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Karen H. Lyons, Terry Hokenstad u.a. (Hrsg.): Sage Handbook of International Social Work

Cover Karen H. Lyons, Terry Hokenstad, Nigel Hall, Manohar S. Pawar (Hrsg.): Sage Handbook of International Social Work. SAGE Publications, Ltd (London) 2012. 564 Seiten. ISBN 978-0-85702-333-9.

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Thema

Soziale Arbeit wird zu nehmend von globalen Entwicklungen beeinflusst und viele Praxisfelder ergeben sich im Kontext transnationaler Aktivitäten und internationaler Mobilitität, sowohl bei den Professionellen selbst als auch bei den AdressatInnen.

So wird internationale Soziale Arbeit als Konzept und Ansatz der Sozialen Arbeit immer wichtiger, was die zunehmende Anzahl einschlägiger Handbücher belegt (mehr dazu im Abschnitt Diskussion).

Entstehungshintergrund

Entstehungshintergrund für diese englischsprachige Publikation ist eine Anfrage des Sage-Verlags bei den HerausgeberInnen, ein Handbuch zu Internationaler Sozialer Arbeit zu veröffentlichen. Neben der Idee, möglichst viele ExpertInnen zu Wort kommen zu lassen, was zu einer Beteiligung von über 50 AutorInnen führte, war es den HerausgeberInnen ein Anliegen, zu den einzelnen Themen Teams zusammenzustellen: zum einen sollte das länderübergreifend geschehen, zum anderen sollten thematisch ausgewiesene und weniger einschlägig bekannte AutorInnen im Tandem kooperieren. Diese selbst gesetzten Vorgaben konnten zwar nicht durchgängig eingehalten werden, zeigen aber das Bemühen, möglichst viele Expertisen und Perspektiven einzubeziehen. Einig sind sich die HerausgeberInnen darin, dass sie dennoch nicht in der Lage sind, eine endgültige Definition zu erstellen oder gar alle relevanten Themen abzuarbeiten. Doch wird im einführenden Kapitel versucht, zumindest einen Minimalkonsens herauszuarbeiten.

HerausgeberInnen

Die HerausgeberInnen Karen Lyons, ehemals Schulsozialarbeiterin, jetzt Emerita der London Metropolitan University, Manohar Pawar, Professor für Soziale Arbeit an der School of Humanities and Social Sciences, North South Wales, Australien und Präsident des Section Asien-Pazifik des Internationalen Konsortiums für Soziale Entwicklung, und Nigel Hall, Senior Lecturer an der School of Social Work, Kingston University, London, und Repräsentant der International Association of Schools of Social Work (IFWS) in verschiedensten Zusammenhängen, sind Koryphäen der Internationalen Sozialen Arbeit. Terry Hokenstadt ist vor allem durch seine Gremienaktivitäten in der IASSW und in nationalen Berufsverbänden bekannt. Nathalie Hügler ist Sozialpädagogin aus Deutschland und schreibt ihre Dissertation an der London Metropolitan University über den Umgang mit getrennt lebenden Kindern im Vergleich Deutschland-UK.

Aufbau

Das Handbuch ist in fünf Abschnitte gegliedert:

  1. Concepts, Processes and Values
  2. Professional Contexts
  3. Key Issues for Social Work internationally
  4. Life-Course Perspectives
  5. Regional Perspectives

Die ersten vier Abschnitte sind eher thematisch und weniger vergleichend orientiert, der letzte Abschnitt ist geographisch nach Kontinenten/ Regionen aufgegliedert.

Jeder Abschnitt (jeweils mit Einführung) und jedes der 30 Kapitel sind eigenständige Einheiten, damit die LeserInnen bei der Fülle der Themen – so die HerausgeberInnen – je nach Interesse selektieren können.

Am Ende des Buches werden in sechs Anhängen jene Themen aufgegriffen, auf die in den einzelnen Kapiteln am häufigsten Bezug genommen wird. Dort finden sich (kritische) Anmerkungen zu den drei Grundlagenpapieren der internationalen Dachorganisationen International Federations of Socialworkers (IFSW) und International Association of Schools of Social Work (IASSW) zur globalen Definition der Sozialen Arbeit (leider nicht die neue Version von 2014), den ethischen Prinzipien und den Ausbildungsstandards. Ein vierter Anhang erläutert die Strukturen der Vereinten Nationen, ein fünfter die Menschenrechte und der sechste widmet sich den Milleniumsentwicklungszielen. Ein Register, in dem Stichworte und Personen zusammengefasst sind, erleichtert die Suche.

