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Gunter Kreutz: Warum Singen glücklich macht

Cover Gunter Kreutz: Warum Singen glücklich macht. Psychosozial-Verlag (Gießen) 2014. 180 Seiten. ISBN 978-3-8379-2395-7. D: 16,90 EUR, A: 17,40 EUR, CH: 24,90 sFr.
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Thema

Welche Wirkungen hat das Singen auf psychisches Befinden und körperliche Gesundheit? Warum erfüllt das Singen wichtige soziale Funktionen? Macht Singen glücklich? Warum? Das Buch führt die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Psychologie und Hirnforschung zu den Wirkungen des Singens zusammen und gibt eine Antwort darauf, warum Singen glücklich machen kann.

Autor

Gunter Kreutz, Prof. Dr. studierte historische Musikwissenschaft, Medienwissenschaft und Anglistik in Marburg, systematische Musikwissenschaft und Kommunikationswissenschaftliche Grundlagen von Sprache und Musik in Berlin und San Francisco, promovierte an der Universität Bremen und wurde an der Goethe-Universität Frankfurt habilitiert. Er lehrt seit 2008 systematische Musikwissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Sein wissenschaftliches Interesse bezieht sich auf musikalische Aktivitäten mit Bezug auf Emotionen, Wohlbefinden und Gesundheit.

Aufbau und Inhalt

Das Sachbuch ist in fünf Abschnitte gegliedert und bietet neben einer Einführung einen Überblick zu neuronalen Prozessen beim Singen, Informationen zum Singen in bestimmten Altersgruppen, einen umfassenden Abschnitt zum Thema Singen und Gesundheit und einem Kapitel zu Singen und Gewalt. Der Band endet mit einem motivierenden Abschnitt, der dazu auffordert, das Singen als gesundheitsförderndes und potentiell glücklich-machendes Element in den Alltag zu integrieren.

Einleitung und Überblick. In der Einleitung spürt Gunter Kreutz der kulturellen Einbettung des Singens in unserer Gesellschaft nach. Er beschreibt die unterschiedlichen Situationen des Singens, vom Chor, über das Singen unter der Dusche bis hin zur Musikindustrie und den Castingshows. Singen, egal in welchem Zusammenhang ist ein gesellschaftliches Phänomen, das wissenschaftlich wenig untersucht worden ist. Als Kulturtechnik dürfte sie eine besondere Rolle spielen, denn es ist davon auszugehen „dass Menschen kulturelle Werte weder aus einer rein ästhetischen Motivation heraus noch als bloßen Selbstzweck erschaffen haben. Kulturelle Fähigkeiten und Fertigkeiten gehören zu unserer Vitalität und daher ist es ganz natürlich anzunehmen, dass sie in unserer psychischen, körperlichen und sozialen Entwicklung eine herausragende Rolle spielen. Die Singstimme als körpereigenes Instrument ist sozusagen das Flaggschiff dieser Techniken …“ (15). Die kulturelle Entwicklung unserer Gesellschaft hat das Singen, so weist der Autor nach, in den Zusammenhang von Leistung und Wettbewerb gestellt, wodurch das natürliche Singen, der alltägliche Gebrauch der Singstimme (die jeder Mensch hat) ins Abseits geraten ist. Evolutionsgeschichtlich scheint das Singen als Baustein für die Entwicklung komplexer kognitiver Funktionen eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Die Differenzierung von Sprache, die tonale Gestaltung von sprachlichen Mitteilungen, die soziale Funktion, Gefühle und Stimmungen durch Töne und Rhythmus mit anderen zu teilen, hängen am Gesang. Wichtige soziale Situationen (beruhigen, motivieren, werben etc.) sind mit musikalischen Äußerungen, mit Gesang verbunden. Kreutz zeichnet diese sozialen Phänomene durch die unterschiedlichen Kulturepochen nach, von der prähistorischen Horde bis zur aktuellen Castingshow, lässt dazu einzelne (die wenigen existierenden) wissenschaftliche Befunde einfließen, gibt einen Einblick in die physikalischen Bedingungen des Singens und fordert eine stärkere wissenschaftliche Beschäftigung mit dieser Thematik.

