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Catherine Faherty: Krankheit und Tod verstehen [...] für Menschen mit Autismus

Cover Catherine Faherty: Krankheit und Tod verstehen und was wir daraus für das Leben lernen können. Ein interaktiver Leitfaden für Menschen mit Autismus oder Asperger-Syndrom und ihre Angehörigen. Autismusverlag Schweiz (St. Gallen) 2014. 345 Seiten. ISBN 978-3-9524076-6-0.
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Thema

Mit diesem Buch haben Familienmitglieder und Fachleute endlich einen Leitfaden zu den Themen Krankheit und Tod zur Hand. Es sind sehr wichtige Themen, die nicht leicht zu erläutern sind und die viele Fragen aufwerfen. Ausführlich, konkret und einfühlsam wird erläutert, was es mit Krankheit und Sterben, mit einem Leben nach dem Tod oder dem Verlust eines Haustieres auf sich hat. Zu jedem Thema gibt es Kommunikationsbögen, durch die die Betroffenen ins Gespräch kommen und die Möglichkeit erhalten, eigene Erfahrungen, Gedanken und Sorgen mitzuteilen und auszutauschen.

Autorin

Das Buch wurde im Jahr 2008 von Catherine Faherty in den USA veröffentlicht. Sie macht damit ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz als Lehrerin und Therapeutin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Die Idee, das Buch zu übersetzen, um sie im deutschsprachigen Raum publik zu machen entwickelte das Verlagsteam des Autismusverlag Schweiz. Matteo de Pedrini konnte für die Übersetzungsarbeit gewonnen werden. Die Illustrationen stammen von Thomas Johnson, der bevor er gehen und sprechen konnte schon den Zeichenstift in der Hand hatte, im Alter von 10 Jahren fertigte er 70 beeindruckende Zeichnungen an, die auch in anderen Büchern von Catherine Faherty zu sehen sind. Johnson studiert heute Filmwissenschaften in Philadelphia.

Entstehungshintergrund

Der Elternverein „autismus deutsche schweiz“ bietet seit einigen Jahren ein Sozialtraining für Menschen mit Autismus an. Im Rahmen dieses Sozialtrainings ist die Idee entstanden, die Bücher von Catherine Faherty ins Deutsche zu übersetzen. Mittlerweile sind vier Bücher übersetzt worden. Diese Übersetzungen werden – anstatt sie einem Verlag weiterzugeben – in einem eigens dafür gegründeten Verlag www.autismusverlag.ch herausgebracht. Die Gründer_Innen des Autismusverlages leisten die ganze Arbeit am Buch – abgesehen von Lektorat und Layout – ehrenamtlich. Sie hoffen mit dem Erlös aus dem Verkauf, gewisse Arbeitsstunden entschädigen zu können. Jedes Buch wird selber kopiert, geheftet und vertrieben. Es kann nicht die gleiche Qualität wie bei einer Großdruckerei erreicht werden, dafür entstehen Arbeitsplätze für Menschen mit Autismus.

Aufbau

Das Buch besteht aus einem Begleitheft und einem Arbeitsordner sowie einer CD Rom, auf der sich Arbeitsbögen befinden, die man gezielt ausdrucken kann. Der Arbeitsteil (im DIN A 4 Format) besteht aus einem Ordner, der 344 Einzelblätter umfasst, das Begleitheft enthält 39 Seiten. Das Begleitheft erklärt die Intention der Autorin, dieses Buch in dieser Art zu schreiben und erläutert, wie es verwendet werden kann. Textboxen, die hervorgehoben sind, fassen Inhalte zusammen oder enthalten reale Beispiele. Faherty hat auch an die Menschen gedacht, die nicht lesen können und acht Empfehlungen für Eltern, Erzieher, Lehrer oder Therapeuten zusammengetragen: Die Kapitel lesen, die für die entsprechende Person von Bedeutung sind (1), Fotografien von Örtlichkeiten, Gegenständen, Personen und Begebenheiten anfertigen (2) und diese Begebenheiten vorbereiten (3) und auswählen (4), Fotos auf ein unbeschriebenes glattes Papier aufkleben (5) und Aufnahmeort, Datum und wichtige Informationen entsprechend des Lernstils (7) der betreffenden Person notieren. Diese Bilder helfen auch Personen, die lesen können (6) und können als Vorbereitung auf die Situation z.B. auf dem Weg ins Krankenhaus eingesetzt werden (8).

