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Ulli Arnold, Klaus Grunwald u.a. (Hrsg.): Lehrbuch der Sozialwirtschaft

Cover Ulli Arnold, Klaus Grunwald, Bernd Maelicke (Hrsg.): Lehrbuch der Sozialwirtschaft. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2013. 4. Auflage. 940 Seiten. ISBN 978-3-8329-7819-8. D: 58,00 EUR, A: 50,40 EUR, CH: 69,90 sFr.
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Herausgeber und AutorInnen

Bei den Autoren handelt es sich um ausgewiesene Kenner der Materie. Alle Verfasser der einzelnen Beiträge sind bereits seit langen Jahren im Bereich der Sozialwirtschaft praktizierend oder auf theoretischer Grundlage tätig. Oft können die Autoren sogar Expertise aus beiden Bereichen vorweisen.

Thema

Die politischen und strukturellen Rahmenbedingungen der Sozialwirtschaft unterliegen permanenten, teils rasanten Veränderungen. Sowohl die sozialwirtschaftliche Praxis als auch die sozialwirtschaftliche Theorie haben sich in den letzten fünf Jahren stark weiter entwickelt. Dies erfordert kontinuierliche Anpassungen und Änderungen in der Aus- und Weiterbildung von Führungskräften sozialer Dienstleistungsorganisationen.

Die 4., aktualisierte und erweiterte Auflage vermittelt Grund- und Aufbauwissen zu den relevanten Themen:

  • Grundlagen und Geschichte der Sozialwirtschaft
  • Sozialpolitische Entwicklungen auf europäischer, bundesdeutscher und lokaler Ebene
  • Anbieter, Wettbewerber, Handlungsfelder und Dienstleistungen
  • Typologie, Rechtsformen und Corporate Governance sozialwirtschaftlicher Organisationen
  • Qualitätsmanagement und Sozialmarketing
  • Privatisierung, Finanzierungsmanagement, Risikomanagement und Fundraising
  • Wirkungsorientierte Steuerung und Controlling in sozialwirtschaftlichen Organisationen
  • Management in der Sozialwirtschaft

Der Sammelband richtet sich an Lehrende und Studierende der Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Universitäten sowie an Fach- und Führungskräfte der Sozialwirtschaft. Das Werk vermittelt unverzichtbare Inhalte und Methoden der Führung, Leitung und Steuerung von sozialwirtschaftlichen Organisationen und leistet so einen Beitrag zu einer systematischen, praxisorientierten Aus- und Fortbildung von Führungskräften in der Sozialwirtschaft. Die Autoren sind anerkannte Experten in Forschung und Lehre der Sozialwirtschaft.

Aufbau

Das Buch ist in fünf große Abschnitte gegliedert, die wiederum in zahlreiche Unterabschnitte untergliedert sind.

  • Abschnitt A: Grundlagen Kapitel 1-2
  • Abschnitt B: Makro-Ebene Kapitel 3-9
  • Abschnitt C: Meso-Ebene Kapitel 10-13
  • Abschnitt D: Mikro-Ebene Kapitel 14-26
  • Abschnitt E: Management in der Sozialwirtschaft Kapitel 27-30

Zu Abschnitt A: „Grundlagen“

Grunwald (Leiter Studiengang „Soziale Arbeit in Pflege und Rehabilitation“, Berufsakademie Stuttgart) erläutert im 1. Kapitel „Sozialwirtschaft“ die Hintergründe und die Entwicklung des Sozialwirtschaftsdiskurses sowie die Gegenstandsbestimmung und Begrifflichkeit der Sozialwirtschaft. Anschließend geht er auf folgende Themen ein: Theorielinien des Sozialwirtschaftsdiskurses und Ökonomische Rationalitäten. Unterabschnitt 1.5 zieht ein „Fazit“ für den Sammelband unter der Überschrift „Sozialwirtschaft aus spezifisch ökonomischer Perspektive“. In der Sozialwirtschaft schlägt Grunwald vor, zwar mit betriebswirtschaftlichen Begriffen zu arbeiten, jedoch den Besonderheiten der Dienstleistungsproduktion gerecht zu werden. Aus ökonomischer Perspektive lässt sich die Sozialwirtschaft verstehen als eine Art „Nicht-Markt-Ökonomie mit Wettbewerbselementen“. Kapitel 1 schließt mit Unterabschnitt 1.6 zu „Herausforderungen und Perspektiven der Sozialwirtschaft und der Sozialwirtschaftslehre“. Insgesamt gesehen sollte sich die Wissenschaft nicht nur kritisch mit der Ökonomisierung des Sozialen befassen, sondern die Sorgearbeit (Care) in einem wettbewerblich geprägten Umfeld modernisieren, ohne diese bis zur Unkenntlichkeit zu entstellen. Wenn sich die Soziale Arbeit ganz dem effizienten Umgang mit den Ressourcen verweigert, liefert sie sich erst recht der Dominanz der Ökonomie aus. Zum „sozialpädagogischen Blick“ muss ein „sozialwirtschaftlicher Blick“ hinzukommen. Dies macht die neue Professionalität aus.

Kapitel 2 „Die Geschichte der Sozialwirtschaft – Herkommen und Entwicklung“ stammt von Wendt (Honorarprofessor an der Universität Tübingen). Wendt erörtert die geschichtliche Entwicklung der Sozialwirtschaft. An grundlegenden Ausführungen schließt er eine Ausmessung eines eigenen Wirtschaftsbereichs (Dritter Sektor und Nonprofit-Ökonomie) sowie einen europäischen Diskurs an. In diesem Dritten Sektor sind Sozialunternehmen als eigene Agenten festzustellen. Er erörtert Fragen der unternehmerischen Steuerung und Privatisierung, europäische und globale Sozialmodelle sowie die Perspektiven einer Versorgungswirtschaft bzw. der erweiterten und gemischten Wohlfahrtsproduktion. Für die zuletzt genannte Perspektive betrachtet er das Soziale Wirtschaften auf der Mikroebene der Versorgung sowie die Makroperspektiven sozialen Wirtschaftens.