Von Liedern und Neuronen. Wie werden Melodien und rhythmische Abläufe gelernt und gespeichert, wie werden sie reproduziert? Welche Gehirnprozesse laufen dabei ab, welche neuronalen Aspekte spielen dabei eine Rolle? Gunter Kreutz führt in diesem Abschnitt die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen, wobei deutlich wird, dass das Lernen von Rhythmus und Melodie über das Erschließen von Klangfarben und rhythmischen Mustern erfolgt und Gedächtnisfunktionen von Lebensumständen abhängen, also davon, wo, zu welcher Gelegenheit und mit welchen Menschen wir musikalische Erfahrungen teilen. Neurobiologische Hinweise zur Qualität des Singens stehen indes noch weitgehend aus. Eine These unterstellt guten Sängern ein ausgeprägtes feinmotorisches Gedächtnis, das die Kontrolle und Steuerung der Kehlkopfmuskulatur positiv beeinflusse und sich günstig auf das Singen auswirke. Der empirische Beweis dieser These ist noch nicht erbracht, deutlich wird allerdings, dass beim Singen vielfältige Hirnregionen aktiviert werden, auch solche die mit Gefühlen und Emotionen zu tun haben und dass „Singen-können“ im Wesentlichen von Lernerfahrungen abhängen dürfte, von der Begegnung mit Tönen und Rhythmen und von sozialen Aspekten, z. B. ob wir alleine, oder gemeinsam mit anderen Menschen singen.

Singen mit Kindern und Erwachsenen. Kreutz deutet in diesem Abschnitt auf die prägende Wirkung früher Singerfahrungen in Familie und Bildungsinstitutionen hin. Die Stimme des Menschen, vom ersten Schrei bis hin zur Formulierung von komplexen Sätzen, mit denen Bedürfnisse ausgedrückt und Inhalte vermittelt werden, hängen an der Stimme. Deren Entwicklung hinsichtlich Prägnanz, Modulationsfähigkeit, Intensität und Anpassungsfähigkeit hängt davon ab, ob bestimmte Lernprozesse durchlaufen werden. Die Entwicklung beginnt in der präverbalen Phase und das Singen (der elterlichen Bezugspersonen) wirkt sich auf die Aufmerksamkeit, auf Anspannung und Beruhigung der Säuglinge aus. Es ist unklar, welche Prozesse dabei ablaufen, der Effekt jedoch konnte durch experimentelle Studien nachgewiesen werden. Im weiteren Verlauf des Kapitels werden Lernprozesse bei Vorschul- und Schulkindern im Zusammenhang mit stimmlichen Funktionen, Melodie- und Textgedächtnis, deren Bedeutung für komplexe Bildungsprozesse und soziale Phänomene beschrieben, der aktuelle Forschungsstand im Überblick zusammengefasst.

Singen als sozialer Anlass findet im Erwachsenenalter häufig in Chören statt (abgesehen von Alltagssituationen, die sich empirisch kaum erfassen lassen). Kreutz berichtet aus einer eigenen Studie und beschreibt Chöre als „generationsübergreifende, fast familiär anmutende Gemeinschaften mit starken Bindungskräften“ (75), deren absolute Zahlen zwar abnehmen, deren Attraktivität die Teilnehmer jedoch oft über Jahrzehnte bindet.