Der Arbeitsordner beginnt mit wichtigen Hinweisen und erklärt, was zuerst gelesen werden sollte und was man unter einem Kommunikationsbogen versteht. Es gibt 19 Kapitel, die aus Erklärungen und Kommunikationsbögen bestehen. Diese sind im Multiple Choise-Format aufbereitet, sodass Leserinnen und Leser die Punkte anmarkern können, die auf sie zutreffen. Sprachform ist die direkte Anrede, was den interaktiven Ansatz unterstreicht. Dieser Stil hat einen hohen Aufforderungscharakter.

  1. Krankheit und Verletzungen
  2. Genesung und Heilung
  3. Sterben und Tod wer, was, wann, wo und wie?
  4. Wenn jemand stirbt
  5. Kommunikation
  6. Was passiert mit der Person, die stirbt?
  7. Tiere einschläfern
  8. Rituale und Traditionen
  9. Umgang mit dem Leichnam
  10. Was die Menschen im Zusammenhang mit dem Tod sagen oder tun?
  11. Hilfe für die Seele: weitere Rituale und Traditionen
  12. Eine Beziehung über den Tod hinaus weiterführen
  13. Wie reagieren Menschen nach jemandes Tod?
  14. Weitere Begriffe für Emotionen
  15. Was hat es zu bedeuten, wenn jemand…sagt?
  16. Was können Menschen angesichts des Todes über das Leben lernen?
  17. Von einer Sache beseelt sein: Vorbilder und Mentoren
  18. Zitate
  19. Als Zugabe Redensarten

Das erste Kapitel trägt den Titel Krankheit und Verletzungen. Darin wird erläutert, weshalb Menschen krank werden, ob Asperger eine Krankheit ist oder wie man herausfinden kann, ob man krank ist. Es folgt die Betrachtung, woran man erkennt, dass man sich verletzt hat und was man tun soll, wenn man krank ist oder sich verletzt hat. Es wird erläutert, was ein Notfall ist und was man unter einer schwierigen Situation versteht. Hier drängt sich die Frage auf, warum es sinnvoll ist, den Ablauf des Plans zu üben, wenn gar keine Notfallsituation vorliegt.

Das zweite Kapitel handelt von Genesung und Heilung. Sehr konkret wird beschrieben, was den Menschen bei Genesung und Heilung hilft, was man lernen kann, wenn man krank oder verletzt ist, ob sich Menschen und Tiere in den meisten Fällen wieder erholen und gesund werden, ob ein Mensch, der eine Krankheit oder Verletzung überstanden hat, danach derselbe bleibt wie vorher? Es wird erklärt, wie eine Person, die sich verletzt hat oder krank ist, weiß, ob sie sich auf jeden Fall wieder erholen kann oder im schlimmsten Fall vielleicht daran sterben wird.

Das dritte Kapitel handelt vom Sterben und Tod. Zentrale Fragen beleuchten das „wer, was, wann, wo und wie“ z.B. was man unter Sterben und Tod versteht, was Lebenserwartung bedeutet, wann Menschen und Tiere sterben, was es bedeutet, wenn jemand an einer Krankheit oder Verletzung stirbt, was es bedeutet, wenn jemand plötzlich und unerwartet stirbt, was es bedeutet, wenn jemand in hohem Alter stirbt, ob alle Menschen oder Tiere sterben müssen, wenn sie alt sind, wo Menschen und wo Tiere sterben.

Im vierten Kapitel Wenn jemand stirbt geht es darum, wer sich um die Menschen kümmert, wenn sie sterben, was sich im Körper während des Sterbeprozesses abspielt, weshalb Menschen jemanden besuchen, der bald sterben wird, was ist, wenn sich jemand unwohl dabei fühlt, einen Sterbenden zu besuchen, was einen erwartet, wenn man eine Person besucht, die im Sterben liegt, was ist, wenn die betreffende Person im Krankenhaus liegt, was ist, wenn die sterbende Person versucht zu sprechen, was passiert, wenn der Sterbende nicht mehr sprechen kann oder keinen Besuch empfangen möchte. Das Kapitel schließt damit, wie Menschen reagieren, wenn ein Bekannter stirbt und was es bedeutet, wenn Menschen sagen, es sei an der Zeit, „jemanden gehen zu lassen“.

