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Anne-Katrin Haubold, Torsten Gonschorek u.a. (Hrsg.): Managementkompetenzen im Mittelstand

Cover Anne-Katrin Haubold, Torsten Gonschorek, Ingo Gestring, Ralph Sonntag, Rüdiger von der Weth (Hrsg.): Managementkompetenzen im Mittelstand. Grundlegendes Wissen und Instrumente zur praktischen Umsetzung. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2014. 200 Seiten. ISBN 978-3-658-03447-4. D: 39,99 EUR, A: 41,11 EUR, CH: 50,00 sFr.
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Thema

Träger der sozialen Arbeit und verwandter Leistungsfelder haben nicht selten den quantitativen Umfang mittelständischer Unternehmen. Sie werden zumeist operativ geleitet von Geschäftsführenden, die viele Aufgaben übernehmen müssen, die in größeren Unternehmen arbeitsteilig geleistet werden. Insoweit ist es durchaus von Interesse, welche Managementkompetenzen in mittelständischen Unternehmen der Erwerbswirtschaft von erfahrenen Fachleuten als wesentlich angesehen werden und inwieweit ein entsprechendes Wissen und Können auch in Organisationen der Sozialwirtschaft angezeigt ist.

Entstehungshintergrund

Anne-Katrin Haubold, Torsten Gonschorek, Ingo Gestring, Ralph Sonntag und Rüdiger von der Weth wollten ein Buch herausgeben, welches explizit auf die grundlegenden Wissenselemente und Instrumente für das Management im Mittelstand zugeschnitten ist. Sie konzentrieren sich dabei insbesondere auf ein Management im »funktionalen« Sinn. Ihre Schwerpunktsetzungen beruhen auf betriebswirtschaftlichen Überlegungen und sind das Ergebnis langjähriger Erfahrungen im Bereich der Unternehmensberatung.

Herausgeber in und Herausgeber

Anne-Katrin Haubold, Torsten Gonschorek, Ingo Gestring, Ralph Sonntag und Rüdiger von der Weth sind Professoren an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden. Sie beraten im »Zentrum für Mittelstand« Unternehmen in zentralen Fragestellungen des Managements.

Aufbau und Inhalte

Das Handbuch enthält zehn Kapitel.

