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Pflege Heute

Rezensiert von Dr. phil. Hubert Kolling, 10.07.2014

Cover Pflege Heute ISBN 978-3-437-26774-1

Pflege Heute. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2014. 6. Auflage. 1424 Seiten. ISBN 978-3-437-26774-1. D: 74,99 EUR, A: 77,10 EUR, CH: 99,00 sFr.
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Thema

Keine Frage, wie in anderen Berufen bedarf es auch in der Pflege zur Bewältigung der beruflichen Anforderungen umfassender Handlungskompetenz. Von daher werden für die Ausbildung, Lehre und Praxis umfassende Lehrbücher gebraucht, die den aktuellen Wissensstand vermitteln. Zu den entsprechenden Werken gehört im deutschen Sprachraum seit etlichen Jahren „Pflege heute“, das nun in der sechsten Auflage erschien.

Herausgeber und AutorInnen

Die Konzeption und Herausgabe der vorliegenden Ausgabe von „Pflege Heute“ lag in Händen der Lektoren des Programmbereichs Pflege der Elservier GmbH: Martina Lauster, Kindekrankenschwester, Fachkraft für pädiatrische und neonatologische Intensivpflege sowie Diplom-Pflegepädagogin (FH); Anke Drescher, Germanistin (M. A.); Dagmar Wiederhold, Gesundheits- und Krankenpflegerin sowie Diplom-Pflegewirtin (FH); und Dr. med. Nicole Menche. Letztere war nach dem Studium der Humanmedizin in Düsseldorf und Frankfurt am Main zunächst als Ärztin in Krankenhaus und in einer allgemeinärztlichen Praxis im Raum Langen (Hessen) mit dem Schwerpunkt Innere Medizin tätig, bevor sie 1991 medizinische Fachredakteurin wurde.

Die Textbeiträge stammen von 45 AutorInnen aus Deutschland, vereinzelt aber auch aus Dänemark, Österreich und der Schweiz, wobei neben der Medizin eine erfreulich hohe Zahl aus dem Tertiärbereich der Pflege kommt. Namentlich genannt seien hier etwa Prof. Dr. Thomas Fischer von der Evangelischen Hochschule Dresden, Prof. Dr. Peter König von der Hochschule Furtwangen, Prof. Dr. Julia Lademann von der Fachhochschule Frankfurt am Main, Prof. Dr. Bernd Reuschenbach von der Katholischen Stiftungsfachhochschule München, Prof. Dr. Angelika Zegelin von der Universität Witten / Herdecke und Prof. Dr. Andrea Zielke-Nadkarni von der Fachhochschule Münster. Darüber hinaus wirkten an dem Buch 30 GutachterInnen mit.

Entstehungshintergrund

Ausgehend von der Unzufriedenheit über die bis dahin bestehenden speziellen Lehrbücher zur Krankenpflege erschien im Jahre 1997 nach fünfjähriger Vorbereitung in Zusammenarbeit mit vielen Berufstätigen, LehrerInnen, ÄrztInnen sowie Auszubildenden in der Gesundheits- und Krankenpflege bei Elsevier (Urban & Fischer Verlag, München) ein neues Lehrbuch: „Pflege heute“, das schnell zu einem Standardwerk avancierte mit bisher bereits 650.000 verkauften Exemplaren.

Durch das Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege vom 1. Januar 2004 unternahm die professionelle Pflege dann einen entscheidenden Schritt zu mehr Eigenverantwortung und Selbstbestimmung. Die bisherige Orientierung als Assistenzberuf der Medizin wich dabei immer stärker einem neuen selbstbewussten, auf der Grundlage der Pflegewissenschaft und -forschung basierenden Berufsverständnis. Da die Erreichung der bestmöglichsten Pflege für die Betroffenen dabei nach wie vor im Vordergrund stand, galt es, aktuelle Forschungsergebnisse in praxisrelevante Handlungen zu transferieren. So wurde auch das vorliegende Lehrbuch von Auflage zu Auflage – im Jahre 2001 erschien die 2., 2004 die 3., 2007 die 4. und 2011 die 5. Auflage (vgl. die Besprechung des Rezensenten in: www.socialnet.de/rezensionen/11228.php) – weiterentwickelt. Nach drei Jahren liegt nun die sechste, überarbeitete Auflage vor.