Das fünfte Kapitel ist dem Kernthema Kommunikation gewidmet. Es wird erklärt, was Kommunikation ist und weshalb sie wichtig ist, was es eigentlich bedeutet, sich mitzuteilen „bevor es zu spät“ ist und über welche Dinge Menschen sich vielleicht noch austauschen wollen, bevor jemand stirbt. Es wird der Frage nachgegangen, wie Menschen sich erfolgreich austauschen, was eine Fehlkommunikation ist und was man im Fall einer Fehlkommunikation tun sollte. Es werden die Gründe dargelegt, weshalb es so wichtig ist, dass man einander versteht, wie jemand erkennt, ob er oder sie selbst etwas Wichtiges mitzuteilen hat. Es werden drei Möglichkeiten aufgezählt: 1. Wann sollte er oder sie sich mitteilen, wenn er oder sie das Bedürfnis nach einer Veränderung hat und was „Hilfe“ bedeutet. 2. wann man Freude und Dankbarkeit äußert, warum es wichtig ist, Dankbarkeit zu zeigen, wenn einem Gutes widerfährt oder sich positive Gefühle einstellen und wem gegenüber man dankbar sein sollte und 3. wie man weiß, wann es an der Zeit ist, Gedanken oder Gefühle mitzuteilen, welche Kommunikationsmethoden am weitesten verbreitet und welche Informationen in Hinsicht auf Kommunikation noch wichtig sind.

Das sechste Kapitel handelt davon, was mit der Person, die stirbt passiert. Oft sprechen die Menschen davon, dass der Tod ein „Mysterium“ ist. Es wird erklärt, was mit einer Person nach seinem/ihrem Tod geschieht, was die Leute meinen, wenn sie von „Glaube“ und „an eine Sache glauben“ sprechen, was nach der Vorstellung der Menschen passiert, wenn jemand gestorben ist.

Das siebte Kapitel handelt vom Tiere einschläfern und was es bedeutet, wenn ein Haustier „eingeschläfert“ wird, ob Ärzte Menschen auf dieselbe Art „einschlafen“ lassen und wie Tierärzte Tiere „einschläfern“.

Im achten Kapitel geht es um Rituale und Traditionen in Bezug darauf, welche Rituale und Traditionen die Menschen nach dem Tod einer Person pflegen, was man unter den Wörtern Totenwache, Totenfeier und Leichenschmaus versteht, wann man von einem offenen und wann von einem geschlossenen Sarg spricht, was man unter einer Trauerfeier versteht, was man bei einer Beerdigung oder einem Begräbnis macht, was man unter einer Gedenkfeier versteht, was die „Würdigung des Lebens“ eines verstorbenen Menschen ist, was geschieht und wenn Verwandte, Freunde und Bekannte die Trauerfamilie nach der Trauerfeier besuchen.

Das neunte Kapitel beleuchtet den Umgang mit dem Leichnam, davon, was nach dem Tod mit dem Körper geschieht, was ein Leichentuch ist, was es bedeutet, wenn die Leiche bestattet wird, was ein Friedhof ist, was man unter Gruft, Krypta oder Mausoleum versteht, was eine Seebestattung ist, was es zu bedeuten hat, wenn die Leiche eingeäschert wird, was mit der Asche passiert, was es bedeutet, wenn eine verstorbene Person ihren Körper wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung stellt, ob es der verstorbenen Person weh tut, wenn sie eingeäschert oder erdbestattet wird, ob sie Schmerzen erleiden, wenn sie in einem Mausoleum bestattet wird oder wenn sie sich wissenschaftlichen Zwecken zur Verfügung stellt und wer eigentlich bestimmt, was mit dem Körper geschieht.

Das zehnte Kapitel reflektiert, was die Menschen im Zusammenhang mit dem Tod sagen, was man sagt, wenn jemand gestorben ist, was man antwortet, wenn jemand „tröstende Worte“ adressiert, wie man reagiert und wenn jemand das Gegenüber in einer solchen Situation berühren, umarmen oder küssen möchte.

Das elfte Kapitel Hilfe für die Seele: weitere Rituale und Traditionen reflektiert, weshalb Menschen das Grab bzw. das Grabmal ihrer Familie besuchen oder warum manchmal die Asche der verstorbenen Person aufbewahrt wird, weshalb Menschen bestimmte Dinge, um der verstorbenen Person zu gedenken tun, ob alle verpflichtet sind, an einem Ritual für einen Verstorbenen teilzunehmen, was man tun kann, wenn man sich ein eigenes Ritual zu Ehren eines verstorbenen Menschen oder eines verstorbenen Tieres ausdenken möchte und wann man ein Ritual zu Ehren einer verstorbenen Person oder eines verstorbenen Tieres durchführen kann.

