrecherche, die in relevanten Online-Literaturdatenbanken durchgeführt wurde. Die Kriterien werden genannt, es geht um Angaben zum Vergleich der Gesundheit von Gruppen in einer Nachbarschaft, weiter geht es um Angaben über positive oder negative Einflüsse der Nachbarschaft auf die Gesundheit.

Dann werden Kriterien genannt, die sich auf die Daten beziehen und ob sie in Deutschland erhoben wurden, einen Bezug zur Gesundheit haben, andere Faktoren analysieren, aber nicht Gesundheit, oder die Daten beziehen sich auf Zusammenhänge von sozialer Ungleichheit und Gesundheit oder Umweltgerechtigkeit und Gesundheit.

Die Ergebnisse werden dargestellt und diskutiert. Die gesundheitsbezogene Nachbarschaftsforschung ist kein Thema der Sozialwissenschaften, übrigens auch nicht der Sozialpolitik und der Gesundheitsförderung.

Zu: Dirk Schubert: Kontinuitäten und Reorganisationen – Stadtplanerausbildung zwischen Sparzwang und Neuorientierung

Am Beispiel von Hamburg beschreibt und analysiert der Autor die Entwicklung und den Stand der Stadtplanerausbildung. Vor dem Hintergrund der Neugründung der HafenCity Universität Hamburg, die sich laut Gründungauftrag auf die Themen Planen, Bauen, Gestalten und Architektur in Metropolregionen konzentrieren sollte, zeichnet Schubert die zum Teil auch wechselhafte Geschichte der Ausbildung von Stadtplanern nach. Dabei teilt die Ausbildung von Stadtplanern das Schicksal vieler Studiengänge vor allem dann, wenn sie in Fachbereiche der Architektur eingebunden waren. Die Neugründung der HafenCity Universität sollte dem jetzt ein Ende machen. Dies ist dringend notwendig, brauchen wir auch gerade im Kontext der Globalisierung und vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsdebatte neue Akzente in der Ausbildung von Stadtplanern. Dies wird vom Autor ausführlich begründet.

Rezensionen

In diesem Kapitel werden sieben Arbeiten besprochen, die mit dem Thema Stadt, Stadtentwicklung und urbane Peripherie zu tun haben. Die Rezensionen sollen hier nicht nochmal rezensiert werden.

Dokumentation und Statistik

Zu: Stefan Kaup, Alexander Mayr, Frank Osterhabe, Jörg Pohlan, Philippe Rieffel, Karsten Rusche und Bernd Wuschansky: Monitoring StadtRegionen

Ziel des Monitorings – so die Autoren - ist es, von raumbezogenen Einheiten einen Überblick über eine ausgewählte Bandbreite von sozioökonomischen Entwicklungen zu bieten. Das ist auch das, was das JahrbuchRegion ausmacht. Was früher auf Kreisebene gemacht wurde, wird jetzt auf der Ebene von Städten und Gemeinden gemacht. Diese Neuerung führt zu methodologischen Veränderungen und Herausforderungen der Datenbearbeitung. Dies wird von den Autoren ausführlich und gründlich beschrieben. Es geht um Fragen der Abgrenzung von Stadtregionen und der Identifikation von stadtregionalen Kernen und ihrer funktionalen Verflechtung mit umliegenden Gemeinden und um deren räumliche Nähe zu diesen Kernen.

Ausführlich wird die Bevölkerungsentwicklung beschrieben, die Entwicklung der Beschäftigten analysiert, die Siedlungsentwicklung dargestellt und die Entwicklung der öffentlichen Finanzen erörtert. Am Schluss dieses Kapitel befindet sich eine Reihe sehr detaillierter Tabellen, die das Beschriebene auch belegen.

Allen Beiträgen ist eine Zusammenfassung voran gestellt und am Ende der Beiträge befindet sich jeweils eine ausführliche Literaturliste.

Diskussion

Das Thema des Jahrbuchs ist gut gewählt; es trifft eine Diskussion, die in der Stadtforschung und Stadtsoziologie inzwischen auch in den Mittelpunkt rückt, haben doch viele Großstädte und Metropolregionen am Rande ihrer Kernstädte Stadtteile, die weder städtisch noch ländlich sind, aber Stadtteile sind und strukturell auf die Stadt als Ganzes bezogen sind. Und es gibt doch in vielen Großstädten auch Stadtteile, die sich als Gewerbegebiete verändern. Was verändert sich damit auch für die Debatte um Suburbaniserungsprozesse und um die Bedeutung der Kernstadt angesichts der Dezentralität von Versorgung, Kultur, Ökonomie und sozialer Kohäsion in kleinräumigen lokalen Lebenszusammenhängen? Was verändert sich vor allem für das, was wir einen urbanen Lebensstil nennen und der nur unter bestimmten Bedingungen von Urbanität lebbar ist?

Die Beiträge des Jahrbuchs kreisen alle um diese Fragen und sie weisen einen aktuellen Forschungsstand nach, der die Veränderungen von Stadträndern und ihrer Bedeutung für das Zusammenleben bis heute nachzeichnet. Dabei wird eine Debatte aufgegriffen, die auch mit der Frage nach dem Verhältnis von Reurbanisierung und Suburbanisierung zu tun hat.

Fazit

Wer sich auf den aktuellen Forschungsstand zum Thema Urbane Peripherie bringen will, ist mit diesem Buch auf das Beste bedient.


Rezension von
Prof. Dr. Detlef Baum
Professor em. Arbeits- u. Praxisschwerpunkte: Gemeinwesenarbeit, stadtteilorientierte Sozialarbeit, Soziale Stadt, Armut in der Stadt Forschungsgebiete: Stadtsoziologie, Stadt- und Gemeindeforschung, soziale Probleme und soziale Ungleichheit in der Stadt
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Zitiervorschlag
Detlef Baum. Rezension vom 12.11.2014 zu: Frank Roost, Brigitta Schmidt-Lauber, Christine Hannemann, Frank Orthengrafen, Jör Pohlan: Jahrbuch StadtRegion 2013. Schwerpunkt: Urbane Peripherie. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2014. ISBN 978-3-8474-0162-9. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16458.php, Datum des Zugriffs 12.07.2020.


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ISSN 2190-9245

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