Anspruch des Handbuches ist es, soziale Themen anzusprechen, die eine internationale Dimension haben. Es werden jene internationalen Organisationen, Übereinkünfte und politischen Entwicklungen analysiert, die Auswirkungen auf regionale, transnationale und nationale/ lokale soziale Gegebenheiten haben. Last but not least geht es darum, den Begriff „Internationale Soziale Arbeit“ (ISA), der trotz seiner mittlerweile langen Geschichte schwammig geblieben ist, zu hinterfragen und zu illustrieren. Raum, Zeit und Diversität werden als bestimmende übergreifende Dimensionen definiert. Als wesentliche kontextuelle Faktoren werden Umwelt und Katastrophen, globale Wirtschaft und internationale Beziehungen sowie demografische Faktoren und Migration benannt.

Das erste einführende Abschnitt gilt folgerichtig der Orientierung: die unterschiedlichen bislang diskutierten Konzepte von ISA und deren VertreterInnen werden zusammengefasst und gegenübergestellt. Der ISA verwandte Begriffe wie Globalisierung, Indigenisierung, Globaler Norden und Süden, sowie Konstrukte wie Ethnie (race) und Ethnizität, Kultur und Religion werden in den Zusammenhang der Dimensionen von Werten, Diversität und Machtbeziehungen in der internationalen Soziale Arbeit gestellt.

Eine Festlegung durch die HerausgeberInnen war, Diversität und anti-oppressive Praxis nicht als ein eigenständiges Thema einzubringen, sondern sie für alle Beiträge als Querschnittsthemen vorzugeben.

Ausgewählte Inhalte

Aus den fünf Abschnitten soll jeweils ein Kapitel ausgewählt und kurz dargestellt werden – eine subjektive Auswahl, allerdings auf dem Hintergrund, dass jene Themen ausgesucht werden, die in der hiesigen Fachdiskussion weniger geläufig sind.

Im Abschnitt Konzepte, Prozesse und Werte werden folgende Themen behandelt:

  • Globalisaton and Indigenisation:
  • Reconciling the Irreconcilable in Social Work;
  • Environment and Sustainability;
  • Human Rights, Poverty, Development and Social Justice und Migration, Minorities and Citizenship.

Dominelli versucht, das vordergründig Unvereinbare, nämlich Globalisierung und Indigenisierung, miteinander in Einklang zu bringen (Lena Dominelli: Globalisaton and Indigenisation: Reconciling the Irreconcilable in Social Work, S.39-55). Sie setzt sich kritisch mit dem Konzept indigene Soziale Arbeit auseinander und versucht, die Positionierung der SozialarbeiterInnen – weit über das Doppelte Mandat hinausweisend – zwischen den widersprüchlichen Anforderungen von Rufen nach Befreiung und Selbstbestimmung, heterogenen Interdependenzen und globaler Homogenisierung zu verorten. Die Relevanz von indigener Sozialer Arbeit sieht sie darin, dass lokal angepasste und kulturell adäquate Konzepte (locally specific and culturally relevant concepts) allgemein übertragbar seien. Zudem konstatiert sie einen wachsenden Einfluss dieser Ansätze im Mainstream Sozialer Arbeit. Ein Hinweis auf die Richtigkeit dieser Annahme ist die Aufnahme indigener Sozialer Arbeit als theoriegenerierendes Konzept in die neue globale Definition für Soziale Arbeit der IASSW und der IFSW.

Im Abschnitt Professionelle Kontexte geht es um

  • Politically and Organisational Contexts of Social Work Internationally;
  • Social Work Theories, Research/ Methods and New Challenges;
  • Social Work Values, Ethics and Professional Regulation;
  • Social Work Education: The International Dimension und Social Work Research.

