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Volker Gerhardt, Clemens Kauffmann u.a. (Hrsg.): Politisches Denken. Jahrbuch 2013

Rezensiert von Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer, 02.07.2014

Cover Volker Gerhardt, Clemens Kauffmann u.a. (Hrsg.): Politisches Denken. Jahrbuch 2013 ISBN 978-3-428-14210-1

Volker Gerhardt, Clemens Kauffmann, Hans-Christof Kraus, Reinhard Mehring, Henning Ottmann (Hrsg.): Politisches Denken. Jahrbuch 2013. Duncker & Humblot GmbH (Berlin) 2013. 251 Seiten. ISBN 978-3-428-14210-1. 59,90 EUR.
Weitere HerausgeberInnen: Martyn P. Thompson / Barbara Zehnpfennig
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„Was fehlt, fällt dem Vergessen anheim“

Die „Deutsche Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens“ (DGEPD) besteht seit 1989. In der Vereinigung haben sich Politikwissenschaftler, Philosophen, Juristen, Ökonomen, Soziologen und Historiker zusammengeschlossen, die interdisziplinär tragfähige Zugänge zu den Grundlagen des politischen Handelns suchen und Antworten auf aktuelle politische Fragen geben wollen. Das Publikationsorgan der Gesellschaft stellt das Jahrbuch dar. 2013 wird der fünfzigste Todestag von Eduard Spranger zum Anlass genommen, „sich mit dessen geisteswissenschaftlicher Pädagogik und ihrem Schicksal in der gegenwärtigen Bildungslandschaft zu beschäftigen“. In einem Symposium in Heidelberg waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig über „die Bedeutung, die eine geisteswissenschaftlich orientierte Pädagogik für die politische Kultur moderner Demokratien hat“. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Tagung, wie auch der wissenschaftliche Diskurs zur hermeneutischen Herausforderung Hier und Heute, werden jeweils im Jahrbuch publiziert.

Aufbau und Inhalt

Das Jahrbuch 2013 wird in drei Kapitel gegliedert.

  1. Im ersten Kapitel wird das Schwerpunktthema „Vom Ende der ‚geisteswissenschaftlichen Pädagogik‘, Eduard Spranger (1882 – 1963)“ diskutiert.
  2. Im zweiten Kapitel werden Auseinandersetzungen zur Frage des politischen Denkens thematisiert;
  3. und im dritten weisen zahlreiche Rezensionen auf den Diskussionsumfang und die aktuelle Bedeutung des gesellschaftspolitischen Diskurses hin.

Der Erziehungswissenschaftler von der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, Detlef Garz, setzt sich mit seinem Beitrag „Paradigm lost“ mit dem (unvermeindlichen) Ende ‚der‘ Geisteswissenschaftlichen Pädagogik auseinander. Die Analyse, dass „faktisch… das Programm der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik… in der heutigen (Allgemeinen) Erziehungswissenschaft kaum noch eine Rolle“ spielt, untermalt er mit der Auseinandersetzung über die historische Entwicklung der universitären Disziplin. Dabei gibt er sich nicht mit einem resignativen „Also ist es so“ zufrieden; auch nicht mit einem vergangenen und nicht wieder bringbaren „Was wäre gewesen, wenn…“, sondern er fragt: „Was aber bleibet?“. Dabei zeigt er auf, was von der geisteswissenschaftlichen Pädagogik (Sprangers) tatsächlich noch vorhanden ist und sich, etwa in der Jugendforschung, mit den Begriffen „Ganzheit, Gestalt, Entwicklung und Persönlichkeit“ weiter entwickelt.

Der Heidelberger Politikwissenschaftler Gerd F. Hepp zeigt mit seinem Beitrag „Bildung unter dem Diktat der Ökonomie“ die Ursachen und Folgen der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrisen für die Bildungspolitik auf. Im Bologna-Prozess sieht er eine „Verberuflichung von Bildung“ und erkennt in den Prozessen für Schule und Universität „eine schleichende innere Ökonomisierung der Lehrenden und Studierenden“.

