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Michael Thanhoffer, Kerstin [Ill.] Luttenfeldner: Denkblock-ADE

Cover Michael Thanhoffer, Kerstin [Ill.] Luttenfeldner: Denkblock-ADE. Mit Assoziations-Bildkarten jederzeit die optimale Methode finden Für Coaches, TrainerInnen & (Selbst-)BeraterInnen. Ökotopia Verlag (Münster) 2014. 24 Seiten. ISBN 978-3-86702-294-1. D: 29,50 EUR, A: 30,40 EUR, CH: 39,50 sFr.
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Thema

Wie der Titel schon deutlich macht, beschäftigt sich die vorliegende Veröffentlichung mit „Denkblockaden“. Durch verschiedenste Ursachen kann uns der Zugang zu unseren kreativen Ressourcen und Ideen versperrt sein. Man sitzt vor einem leeren Blatt Papier und kommt einfach nicht weiter. Michael Thanhoffer setzt sich mit diesem Phänomen auseinander. Genauer gesagt, mit den Möglichkeiten, diese zu überwinden. Mit seiner Publikation richtet er sich an Coaches, Trainerinnen und Selbst-Beraterinnen und gibt ihnen Karten an die Hand, die unterschiedliche Möglichkeiten anbieten, die Ideenquellen zu reaktivieren.

Autor und Illustratorin

Michael Thanhoffer arbeitet mit Autoren, Redakteurinnen, Künstlern, Führungskräften und Teams, Profis und Amateuren in Wirtschaft, Medien, NGOs und Bildung.

Kerstin Luttenfeldner absolvierte ein Magisterstudium an der Universität für angewandte Kunst Wien und ist als freie Auftrags-Illustratorin und Lehrbeauftragte tätig.

Aufbau und Inhalt

Die Publikation umfasst 50 Assoziations-Bildkarten und eine Begleitbroschüre.

Das Kartenset gliedert sich, so der Autor (S. 7), in vier für den Leser „unsichtbare Kapitel„:

  • Metaphern, produktive Szenarien, Suggestion, Inszenierungen
  • Mentale und technische Orientierungshilfen
  • Tools zum Arbeiten auf dem Papier & Kreativmethoden
  • Tools, wenn sich der Stress zu groß anfühlt

Die Karten sind nicht durchnummeriert oder gekennzeichnet, jedoch einheitlich aufgebaut. Die obere Hälfte besteht aus einer Illustration, an der der Leser hängen bleiben kann, denn eine emotionale Reaktion passiert schnell. Unten findet man die Erklärung / Anleitung in Textform. Einige Karten enthalten, grau hinterlegt, weitergehende Informationen.

Auszug aus dem Kartenrepertoire:

  • Ärger in der S-Klasse – oder: Nimm zuerst mal das S aus dem Problem!
  • Basislager
  • Briefing Puzzle Set
  • Diagnose: PME
  • Holzfiguren reden pantomimisch mit
  • Update fürs Gehirn – der Hinweis mit den Zahlen
  • Zu? – Das muss weg

Hier einige komprimierte Beispiele:

Die Karte „Qualitäten eines Taschenmessers“ regt an darüber nachzudenken, welche Beschaffenheit (Qualität) das Ergebnis unserer Arbeit haben sollte. Es gibt Messer mit einer Klinge oder vielfältigen Werkzeugen. Aber was wünschen wir uns vom Endprodukt? Was ist bestellt?

Sag ein bisschen mehr!“ - Es ist hilfreich, diffuse Aufträge, wie „Bitte gestalten Sie bis morgen einen Entwurf.“ gleich zu konkretisieren, indem man seinen Gegenüber zum „Weiterdenken“ und „Artikulieren“ motiviert.

Klischee-Slalom„: Eine Möglichkeit, die Suche nach einer kreativen Idee zu strukturieren. Die erste Spalte enthält konkrete Ideen, die mittlere unpassende Aspekte von aufgeführten Ideen und Einfälle, die weder in die erste noch in die zweite Spalte passen, kommen in die dritte. Hier bündeln sich die kreativen Ideen, die weiter ausgebaut werden können.