  1. Den Anfang machen Anja Stöhr, Anne-Katrin Haubold, Julia Hauptmann, André Kluge und Max Uhlig mit dem Thema »Geschäftsideen präsentieren«. Sie beschäftigen sich mit den wesentlichen Facetten einer gelungenen Präsentation, das Spektrum reicht von der Körpersprache und der Sprachgestaltung über Fragen der Vorbereitung bis hin zur Erläuterung des Zusammenspiels von Zielen, Präsentation und Medieneinsatz.
  2. Ralph Sonntag, Antonia Müller und Sebastian Noll umreißen die Relevanz von Networking und beschreiben die notwendigen Kompetenzen zum »Aufbau von Netzwerken«. Dabei gehen sie auf Best-Practice zum erfolgreichen Aufbau und zur Implementierung von Instrumenten der Vernetzung im Bereich der KMU besonders ein.
  3. »Verhandeln im Mittelstand« ist das Thema von Roman Lesch, Sophie Leuschner, Sandy Klein und Anna Stepanov. Auf der Grundlage von Forschungsergebnissen zu Verhandlung und Verhandlungserfolg skizzieren Sie die Bedeutung des Themas für den Mittelstand und gehen auf die Elemente ein, die für erfolgreiche Verhandlerinnen und Verhandler besonders relevant sind.
  4. Torsten Gonschorek und Christian Petzold thematisieren mit »Risiken managen« einen weiteren Schwerpunkt von Managementkompetenz im mittelständischen Bereich. Nach einer Klärung der Schlüsselbegriffe »Risiko« und »Risikomanagement« beschreiben sie normative Grundlagen und Standards sowie den Nutzen und die Ausgestaltung von Risikomanagement in mittelständischen Unternehmen. Die Autoren legen auch eine Konzeption und eine Strategie zur Implementierung eines Risikomanagementprozesses dar.
  5. Das Thema von Gerard J. Lewis ist »Strategiefindung unter Unsicherheit im KMUs«. Ausgehend von strategischer Entscheidungsfindung und Unsicherheit legt der Autor dar, wie Führungskräfte in kleinen und mittelständischen Unternehmen strategische Entscheidungen unter Unsicherheit treffen und welche Ansätze es gibt, diese Entscheidungen zu verbessern. Es werden dabei auch Instrumente zur Entscheidungsfindung unter Unsicherheit erläutert.
  6. »Mitarbeiter führen« steht im Zentrum der Erörterungen von Tobias Braun. Ausgehend von der Problematik, dass Führung ein komplexes Problem ist, schildert er wesentliche Bestandteile eines effektiven und effizienten Führungsverhaltens in kleineren und mittelständischen Unternehmen. Das besondere Element seines Beitrags ist »Job Crafting« als integratives Führungsinstrument.
  7. Anne-Katrin Haubold, Katharina Gnieser, Marina Golovina, Lars Mönnich, Kristin Hermann, Nadine Müller und Tizia Schwenke referieren Wissenswertes zur Thematik »Mitarbeiter an das Unternehmen binden«. Auf der Grundlage des ressourcenbasierten Ansatzes schildern Sie Strategien und Ansätze zur Best-Practice der Personalbindung im Mittelstand. Sie beschreiben dabei auch das Personalbindungsaudit als Analyseinstrument.
  8. Ingo Gestring beschreibt in seinem Beitrag »Produktionsprozesse systematisch optimieren« den Aufwand und den Nutzen ganzheitlicher Produktionssysteme, den Nutzen von Produktionssystemen im Mittelstand sowie die Möglichkeiten der Implementierung und die Methoden eines solchen Systems. Sein besonderer Beitrag bezieht sich darüber hinaus auf praxistaugliche Elemente eines Methodenbaukastens.
  9. Rüdiger von der Weth, Christian Hauswald und Tobias Steinhard widmen sich dem Thema »Komplexe Projekte umsetzen«. Ausgehend von Notwendigkeiten und Problemen des Projektmanagements im Mittelstand schildern sie Merkmale eines erfolgreichen Projektmanagements und Elemente von Bad- wie Best-Practice, nicht ohne auch verschiedene Grundregeln und Instrumente eines gelingenden Projektmanagements zu vermitteln.
  10. Kerstin Kathy Mayer-Ross, Anne-Katrin Haubold, Maria Hähnlein, Andreas Leisenberg und Doreen Falkowski gehen schließlich in ihrem Beitrag »Interkulturelle Geschäftspartnerschaften pflegen« auf die Besonderheiten des Managements grenzüberschreitender Kooperationen ein. Sie informieren über den Stand der Forschung und die Potenziale der Pflege von internationalen Geschäftspartnerschaften, die auch Unternehmen des Mittelstands nutzen sollten. Auch in diesem Beitrag wird ein Best-Practice Beispiel aufgezeigt.

Diskussion

Zunächst einmal soll hervorgehoben werden, dass dieses Handbuch trotz der lediglich 173 Seiten als hoch informativ angesehen werden kann. Die Auswahl der Themenschwerpunkte geht über übliche Standards hinaus und berücksichtigt auch Dimensionen der aktuellen KMU-Geschäftswelt, welche von hoher Dynamik geprägt ist und zunehmend auch transnationale Facetten nicht mehr außer Acht lassen kann. Jeder Beitrag stellt komprimiert, leicht lesbar, anschaulich und nachvollziehbar die entscheidenden Faktoren heraus, die für Managementerfolg im mittelständischen Bereich relevant sind oder zumindest potenziell von besonderer Bedeutung sein können.

Im Hinblick auf die Relevanz dieses Handbuchs für Leitungskräfte sozialer Träger muss betont werden, dass die in dieser Publikation behandelten Schwerpunkte auch für das Management in der Sozialwirtschaft eminent wichtig geworden sind. Dies gilt auch für Themen wie Präsentation, Strategiefindung unter Unsicherheit, Mitarbeiterbindung und interkulturelle Kompetenz. Gerade über diese Kompetenzen kann sich innovatives Management entfalten, kann Wettbewerbsfähigkeit in der Sozialwirtschaft auf- und ausgebaut werden.

Fazit

Ein lehrreiches Buch zu Managementkompetenz im Mittelstand ebenso wie in der Sozialwirtschaft.


Rezensent
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
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Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 17.04.2014 zu: Anne-Katrin Haubold, Torsten Gonschorek, Ingo Gestring, Ralph Sonntag, Rüdiger von der Weth (Hrsg.): Managementkompetenzen im Mittelstand. Grundlegendes Wissen und Instrumente zur praktischen Umsetzung. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2014. ISBN 978-3-658-03447-4. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16601.php, Datum des Zugriffs 24.04.2019.


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ISSN 2190-9245

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