Wie die mehreren Auflagen, vor allem aber die erwähnten Verkaufszahlen zeigen, bieten das Gesundheitswesen und insbesondere der Pflegesektor auf dem heiß umkämpften Buchmarkt durchaus attraktive Möglichkeiten, die genutzt werden. Das Management der Elsevier GmbH, zu deren Sortiment etwa auch das Lehrbuch „Altenpflege Heute“ (vgl. die Besprechung des Rezensenten in: www.socialnet.de/rezensionen/16917.php) gehört, hat dabei ein gutes Gespür dafür, wo es Geld zu verdienen gibt. Von daher hat die Verlagsleitung auch einen entsprechenden Titel in ihr Programm aufgenommen. Ohne Aussicht auf eine ansehnliche Rendite hätte eine Veröffentlichung hier wohl, unabhängig von der Qualität ihres Inhaltes, keine Chance gehabt.

Aufbau

„Pflege Heute“ gliedert sich in vier Teile mit insgesamt 36 (plus 3 online) Kapiteln, die ihrerseits wiederum in eine Vielzahl von Unterpunkten aufgeteilt sind. Die ausführliche Einzelgliederung findet sich dabei in Form einer Übersichtsseite jeweils am Anfang von jedem Kapitel.

I. Grundlagen der Pflege

  • 1. Menschenbilder und Ethik
  • 2. Pflege als Beruf und Profession
  • 3. Pflege in der gesundheitlichen Versorgung
  • 4. Pflegewissenschaft
  • 5. Lebensphasen
  • 6. Pflege als Interaktion
  • 7. Patienten- und Familienedukation: Informieren – Schulen – Beraten
  • 8. Pflegerische Versorgung des alten Menschen: Begleiten – Unterstützen – Aktivieren
  • 9. Gesundheitsförderung und Prävention
  • 10. Rehabilitation
  • 11. Pflege in der Endphase des Lebens
  • 12. Pflegeprozess

II. Beobachten, Beurteilen und pflegerisches Handeln

  • 13. Beobachten, Beurteilen und Intervenieren
  • 14. Pflege von Menschen mit Schmerzen
  • 15. Sofortmaßnahmen in der Pflege
  • 16. Der Weg zur Diagnose und die Mithilfe der Pflegenden bei der Diagnosefindung
  • 17. Heilmethoden und Aufgaben der Pflegenden bei der Therapie

III. Pflege von Menschen mit speziellen Erkrankungen

  • 18. Pflege von Menschen mit Herzerkrankungen
  • 19. Pflege von Menschen mit Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
  • 20. Pflege von Menschen mit Lungenerkrankungen
  • 21. Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
  • 22. Pflege von Menschen mit Erkrankungen von Leber, Gallenwegen, Pankreas und Milz
  • 23. Pflege von Menschen mit endokrinologischen, stoffwechsel- und ernährungsbedingten Erkrankungen
  • 24. Pflege von Menschen mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen
  • 25. Pflege von Menschen mitrheumatischen Erkrankungen
  • 26. Pflege von Menschen mit orthopädischen und traumatologischen Erkrankungen
  • 27. Pflege von Menschen mit Infektionskrankheiten
  • 28. Pflege von Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems
  • 29. Pflege von Menschen mit Haut- und Geschlechtskrankheiten
  • 30. Pflege von Menschen mit Erkrankungen der Niere und der ableitenden Harnwege
  • 31 Pflege von Frauen mit gynäkologischen Erkrankungen und bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
  • 32. Pflege von Menschen mit Augenerkrankungen
  • 33. Pflege von Menschen mit Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen
  • 34. Pflege von Menschen mit neurologischen und neurochirurgischen Erkrankungen
  • 35. Pflege von Menschen mitpsychischen Erkrankungen.

IV. Laborwerte

  • 36. Laborwerte.

Erschlossen wird der Band durch ein umfangreiches Register.

Ein weiterer Teil („Pflege in besonderen Bereichen“), der lediglich online zur Verfügung steht, enthält die folgenden drei Kapitel:

  • 37. Grundlagen der Anästhesiologie und Anästhesiepflege
  • 38. Pflege in der Operationsabteilung
  • 39. Grundlagen der Intensivmedizin und Intensivpflege.

