Monika Krumbach, Vanessa Paulzen: Das HABA-Kiga-Spielebuch
Rezensiert von Katrin Wirthwein, 22.12.2014
Monika Krumbach, Vanessa Paulzen: Das HABA-Kiga-Spielebuch. Neue Ideen und Varianten zu „Obstgarten“ & Co. für die ganze Kiga-Gruppe. Ökotopia Verlag (Münster) 2014. 124 Seiten. ISBN 978-3-86702-249-1. D: 19,50 EUR, A: 20,10 EUR, CH: 27,30 sFr.
Thema
HABA-Spiele, die sind doch normalerweise mit einer Grundspielanleitung versehen? – Und dazu sind sie nur mit einer begrenzten Anzahl von Personen spielbar! Die Germanistin und Autorin Monika Krumbach, die viele Projekte mit Kindern macht, und Vanessa Paulzen, die Illustratorin, die Kommunikationsdesign studierte, haben genau deshalb für die ganze Kita-Gruppe neue Spielvarianten für die HABA-Spiele entwickelt, die sowohl für die jüngeren, als auch für die älteren Kinder ansprechend sind und dazu noch die Phantasie der Kinder und Erzieher anregt.
Aufbau und ausgewählte Inhalte
Zunächst schildert die Autorin den Einsatzbereich des Buches und gibt Hinweise zum Alter der Zielgruppe, zur Sicherheit u.a. Außerdem gibt sie Praxistipps zur Verwendung des Buches.
Danach folgen die einzelnen HABA-Spiele mit einer Erklärung der Grundanleitung und Erläuterungen zu ihren Fördermöglichkeiten. Die Oberthemen der Spiele erstrecken sich von der Natur und den Jahreszeiten, über Ziffern- und Buchstabenspiele, Wahrnehmungsspiele bis hin zu sozialen Lernspielen. Die über 120 neuen Spielimpulse werden wie folgt übersichtlich aufgebaut:
- Im ersten Abschnitt wird der Titel der neuen Spielvariante genannt und aufgezeigt, wie dieses Spiel eingeleitet werden kann.
- Darauf folgt das Alter der Kinder und die für das Spiel benötigten Materialien.
- In dem dritten Abschnitt folgt die Einstimmung bzw. Vorbereitung des jeweiligen Spiels, indem Impulse zur Motivation der Kinder und spielerische Aktivitäten angeführt werden.
- Die neue Spielanleitung wird im vierten Abschnitt erklärt.
- Abschließend werden vereinfachte Varianten für kleinere Kinder ab drei Jahren, weiterfolgende Varianten wie Bewegungen, Koordination usw. oder auch Abschlussvarianten kurz aufgeführt. Hin und wieder werden die Spiele durch Bilder unterstützt, die zum Beispiel Bastelanleitungen oder andere kreative Varianten verdeutlichen.
Um die neuen Spielvarianten jeweils abzurunden werden Lieder, Geschichten und unter anderem auch Gedichte aufgeführt.
Beispielhaft gehe ich auf das bekannte Spiel „Obstgarten“ ein, das auch auf dem Titelbild zu sehen ist. Bei dem Spiel werden die Feinmotorik, Form-und Farberkennung, sowie die Kooperation und der sprachliche Ausdruck gefördert. In der Grundanleitung ist es das Ziel des Spiels, dass die Spielerinnen und Spieler die Früchte schneller als der kecke Rabe ernten. Um dieses Spiel anregender zu gestalten, wird das Spiel in dem Buch durch einen Obstgartensong, den man mit den Kindern einüben kann, eingeleitet. Dabei lernen die Kinder das Spielinventar kennen. Das Alter der Kinder ist hierbei ab drei Jahren, wobei die Sprechrunde für Kinder ab fünf Jahren geeignet ist. Zur Durchführung der dargestellten Spielvariante braucht man neben dem Spielzubehör Tonpapier und Malsachen.