Badwall und Razack setzen Soziale Arbeit in den Zusammenhang von Critical Whiteness (Harjeet Badwall und Narda Razack: Social Work Theories, Research/ Methods and New Challenges, S.136-149). Dieser Ansatz hat sich aus der Rassismusforschung und antirassistischem Engagement entwickelt und stellt die Ausgrenzenden/ Privilegierten (das weiße Subjekt) an Stelle der Ausgegrenzten (people of colour als Objekte) in den Mittelpunkt des Diskurses, wobei der Gegensatz schwarz-weiß metaphorisch gebraucht wird. Das „weiße Subjekt“ definiere sich als „tugendhaft, moralisch und frei“ und nachdenkenswert ist die Perspektive, dass „helping, caring and empathy“, die (wohlwollenden, gut gemeinten) professionellen Verpflichtungen Sozialer Arbeit aus dieser Sicht post-kolonialistische Haltungen reproduzieren. Diese „Tugendhaftigkeit“ Sozialer Arbeit wird in einer Gegenüberstellung der historischen philantropischen Ansätze im Hull-House und im Settlement Movement erläutert. Während Mary Richmond durch ihren an die Medizin angelehnten Assessment-/Diagnose-Prozess genau jenen Blick auf die „Umerziehung“ von Individuen gemäß „weißer“ Werte gehabt habe, sei der Ansatz von Jane Addams sozialreformerisch und empowerment-orientiert gewesen. Hier lägen die Ursprünge der unterschiedlichen Entwicklung von Sozialer Arbeit in einen klinischen/ psychotherapeutischen bzw. einen systemtheoretischen Strang. Insgesamt macht der Beitrag auf der Theoriefolie von Critical Whiteness nachdrücklich auf die Verknüpfung von sozialarbeiterischen und postkolonialistischen Haltungen aufmerksam.

Der Abschnitt Schlüsselthemen für Soziale Arbeit im internationalen Kontext widmet sich

  • Social Work, Economic Conditions and Livelihood;
  • Social Work and Health;
  • Social Work and Education;
  • Social Work, Social Justice and Protection: A Reflective Review;
  • Social Work and Changing Environments;
  • Social Work, Religion, Culture and Spirituality;
  • Disaster Management and Humanitarian Action und
  • Social Work, Political Conflict and Displacement.

Hier soll auf den Aspekt Soziale Arbeit und Religion/ Spiritualität eingegangen werden (Michel L. Shier und John R. Graham: Social Work, Religion, Culture and Spirituality, S.279-293). Shier und Graham bearbeiten mehrere Aspekte dieser ambivalenten Beziehung: Wohltätigkeit hat ihre Basis in religiösen Motiven, berufsförmige Soziale Arbeit wird als die Abkehr davon hin zu säkularer Professionalität und Sozialwissenschaft gesehen. Andererseits gibt es zum Beispiel aktuell zahlreiche religiöse Gemeinschaften (von den Pfingstgemeinden bis zu den islamischen Bruderschaften), die sich des Sozialen annehmen. Ein weitere Aspekt ist, dass indigene oder kolonialisierte Gruppen oftmals von Spiritualität geleitete Unterstützungssysteme hatten, die aber von der westlichen Sozialen Arbeit nicht wahrgenommen, diskreditiert oder unterdrückt wurden. Grundlegend ist die Annahme, dass Religion und Spiritualität für die AdressatInnen Sozialer Arbeit oftmals für ihre individuelle und kollektive Identität sowie in soziokulturellen Interaktionen eine Rolle spielen können. Die Autoren plädieren für eine stärkere Berücksichtigung dieses Bereiches in Forschung, Lehre und Praxis nicht nur im Rahmen von Diversität und Intersektionalität, sondern auch als eigenständiges Thema.

Der Abschnitt Lebenslauf-Perspektiven reicht von Familie, Kindheit und Jugend, Erwachsenenalter bis Ältere Menschen. Rock, Karabanow und Manion richten den Blick auf Kindheit und Jugend im internationalen Kontext (Letnie Rock, Jeff Karabanow und Kathleen Manion: Childhood and Youth in International Context: Life-course Perspectives, S.323-357). In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie sich das Verständnis von Kindheit im Globalen Nordens auf die Konzepte von (anders gelebter Kindheit) in den sich entwickelnden Ländern auswirkt. Betont wird, dass z.B. Strassenkinder nicht als Personen mit abweichendem Verhalten, sondern in vielen Ländern als „ArbeiterInnen“ einzustufen seien. Unterstützung von Kindern nach Naturkatastrophen und von Kindern, die selbst oder durch den Verlust der Eltern von HIV/AIDS betroffen sind, sind weitere Themen. Eine Gruppe, die leider nicht aufgenommen wurde, sind KindersoldatInnen. Ausführlich werden (UN-)Kinderrechte diskutiert, u.a. ob Kindern die gleichen Rechte zugesprochen werden sollten wie Erwachsenen oder ob das der Idee von Kindheit widerspreche, ob Kindern zwar das Recht auf Unterstützung zugestanden werden sollte, aber nicht das von Freiheitsrechten. Ein wesentlicher Aspekt ist, dass Kinder zwar als schutzwürdig anerkannt werden, gleichzeitig aber die Förderung ihrer Resilienz im Vordergrund stehen soll.