Die Begleitbroschüre beginnt nach Impressum und Inhaltsverzeichnis mit einem „Geleitwort“ von Prof. Dr. Dieter Georg Herbst. Dieser schreibt: „Mit diesen Karten begeben wir uns auf die Reise zu unbekannten Orten, wir kämpfen gegen den Feind der Leere in unserem Kopf und gelangen an den gesuchten Ort, die Quelle der Kreativität.“ (S. 4)

Auf den folgenden Seiten findet der Leser die „Einleitung“ des Autors, Erläuterungen zum Umgang mit den Karten und eine Reihe von weiteren Anregungen und Anmerkungen. So erklärt er beispielsweise, dass es bei den vorliegenden Methoden wie im Sport gehandhabt werden sollte: Die Übung im Vorfeld ermöglicht einen gelingenden Einsatz im Ernstfall. Michael Thanhoffer stellt die Notwendigkeit der Reflexion nicht in Frage, appelliert allerdings, während der Entwicklungsphase nicht über den Sinn des Tuns nachzudenken. Angst und Bedenken hemmen uns. „Im Stress ist es für Gehirne normal, dass sie auf vertraute Denkroutinen zurückgreifen“ (S. 13). Alles Neue wirkt verstörend. Michael Thanhoffer stellt eine Möglichkeit dar, sich mit den Buchstaben A & H neuen Ansätzen anzunähern. Das „Kreative Ja“ zu Einzelschritten, in Situationen, unterstützt auf dem Weg, obwohl das Endergebnis noch nicht sichtbar ist. Des Weiteren geht er zum Beispiel noch darauf ein, „Wer eine gute Idee haben darf“, was es mit dem „Mentalen Jahresservice“ auf sich hat und zeigt „5 Phasen“ mit prozentualen Zeitanteilen auf, wenn man unter Druck kreativ sein muss.

Am Ende der Broschüre findet der Leser ein „Alphabetisches Register aller Bildkarten“, ein Literaturverzeichnis sowie Informationen über den Autor und die Illustratorin.

Diskussion

Die vorliegende Veröffentlichung zeichnet sich durch eine ausgewogene Zusammenstellung aus. Die Bildkarten auf Karton liegen gut in der Hand und weisen eine einheitliche Gestaltung auf. Leider sind sie doppelseitig bedruckt (zwei Methoden auf einer Karte), so dass sie zum Beispiel bei Seminaren nicht einfach durch Auslegen präsentiert werden können. Somit wäre es auch möglich gewesen, das Ganze als Methodenbuch zu produzieren. Alternativ wäre auch ein Layout mit Bild auf der Vorderseite (zur emotionalen Ansprache des Betrachters) und Texterklärung auf der Rückseite denkbar gewesen.

In seiner Broschüre gibt Michael Thanhoffer nicht zu viel und auch nicht zu wenig Begleitinformationen zum Kartenset. Es gelingt ihm, Verständnis für die schwierigen Situationen der Denkblockaden zu zeigen und Mut zu machen, Neues auszuprobieren. Bereits im Begleittext streut er den einen oder anderen methodischen Hinweis ein. Hier und da nennt der Autor auch Quellen seiner Ausführungen oder verweist auf weiterführende Literatur.

Die Illustrationen sind interessant gestaltet und laden, wenn man sich angesprochen fühlt, zur weiteren Auseinandersetzung mit der Methode ein. Die zusammengetragenen Methoden auf den Karten sind in nachvollziehbarer Weise nicht alle neu. Dies war auch nicht Zielsetzung der Publikation. Einige Methoden laden über einen anderen Weg dazu ein, über Dinge nachzudenken, die auch in dialogischer Form im Coaching auftauchen könnte. Michael Thanhoffer positioniert sich: Der Arbeitsplatz muss nicht leergeräumt sein, Gegenstände und Dinge können, richtig eingesetzt, die Gedanken wieder in Schwung kommen lassen. Einige Karten helfen dabei, die Gedanken zu ordnen und in Zusammenhang zu stellen. Ob eine Karte zu „MindMap am PC“ notwendig ist oder nicht, kann jeder Leser für sich entscheiden.

Auch bei der Auswahl der passenden Karte / Methode kann das im Geleitwort aufgegriffene Bild der Vögel zur Geltung kommen: „Sie fliegen und landen dort, wo sie sich wohl fühlen …“ (S. 4).

Fazit

Eine gelungene Zusammenstellung von einladend gestalteten Assoziationskarten, die bei der kreativen Entwicklung von Ideen und Strukturierung von Gedankengängen unterstützen können.


Rezensent
Dipl.Soz-Päd. Martin Walz
Master of Social Management
Geschäftsführer Kindertageseinrichtungen mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe
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Zitiervorschlag
Martin Walz. Rezension vom 07.10.2014 zu: Michael Thanhoffer, Kerstin [Ill.] Luttenfeldner: Denkblock-ADE. Mit Assoziations-Bildkarten jederzeit die optimale Methode finden Für Coaches, TrainerInnen & (Selbst-)BeraterInnen. Ökotopia Verlag (Münster) 2014. ISBN 978-3-86702-294-1. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17139.php, Datum des Zugriffs 19.11.2018.


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