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Elke Steinbacher: Bürgerschaftliches Engagement in Wohlfahrtsverbänden

Cover Elke Steinbacher: Bürgerschaftliches Engagement in Wohlfahrtsverbänden. Professionelle und organisationale Herausforderungen in der sozialen Arbeit. Deutscher Universitätsverlag (Wiesbaden) 2004. 262 Seiten. ISBN 978-3-8244-4552-3. 34,90 EUR.

Reihe: Sozialwissenschaft.
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Thema und Ziel

Die Arbeit wurde als Dissertation an der Universität Thübingen verfasst. Es geht um die Frage, unter welchen Ambivalenzen und Spannungsfeldern neue Formen freiwilligen sozialen Engagements stehen. Ziel ist es, die Dimensionen, die für die Förderung freiwilligen Engagements durch Wohlfahrtsverbände relevant sind, herauszuarbeiten.

Inhalt

In einem ersten Schritt werden Wohlfahrtsverbände analysiert. Zunächst werden sie als Akteure im Sozialstaat historisch betrachtet, womit die gemeinsamen Wurzeln von Verbänden und Ehrenamt verdeutlicht werden. Danach wird der Stellenwert der Wohlfahrtsverbände im bundesdeutschen Sozialstaat kritisch hinterfragt. Die Autorin zieht die nachvollziehbare Schlussfolgerung, dass die Verbände ihr bislang multifunktionales Profil schärfen müssen, um nicht an Bedeutung zu verlieren. Danach werden Verbände aus organisationssoziologischer Perspektive untersucht, sowohl hinsichtlich ihrer spezifischen organisationskulturellen Merkmale als auch hinsichtlich typischer Entwicklungsverläufe. Der Entwicklungslogik kommt der Autorin zufolge aufgrund der gesellschaftlichen Dynamik gegenwärtig besondere Bedeutung zu.

Im  nächsten Schritt wird freiwilliges und professionelles soziales Handeln untersucht. Ausgehend von der Geschichte des Ehrenamts und der ideengeschichtlichen Entwicklung seiner spezifischen Ausprägung in Baden-Württemberg wird schließlich ein Bezug zu biographischen und geschlechterdifferenzierenden Analysen hergestellt. Dies soll v.a. die Bedeutung des Ehrenamtes für die Freiwilligen selbst klären. In einem weiteren Schritt werden Spannungsfelder analysiert, denen jene Personen ausgesetzt sind, die aus ihrer professionellen Rolle heraus für die Förderung ehrenamtlichen Engagements in Wohlfahrtsverbänden zuständig sind. Ein Spannungsfeld ist jenes zwischen Organisations- und Adressatenorientierung, d.h. mögliche Spannungen zwischen den Verbänden und den Ehrenamtlichen. Ein weiteres Spannungsfeld besteht zwischen beruflich und freiwillig Tätigen, was die Kooperation beider "Berufsgruppen" zur wesentlichen Herausforderung für die Verbände macht.

Auf dieser Basis wird schließlich eine Fallstudie ausführlich vorgestellt, die das Bundesmodellprojekt Seniorenbüros mit besonderer Berücksichtigung des Büros Burgstadt beschreibt und vor dem Hintergrund der theoretischen Zugänge auf konkrete Herausforderungen für die Förderung neuen ehrenamtlichen Engagements hin analysiert.

Fazit

Die Arbeit ist seriös durchgeführt, fundiert argumentiert und informativ. Wenn sie auch von den zentralen Ergebnissen her nichts fundamental Neues bringt, so gibt sie doch einen guten Überblick über zentrale Herausforderungen an professionelle Personalarbeit und insbesondere über die vorgestellte Fallstudie. Man merkt ihr allerdings an, dass es eine Qualifizierungsarbeit ist, sie ist eher trocken und nicht leicht zu lesen.


Rezension von
Prof. Dr. Ruth Simsa
Wirtschaftsuniversität Wien
Institut für Soziologie, NOP Institut
Homepage www.ruthsimsa.at
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Zitiervorschlag
Ruth Simsa. Rezension vom 25.01.2005 zu: Elke Steinbacher: Bürgerschaftliches Engagement in Wohlfahrtsverbänden. Professionelle und organisationale Herausforderungen in der sozialen Arbeit. Deutscher Universitätsverlag (Wiesbaden) 2004. ISBN 978-3-8244-4552-3. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/1668.php, Datum des Zugriffs 14.07.2020.


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