Kapitel zwölf trägt den Titel eine Beziehung über den Tod hinaus weiterführen. Darin geht es darum, was es bedeutet „eine Beziehung fortsetzen“, ob Menschen die Beziehung zu einem verstorbenen Menschen fortsetzen können, was es bedeutet, einer Person oder einem Tier nahezustehen und wie Menschen die Beziehung zu einem Verstorbenen aufrechterhalten können.

Das dreizehnte Kapitel befasst sich damit, wie die Menschen nach jemandes Tod reagieren z.B. wenn Menschen vom Tod eines Bekannten erfahren, was sich verändert, wenn jemand gestorben ist, wie man längerfristig mit dem Tod umgeht, was man unter Trauer versteht, ob jeder Mensch gleich trauert, wenn jemand gestorben ist, wie die meisten Menschen sich während der Trauer verhalten und welche typischen Verhaltensweisen sich bei den Menschen während sie trauern zeigen. Tod und Trauer heißt auch, dass man Situationen hinnehmen muss und das man Situationen von Wut, Leugnen, Geistesabwesenheit, Angst, Schuldgefühle, körperliche Beschwerden, Regression, Traurigkeit und Sehnsucht erleben kann. Es wird die Frage gestellt, was man tun sollte, wenn eine nahestehende Person gestorben ist, ob es möglich ist, alleine zu sein, was man unter „sich sicher fühlen“ versteht, wie lange die Trauer anhält, was die Menschen damit meinen, wenn sie sagen: „die Trauer kommt und geht in Wellen“ oder „Trauer ist eine Achterbahnfahrt“, was man tun kann, um über die Trauer hinwegzukommen, was man tun kann, wenn man auf den Menschen oder das Tier wütend ist, das gestorben ist und was mit den Tätigkeiten bzw. Verpflichtungen von Schule oder Arbeit ist. Es wird reflektiert, ob Gefühle gleich bleiben oder sich verändern, ob Menschen immer starke Emotionen spüren, nachdem jemand gestorben ist, worin der Unterschied zwischen dem Spüren und dem Zeigen von Emotionen besteht, was die Frage „Wie fühlst du dich“ bedeutet, warum manche Menschen nach dem Tode eines Menschen nicht weinen, was man unter Apathie oder unter apathisch versteht, was es bedeutet wenn gesagt wird, dass man eine Situation „hinnimmt“ und was es bedeutet, wenn man sich „umstellt“.

Das vierzehnte Kapitel befasst sich mit dem Thema Emotionen und warum man die Namen weiterer Emotionen kennen sollte. Folgende Oberbegriffe für Emotionen wie Fröhlichkeit, Angst, Wut, Traurigkeit, Verwunderung und Interesse werden erklärt. Zu jedem dieser Begriffe wird die Frage erklärt, mit welchen Wörtern sich die verschiedenen Ausprägungen von …(dem jeweiligen Begriff) noch beschreiben lassen. Abschließend wird beleuchtet, wie man mehr über Gefühle und Emotionen lernen kann.

Im fünfzehnten Kapitel Was hat es zu bedeuten, wenn jemand … sagt werden Aussagen konkretisiert, in dem die Bedeutung erläutert wird. Was hat es zu bedeuten, wenn jemand sagt: „Dann möchte lieber tot sein als …“, „Ich würde mich am liebsten umbringen.“ oder „Warum bringst du mich nicht einfach um?“ Es wird erklärt, wie solche Aussagen zur Gewohnheit werden, wieso es hilfreich ist herauszufinden, ob man aus Gewohnheit bestimmte Wörter oder Sätze sagt, was es bedeutet, wenn jemand depressiv ist und sagt: „Ich habe keine Lust mehr zu leben“, „Ich würde mich am liebsten umbringen“ und sich ausmalt, auf welche Art er sterben möchte. Am Ende wird erläutert, weshalb jemand, der depressiv ist, Hilfe suchen sollte.