Der Lehrstuhlinhaber für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau, Hans-Christof Kraus, reflektiert „Preußen aus der Distanz“, indem er darauf aufmerksam macht, dass die Bedeutung und das Wirken Eduard Sprangers als Historiker und Geschichtsschreiber eher in Vergessenheit gerät denn zur Kenntnis genommen wird. Er verweist dabei auf zwei zentrale Themen, die Sprangers Werk erinnerungswürdig und forschungsbedürftig machen: Die „Geschichte der Pädagogik“ und die „Geistes- und Bildungsgeschichte Berlins und Preußens“. Mit den Jahresdaten 1918, 1933 und 1945 signalisiert Kraus den „Berliner Geist“ und verdeutlicht die ethischen Grundlagen, die für Bildungsprozesse unabdingbar sind. Mit seinem Rat, „heute Spranger wieder zu lesen“ und damit der Philosophischen Pädagogik den Wert beizumessen, der für „das pädagogische Verhältnis als personale Beziehung ethisch geklärt und begriffen werden muss“.

Der Heidelberger Historiker Manfred Seidenfuß nimmt sich Teile aus dem in der Universitätsbibliothek Tübingen lagerndem Nachlass von Eduard Spranger vor und formuliert mit seinem Beitrag „Gedanken über Lehrerbildung“ die Sprangerschen Positionen dazu. Sprangers Widerstand gegen eine von den Lehrerorganisationen geforderte „Professionalisierung“ wandte sich jedoch nicht gegen eine Verwissenschaftlichung der Lehrerprofession, sondern gegen eine drohende Technokratisierung: „Erziehung und Bildung sind nicht Produkte einer Technokratie oder der Erkenntnisse der Wissenschaften, sondern Prozesse im Hinblick auf individuelle Handlungsfähigkeit“, was für Spranger „die persönliche Aneignung von objektiven Werten“ bedeutete.

Der Philosoph Georg Zenkert von der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg reflektiert mit seinem Beitrag „Bildung als Politikum“ die Perspektiven Eduard Sprangers anhand der Bildungstheorie Wilhelm von Humboldts. Spranger setzte sich mit dem humanistischen, Humboldtschen Bildungsbegriff auseinander. In der Rezeption werden sowohl die positiven, als auch die negativen Bewertungen des anthropologisch verorteten pädagogischen und bildungspolitischen Denkens Humboldts deutlich. Es ist Sprangers Verdienst, die humanistischen Grundlagen in den pädagogischen Diskurs gebracht und deutlich gemacht zu haben, welche Bedeutung das „Prinzip der Individualität“ im Bildungsprozess hat; schließlich auch die im Humboldtschen Humanismus grundgelegte „Ästhetisierung des Bildungsbegriffs“ voran bringen konnte.

Im zweiten Kapitel setzen sich die Autoren mit der Geschichte des politischen Denkens auseinander. Der Lehrstuhlinhaber für Politische Philosophie und Ideengeschichte am politikwissenschaftlichen Institut der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Clemens Kauffmann, stellt Beobachtungen zum „Demokratischen Denken gegen eine ‚halbierte Mehrheit‘“ an, indem er das Werk des Münchner Philosophen Horst Henning Ottmanns zur „Geschichte des politischen Denkens“ betrachtet. In neun vorliegenden Bänden formuliert Ottmann das politische Denken der Griechen (Band I/1: Die Griechen. Von Homer bis Sokrates; I/2: Von Platon bis zum Hellenismus, 2001), der Römer ( II/ 1: Die Römer, 2002), im Mittelalter (II/2: Das Mittelalter, 2004), in der Neuzeit (III/1: Die Neuzeit. Von Machiavelli bis zu den großen Revolutionen; III/2: Das Zeitalter der Revolutionen; III/3, 2008), im 20. Jahrhundert (IV/1:Der Totalitarismus und seine Überwindung, 2010), bis heute (IV/2: Von der Kritischen Theorie bis zur Globalisierung, 2012). In der Historiographie stellt die mentalitätsgeschichtlich orientierte Arbeit zum politischen Denken einen Meilenstein dar und macht deutlich, „dass das politische Leben des politischen Denkens bedarf“; und zwar im Bewusstsein, dass die beharrenden und vergangenheitsbezogenen „Gegenkräfte“ nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Ottmanns Plädoyer, „sich in politicis daran zu orientieren, was demokratisch erwünscht ist und was nicht“, kann als Pragmatismus verstanden werden, ist aber bei historischer Betrachtung mehr!

