Pamela Kilian: Beobachten und Dokumentieren
Rezensiert von Dr. Dipl.-Psych. Lothar Unzner, 12.11.2014
Pamela Kilian: Beobachten und Dokumentieren.
Cornelsen Verlag GmbH
(Berlin) 2014.
64 Seiten.
ISBN 978-3-589-24818-6.
14,95 EUR.
Praxis Kindertagespflege.
Autorin
Die Reihe „Praxis Kindertagespflege“ wird von Frau Dr. Jutta Hinke-Ruhnau herausgegeben. Über die Autorin der vorliegenden Veröffentlichung, Frau Pamela Kilian, liegen keine Angaben vor.
Thema
Beobachtung und Dokumentation sind mittlerweile wichtige Teile der pädagogischen Arbeit in der Kindertagespflege. Das Buch will wertvolle Praxisbeispiele und Tipps zu diesem Bereich geben.
Aufbau und Inhalt
Zu Beginn des Buches kennzeichnet Kilian kleine Kinder als kleine Entdecker, die neugierig die Welt erkunden und ständig neue Erfahrungen machen. In diesem Alter ist die Unterstützung durch Bezugspersonen wichtig, denn „keine Bildung ohne Bindung“ (S. 11). Deshalb erläutert sie kurz die Bindungstheorie und die sichere Bindung.
Im nächsten Kapitel geht sie auf die Beobachtung ein, beschreibt gerichtete und ungerichtete Beobachtung und gibt konkrete Hilfen zur Durchführung einer Beobachtung mit einem Leitfaden (mit vielen Fragen) und einem Vorschlag eines Beobachtungsbogen, der neben Namen und Alter des Kindes, Datum, Ort und Ausgangssituation viel Raum lässt für die Beschreibung der Situation, der Reflexion und Notizen zur Auswertung.
Die Bedeutung der Reflexion des eigenen Handelns wird herausgestrichen. Dazu gehört auch die Bewusstmachung der eigenen Biographie, die die Beobachtung beeinflusst. Es wird empfohlen, das Kind als Ganzes zu beobachten und sich nicht auf die Schwächen und Defizite zu konzentrieren, sondern zu beobachten, was das Kind kann und wie es davon ausgehend unterstützt werden kann.
Beobachten soll im Dialog mit dem Kind geschehen; besondere Aufmerksamkeit erfordert das nonverbale Verhalten, auch im Hinblick auf den Spracherwerb.
Wie kann eine Dokumentation der Fortschritte des Kindes aussehen? Grundlage sind die Bilder, die Werkstücke des Kindes, auch Fotografien. Ausführlich werden Formen der Dokumentation besprochen: Lerngeschichten, Portfolio, Wanddokumentation.
Diese Formen sind eine Grundlage der Zusammenarbeit mit den Eltern, bei der zuerst die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit geklärt werden sollten. Es werden Vorschläge für das Entwicklungsgespräch gemacht (Entwicklungsbogen) und wie gemeinsam mit den Eltern das weitere Vorgehen bestimmt wird. Anregungen (mit einem Formularvorschlag) werden auch zum Thema Datenschutz gegeben.
Diskussion
Das Buch wendet sich direkt an die Tagespflegekraft (auch in der Anrede). Viele Bilder veranschaulichen das Thema.
Wichtig für die Tagespflege, vor allem für die Säuglinge und Kleinkinder, finde ich, dass Bindung als Grundlage von Bildung herausgestellt wird. Die Förderung der Kinder erfolgt am besten im Alltag. Dies wird sehr anschaulich, in dem gezeigt wird, welche unterschiedlichen Bildungsbereiche die gemeinsame Zubereitung eines Obstsalats abdeckt.
Auf diesen paar Seiten werden mehr Anregungen gegeben als nur zu den Themen Beobachten und Dokumentieren.
Zielgruppen
Kräfte der Kindertagespflege.
Fazit
Ein praxisnahes Buch mit vielen umsetzbaren Anregungen.
Rezension von
Dr. Dipl.-Psych. Lothar Unzner
ehem. Leiter der Interdisziplinären Frühförderstellen in Dorfen, Erding und Markt Schwaben im Einrichtungsverbund Steinhöring
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