Im sechzehnten Kapitel wird betrachtet, was Menschen angesichts des Todes über das Leben lernen können, was es bedeutet, mit dem Tod konfrontiert zu sein, worüber sich Menschen Gedanken machen, wenn sie mit dem Tod konfrontiert sind, was Wertschätzung und Dankbarkeit, Bedauern, Verzeihen, Selbsterkenntnis, Hinnehmen, Angst, Mut, Menschen, Toleranz, Respekt, Freundlichkeit, Aufrichtigkeit, die Kombination von Aufrichtigkeit, Respekt und Freundlichkeit, Ungewissheit, Glaube, Gott, Erfüllung, Liebe, Wahrheit und Wirklichkeit bedeuten. Es wird den Fragen nachgegangen, ob es Anregungen gibt, um ein erfülltes Leben führen zu können, was Menschen meinen, wenn sie sagen „Gib immer dein Bestes“, ob Perfektion verlangt wird, wenn es heißt „Gib dein Bestes“, was es eigentlich bedeutet, wenn gesagt wird „aus Fehlern lernen“, wie der „Sieben-Punkte-Plan“ funktioniert, wenn man einen Fehler bemerkt, was es bedeutet, „immer eine positive Lebenseinstellung zu bewahren“, was es bedeutet, sich die Lebenseinstellung zu bewahren immer glücklich und zufrieden zu sein, was es heißt, dass das Leben aus Höhen und Tiefen besteht, was es eigentlich bedeutet, wenn man sagt „Mach etwas aus deinem Leben“, was es bedeutet:, wenn gesagt wird „Jeder ist aus irgendeinem Grund auf dieser Welt“, was es bedeutet zu sagen, „jeden Tag bewusst zu leben“, was eine „Goldene Regel“ ist und warum es so heißt, was es zu bedeuten hat wenn man sagt: „Mache die Welt lebenswerter“, was man tun kann, um an Sicherheit zu gewinnen, wie man sein emotionales Befinden verbessern kann, wie man seine geistige Entwicklung fördern kann, wie sich das seelische Befinden verbessern lässt, was man zu einer gesünderen Umwelt beitragen kann, was es bedeutet „selbstständig“ oder „unabhängig“ zu sein und was man unter „gegenseitiger Abhängigkeit“ versteht.

Das siebzehnte Kapitel handelt davon, von einer Sache beseelt sein: Vorbilder und Mentoren, weshalb es wichtig ist, Fertigkeiten zu entwickeln, Begabungen zu fördern und Neugierde zu wecken. Hier werden vier Gründe genannt:

  1. Grund Nr. 1 beschreibt, inwiefern sich die Lebensfreude eines Menschen steigert, wenn er Begabungen und Fähigkeiten seinen Neigungen entsprechend entfalten kann.
  2. Grund Nr. 2 beschreibt, inwiefern das Arbeiten an Begabungen und Fähigkeiten sowie das Stärken von Neigungen neue, positive Erfahrungen ermöglichen kann.
  3. Grund Nr. 3 führt aus, inwiefern das Weiterentwickeln von Fähigkeiten und Begabungen sowie das Ausweiten von Interessen zu einer neuen Arbeitsstelle verhilft.
  4. Grund Nr. 4 erklärt, wie man zu einer besseren Welt beitragen kann, wenn man seine Fähigkeiten und Begabungen im Alltag anwendet, was man unter einem Vorbild versteht,, ob man sich auch jemanden zum Vorbild nehmen kann, wie man sich Menschen als Vorbilder aussucht und was man unter einem Mentor versteht.

Im achtzehnten Kapitel wurden Zitate zusammengestellt, die mit dem Thema zu tun haben.

Kapitel neunzehn enthält eine „Zugabe“ mit Redensarten, in denen das Wort „Tod“ vorkommt, auch wenn es darin nicht wörtlich gemeint ist.

