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Mathias Graumann, Lutz Thieme (Hrsg.): Controlling im Sport

Cover Mathias Graumann, Lutz Thieme (Hrsg.): Controlling im Sport. Grundlagen und Best Practice für Vereine, Verbände und Ligen. Erich Schmidt Verlag (Berlin) 2010. 361 Seiten. ISBN 978-3-503-12452-7. 34,95 EUR, CH: 58,00 sFr.
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Herausgeber

Dr. Mathias Graumannist Professor für Rechnungswesen, insb. Controlling, Kosten- und Leistungsrechnung, Steuer- und Wirtschaftsprüfung an der FH Koblenz, RheinAhrCampus Remagen. Er beschäftigt sich u.a. mit Fragen der Corporate Governance und des Risikomanagements. In der Forschung gilt sein Interesse der Adaption des Controllings in NPO-Bereichen.

Dr. Lutz Thieme ist Professor für Sportmanagement an der FH Koblenz, RheinAhrCampus Remagen. Ein Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit liegt in der Nutzbarmachung betriebswirtschaftlicher Methoden und Instrumente für Institutionen der Sportbranche. Er ist Vorstandsmitglied eines großen Bonner Sportvereins.

Autorinnen und Autoren

  • Gunter Archinger, Dipl.- Betriebswirt, ist Geschäftsführer der Golfanlage Clostermanns Hof GmbH & Co. KG in der Nähe von Köln. Daneben ist er als Dozent des Weiterbildungsträgers IST-Studieninstitut im Rahmen der Ausbildung der Golfbetriebsmanager und als Lehrbeauftragter am RheinAhrCampus im Fach „Finanzmanagement im Sport“ tätig.
  • Christopher Blümlein, Dipl.- Betriebswirt, ist seit 2006 beim 1. FSV Mainz 05 als Leiter des Controlling und stellvertretender Geschäftsführer tätig, zudem seit 2007 als Projektkoordinator für den Stadionbau der Coface- Arena in Mainz.
  • Jens Brämer, Dipl.- Kaufmann ist aktuell als Leiter Operations bei einem der größten Ticketdienstleister für Sportunternehmen tätig.
  • Thorsten Endres, ist seit 2002 Geschäftsführer der deutschen Volleyball-Liga (DVL).
  • Alexander Kiel, Dipl. BW. (FH), wurde 2003 Geschäftsführer des Turn- und Sport-Club Eintracht Dortmund in dem er zwei Jahre später zum Hauptgeschäftsführer berufen wurde.
  • Prof. Dr. Dirk Mazurkiewicz, arbeitet seit 10 Jahren in Sportmanagement und Marketing. 2008 übernahm er die Leitung der CP sports edition bei der CP CORPORATE PLANNING AG. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählen strategische Unternehmenssteuerung, Controlling sowie Medien und Marketing im Sport.
  • Elisa Ramb, schloss ihr Sportmanagmenet-Studium 2010 an der FH Koblenz/RheinAhrCampus Remagen erfolgreich ab.
  • Daniel Sattler, ist Koordinator für die 2. Bundesliga sowie für die Presse -und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Volleyball-Liga (DVL).
  • Tanja Schäfer, ist seit 2008 Mitarbeiterin des Sportmanagements der Stadt Paderborn.Ihr Aufgabengebiet ist die Sport- und Sportstättenentwicklung.
  • Michael Scharf, Diplom Sportwissenschaftler und Psychologe, ist Leiter des Olympiastützpunkts Rheinland.
  • Mark Schober, Diplom Sportökonom, ist Prokurist der Handball-Bundesliga GmbH und leitet den Bereich Marketing und Unternehmensentwicklung.
  • Maike Schramm, Diplom- Ökonomin, ist stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin der Schwimm- und Sportfreunde Bonn.
  • Prof. Dr. Lutz Thieme, ist Professor an der FH Koblenz/RheinAhrCampus Remagen.
  • Susanne Weber, Dipl.- Betriebswirtin, ist Geschäftsführerin der Sportjugend Rheinland.
  • Martin Weinitschke, Diplomsportlehrer und -Kaufmann, ist Geschäftsführer des Sportbundes Rheinland in Koblenz.
  • Horts Werner, Dipl.-Ing. und Dipl. -Wirtsch.-Ing. (FH), arbeitet seit über 10 Jahren in der Freizeitbäder- Branche und ist als Betriebsleiter gesamtverantwortlich für die betriebswirtschaftliche und technische Leitung eines Freizeitbades.

