socialnet - Das Netz für die Sozialwirtschaft

Simon Hahnzog (Hrsg.): Betriebliche Gesundheitsförderung

Cover Simon Hahnzog (Hrsg.): Betriebliche Gesundheitsförderung. Das Praxishandbuch für den Mittelstand. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2014. 240 Seiten. ISBN 978-3-658-02961-6. D: 44,99 EUR, A: 46,25 EUR, CH: 56,00 sFr.
Recherche bei DNB KVK GVK

Besprochenes Werk kaufen
über socialnet Buchversand


Thema

Sukzessive ist in den vergangenen Jahren die betriebliche Gesundheitsförderung in das Zentrum der Überlegungen von Führungskräften aller Branchen und Sektoren geraten. Man verspricht sich von der Aufrechterhaltung und raschen Wiedererlangung der Gesundheit von Beschäftigten vielfältige Effekte, die von der Kostenreduktion bis zu Motivationssteigerungen und Wettbewerbsvorteilen bei der Personalakquise reichen können. Auch in einigen Feldern des sozialen Sektors ist der Krankenstand ein ernsthaftes betriebswirtschaftliches Problem.

Entstehungshintergrund

Simon Hahnzog hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Praxishandbuch für den Mittelstand rund um das Thema der betrieblichen Gesundheitsförderung herauszugeben. Es war sein Anliegen, Experten unterschiedlicher Arbeitsschwerpunkte für die Abhandlung der diversen Aspekte dieses weiten Feldes zu gewinnen. Das Handbuch soll sich an Geschäftsführer, Führungskräfte, Personalverantwortliche und Entscheider insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen richten.

Herausgeber und AutorInnen

Simon Hahnzog ist Wirtschaftspsychologe. Er lehrt an der Hochschule Fresenius in München und ist Geschäftsführer einer Unternehmensberatung. Die 31 Autorinnen und Autoren sind in den Bereichen Hochschullehre, Gesundheitswirtschaft, Coaching und Unternehmensberatung, in Verbänden sowie in der Industrie beschäftigt.

Aufbau und Inhalte

Die Publikation enthält 29 Beiträge in fünf Abschnitten.

Nach einer Einleitung, die verschiedene Wirkungsebenen der betrieblichen Gesundheitsförderung aufzeigt, analysiert in Teil I »Die globale, gesellschaftliche Wirkungsebene« zunächst Martin Kreeb die Themenkomplexe »Betriebliches Gesundheitsmanagement und nachhaltigkeitsorientiertes Umweltmanagement«, Andreas Beivers stellt sich daraufhin der Frage »Was ist Gesundheit und wer soll sie erhalten?«, Gerhard Potuschek und Florian Karl berichten über die »Begleitung bei der Betrieblichen Gesundheitsförderung durch die BARMER BEK«, Matthias Jena und Verena Di Pasquale stellen abschließend die »Perspektive der Gewerkschaften« auf Betriebliche Gesundheitsförderung vor.

In Teil II »Die Wirkungsebene des Unternehmens« vertritt Patrick Hey die These »Betriebliche Gesundheitsförderung führt zu erfolgreichen Personalmarketing«, Angela Huber stellt das »Betriebliche Eingliederungsmanagement« dar, berechnet Michael Jahn »Konfliktkosten im Rahmen von BMG und BGF«, Tim Frohwein zeigt im Rahmen von »Rede über das, was Du tust«, wie man sich als Unternehmen mithilfe von Kommunikationsarbeit Legitimität verleiht, Manfred Faber schildert flexible Arbeitszeitmodelle als »Erfolgskonzept zur Gesundheitsvorsorge« und Thomas Klein analysiert, wie Betriebliches Gesundheitsmanagement »bedarfsorientiert und kostenoptimiert« gestaltet werden kann.

Teil III beschäftigt sich mit der »Wirkungsebene der Führung«. Dabei berichtet Jörg Buchtal über die »Belastungen von Führungskräften«, Christian Mühldorfer präsentiert die »Lösungsfokussierte Führung«, Ingo Wölfel berichtet über das »Coaching von Führungskräften«, Simon Hahnzog schreibt unter dem Motto »Fit im Mitarbeitergespräch« über Kommunikationstraining für Führungskräfte und Stefan Wiedmann thematisiert »Engagierte Mitarbeiter« als »zentraler Wettbewerbsvorteil und Schlüssel zum Erfolg«.

Die »Wirkungsebene der Beschäftigten« steht im Mittelpunkt von Teil IV. Rainer S. Luik berichtet über »Körperliche Belastungen am Arbeitsplatz und ihre Folgen«, Sabine Stark und Markos Maragkos thematisieren unter der Überschrift »Bist Du krank?« psychische Störungen im Arbeitsleben, Simon Hahnzog referiert unter dem Slogan »Ressource: Ich!« über Persönlichkeitsentwicklung als Belastungsprävention, Barbara Bauer stellt Möglichkeiten der Umsetzung von »Entspannungstraining« in der betrieblichen Praxis vor, Kathrin Frank berichtet über »Neue Märkte erobern – Belastungen reduzieren«, Effi Kovatsch thematisiert »Gesunde Ernährung – Gesunde Mitarbeiter«, Angela Huber widmet sich der »Mediation« im Sinne von »Verstehen vermitteln«, Patrick Hey schildert die »Gesundheitsförderung durch Benefiz-Systeme«, Istvàn Garda beschreibt »Kreativität aus der Perspektive der Betrieblichen Gesundheitsförderung« und Simon Hahnzog erörtert unter »Gemeinsam Lösungen entwickeln« die Potenziale der Supervision.