Singen und Gesundheit. Ausgehend von der WHO-Definition, das mit Gesundheit ein Zustand völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen gemeint ist, nähert sich Gunter Kreutz seiner These, dass kulturelle Praxis und Aktivitäten, insbesondere das Singen (alleine oder in Gemeinschaft) einen positiven Effekt auf das biopsychosoziale Wohlbefinden haben. Das Kapitel beinhaltet einen knappen Überblick zum entsprechenden Forschungsstand, allerdings, darauf weist der Autor hin, fehlen wissenschaftliche Belege, welche die gesundheitsfördernde Wirkung einzelner kultureller Aktivitäten belegen würden. Das allerdings liegt nicht daran, dass es diesen Zusammenhang nicht gibt, sondern daran, dass eine entsprechende Forschung bislang kaum stattfindet. Welche Gesundheitsaspekte im Zusammenhang mit dem Singen ansatzweise erforscht sind, beschreibt Kreutz im Folgenden (und nennt die dazu vorliegenden wissenschaftlichen Studien): Singen hat einen positiven Effekt als Stimmprophylaxe, d. h. der Erhalt und Ausbau stimmlicher Funktionen und Phänomene ist durch das Singen positiv zu beeinflussen und Singen wirkt sich positiv auf verschiedene Lungenfunktionen aus, u. a. auf die Stabilisierung der Atemstärke und -tiefe, fördert Entspannung und wirkt präventiv bei Hyperventilation und Panik. Die Forschung zur Gesundheitswirkung des Singens steckt noch in den Anfängen, Kreutz weist auf einzelne ambitionierte Projekte hin, z. B. zum Anstieg des sekretorischen Immunoglobulins A (S-IgA) im Speichel von Sängern. Der Stoff ist Wirksam in der Steuerung der Abwehr von Viren und Bakterien. Speichelproben bei Chorsängern (nach der Probe) belegen einen Anstieg des S-IgA. Ebenso ist belegt, dass das Stresshormon Cortisol in seiner Konzentration bei Teilnehmern an Chorproben abnimmt. Diese Erkenntnisse müssen auch im Zusammenhang mit der rein gefühlten gesundheitlichen Wahrnehmung des Singens betrachtet werden. Eine von Kreutz vorgestellte Studie belegt, dass sich Chorsänger nach der Probe entspannter, sozial geborgener und spirituell verbundener fühlen. Die bislang wenig miteinander verbundenen Einzelbefunde einer Vielzahl von Studien zur Gesundheitswirkung des Singens werden schließlich in einem systematischen Überblick zusammen gefasst. Kreutz bezieht sich hier auf die Arbeiten des Sidney de Haan Resarch Centre for Arts and Health zur Wirkung des Singens. Die -mehr oder weniger empirisch gestützten- Befunde sind u. a.: „körperliche Entspannung und Minderung von Stress; ein Gefühl von Glück, guter Stimmung, Heiterkeit, Freude und Hochgefühlen; ein Gefühl von mehr persönlichem, emotionalem und körperlichen Wohlbefinden; ein Gefühl von erhöhter Anregung und Energie; … ein Gefühl kollektiver Verbundenheit durch koordinierte Aktivitäten, die demselben Puls folgen; … ein Gefühl therapeutischer Linderung bezüglich langwieriger psychologischer und sozialer Probleme …“ (115). Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es sich beim Singen um ein Phänomen handelt, das biologische, psychische und soziale Auswirkungen ermöglicht, deren Intensität und Verlässlichkeit jedoch noch weitgehend unbekannt sind.

Sieben Thesen. Aus den bisherigen Ausführungen entwickelt Gunter Kreutz sieben Thesen, die auf psychologische, körperliche, geistige, soziale und spirituelle Aspekte beim Singen fokussieren und durch entsprechendes empirisches Studienmaterial gestützt, geprüft und diskutiert werden. Die Thesen im Überblick:

  1. Singen verbessert die Stimmung und steigert das allgemeine Wohlbefinden
  2. Singen entspannt und mindert körperlichen und psychischen Stress
  3. Singen fördert kognitive Leistungen
  4. Singen fördert die psychische und körperliche Gesundheit
  5. Singen fördert Spiritualität und sorgt für tiefe seelische Erfahrungen
  6. Singen fördert ein positives Selbstbild und wirkt gegen psychosoziale Probleme
  7. Singen fördert Gefühle sozialer Verbundenheit

Auch wenn sich diese Thesen im Einzelfall nicht sicher und vollständig belegen lassen (diesen Anspruch verfolgt Kreutz auch nicht), ergeben sich doch eine Reihe ernsthafter Hinweise auf deren Stimmigkeit. Und: ganz nebenbei formuliert der Autor hier Fragestellungen und Forschungsprogramme für die Erforschung des Zusammenhangs biopsychosozialer Gesundheitseffekte, die durch das Singen gefördert, bzw. unterstützt werden können.

