Petra Beitzel: Kompetenzprofil der Fachberatung für Kindertageseinrichtungen
Rezensiert von Dipl.Soz-Päd. Martin Walz, 02.09.2014
Petra Beitzel: Kompetenzprofil der Fachberatung für Kindertageseinrichtungen.
Lambertus Verlag GmbH Marketing und Vertrieb
(Freiburg) 2014.
60 Seiten.
ISBN 978-3-7841-2680-7.
D: 9,20 EUR,
A: 9,50 EUR,
CH: 13,90 sFr.
Reihe Jugend und Familie J 13.
Thema
Die vorliegende Broschüre beschäftigt sich mit dem Aufgabenfeld „Fachberatung“ in der Kindertagesbetreuung. Fachberatungen unterstützen Träger und Einrichtungen bei der fachlichen Ausgestaltung und Weiterentwicklung ihres Angebots. Petra Beitzel leistet mit dieser Publikation einen Beitrag zur Auseinandersetzung über das notwendige Qualifikationsprofils.
Autorin
Petra Beitzel ist staatlich anerkannte Erzieherin, studierte „Management im Sozial- und Gesundheitswesen“ und ist seit 2003 als Fachberaterin tätig.
Entstehungshintergrund
13. Band der Reihe „Jugend und Familie“ im Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e. V. (im Folgenden „Deutscher Verein“)
Aufbau und Inhalt
Nach einem Vorwort von Michael Löher und dem Inhaltsverzeichnis gliedert sich die Publikation in sechs Kapitel. Ein vierseitiges Literaturverzeichnis und ein Autorenprofil bilden den Schluss der Broschüre.
In ihrer Einleitung betont Petra Beitzel, dass Fachberatung eine bedeutungsvolle Funktion im System der Kindertagesbetreuung einnimmt, es aber keine explizite Ausbildung dazu oder Fortbildungsmöglichkeiten dafür gibt. Ihre Ausführungen zum Kompetenzprofil greifen die Empfehlungen des Deutschen Vereins aus dem Jahr 2012 auf, basieren auf dem „Vergleich wesentlicher fachberatungsspezifischer Literaturquellen.“ (S. 9) und werden durch ihren eigenen Erfahrungen ergänzt. Aufgrund der Berufspraxis der Autorin liegen der landespolitische Bezug auf Nordrhein-Westfalen und der trägerspezifische Bezug auf evangelischen Kindertageseinrichtungen.
Im zweiten Kapitel „Konzeptionelle Ausgestaltung der Fachberatung für Kindertageseinrichtungen“ wirft die Autorin einen Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen, Beschäftigungsverhältnisse und Qualifikationen. Überwiegend geht sie dabei auf Handlungsfelder & Aufgaben ein. Dabei führt sie die Positionen und Einschätzungen unter anderem des Deutschen Vereins, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter und einer Fachberatungsstudie der Weiterbildungsinitiative Frühkindlicher Fachkräfte zusammen.
Als Basis für die weitere Auseinandersetzung mit „Kompetenz“ erläutert Petra Beitzel im dritten Kapitel ein Kompetenzverständnis auf der Grundlage von Heyse und Erpenbeck und umreißt auch deren „KomptenzAtlas“ (sic!).
Im viertel Kapitel skizziert die Autorin nach Auswertung von im wesentlichen drei Literaturquellen (Dissertation, verbandsübergreifende Empfehlung und trägerspezifisches Arbeitspapier) ein Kompetenzprofil für Fachberatungen, das der Systematik des im Vorfeld vorgestellten Kompetenzatlas folgt. Darin führt sie Fach- und Methodenkompetenz, Personale Kompetenz, Aktivitäts- und Handlungskompetenz, sowie die Sozial-kommunikative Kompetenz auf. Ergänzend fügt sie weitere, für sie bedeutsame Kompetenzen hinzu.
„Anstöße zur Etablierung kompetenzstärkender Maßnahmen“ gibt die Autorin im Kapitel Fünf. In vier Verantwortungsbereichen sieht sie Möglichkeiten, Veränderungen vorzunehmen: Anstellungsträger (trägerinterne Personalentwicklung), Fachpolitik, Wissenschaft (Forschungsgegenstand „Fachberatung“) und Fachberatung (Empowerment).
Im letzten Kapitel zieht Petra Beitzel ein Fazit. „Die Etablierung voranzutreiben, liegt vor allem an den Fachberater/innen selbst.“ (S. 52) Aber, das hebt sie nochmals hervor, auch die anderen Verantwortungsebenen sind angesprochen. Diesen möchte die Autorin mit dieser Broschüre Anregungen und Impulse geben. „Durch die Entwicklung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachberatungen kann das gesamte System der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung in den nächsten Jahren einen starken Qualitätsschub erfahren.“ (S. 53).
Diskussion
Petra Beitzel leistet, wie oben bereits erwähnt, einen wesentlichen Beitrag zur „Herausarbeitung eines Kompetenzprofils“. Besonders mit der Einführung des Rechtsanspruchs für einen Betreuungsplatz für unter dreijährige Kinder erfuhr der Bereich der frühkindlichen Bildung eine vermehrte Aufmerksamkeit. Nimmt man aber auch die qualitative Ausgestaltung der frühkindlichen Betreuung ernst, so reicht es nicht aus, sich auf einrichtungsbezogene Fragestellungen oder pädagogische Handlungsansätze zu begrenzen. Die Rolle der Fachberatung hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Arbeit der Kindertageseinrichtungen. Mit dieser Broschüre rückt die Autorin diesen Teilbereich in einer fokussierten Form in den Blick der Fachöffentlichkeit. Sie macht deutlich, welche Kompetenzen benötigt und daher auch in strukturierter Form unterstützt und ausgebaut werden sollten. Dabei fasst sie strukturiert Elemente aus vorhandenen Fachpublikationen zusammen, um den Gegenstand der Fach-Beratungskompetenz im Bereich von Kindertageseinrichtungen griffiger zu machen.
Fazit
Die Publikation eignet sich für Personen, die sich mit dem Thema „Fachberatung“ beschäftigen beziehungsweise für diesen Bereich Verantwortung tragen, insbesondere in der Aus-, Fort- und Weiterbildung.
Rezension von
Dipl.Soz-Päd. Martin Walz
Master of Social Management, Diplom-Sozialpädagoge (FH)
Geschäftsführer Kindertageseinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe
Mailformular
Es gibt 68 Rezensionen von Martin Walz.