Der Abschnitt zu den Regionalen Perspektiven beinhaltet Aufsätze zu Sozialer Arbeit in Afrika, Süd- und Ostasien, Australasia, Europa, Lateinamerika, Nordamerika und in der Karibik und im Mittleren Osten. Lateinamerika (Mahia Saracostti, Taly Reininger und Henry Parada: Social Work in Latin America, S. 466-479) wird deshalb herausgestellt, weil es einerseits dort eine eigenständige, langjährige Soziale Arbeit gibt, der Kontinent aber in der IASSW nur marginal vertreten ist, nämlich mit nur zwei Hochschulen (Afrika 23, Europa/Mittlerer Osten und Nordamerika/ Karibik je 81, Asien/ Pazifischer Raum 202; IASSW-Präsentation in Melbourne 2014). Im historischen Rückblick werden die unterschiedlichen Phasen der Entwicklung der Sozialen Arbeit vorgestellt, die exemplarisch für Soziale Arbeit in ehemaligen Kolonien stehen können. In der ersten Phase seit der Eröffnung der ersten Schule in Chile 1925 war Soziale Arbeit stark von Europa beeinflusst und klinisch orientiert. „Traditionelle“ Soziale Arbeit in den 1940er und 1950er Jahren stand unter dem positivistischen und auf das Individuum ausgerichteten professionellen Einfluss der USA. Aus der Kritik daran entwickelte sich in ganz Lateinamerika die Bewegung der „Reconceptualisacion“, ein Ansatz, der ethische und politische Dimensionen der Sozialen Arbeit in die Diskussion brachte und nach Ansätzen suchte, die den Bedürfnissen der Region und ihren spezifischen Problemen entsprechen würden, einschließlich der Idee, dass eine revolutionäre Veränderung die Voraussetzung dafür wäre. Community- und graswurzel-orientierte Ansätze wurden entwickelt, die – und das ist interessanterweise die umgekehrte Richtung vom Globalen Süden in den Norden – auch in Europa diskutiert wurden. Die Diktaturen zwischen 1964 und 1989 setzen der Bewegung ein Ende. Insgesamt ist Soziale Arbeit trotz der prekären Arbeitsbedingungen heute noch sehr viel stärker an Gesellschaftsveränderung orientiert, als in den meisten anderen Regionen, wenn auch eines der herausragenden Probleme die Kluft zwischen den theoretisch-analytischen und den praktisch-intervenierenden VertreterInnen der Profession ist.

Diskussion

Dieses Handbuch ist nicht unbedingt eine Konkurrenz zu anderen Handbüchern dieser Art, denn die meisten HandbuchautorInnen sind mit dabei. Karen Lyons (International Social Work: Themes and Perspectives von 1999) und Manohar Pawar (International Social Work: Issues, Strategies and Programs von 2006, gemeinsam mit David Cox, zweite Auflage bei Sage 2012, ) fungieren als MitherausgeberInnen und Lynne Healey (International Social Work: Professional Action in an Interdependent World, zweite Auflage 2008, sowie gemeinsam mit Rosemary Link, Herausgeberin des Sammelbandes Handbook of International Social Work: Human Rights, Development, and the Global Profession von 2011) ist im Beirat. Natalie Hügler hat gemeinsam mit Karen Lyons den von UK-Verhältnissen ausgehenden Sammelband (Introducing International Social Work, 2009) herausgegeben.

Dies zeigt, dass auch im Bereich Internationale Sozialen Arbeit einen Inner Circle gibt, mit allen Vor- und Nachteilen, Inklusions- und Exklusionsthemen.