Die Einstimmung wird durch Fragen wie zum Beispiel „Was ist dein Lieblingsobst?“, „Wie unterscheiden sich Holzfrüchte von echten?“ oder „Können wir das ganze Jahr über Obst essen?“ eingeleitet. Die Sprechrunde für ältere Kinder befasst sich mit Fragen wie „Was schmeckt besser?“, „Was ist weicher/süßer?“ oder „Wer kennt etwas, was so hellgrün wie Äpfel ist?“
Als Tipp für Kinder ab drei Jahren empfiehlt Monika Krumbach ein Fangspiel, bei dem mit Farbpunkten markierte „Früchte“ vor dem „Raben“ weglaufen. Des Weiteren dienen das Lied bzw. Spiel und die Sprechrunde zur Einleitung des Themas „Obstgarten“. Danach folgen noch zwei weitere Spielvarianten. Diese sind ebenfalls mit dem Alter und den entsprechenden benötigten Materialen versehen. Wieder erfolgt ein Abschnitt zur Vorbereitung auf die jeweiligen Spiele und die genaue Spielanleitung. In dem einen Spiel, „Ernte mit Hindernissen“, legen die Kinder die Holzfrüchte aus dem Obstgartenspiel in den Korb und transportieren diese mit Hilfe von Löffeln und Bechern in eine leere Schale. Im dem anderen Spiel „Freche Früchtchen“ geht es darum, dass ein Kind den Raben spielt und die anderen würfeln rundum, bis das Rabensymbol erscheint. Dann tricksen und lenken sie den Raben ab, um die Holzfrüchte zu erbeuten und in die gleichfarbige Zimmerecke in den Korb zu legen. Dabei soll der Rabe versuchen die Früchte abzufangen und das Kind, das zuerst abgeschlagen wurde, wird dann zum Raben.
Zur Abrundung gibt Krumbach den Tipp, mit den Kindern einen echten Obstsalat oder Obstspieße zu machen.
Im Abschlusskapitel des Buches werden Verknüpfungen und Konzepte von Spielketten sowie Thementage detailliert geschildert. Dabei werden Tipps gegeben, wie Spielketten gut gelingen können. Auch diese Spielketten werden wie die neuen Spielvarianten durch eine Erklärung und Vorbereitung eingeleitet. Darauf folgt dann eine Reihe von stichpunktartigen Spielvarianten, die mit der entsprechenden Buchseite gekennzeichnet sind. Am Ende des Buches gibt es eine alphabetische Gesamtübersicht über die neuen Spielvarianten und die 29 HABA-Spiele, die in dem Buch verwendet werden.
Diskussion
Mein erster Eindruck war, dass das Buch sehr ansprechend und übersichtlich gestaltet ist. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, darin zu lesen, da mir dabei eigene Spielvarianten in den Sinn gekommen sind. Das Buch bietet eine Reihe von Spielvarianten, die gut umsetzbar erscheinen, da die Spielanleitungen sehr praxisorientiert beschrieben sind.
Des Weiteren werden die Kinder durch unterschiedliche Spielvarianten in vielen Bereichen und Kompetenzen gefördert. Besonders gut gefällt mir, dass bei manchen Spielvarianten die ganze Gruppe teilnehmen kann.
Der theoretische Teil des Buches gibt hilfreiche Tipps, wie die Kinder zum Sprechen animiert und die Wahrnehmung gefördert werden kann. Die Spielvarianten laden dazu ein, dass man mit den Kindern zusammen eine Reihe an Spielketten durchführt. Dabei können sowohl Kinder als auch die Pädagogen ihrer Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen und weitere an den Spielthemen angeknüpfte Spiele, Angebote oder Projekte entwickeln.
Fazit
Das Buch eignet sich hervorragend für Einrichtungen, die viele HABA-SPIELE besitzen und vor allem mit Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren arbeiten. Jedes Spiel braucht dabei eine Grundspielanleitung, aber man sollte seiner eigenen Phantasie und Kreativität keine Grenzen setzen lassen!
Rezension von
Katrin Wirthwein
Studierende der Fachschule Sozialpädagogik (Berufskolleg Lübbecke)
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Es gibt 2 Rezensionen von Katrin Wirthwein.