Singen als Heilverfahren? Aufbauend auf die sieben zuvor formulierten Hypothesen entwickelt Kreutz einen Ansatz, der das Singen als Therapieform konzeptionalisiert. Heilung wird hier als dreiteiliges Modell definiert, das Krankheit und Verletzung kurieren kann, das Wohlbefinden erhöhten und Vorsorge fördern kann und das allgemein die Lebensqualität und Lebensbedingungen verbessern kann. Ansatzpunkte für ein „therapeutisches Singen“ sind also therapeutische Intervention (Behandlung) und das weite Feld der Prävention. Kreutz unterfüttert auch diesen innovativen Ansatz des Singens mit wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen, die zwar keinen eindeutigen Beleg für die therapeutische oder präventive Wirkung des Singens liefern, die aber darauf hinweisen, dass im medizinischen Umfeld durchaus die positive Wirkung des Singens als Erfahrung bei Betroffenen (etwa in einem „Netzwerk Singende Krankenhäuser e. V.“) festgestellt werden kann. Der Autor berichtet dazu vom Ablauf zweier Interviewbefragungen mit Singleitern und Patienten und entwickelt damit einen beispielhaften Forschungsaufbau, der im größeren Rahmen, mit tiefergehenden Fragestellungen, unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Gütekriterien (z. B. kontrolliertes Design, Vergleichsgruppe, Wiederholbarkeit des Studienablaufs, Vergleichbarkeit der Forschungsergebnisse etc.) Anwendung finden könnte. Und: Kreutz gibt auch einen Einblick in die qualitative Struktur des Datenmaterials, das Aussagen über die empfundenen Effekte des Singens bei Patienten beinhaltet. Beispielsweise berichtet eine 62jährige Patientin einer onkologischen Reha-Klinik: „Die Musik, die Texte der Lieder und die damit verbundenen Emotionen bringen mich wieder mehr zu meinem Inneren. Der Alltag tritt zurück. Es ist eine positive Selbsterfahrung. Die Welt wird allgemein heller, weiter und bunter“ (158). Auch wenn sich solche Effekte empirisch (noch) nicht messen lassen: im Erleben von Menschen, kann das Singen eine große Rolle spielen und zu Wohlbefinden beitragen. Positive Empfindungen, und hier wäre der Bogen zur Motivations-, Emotions-, Kognitionspsychologie und zur Stressforschung zu spannen sind ein wichtiger Baustein bei der Bewältigung von Anforderungen und Stressoren. Und: beiläufig werden zusätzlich wichtige soziale Prozesse ermöglicht, etwa wenn Mitarbeiter von Kliniken, aktuelle und entlassene Patienten, vielleicht auch Angehörige sich aus Anlass gemeinsamer kultureller Praxis treffen, jenseits von Krankheit und Schmerz, Behandlung und Prognose. „Das Singen unterstreicht das menschliche Miteinander und die Gemeinsamkeit über alle unterschiedlichen körperlichen und seelischen Zustände hinweg“ (161). In weiteren Abschnitten beschreibt Kreutz Ansätze für therapeutisches Singen im Kontext der Demenzerkrankung, bei Schlaganfall und bei der Parkinson-Erkrankung. Auf Grundlage musiktherapeutischer Konzepte berichtet er z. B. über die „melodische Intonationstherapie“, oder Gedächtniseffekte beim Singen mit Demenzpatienten. Die Ausführungen werden jeweils durch entsprechende wissenschaftliche Literaturquellen gestützt.

Singen und Gewalt. Zum Abschluss beleuchtet Gunter Kreutz den Zusammenhang von Singen und Gewalt. Er belegt mit Verweis auf historische Phänomene (etwa das unter Zwang angeordnete Singen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten), dass auch destruktive Effekte durch das Singen befördert werden können. Als Fazit plädiert Kreutz für eine geschützte Umgebung und die unabdingbare Wahrung der Menschenwürde als Voraussetzung für die Entfaltung positiver Kräfte durch das Singen.