Im letzten Teil V »Best Practice« beschreiben Petra Dubiel und Julia Immich das betriebliche Gesundheitsmanagement bei »Loyalty Partner«, Markus Mitter, Franziska Traublinger, Rainer Maria Wagner, Barbara Stein und Franz Gail berichten über eine entsprechende Praxis bei den Unternehmen »hybris«, »Discovery Communications« sowie »TOPSTAR GmbH«.

Diskussion

Die durchweg knapp und fokussiert gehaltenen Beiträge dieses Sammelbandes verdeutlichen auf anschauliche Weise, welch komplexes Thema die betriebliche Gesundheitsförderung darstellt und welche Aufgabenvielfalt für die Führungsebene damit verbunden ist. Einige Autorinnen und Autoren zeigen aber auch nachvollziehbar auf, welche betriebswirtschaftliche Implikationen diese Thematik aufweist und welche Potenziale im Hinblick auf Effektivität und Effizienz eine ernsthafte Beschäftigung mit der Gesundheitsförderung gerade im mittelständischen Bereich aufweisen kann. Das Buch ist eine gute Einstiegslektüre für solche Führungskräfte in kleineren und mittleren Unternehmen, die sich mit dem weiten Feld der betrieblichen Gesundheitsförderung erstmalig auseinandersetzen möchten. Es ist auch geeignet bzw. empfehlenswert für Verantwortliche in Trägern und größeren Einrichtungen des sozialen Sektors.

Fazit

Eine gute Einstiegslektüre in das weite Feld der betrieblichen Gesundheitsförderung.


Rezension von
Prof. Dr. Harald Christa
Professor für Sozialmanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden mit Schwerpunkt Sozio-Marketing, Strategisches Management, Qualitätsmanagement/ fachliches Controlling.
E-Mail Mailformular


Alle 147 Rezensionen von Harald Christa anzeigen.

Besprochenes Werk kaufen
Sie fördern den Rezensionsdienst, wenn Sie diesen Titel – in Deutschland versandkostenfrei – über den socialnet Buchversand bestellen.


Zitiervorschlag
Harald Christa. Rezension vom 07.07.2014 zu: Simon Hahnzog (Hrsg.): Betriebliche Gesundheitsförderung. Das Praxishandbuch für den Mittelstand. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Wiesbaden) 2014. ISBN 978-3-658-02961-6. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17011.php, Datum des Zugriffs 11.07.2020.


Urheberrecht
Diese Rezension ist, wie alle anderen Inhalte bei socialnet, urheberrechtlich geschützt. Falls Sie Interesse an einer Nutzung haben, treffen Sie bitte vorher eine Vereinbarung mit uns. Gerne steht Ihnen die Redaktion der Rezensionen für weitere Fragen und Absprachen zur Verfügung.


socialnet Rezensionen durch Spenden unterstützen
Sie finden diese und andere Rezensionen für Ihre Arbeit hilfreich? Dann helfen Sie uns bitte mit einer Spende, die socialnet Rezensionen weiter auszubauen: Spenden Sie steuerlich absetzbar an unseren Partner Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. mit dem Stichwort Rezensionen!

Zur Rezensionsübersicht

Hilfe & Kontakt Details
Hinweise für

Bitte lesen Sie die Hinweise, bevor Sie Kontakt zur Redaktion der Rezensionen aufnehmen.
rezensionen@socialnet.de

ISSN 2190-9245

Newsletter bestellen

Immer über neue Rezensionen informiert.

Newsletter

Über 13.000 Fach- und Führungskräfte informieren sich monatlich mit unserem kostenlosen Newsletter über Entwicklungen in der Sozialwirtschaft.

Gehören Sie auch schon dazu?

Jetzt kostenlosen Newsletter abonnieren!

socialnet optimal nutzen!

Recherchieren

  • Rezensionen liefern den Überblick über die aktuelle fachliche Entwicklung
  • Materialien bieten kostenlosen Zugang zu aktuellen Fachpublikationen
  • Lexikon für die schnelle Orientierung und als Start für eine vertiefende Recherche
  • Sozial.de für tagesaktuelle Meldungen

Publizieren

  • wissenschaftliche Arbeiten
  • Studien
  • Fachaufsätze

erreichen als socialnet Materialien schnell und kostengünstig ihr Publikum

Stellen besetzen
durch Anzeigen im socialnet Stellenmarkt

  • der Branchenstellenmarkt für das Sozial- und Gesundheitswesen
  • präsent auf führenden Fachportalen
  • schnelle und preiswerte Schaltung
  • redaktionelle Betreuung