Bruno Godefroy von der Jean-Moulin-Universität Lyon III und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg thematisiert in englischer Sprache „Eternity and Crisis“, indem er sich mit „human temporality“ beim deutsch-US-amerikanischem Politologen und Philosophen Eric Voegelin (1901 – 1985) und beim Geschichtsphilosophen Karl Löwith (1897 – 1973) auseinandersetzt. Die Fragmente seiner Dissertation stellte er bereits beim Annual Meeting of the American Political Association (APSA) in Chicago 2013 zur Diskussion. Die sich im (verfolgten) Leben der Wissenschaftler sich darstellenden „problem(s) of time and eternity as an answer to echatology and to the modern ‚crisis‘“ machen Widerstandskräfte und Hoffnungen deutlich, die ein „rethinking“ erkennen lassen, das beispielhaft für politisches Denken sein kann.

Der Würzburger Rechtsphilosoph und Verfassungsjurist.Hasso Heiner Hermann Hofmann formuliert mit seinem Beitrag „Schiller und der Rechtsstaat“ Anmerkungen zu den Tendenzen, Schillers Werke als Zeugnisse für rechtsstaatliches, freiheitliches Denken heran zu ziehen. Dabei nimmt er sich zum einen die 2009 erschienene juristische Dissertation des Tübingers Matthias Tresselt: „Friedrich Schiller und die Demokratie“ und die Habilitationsschrift der Heidelberger Germanistin Yvonne Nilges: „Schiller und das Recht“ vor. Er zeigt dabei Möglichkeiten und Schwierigkeiten auf, die sich bei transdisziplinären, wissenschaftlichen Arbeiten ergeben; und er legt den Finger in eine Reihe von „Interpretationswunden“, wie er gleichzeitig mit dem Zeigefinger auf interessante, historisch und aktualitätsbezogene Auslegungen von Schillers Werk weist. Es ist insbesondere Yvonne Nilges´ Buch, das „den Juristen reichlich Anlass (gibt), bei Schiller selbst nachzulesen“.

Der Erlanger Politikwissenschaftler Hans-Jörg Sigwart stellt sich einem „politisch-hermeneutische(n) Problem“, indem er eine Gegenwartsbestimmung einer „verstehenden Politikwissenschaft“ vornimmt. Der sich im hermeneutischen Diskurs darstellende „interpretive turn“ (Charles Taylor) zeigt sich insbesondere in den Methodenauseinandersetzungen der Politischen Wissenschaft: „Dem Politischen ist die Vorstellung eines weder individuellen noch kollektiven, sondern eines pluralen Subjekts (kursiv, JS) inhärent, das sich überhaupt erst und in Permanenz im Vollzug dieser genuin politischen Selbst-Interpretation der Gesellschaft konstituiert und es sich insofern… bei der genuin politischen um eine autopoietische (kursiv) Praxis der gesellschaftlichen Interpretation handelt“.