Thema

Das Buch „Controlling im Sport- Grundlagen und Best Practice für Vereine, Verbände und Ligen“ vermittelt welche Controlling-Instrumente und – Methoden sich für einen Verein oder Verband eignen würden. Dabei gewähren große Vereine und Verbände hier einen seltenen Einblick in deren Controllingspraxis und zeigen so Einsatzmöglichkeiten in der täglichen Vereinsarbeit. Ohne Controlling kein zielgerichtetes Management. Dies gilt vor allem für die zunehmende Anzahl in Finanznöte geratener Vereine, Verbände, Ligaorganisationen und privater Betreiber. Graumann und Thieme stellen deshalb vor, wie Sportorganisationen ihren Fortbestand mit Hilfe des Controllings sichern können. Ihr Buch bietet die Grundlagen des strategischen und operativen Controllings im Sport und zeigt insbesondere, welche Controllinginstrumente sich für die Steuerung von Sportorganisationen überhaupt eignen.

Dieses Buch richtet sich vornehmlich an Führungskräfte öffentlicher oder privater Sportverbände, Vorstände von Sportvereinen, Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer mit Mandanten im Sportbereich, Leiter öffentlicher Sportverwaltungen und Geschäftsführer privater Sportstätten.

Inhalt

Das Buch wird mit einem Vorwort (S. 9 f.) von den Herausgebern Graumann und Thieme eröffnet. Darin beschreiben sie zunächst, warum und wie sie die Themen in diesem Buch umsetzen wollten. Es sollte ein sogenanntes „Sandwich-Buch“ werden. Diese Metapher spinnen sie durch das Vorwort, welches auch auf die Autoren, die primär am RheinAhrCampus ausgebildet wurden.

Es schließen sich ein Abkürzungsverzeichnis (S. 11-14) und Abbildungsverzeichnis (S. 15- 17) an. Dann folgen drei große Kapitel.

Im Kapitel ITheoretische Grundlagen“ stellen die Herausgeber Lutz und Thieme zunächst die Grundlagen und Begrifflichkeiten dar.

  • Abschnitt 1 widmet sich den „Grundlagen des Controllings“. Neben dem Begriff des Controllings, werden die historische Entwicklung des Controllings, die Aufgaben des Controllings, die organisatorische Einordnung des Controllings und die Ebenen des Controllings dargestellt.
  • Abschnitt 2 „Sportbranche“ geht auf folgende Themen ein: Branchenmodelle, die Sportbranche als Wertschöpfungseinheit und den Forschungsstand des Controllings in der Sportbranche.
  • Abschnitt 3 ist mit „Strategisches Controlling“ überschrieben. Neben den Grundlagen und dem Ablauf des strategischen Controllings wird das Controlling des Leitbilds und Zielsystems, das Umweltcontrolling und das Markt- und Wettbewerbscontrolling dargestellt. Es folgen Ausführungen zur Identifizierung der strategischen Lücke und Controlling von Wettbewerbsstrategien sowie ein Segmentcontrolling. Unter dem Segmentcontrollig werden der Begriff, die Konzepte des Produktlebenszyklus, der Erfahrungskurve und der Portfolio-Analyse erörtert. Der Abschnitt schließt mit einigen Ausführungen zum Produkt- und Leistungscontrolling.
  • Abschnitt 4 geht auf das „Operative rechnungswesenbezogene Controlling“ ein. Nach Klärung der Grundlagen des Rechnungswesens werden die Themen Jahresabschlusscontrolling (Grundlagen und Erkenntnisziele, Erstellung einer Strukturbilanz und Bildung von Kennzahlen sowie die Analyse der Vermögenslage, Finanzlage und der Erfolgslage), Kostencontrolling (klassische Definition und konventionelle Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung – Kalkulation auf Vollkostenbasis – und als Deckungsbeitragsrechnung – Kalkulation auf Teilkostenbasis – erörtert. Es schließen sich Abschnitte zur Kostenplanung und Kostenkontrolle und zur Prozesskostenrechnung an.
  • Abschnitt 5 befasst sich mit dem „operativen ressourcen- und funktionsbezogenen Controlling“. Dafür wird das Konzept des ressourcenbezogenen Controllings, des Personalcontrolling, Investitionscontrollings, des Liquiditätscontrollings und des funktionsbezogenen Controllings (Beschaffung, Marketing) besprochen.
  • Abschnitt 6 geht auf „Hybride Controlling-Instrumente“ ein. Hierunter fassen Graumann und Thieme die Balanced Scorecard und das Risikomanagementsystem
  • Ein letzter Abschnitt 7 enthält eine „Zusammenfassung“ zu den erwarteten Ausprägungen des Controllings in Institutionen der Sportbranche.