Inhalt

Ausgehend von den Anforderungen des aktuellen Krankenpflegegesetzes sowie der betreffenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung enthält „Pflege Heute“ systematisch aufbereitet alle gesetzlich vorgeschriebenen Lerninhalte. Ein Farbleitsystem nach Kapiteln kennzeichnet dabei durch unterschiedliche Leitfarben die Aufteilung im Buch und ermöglicht ein schnelles Auffinden der Kapitel. Im Einzelnen kennzeichnet die Leitfarbe:

  • Lila: Grundlagen der Pflege (Kapitel 1 bis 12)
  • Grün: Beobachten, Beurteilen und pflegerisches Handeln (Kapitel 13 bis 17)
  • Blau: Pflege von Menschen mit speziellen Erkrankungen (Kapitel 18 bis 35)
  • Grau: Laborwerte (Kapitel 36)
  • Orange: Online-Kapitel (Kapitel 37 bis 39).

Neben dem Farbleitsystem der Kapitel gibt es auch ein Farbleitsystem von in den Text eingebetteten „Kästen“, mit deren Hilfe besonders wichtige Informationen hervorgehoben werden. So bietet die Kastenfarbe:

  • Gelb: „Textkästen“ mit Definitionen im „Telegrammstil“
  • Grün: den Informationsschwerpunkt Pflege und Medizin
  • Rot: Warnhinweise und Hinweise auf häufige, vermeidbare Fehler in der Pflege sowie „Notfall-Kästen“ mit den Erstmaßnahmen bei allen häufigen Notfällen.

Unter dem Motto „Elsevier-Pflegebücher sind einen Schritt voraus!“ enthält „Pflege Heute“ wiederum eine persönliche PIN-Nummer, die der Käuferin beziehungsweise dem Käufer des Buches im Internet unter www.pflegeheute.de – „ausschließlich für den eigenen Gebrauch. Nutzung durch Bibliotheken, Institute und Lehreinrichtungen sind nicht erlaubt“ – den Zugang zu dem seit Juli 2007 bestehenden „PflegeHeute-Online-Angebot“ der Elsevier GmbH ermöglicht. Dieses Portal – die PIN-Nummer muss vor Erscheinen der Neuauflage dieses Buches eingegeben werden, sonst verfällt sie – erlaubt unter anderem, auf unterschiedliche Themenbereiche und viele weitere multimediale Angebote zuzugreifen sowie mit exklusiven Zusatzinhalten zum Buch zu arbeiten. Genannt seien beispielsweise Lernerfolgskontrollen, Assessmentbögen, Hörfälle, Videos, Animationen, Fallbeispiele, Online-Training, „Lernen lernen“, Lernkonzepte, Abbildungen und drei Online-Kapitel, ebenso wie WIPP (Wissenschaft in Pflegepraxis), Bachelorarbeiten zu Themen aus PflegeHeute in Zusammenarbeit mit Fachhochschulen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Neu in der sechsten Auflage des Lehrbuches sind:

  • ein Kapitel zur pflegerischen Versorgung des alten Menschen
  • ein Kapitel zu Pflege von Menschen mit Schmerzen
  • Inhalte zum Thema Recht, Sozialrecht, lebenslanges Lernen sowie Pflege als Studium
  • die Belegbarkeit der Inhalte ausgebaut durch Quellennachweise und Studien
  • eine Vielzahl von Abbildungen und Fotoserien.

Das neue Kapitel acht („Pflegerische Versorgung des alten Menschen: Begleiten – Unterstützen – Aktivieren“) stellt die Begleitung und Versorgung älterer Menschen in den Mittelpunkt und liefert Inhalte unter anderem zu Aktivierung, Tagesstrukturierung, Alltagsbewältigung und altersgerechtem Wohnen.

Andreas Westerfellhaus, Präsident Deutscher Pflegerat e.V. (Berlin), hat zu dem Lehrbuch ein Geleitwort beigesteuert, in dem er zunächst auf die gewaltigen Herausforderungen des Gesundheitswesens in Deutschland hinweist. Gleichzeitig hätten die Pflegeberufe, so der Autor, in den letzten Jahren – gestützt durch die Pflegewissenschaft und durch viele engagierte Kolleginnen und Kollegen in den unterschiedlichen Berufsfeldern – eine dynamische Weiterentwicklung erfahren. Der Deutsche Pflegerat setze sich als Dachverband der Pflegeorganisationen in Politik und Öffentlichkeit für die Weiterentwicklung eines attraktiven Berufsfeldes Pflege ein. Im Mittelpunkt müsse immer das Ziel der Erhaltung einer nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung stehen – heute und in der Zukunft. Eine zentrale Rolle komme hierbei der „Eigenverantwortlichkeit“ der beruflich Pflegenden zu. Auszubildende in der Pflege hätten sich „für einen schönen, zukunftsfähigen Beruf mit vielen Perspektiven entschieden“. Es erwarte sie eine anspruchsvolle Ausbildung, ein interessantes Arbeitsfeld und viele spannende Herausforderungen in der Zukunft. Mit „Pflege Heute“ hätten die Auszubildenden „ein Lehrbuch an ihrer Seite, das Konsequent den Entwicklungen in der Pflege folgt. Hier finden sie die optimale Vorbereitung, um im Berufsalltag zu bestehen und sich auch für berufspolitische Zusammenhänge zu interessieren und zu engagieren“ (S. VI).