Singen für ein Happy End! Abschließend führt Kreutz die positiven Wirkeffekte, die durch das Singen erreicht werden können noch einmal zusammen und plädiert für mehr Gesang im Alltag, in jeder Form, in jeder Zusammensetzung, mit jedem Ergebnis. Ansatzpunkte dafür sind die eigene Lebenswelt, die Nachbarschaft, berufliche Bezüge und Institutionen. Mit dem Singen kann man einfach anfangen: „Vertrauen Sie Ihrer Singstimme und machen Sie sich und andere glücklich! Ohne Risiken und mit höchst wahrscheinlich positiven Nebenwirkungen!“ (184)

Zielgruppe

Das Sachbuch richtet sich an alle Menschen, die das Interesse haben, mehr über die Wirkungen des Singens zu erfahren, um alleine oder mit anderen im privaten Bereich, oder in beruflichen Zusammenhängen zu singen.

Diskussion

Singen gehört zum Menschen, wohl von den ersten Tagen menschlicher Existenz an. Singen ist eine Selbstverständlichkeit, (fast) jederzeit von jedem praktizierbar. Es ist Ausdruck menschlicher Kultur und begleitet soziale Situationen, Übergangsphänomene und Feierlichkeiten. Gemessen an dieser Präsenz des Singens in unserer Gesellschaft sind die Erkenntnisse über die (Aus)wirkungen des Singens im sozialen, medizinischen und psychologischen Zusammenhang überschaubar. Das vorliegende Buch ist von einem Musikwissenschaftler verfasst, der ein begeisterter Sänger sein muss. Die vielen Hinweise auf belegte, wahrscheinliche oder wenigstens doch mögliche Wirkeffekte die sich durch das Singen einstellen (können) eröffnen einen Horizont, der jenseits von Leistung, Wertigkeit und Verwertbarkeit den Fokus auf eine besondere Form menschlicher Existenz richtet, die persönliche Erfahrung von Glück, Wohlbefinden, Zugehörigkeit, vielleicht auch Spiritualität aus sich selbst heraus, mit eigenen Mitteln, nur für das eigene Erleben. Gunter Kreutz ist „daneben“ auch Wissenschaftler. Als solcher sucht er nach Wegen, wie sich solche Wirkeffekte empirisch belegen lassen. Die vorliegenden Befunde sind hier zusammengetragen und werden kritisch diskutiert, eigene Forschungsprogramme in ihrem Aufbau und mit ihren Ergebnissen zur Diskussion gestellt. Als Arbeitsprogramm entwickelt der Autor sieben Thesen zu möglichen Wirkeffekten des Singens. Auch wenn sich diese Thesen im Einzelfall nicht sicher und vollständig belegen lassen ergeben sich bei der Lektüre ernsthafter Hinweise auf deren Stimmigkeit. Nebenbei formuliert der Autor hier Fragestellungen und Forschungsprogramme für die Erforschung des Zusammenhangs biopsychosozialer Gesundheitseffekte, die durch das Singen gefördert, bzw. unterstützt werden können. Das alleine ist, neben der Benennung der bekannten Wirkfaktoren und Zusammenhänge und der begeisterten Werbung für das Singen ein erhebliches Verdienst.

Fazit

Singen macht glücklich. Warum das so ist, wird in diesem Buch eindrucksvoll belegt, durch wissenschaftliche Befunde, vor allem aber auch durch die umfangreichen positiven Erfahrungen des Autors, der es versteht seine Leser daran teilhaben zu lassen. Insofern verzaubert das Buch und macht Lust darauf (mehr) zu singen, alleine, besser noch mit anderen. Mein Sachbuch des Jahres 2014.


Rezensent
Dr. phil. Gernot Hahn
Dipl. Sozialpädagoge (Univ.), Sozialtherapeut
Klinikum am Europakanal Erlangen Forensische Ambulanz
Homepage www.gernot-hahn.de
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Zitiervorschlag
Gernot Hahn. Rezension vom 09.01.2015 zu: Gunter Kreutz: Warum Singen glücklich macht. Psychosozial-Verlag (Gießen) 2014. ISBN 978-3-8379-2395-7. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17090.php, Datum des Zugriffs 17.10.2017.


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