Diskussion

Das Buch nähert sich den Themen Krankheit und Tod aus vielen Perspektiven. Es ist bemerkenswert, wie es Catherine Faherty immer wieder gelingt, lebensnah und treffend Hilfestellung zu geben. Sie schreibt ihre Bücher aus der Weltsicht von Menschen mit Autismus. Sie nutzt in den Handreichungen einen interaktiven Stil, bei dem der Lesende direkt angesprochen wird. Die Kommunikationsbögen bilden den Kern. Sie enthalten immer mehrere Antwortmöglichkeiten, von denen die angemarkert werden, die zutreffen. Dieses Format unterstreicht das Prinzip, individuell passende Lösungen zu finden. Durch die Aufzählung verschiedener Aspekte wird verdeutlicht, was gemeint ist. Man kann das Buch wie sie sagt „von vorne nach hinten durchlesen“ oder punktuell nach den Stichworten suchen, die das Interesse am meisten wecken. Kommunikation verbindet Menschen. Kommunikation kann gelingen und es kann auch zu zahlreichen Fehlkommunikationen kommen. Aus diesem Grund bildet die Gestaltung gelungener Kommunikation den Kern aller mir bekannten Bücher von Faherty. Verständigung wird dadurch erleichtert, in dem Erwartungen, Vorstellungen und Verhaltensweisen auf den Grund gegangen und gegebenenfalls korrigiert wird (Begleitbuch S.19). Die Autorin regt an, in Form von Vereinbarungen eine Grundlage für eine funktionierende Kommunikation zu schaffen und hält im Begleitheft einen Leitfaden bereit. Die Hinweise zur Unterstützung einer gelungenen Kommunikation in diesem Leitfaden beginnen nicht mit dem autistischen, sondern mit dem nicht autistischen Kommunikationspartner. Diese Priorisierung setzt klare Zeichen und unterstreicht, den dialogischen Ansatz auf Augenhöhe. Jeder, der an der Kommunikation beteiligt ist, hat die Aufgabe am Gelingen zu arbeiten. Hierarchische Konstellationen, in denen es vermeintlich einen „Wissenden“ gibt (der in herkömmlichen Konstellationen meist auf der professionellen Seite des „Hilfegebenden“ steht) und einen „Unwissenden“ gibt (der in herkömmlichen Situationen meist auf der Seite des „Hilfesuchenden“ steht) sind überholt, dienen nicht der Verständigung auf Augenhöhe und sind vor allen Dingen nicht zielführend. Die gleichberechtigte Haltung macht die Arbeitsweise von Catherine Faherty äußerst wertvoll. Das Buch enthält aber nicht nur Fragestellungen zu den Titelthemen Krankheit und Tod, sondern hat viele Fragestellungen aufgenommen, die bei der Verarbeitung dieser Lebensereignisse eine Rolle spielen wie z.B. Umgang mit Emotionen, der Frage, nach dem Sinn des Lebens oder was eigentlich Vorbilder sind, was den Umfang (19 Kapitel) erklärt. Menschen mit Autismus haben in unserer autismusunfreundlichen Welt viel Fragen. Nicht selten kommt es zu Missverständnissen. Die hier vorgelegte umfangreiche Betrachtung trägt dem Wunsch Rechnung, Missverständnissen aus dem Weg zu gehen, möglichen Fragen, Antworten zu geben und Zusammenhänge herzustellen, so dass Verstehen gelingen kann. Menschen mit Autismus sind darauf angewiesen, die Bedeutung von Dingen und Ereignissen zu verstehen, um Anschluss daran zu finden. Menschen ohne Autismus müssen wissen, wie sie verständlich kommunizieren.

Fazit

Mit diesem Buch (Handbuch, Begleitheft und CD) wurde ein interaktiver Leitfaden herausgegeben, der Menschen mit Autismus und ihren Angehörigen viele Fragen rund um die Themen Krankheit und Tod beantwortet. Menschen, die mit diesen Themen konfrontiert werden sind nicht selten verunsichert. Es werden auch Themen, die nicht selten Tabus unterliegen einbezogen. Das Inhaltsverzeichnis zeigt, wie breit das Themenspektrum ist. Die Anschaffung dieser Kombination (Ringbuch, CD und Begleitheft) ist gut angelegtes Geld! Die Inhalte sowie die Art der Aufbereitung sind sehr hilfreich, nicht nur für Menschen mit Autismus, sondern auch für die Menschen, die begleiten! Im Autismusverlag sind weitere Bücher von Catherine Faherty erschienen, bei socialnet findet man die entsprechenden Rezensionen.


Rezensentin
Dipl.-Päd. Petra Steinborn
Heilpraktikerin für Psychotherapie. Einrichtungsleitung in einer großen Ev. Stiftung in Hamburg-Horn und freiberuflich in eigener Praxis ABC Autismus tätig. Schwerpunkte: Herausforderndes Verhalten, Strategien der Deeskalation, Autismus, TEACCH, Erworbene Hirnschädigungen
Homepage www.abc-autismus.de
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Zitiervorschlag
Petra Steinborn. Rezension vom 17.06.2014 zu: Catherine Faherty: Krankheit und Tod verstehen und was wir daraus für das Leben lernen können. Ein interaktiver Leitfaden für Menschen mit Autismus oder Asperger-Syndrom und ihre Angehörigen. Autismusverlag Schweiz (St. Gallen) 2014. ISBN 978-3-9524076-6-0. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/16967.php, Datum des Zugriffs 06.12.2019.


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ISSN 2190-9245

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