Ein weiteres Geleitwort stammt von Carsten Drude, Vorsitzender Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe e.V. (Berlin). Nach Ansicht des Autors sei in den letzten Jahren in der Pflegebildung zwar viel passiert, der „große Wurf“, die Zusammenführung der pflegerischen Grundausbildungen zu einer einheitlichen, generalistischen Ausbildung und die weitere Akademisierung, stünden aber immer noch aus. Eine Grundanforderung jedoch hätten die pflegerischen Ausbildungsgänge schon jetzt gemeinsam: den Bedarf an fachwissenschaftlich fundierter Literatur – im Idealfall gebündelt in einem Buch. „Pflege Heute“ verfolge seit Jahren erfolgreich das Ziel, diesem Anspruch gerecht zu werden, was auch in der vorliegenden Neuauflage wieder deutlich werde. Zur Bedeutung des Lehrbuchs hält er sodann wörtlich fest: „Aus bildungstheoretischer Perspektive ist bei dieser Neuauflage erneut der Spagat gelungen, die fachsystematische Übersichtlichkeit mit einer lernfeld-, situations- und kompetenzorientierten Sichtweise zu verknüpfen – ein, wenn man sich die Diskussionen in Schulen, Lehrerkonferenzen und Fachgremien vor Augen führt, ansonsten eher schwierig zu etablierendes Unterfangen“ (S. VII).

Von Prof. Dr. Johannes Korporal, Vorsitzender Dekanekonferenz Pflegewissenschaft, stammt schließlich ein drittes Geleitwort. Seines Erachtens trägt „Pflege Heute“ den berufsrechtlichen Vorschriften und Ausbildungsinhalten gleichermaßen in Ausbildung und Studium Rechnung. Gegenstandder Ausbildung müsse – neben den Grundlagen und Inhalten der Disziplin Pflege – auch sein, dass sich die Auszubildenden oder Studierenden mit der gesellschaftlichen Verankerung der Pflege als System der Berufe, Einrichtungen, Sozialleistungen, Gesetze und Regeln vertraut machen, um sich in diesem schwierigen Feld im Interesse der Patienten, der pflegebedürftigen und der behinderten Menschen kompetent und human bewegen zu können. Wichtig sei die Beschäftigung mit diesen Themen aber auch, um die beruflichen Belange der Pflege und ihrer Einrichtungen voranzubringen. Diesen Weg habe „Pflege Heute“ ausdrücklich beschritten.

Diskussion

„Pflege Heute“, ein voluminöses Lehrbuch, bei dem man statt der Seitenzahlen lieber das Gewicht angeben möchte, ist didaktisch anspruchsvoll aufbereitet, wobei ein nach Kapiteln gekennzeichnetes Farbleitsystem mit unterschiedlichen Leitfarben ein schnelles Auffinden des jeweiligen Informationsschwerpunktes beziehungsweise der gesuchten Inhalte erlaubt. Während schwierige Zusammenhänge durch rund 2.000, durchgängig farbige Abbildungen veranschaulicht werden, finden sich neben zahlreichen Querverweisen am Ende von jedem Kapitel Literaturhinweise und Kontaktadressen, die zu vertiefendem Wissenserwerb und vernetztem Denken anregen. Wer Informationen zu einem bestimmten Thema sucht, findet diese rasch dank des umfangreichen Registers am Ende des Buches.

