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Wilfried von Eiff (Hrsg.): Rehabilitationsmanagement

Rezensiert von Prof. Dr.PH Max Ueberle, 09.09.2014

Cover Wilfried von Eiff (Hrsg.): Rehabilitationsmanagement ISBN 978-3-17-022630-2

Wilfried von Eiff (Hrsg.): Rehabilitationsmanagement. Klinische und ökonomische Erfolgsfaktoren. Kohlhammer Verlag (Stuttgart) 2014. 461 Seiten. ISBN 978-3-17-022630-2. 99,90 EUR.

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Thema

Fallpauschalen – DRG – haben die Landschaft der stationären Versorgung verändert. Das Stichwort „blutige Verlegung“ bringt die von vielen Rehabilitationspraktikern beklagten Auswirkungen einer Überleitung von Patienten aus der Akutversorgung in die Rehabilitationseinrichtungen auf den Punkt: Aus den Akutkrankenhäusern werden Patienten in einem immer morbideren Zustand in die Rehabilitationseinrichtungen verlegt, denen damit zusätzlicher Aufwand und Kosten entstehen.

Das vorliegende Handbuch beleuchtet die Situation von zwei Seiten:

Zum einen werden die statistischen Fakten untersucht, etwa im Hinblick auf die Verlegungszeit oder den Gesundheitszustand der in Rehabilitationskliniken aufgenommenen Patienten.

Zum anderen – und das ist für den Praktiker der unmittelbar nützliche Teil – bringt der Band Beiträge dazu, wie eine Rehabilitationseinrichtung konstruktiv mit einer solchen Situation umgehen kann. Dies umfasst sowohl Erfahrungs- und Best-Practice-Berichte. Dabei werden wichtige Problemfelder aus der Praxis von Rehabilitationskliniken herausgegriffen, sowohl aus dem medizinischen und therapeutischen als auch aus dem betriebswirtschaftlichen Bereich und dem Management. Hinzu kommen Denkanstöße für Klinikstrategien, die für ein langfristiges Überleben am Markt immer wichtiger werden.

Entstehungshintergrund

Entstanden ist das Buch aus der bis 2011 über acht Jahre laufenden REDIA-Studie, mit der die Hauptbeiträger die Auswirkungen der DRG-Einführung auf die mittelbar von dieser Entwicklung betroffenen Bereiche untersuchten. Dabei werden in dem besprochenen Werk nicht nur die Veränderungstendenzen aufgezeigt, sondern auch einige Handlungsmöglichkeiten beleuchtet.

Aufbau und Inhalt

Im einführenden Teil des Bandes („Zweck und Funktion der Reha“) werden die Aufgaben und Leistungsmöglichkeiten der medizinischen Rehabilitation dargestellt. Angesichts einer beobachtbaren Ökonomisierung der rehabilitativen Versorgung steht die nachfolgende Zusammenfassung von Trends auf dem Rehabilitationsmarkt unter dem Schwerpunkt von Kosten- und Nutzenaspekten. Organisatorische Alternativen zeigt ein Blick auf die Rolle der medizinischen Rehabilitation in den Gesundheitssystemen der nordischen Länder.

Aus aktuellen Entwicklungen in den wichtigsten Indikationen (Kardiologie, Geriatrie, Orthopädie, Psychokardiologie sowie allgemeine Somatik) werden im nachfolgenden Abschnitt („Trends und Perspektiven“) viele Erfahrungen aus der Planung und Durchführung von Rehabilitationsmaßnahmen berichtet. Zumindest Praktiker aus Nachbardisziplinen erhalten hier viele Denkanstöße.

Der nächste Abschnitt („Auswirkungen der DRG-Einführung im vollstationären Bereich (REDIA)“) berichtet die Ergebnisse eben dieser REDIA-Studie. Herauszuheben ist dabei eine Darstellung der „Ambulanten Versorgungslücke“ in der die nicht durch Sozialleistungen abgedeckte Phase von pflegerischem oder hauswirtschaftlichem Betreuungsbedarf in der häuslichen Sphäre beleuchtet wird.

Unter der Rubrik „Medizinische und ökonomische Einflussfaktoren auf Reha“ wird in einem Bericht über die Behandlungskosten exemplarisch vorgeführt, wie die Behandlungskosten für verschiedene Versorgungsformen und Altersgruppen in einer Rehabilitationsklinik (hier für Kardiologie) mit einem überschaubaren Aufwand in der Praxis ermittelt werden können. Neben der internen Kostentransparenz werden Kliniken damit in die Lage versetzt, prospektiv auch Fallpauschalen anzubieten. Daneben stehen Fragen der Therapieplanung im Mittelpunkt, etwa zum Umgang mit MRSA, zu den aktuellen Therapiestandards der Deutschen Rentenversicherung und deren Qualitätssicherungsverfahren QS-Reha. Einige Überlegungen zur Umverteilung von Aufgaben innerhalb von Reha-Teams bietet der Abschnitt „Personalpolitische Aspekte des Medizinbetriebs“, mit denen übrigens auch ein Beitrag zur Überwindung von Personalengpässen einzelner Berufsgruppen wie Ärzte geleistet werden kann. Investitionsökonomische Fragen stehen im Mittelpunkt des Abschnitts „Management“. In weiten Teilen werden hier betriebswirtschaftliche Managementinstrumente stichwortartig dargestellt. Überlegungen zu „Ethik und Reha“ helfen bei der Positionierung in den raschen ökonomischen Veränderungsprozessen

Diskussion

Der Fachmann wird keine grundlegenden Neuigkeiten entdecken. Die Entwicklungstendenzen sind bekannt und bereits an verschiedener Stelle veröffentlicht. Das ist u. E. auch nicht der Wert eines zusammenfassenden Buches. Der Rehabilitationspraktiker erhält durch die Beleuchtung häufig wiederkehrender Problematiken und Herausforderungen Anregungen für weitere Handlungsüberlegungen. Die kompakte Darstellung bisheriger Entwicklungen und ein Ausblick bieten dabei fundierte strategische Denkanstöße.

Fazit

Das Handbuch bietet einen aktuellen Überblick über jüngste wirtschaftliche und therapeutische Entwicklungen für Rehabilitationskliniken und zeigt einige bewährte Reaktionsmöglichkeiten auf. Die kompakte Zusammenstellung der Marktentwicklung in Verbindung mit einigen bewährten Handlungsmöglichkeiten sind für die Entwicklung einer Strategie für die Entwicklung von Rehabilitationseinrichtungen hilfreich. Der Preis des Bandes ist mit rund hundert Euro allerdings nicht unerheblich und wird einer weiten Verbreitung des Beinahe-Kompendiums leider im Weg stehen.

Rezension von
Prof. Dr.PH Max Ueberle
Professor für Gesundheits- und Sozialmanagement, FOM Hochschule für Oekonomie und Management, Essen, Hochschulzentrum Frankfurt am Main
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Es gibt 8 Rezensionen von Max Ueberle.

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ISSN 2190-9245