Aber was unterscheidet nun das vorliegende Handbuch von all den anderen? Einerseits sind es eben die Bemühungen, auch weniger einschlägig bekannte AutorInnen einzubeziehen (siehe oben). Zum zweiten werden deutlicher als in den anderen Publikationen kritisch diskutierte Themen aufgenommen wie Indigenisierung, Critical Whiteness, professioneller Imperialismus und die Hegemonie der englischen Sprache (so wird darauf hingewiesen, dass „social GRRAACCES“, also gender, race, religion, age, ability, class, culture, ethnicity, education, sexuality, um language als Diversitätsmerkmal ergänzt werden müsse). Anzumerken ist auch, dass Diversität und Anti-oppressive Praxis als Querschnittsthemen eingebracht werden. Auch das Bemühen, nicht über die Regionen sondern möglichst authentisch aus ihnen zu berichten, ist zu würdigen.

Fazit

Dieses Handbuch ist für deutsche/ europäische LeserInnen deshalb interessant, weil viele Themen aus der internationalen Fachdiskussion aufgegriffen werden, die bei uns noch nicht wirklich angekommen sind.

English version, translated from German version by Claudia Mehlmann

Subject

Social work is increasingly influenced by global developments and many fields of practice arising in the context of transnational activities and international mobility, this refers to professionals as well as recipients.

Thus international social work as a concept and approach of social work is becoming more and more important, which is reflected by the growing number of relevant manuals (more on this in section discussion).

Formation background

The background for this English publication is a request of the Sage Publishing House to publish a handbook on international social work. In addition to the idea, to let as many experts as possible have their say, which resulted in a participation of more than 50 authors, it was the editors“ concern, to put teams together on the various topics: this should be done internationally on the one hand, on the other thematically acknowledged and less relevant known authors should cooperate in tandem. These self-imposed guidelines could be complied with although not consistently, but show an effort to include as many expert opinions and perspectives as possible. The editors agree, that they are not able yet to create a final definition or even work through all relevant issues. However, an attempt is made in the introductory chapter to work out at least a minimum consensus.

Editors

The editors Karen Lyons, former school social worker, now emerita professor of the London Metropolitan University, Manohar Pawar, professor of social work at the School of Humanities and Social Sciences, North South Wales, Australia and president of the Asia-Pacific section of the International Consortium for social development, and Nigel Hall, senior lecturer at the School of Social Work, Kingston University, London, and representative of the International Association of Schools of Social Work (IFWS) in a wide variety of contexts, are absolut luminaries of the international social work. Terry Hokenstadt is known above all for his Board activities in the IASSW and national associations. Nathalie Hügler is a social worker from Germany and writes her doctoral thesis at the London Metropolitan University dealing with separated children in a comparison Germany-UK.

Structure

The handbook is divided into five sections:

1.   Concepts, Processes and Values

2.   Professional Contexts

3.   Key Issues for Social Work internationally

4.   Life-Course Perspectives

5.   Regional Perspectives

The first four sections are more topical and less comparatively oriented, the last section is geographically devided by continents/regions.

Each section (with an introduction) and each of the 30 chapters are independent units, so that the readers can - so the editors – select according to their interests in view of the plethora of issues. 

At the end of the book those subjects are taken up in six appendices which had the most references in the single chapters. Here we find (critical) remarks on the three basis papers of the international umbrella organisations International Federations of Socialworkers (IFSW) and International Association of Schools of Social Work (IASSW) regarding the global definition of social work (unfortunately not the new version of 2014), the ethical principles and the training standards. A fourth appendix illustrates the structures of the United Nations, a fifth of human rights and the sixth is devoted to the Millennium Development Goals. A register in which keywords and persons are summarized, facilitates the search.

The objective of the manual is to address social issues with an international dimension. International organizations, conventions, and political developments are analysed which have an impact on regional, transnational, and national/local social realities. Last but not least we need to question and illustrate the concept of „International Social Work“ (ISA), which has remained vague despite its long history. Space, time, and diversity can be defined as determining comprehensive dimensions. The main contextual factors and environmental disasters, global economy, and international relations as well as demographic factors and migration are named.

The first introductory section consequently focuses on the orientation: the different concepts discussed so far by ISA and their representatives are summarized and compared. The ISA related terms such as globalization and indigenization, global North and South, as well as constructs such as ethnicity (race), culture, and religion are placed in the context of the dimensions of diversity, values and power relations in the international social work.