Orientiert am aktuellen am Krankenpflegegesetz und an der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung von 2004 lässt das Werk kaum Fragen offen. Bedauerlich erscheint, dass der Abschnitt „Entwicklung der beruflichen Pflege“ (S. 20-22) mit gerade mal drei Seiten äußerst knapp ausfällt, obwohl jüngst eine Reihe neuerer Arbeiten zur Geschichte der Pflege erschienen. Immerhin werden mit Florence Nightingale (1820-1910), Agnes Karll (1868-1927), Hilde Steppe (1947-1999), Franz Anton May (1742-1814), Friederike Fliedner (1800-1842) und Theodor Fliedner (1800-1864) sechs bedeutende Persönlichkeiten der namentlich erwähnt, wobei man sich auch bei den drei zuletzt genannten Personen die Angabe der Geburts- und Sterbedaten in Klammern gewünscht hätte. Da es darüber hinaus eine große Zahl von Personen gibt, denen die Entwicklung der Pflege am Herzen lag und diese entsprechend mitprägten, sei hier noch – ergänzend zu der spärlich aufgeführten Literatur – auf das von den beiden Pflegehistorikern Horst-Peter Wolff (Bände 1-3) und Hubert Kolling (Bände 4-6) herausgegebene „Biographische Lexikon zur Pflegegeschichte. Who was who in nursing history“ (zu den beiden letzten Bänden vgl. die Besprechungen in: www.socialnet.de/rezensionen/11459.php und www.socialnet.de/rezensionen/14183.php) hingewiesen.

„Pflege Heute“ erfüllt zweifelsfrei alle Anforderungen des Krankenpflegegesetzes sowie der entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsordnung und ist damit für eine qualitätsorientierte moderne Pflegeausbildung bestens geeignet. Insofern gehört der Band zunächst in die Hände der Auszubildenden. Neben den Lernenden können ihn aber auch die Lehrenden in Ausbildung und Studium immer wieder fruchtbringend zur Hand nehmen. Schließlich kann das Lehrbuch auch im pflegerischen Alltag als aktuelles Nachschlagewerk gute Dienste leisten.

„Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ Diese bekannte Volksweisheit trifft auch auf die Lehrbücher der Pflegeberufe, wobei neben den Inhalten und der didaktischen Aufbereitung der Preis zu den entscheidenden Kriterien zählt. Deshalb sei hier darauf hingewiesen, dass es zu „Pflege heute“ auch preiswertere Varianten vergleichbarer Lehrbücher anderer Verlage gibt, wie beispielsweise das von Susanne Schewior-Popp herausgegebene Werk „Thiemes Pflege. Das Lehrbuch für Pflegende in Ausbildung“ (vgl. die Besprechung des Rezensenten in: www.socialnet.de/rezensionen/8950.php).

Gleichwohl dürfte die sechste Auflage von „Pflege Heute“, zumal in vielen Ausbildungseinrichtungen des Gesundheitswesens seit Jahren fest etabliert ist, wiederum hohe Verkaufszahlen erreichen und sich so auch für die Autorinnen und Autoren sowie die Elsevier GmbH unter finanziellen Gesichtspunkten lohnen. Vor diesem Hintergrund – man beachte die bisherigen, sehr hohen Verkaufszahlen – ist es unverständlich beziehungsweise eine gewisse Unsitte, dass der Verlag das zur Verfügung gestellte Besprechungsexemplar gleich mehrfach mit Stempelaufdrucken („Kostenloses Rezensions- / Prüfexemplar. Dieses Exemplar darf nicht verkauft werden“) verunstaltet hat. Ein solches Vorgehen mag vielleicht bei Veröffentlichungen mit in der Regel nur sehr schwer zu finanzierenden Kleinstauflagen durchaus nachvollziehbar und angemessen erscheinen, nicht aber bei Großverlagen, die Bücher mit entsprechend hohen Auflagen vermarkten.

Fazit

„Pflege Heute“ ist ein umfassendes, auf den aktuellen Stand gebrachtes Lehrbuch und Nachschlagewerk für Ausbildung, Lehre und Praxis.

Rezension von
Dr. phil. Hubert Kolling
Krankenpfleger, Diplom-Pädagoge und Diplom-Politologe
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Es gibt 184 Rezensionen von Hubert Kolling.

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Zitiervorschlag
Hubert Kolling. Rezension vom 10.07.2014 zu: Pflege Heute. Urban & Fischer in Elsevier (München, Jena) 2014. 6. Auflage. ISBN 978-3-437-26774-1. Mit www.pflegeheute.de - Zugang. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16916.php, Datum des Zugriffs 05.10.2022.


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