Im dritten Teil werden Rezensionen und Rezensionsabhandlungen abgedruckt, aus denen sich der aktuelle politische Denk-Diskurs ablesen lässt. Der Philosoph von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Rainer Enskat, setzt sich mit der (posthum publizierten) Habilitationsschrift von Manfred Riedel: Bürgerliche Gesellschaft – Eine Kategorie der klassischen Politik und des modernen Naturrechts (2011) auseinander. Er verweist dabei sowohl auf interpretatorische, aristotelische Missverständnisse und einer „gespaltenen internen Orientierung an einer Ontologie der Politik und einer nicht-ontologischen Philosophie der praktisch-phronetischen Tugenden der Politik“, als auch auf Möglichkeiten, die „Tragfähigkeit und Tragweite von aktuellen fundamentalen Alternativen der Politischen Philosophie zu erproben“. Michael Henkel rückt in seiner Rezension von ausgewählten (Sammelband-)Beiträgen des britischen Philosophen Michael Oakeshott (1901 – 1990) die bisher im deutschen politikwissenschaftlichen Diskurs eher unbeachtete und einseitig klassifizierte Bewertung als konservativer Denker, Anti-Rationalist und Repräsentant eines philosophischen Idealismus zurecht, indem er über sein „Leben und Werk im Spiegel der Forschung“ reflektiert. Dabei hebt er Oakeshotts Prämisse hervor, wonach es für ihn „keine Welt jenseits der Erfahrung (gibt), … da Erfahrung radikal präsentisch ist, insoweit also nur die Gegenwart existiert, ist Geschichte selbst eine gegenwärtige Welt“. Vergangenheiten sind demnach für Oakeshott mehrschichtig: spezifisch historisch, praktisch und poetisch. „Civil association“ als souveräne, bürgerliche Ordnung konstituiert Recht. Die Oakeshott-Forschung, die sich in den Sammelbänden von Paul Franco, The Politcal Philosophy of Michael Oakeshott, New Haven 1990, und von Paul Franco / Leslie Marsh, Hrsg., A Companion to Michael Oakeshott, Cambridge 2012, artikuliert, bedarf der Aufmerksamkeit im gesellschafts- und politikwissenschaftlichen Diskurs. Der Göttinger Soziologe Markus Holzinger verweist mit seiner Frage „Jenseits der Moderne?“ auf eine weitere. „Was kann die politische Modernisierungssoziologie aus der Beschäftigung mit dem Stalinismus lernen?“. Er stellt die Veröffentlichung von Jörg Baberowski, Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt, München 2012, vor. Mit der Frage, ob die strukturellen Komponenten der europäischen Moderne überhaupt auf die Situation in der Sowjetunion angewendet werden könnten, verdeutlicht Baberowski die Staatsferne in der Vor- und stalinistischen Zeit: „In der Sowjetunion gab es weder einen Rechtsstaat mit einer ausdifferenzierten formalen Bürokratie, noch eine Zivilgesellschaft“; was bedeutet, dass „nicht Stärke, sondern soziale Anarchie und Destabilisierung ( ) der Boden (war), auf dem Stalin seine Herrschaft aufbauen konnte“. Hans-Christof Kraus rezensiert Band VII des seit 2007 neu herausgegebenen Werks Friedrich des Großen: Werke des Philosophen von Sanssouci. Oden. Episteln. Die Kriegskunst, hrsg. von Jürgen Overhoff und Vanessa de Senarclens, Akademie-Verlag, Berlin 2012, 648 S. „Wissen vermitteln, Aberglauben vertreiben, falsche Ideengebäude zerstören und mit Blick auf die alltägliche Praxis von Nutzen sein“, diese Philosophie ist es, die auch heute noch der Aufmerksamkeit lohnt und Facetten der deutsch-französischen Aufklärung verdeutlicht. Hans-Christof Kraus verweist erneut darauf, dass der Hamburger Soziologe Stefan Breuer nicht nur zur Max Weber -und Stefan George-Forschung hervorgetreten ist, sondern auch zum Komplex „Konservative Revolution“ und zur „Intellektuellen-Politik“ Carl Schmitts Position bezieht: Carl Schmitt im Kontext. Intellektuellenpolitik in der Weimarer Republik, Berlin-Verlag 2012, 303 S. Das Buch vermittelt eine Reihe von neuen Einsichten und Fundstellen zum „politischen Ideenlaboratorium der 1920er und frühen 1930er Jahre“. Der Bonner politische Philosoph Lazaros Miliopoulos rezensiert die Studie des wissenschaftlichen Mitarbeiters am Mainzer Institut für Europäische Geschichte: Daniel Hildebrand, Rationalisierung durch Kollektivierung. Die Überwindung des Gefangenendilemmas als Code moderner Staatlichkeit, Berlin 2011, 579 S. Durch die Verknüpfung von ideengeschichtlichen Aspekten mit dem System der Spieltheorie und der Neuen Institutionenökonomik ergeben sich interessante und wegweisende Einsichten in die Entstehung von neuen Staaten und von Krisensituationen. Der Privatdozent und wissenschaftliche Mitarbeiter an der Universität Erlangen-Nürnberg, Thomas Nicklas, hat das von Otfried Höffe im Akademie-Verlag, Berlin 2012, herausgegebene Buch: Niccolò Machiavelli. Der Fürst (223 S.) gelesen. Der (neue)Versuch, „Il Principe“ in seiner Zeit gerecht zu werden und danach Ausschau zu halten, ob und ggf. welche Wirkungen es auch heute noch auszuüben vermag, ist lobenswert und vermittelt eine Reihe von Einsichten und bedenkenswerten Herausforderungen zur Machiavellischen Überzeugung, „dass der Staat, um auf Dauer gedeihen zu können, republikanisch verfasst sein müsse“. Der Politikwissenschaftler Alfons Söllner bespricht das Buch von Manfred Geier, Aufklärung. Das europäische Projekt, 2012, 415 S. (www.socialnet.de/rezensionen/13289.php). Der Passauer Philosoph Christian Thies beschließt den Rezensionsteil mit der Besprechung des Buches von Jan-Werner Müller, Das demokratische Zeitalter. Eine politische Ideengeschichte im 20. Jahrhundert, 2013. Thies bewertet die Analyse zur Demokratie-Entwicklung und -Konzeptuierung als notwendige Auseinandersetzung „um die beste Form der Demokratie“. Es wäre ohne Zweifel demokratie- und freiheitsförderlich, gelänge es einen Konsens darüber zu erreichen, dass „Totalitarismus, der scheinbar Sicherheit und Einheit schafft, tatsächlich aber Frieden und Demokratie zerstört“.