One specification by the editors was to bring diversity and anti-oppressive practice not as a separate topic, but to provide them as cross-cutting issues for all contributions.

Selected content

One chapter should be selected from each of the five segments and be explained briefly – a subjective choice, but based on the fact that those topics are chosen which are less common in the local professional debate.

The following topics are discussed in the section Concepts, Processes, and Values

·    Globalisaton and Indigenisation:

·    Reconciling the Irreconcilable in Social Work;

·    Environment and Sustainability;

·    Human Rights, Poverty, Development and Social Justice und Migration, Minorities and Citizenship.

Dominelli is attempting to reconcile the ostensibly irreconcilable, namely globalization and indigenization, with each other (Lena Dominelli: Globalisaton and Indigenisation: Reconciling the Irreconcilable in Social Work, S.39-55). She takes a critical look at the concept of indigenous social work and tries to locate the position of the social workers - also pointing far beyond the dual mandate – between the conflicting demands of calls for liberation and self-determination, heterogeneous interdependencies, and global homogenization. She sees the relevance of indigenous social work in locally specific and culturally relevant concepts being generally transferable. She also notes a growing influence of these approaches into the mainstream of social work. An indication of this assumption is the inclusion of indigenous social work as theory-generating concept in the new global definition of Social Work of the IASSW and the IFSW.

The section Professional Contexts deals with

·    Politically and Organisational Contexts of Social Work Internationally;

·    Social Work Theories, Research/ Methods and New Challenges;

·    Social Work Values, Ethics and Professional Regulation;

·    Social Work Education: The International Dimension und Social Work Research.

Badwall and Razack set social work in the context of Critical Whiteness (Harjeet Badwall and Narda Razack: Social Work Theories, Research/ Methods and New Challenges, S.136-149). This approach evolved from the research on racism and anti-racist commitment and places the exclusionary/privileged (the white subject) instead of excluded (people of color as objects) in the center of the discourse, where the contrast black-white is metaphorically used. The „white subject“ is defined as „virtuous, moral and free“ and the perspective that „helping, caring and empathy“, the (benevolent, well-intentioned) professional obligations of social work reproduce post-colonial attitudes from this perspective is worth pondering. This „virtuous“ social work is described in a comparison of the historical philanthropic approaches in Hull-House and the Settlement Movement. While Mary Richmond through her assessment – based on the medical/diagnostic process would have exactly those views of the „re-education“ of individuals in accordance with „white“ values, the approach of Jane Addams would have been social reformist and empowerment-oriented. Here are the origins of the different development of social work in a clinical psychotherapy or a system-theoretical strand. Altogether the contribution to the theory foil of Critical Whiteness continues to point out the link between social work and post-colonial attitudes.

The section Key issues for Social Work in an international context is dedicated to

·    Social Work, Economic Conditions and Livelihood;

·    Social Work and Health;

·    Social Work and Education;

·    Social Work, Social Justice and Protection: A Reflective Review;

·    Social Work and Changing Environments;

·    Social Work, Religion, Culture and Spirituality;

·    Disaster Management and Humanitarian Action und

·    Social Work, Political Conflict and Displacement.

Here the aspect social work and religion/spirituality will be discussed (Michel L. Shier und John R. Graham: Social Work, Religion, Culture and Spirituality, S.279-293). Shier and Graham deal with several aspects of this ambivalent relationship: charity has its basis in religious motifs, professional social work is seen as renunciation of it toward secular professionalism and social science. On the other hand, there are, for example, currently many religious communities (from the Pentecostal to the Islamic brotherhoods), who take care of the social. Another aspect is that indigenous or colonized groups often had support systems led by spirituality, which were not perceived by the Western social work, were discredited or suppressed. Basic is the assumption that religion and spirituality can often play a role for the recipients of social work in their individual and collective identity, as well as in socio-cultural interactions. The authors advocate for greater consideration of this area in research, teaching and practice not only in the context of diversity and intersectionality, but also as an independent subject.