Im anschließenden Kapitel II werden „Praktische Umsetzungsbeispiele“ beschrieben. Diese stammen von verschiedenen Autoren. Folgende Überschriften zeigen den besprochenen Inhalt:

Abschnitt 1 stellt praxisorientierte „Beispiele des Controllings in zuschauerorientierten Vereinen und Kapitalgesellschaften“ dar.

  • FSV Mainz 05 (Blümlein/ Ramb)
  • Köln 99ers (Brämer)

Abschnitt 2 geht auf das „Controlling in Ligaorganisationen“ ein.

  • Deutsche Volleyball-Liga ( Endres/Sattler)
  • Toyota Handball-Bundesliga ( Mazurkiewicz/ Ramb/ Schober)

Abschnitt 3 ist dem „Controlling in breitensportorientierten Sportvereinen“ gewidmet.

  • TSC Eintracht Dortmund (Kiel)
  • SSF Bonn 1905 (Thieme/ Schramm/ Scharf)

Abschnitt 4 berichtet über das „Controlling in Sportverbänden“

  • Der Sportbund Rheinland (Weinitschke)
  • Sportjugend Rheinland (Weber)

Abschnitt 5 geht auf das „Controlling in öffentlichen Sportverwaltungen“ ein.

  • Sportamt Paderborn (Schäfer)

In Abschnitt 6 wird das „Controlling privat geführten Sportstätten“ erörtert.

  • Golfanlage Clostermanns Hof (Archinger)
  • Schwimmbäder (Werner)

Im letzten Kapitel III „Zum Entwicklungsstand des Controllings im Sport“ beschreiben die beiden Herausgeber Graumann/ Thieme zunächst das „Strategische Controlling in der Sportbranche“, bevor sie im zweiten Abschnitt das „Operative Controlling in der Sportbranche“ darstellen.

Abschließend folgen ein Autoren- und Literaturverzeichnis (S. 349- 361).

Diskussion und Fazit

Das Werk „Controlling im Sport – Grundlagen und Best Practice für Vereine, Verbände und Ligen“ ist ein umfassendes Kompendium zum Thema Sport und Controlling.

Das Buch besticht in erster Linie durch das Zusammenspiel, der von den Herausgebern Graumann und Thieme vermittelten umfassendes Fachwissen und den Praxisbeispielen. Die in den einzelnen Kapiteln dargestellten theoretischen Grundlagen auf der einen Seite und die zahlreichen Praxisbeispiele auf der anderen Seite ermöglichen es sowohl den theoretisch interessierten Lesern als auch den Praktikern wesentliche Impulse zu vermitteln.

Durch eine systematische Darstellung der einzelnen Methoden und Instrumente gelingt es, eine Orientierung und Umsetzungshilfe in der Praxis zu gewährleisten.

Die plastischen Beispiele aus den unterschiedlichsten Sportbereichen vermitteln die Umsetzung der theoretischen Controllingkonzepte. Einen so tiefen Einblick in die Themenstellungen für Sportorganisationen bietet kein anderes Werk

Besonders herauszuheben sind die zahlreichen Abbildungen, welche das Textverständnis erleichtern und zur Anschaulichkeit der geschriebenen Textpassagen beitragen.

Schließlich ist das umfassende Literaturverzeichnis positiv hervorzuheben. Wer sich in das Thema Controlling und Sport einarbeiten möchte, erhält mit diesem Werk eine umfassende Hilfe.

Das Buch ist aus Sicht des Rezensenten als empfehlenswert einzustufen. Die knapp 35 € sind eine gute Investition.

Das Buch dürfte sich eine Leserschaft im Bereich der Sportökonomie Studierenden und der in der Praxis des Sportcontrollings tätigen Manager erfreuen.


Rezensent
Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch
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Zitiervorschlag
Friedrich Vogelbusch. Rezension vom 01.09.2017 zu: Mathias Graumann, Lutz Thieme (Hrsg.): Controlling im Sport. Grundlagen und Best Practice für Vereine, Verbände und Ligen. Erich Schmidt Verlag (Berlin) 2010. ISBN 978-3-503-12452-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16714.php, Datum des Zugriffs 14.12.2017.


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