Fazit

Die politische und Forschungsarbeit der Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens (DGEPD) verdeutlicht sich in den jeweiligen Jahrbüchern des Vereins. Das Jahrbuch 2013 mit dem Themenschwerpunkt aus Anlass des fünfzigsten Todestages des Historikers, Philosophen und Pädagogen Eduard Spranger greift die von manchen Apologeten als überholte, von anderen als Zukunftsvision gepriesene Auseinandersetzung mit Formen und Konzepten der geisteswissenschaftlich orientierten Pädagogik auf. In der Vielfalt der durchaus kontroversen Beiträge im Jahrbuch wird eines deutlich: Für modernes, demokratisches und politisches Denken ist es erforderlich, dass „Denken Grundlage des individuellen Bewusstseins ist, sich sowohl als kontinuierlicher wie auch wandelbarer Prozess darstellt und als unabhängiges Denken zeigt“ (Karl Heinz Bohrer, Selbstdenker und Systemdenker. Über agonales Denken, 2011, www.socialnet.de/rezensionen/12903.php).

Rezension von
Dipl.-Päd. Dr. Jos Schnurer
Ehemaliger Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim
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Zitiervorschlag
Jos Schnurer. Rezension vom 02.07.2014 zu: Volker Gerhardt, Clemens Kauffmann, Hans-Christof Kraus, Reinhard Mehring, Henning Ottmann (Hrsg.): Politisches Denken. Jahrbuch 2013. Duncker & Humblot GmbH (Berlin) 2013. ISBN 978-3-428-14210-1. Weitere HerausgeberInnen: Martyn P. Thompson / Barbara Zehnpfennig. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16731.php, Datum des Zugriffs 10.08.2022.


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