The section CV perspectives ranging from family, childhood and adolescence, adulthood to older people. Rock, Karabanow and Manion focus on childhood and youth in the international context. (Letnie Rock, Jeff Karabanow and Kathleen Manion: Childhood and Youth in International Context: Life-course Perspectives, S.323-357). This chapter shows how the understanding of childhood in the Global North affects the concepts of (diferently lived childhood) in the developing countries. It is emphasized that, e.g. street children are to be classified not as people with deviant behaviour, but as „workers“ in many countries. Other topics include supporting children after natural disasters and children, who are affected themselves or through the loss of their parents from HIV/AIDS. Child soldiers are a group that unfortunately is not recorded. (UN) children„s rights will be discussed, including whether children will be awarded the same rights as adults, or whether it was contrary to the idea of childhood, that children should be granted the right to receive support, but not the rights of freedom. An essential aspect is that children are indeed recognized as worthy of protection, but at the same time promoting their resilience should be in the forefront.

The section on the Regional Perspectives contains essays on social work in Africa, South and East Asia, Australasia, Europe, Latin America, North America and the Caribbean and the Middle East.   Latin America (Mahia Saracostti, Taly Reininger and Henry Parada: Social Work in Latin America, S. 466-479) is therefore pointed out, because on the one hand there is a independent, long-standing social work, whereas the continent is only marginally represented in the IASSW, namely with only two universities. (Africa 23, Europe/Midle East and North Amerca/the Caribbean each 81, Asia/the Pacific 202; IASSW-Presentation in Melbourne 2014). In retrospect, the different stages of development of social work are presented, which can be exemplary for Social Work in former colonies. In the first phase since the opening of the first school in Chile 1925 social work was clinically oriented and influenced strongly by Europe. „Traditional“ Social Work in the 1940s and 1950s was under the positivist influence of the United States, that focused on the individual. The movement of „Reconceptualisacion“, critical towards the former, developed an approach that brought ethical and political dimensions of social work throughout Latin America into discussion, looking for approaches that would meet the needs of the region and its specific problems, including the idea that a revolutionary change would be a prerequisite. Community- and grass-roots-oriented approaches were developed – and this interestingly is the opposite direction from the global South in the North – and also discussed in Europe. The dictatorships between 1964-1989 put an end to the movement. Altogether social work is still much more oriented towards social change than in most other regions. Although one of the outstanding issues is the gap between the theoretical-analytical and practical intervening representatives of the profession.

Discussion

This handbook is not necessarily a competitor to other manuals of this type, because the most handbook authors are included. Karen Lyons (International Social Work: Themes and Perspectives von 1999) and Manohar Pawar (International Social Work: Issues, Strategies and Programs from 2006, along with David Cox, second edition at Sage 2012, ) act as co-editors and Lynne Healey (International Social Work: Professional Action in an Interdependent World, second edition 2008, along with Rosemary Link, editor of anthology Handbook of International Social Work: Human Rights, Development, and the Global Profession von 2011) is on the advisory board. Natalie Hügler published together with Karen Lyons the anthology emanating from UK relations (Introducing International Social Work, 2009).

This shows that even in the area of international social work there exists an inner circle, with all advantages and disadvantages, issues referring to inclusion and exclusion.

But what distinguishes the handbook now from all the others? On the one hand, there are the efforts to include also less well known authors (see above). Secondly more clearly than in other publications critically discussed topics such as indigenization, Critical Whiteness, professional imperialism and hegemony of the English language are included (so it is pointed out that „social GRRAACCES“, ie gender, race, religion, age, ability, class, culture, ethnicity, education, sexuality, language needs to be added as a feature of diversity). It should be noted also that diversity and anti-oppressive practice are incorporated as cross-cutting issues. And the effort to not report about the regions but as authentical as possible from them should be recognized.

Conclusion

This handbook is interesting for German/European readers because many issues from the international professional discussions are addressed, which have not yet really reached us.


Rezensentin
Prof. Dr. Ute Straub
FH Frankfurt a.M.
Fb4 Soziale Arbeit und Gesundheit
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Kommentare

Anmerkung der Redaktion:

Die Übersetzung wurde gefördert durch den Förderverein Fachinformation Sozialwesen e.V. (FFS). Ermöglichen Sie weitere Übersetzungen durch Ihre Spende an den FFS


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Zitiervorschlag
Ute Straub. Rezension vom 30.12.2014 zu: Karen H. Lyons, Terry Hokenstad, Nigel Hall, Manohar S. Pawar (Hrsg.): Sage Handbook of International Social Work. SAGE Publications, Ltd (London) 2012. ISBN 978-0-85702-333-9. 110.00 Pound (Listenpreis). In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17019.php, Datum des Zugriffs 15.06.2019.


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