Zu Abschnitt B: Makro-Ebene

Das Kapitel 3 widmet sich den „Sozialen Diensten und der Sozialstaatlichkeit im europäischen Kontext“, Verfasser ist Benz (Professor für Politikwissenschaft, Evangelische Hochschule Freiburg). Benz weist darauf hin, dass die Sozialstaatlichkeit ein besonderes Kennzeichnen der EU ist – auch wenn es unterschiedliche Wohlfahrtsregime gibt. Immer schon hat die Sozialpolitik auf europäischer Ebene eine besondere Rolle gespielt. Heute gibt es auf supranationaler und nationaler Ebene ein vielgestaltiges System. Die verschiedenen Varianten in Europa stellt Benz vor.

Kapitel 4Sozialpolitische Entwicklungslinien in Deutschland“ wurde von Backhaus-Maul (Leiter Fachgebiet „Recht, Verwaltung und Organisation“, Philosophische Fakultät III, Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg) verfasst. Zunächst streicht Backhaus-Maul die hohe „gesellschaftliche Bedeutung der Sozialpolitik“ heraus. Backhaus-Maul zeigt anhand der historischen Entwicklung in Deutschland, wie sich ein konservativ-korporatistischer Sozialstaat mit einem Geflecht an Sozialversicherungen von den bismarckschen Anfängen bis zur Wiedervereinigung heraus entwickelt hat. In einem Abschnitt zu „aktuellen Entwicklungsphasen“ werden die Entwicklungsphasen seit den 1970 er Jahren dargestellt. Fazit: der Sozialstaat in Deutschland ist durch einen „dynamischen Immobilismus“ gekennzeichnet. Es bleibt bei dem traditionell gewachsenen Regime des deutschen korporatistischen Sozialstaats. Die weiteren Unterabschnitte zeigen „Kompetenzen und Akteuren der Sozialpolitik“ und „Herausforderungen und Perspektiven“ in der deutschen Sozialpolitik. Backhaus-Maul geht davon aus, dass es in den kommenden Jahren nur zu graduellen Reformen des institutionellen Regimes in Deutschland kommt, ein Systemwechsel stehe nicht an.

In Kapitel 5 wird „Die lokale Ebene der Sozialpolitik“ betrachtet. Autor ist Rieger (Professor, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart). In Abschnitt 5.2 werden die „Aufgabenfelder und die Reichweiten lokaler Sozialpolitik“ dargestellt. Die Kommunen haben die drei Aufgaben: Sozialhilfe, Kinder- und Jugendhilfe sowie die Grundsicherung für Arbeitslose. Inhaltlich ist ein Wandel hin zur aktivierenden Hilfe (Fordern und Fördern) festzustellen. Weitere Unterabschnitte beschäftigen sich mit den Themen „Lokale Sozialpolitik zwischen Verwaltung und politischer Gestaltung“ und „Institutionen und Akteuren lokaler Sozialpolitik“. Abschnitt 5.5 ordnet die „Lokale Sozialpolitik zwischen lokalem Korporatismus und local government“ ein. Das „Fazit“ Riegers: Die Trends der Ökonomisierung und der Partizipation verändert die lokale Ebene der Sozialpolitik. Durch die Stärkung der direkten Elemente gerade auf lokaler Ebene steigen die Einflussmöglichkeiten der Bürger. Die Kommunen erhalten zunehmend eine Moderatorenrolle über neu entstehende Netzwerke. Das Leitbild der alten Ordnungskommune und der Dienstleistungskommune wandelt sich hin zu einer Bürgerkommune. Ziele dieses Wandels sind eine höhere Akzeptanz, Demokratisierung, Solidarität, Effizienz und Effektivität. Für die Träger der Wohlfahrt bedeutet dieser Wandel eine erhebliche Herausforderung.

In Kapitel 6 analysieren Schneider (Professorin Wirtschaftsuniversität Wien, Bereich Sozioökonomie) und Pennerstorfer (Assistentin, Wirtschaftsuniversität in Wien) „Den Markt für soziale Dienstleistungen“. Sie beschreiben díe gestiegene gesamtwirtschaftliche Bedeutung sozialer Dienstleistungen. Die „Besonderheiten sozialer Dienstleistungen“ werden dargestellt, die zu Herausforderungen bei der Bereitstellung führen. Bei den Abnehmern handelt es sich oft um benachteiligte bzw. gehandicapte Abnehmer, für die Schutzmechanismen gefunden werden müssen. Aus den Besonderheiten der sozialen Dienstleistungen folgen besondere „Aufgaben für die Sozialpolitik“: Einmal der Schutz der Nutzer vor Übervorteilung und zum anderen die kontinuierliche Versorgung und die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur (Gewährleisten der Versorgungssicherheit). Instrumente des Staates sind die Regulierung und die Ko-Finanzierung von Leistungen. In einem weiteren Unterabschnitt erläutern die Autoren die „Besonderheiten der Akteure“ auf dem Markt für soziale Leistungen: Auf der Nachfrageseite wählen nicht immer die Nutzer selbst die Leistungen aus. Vielmehr handeln hier Dritte. Darüber hinaus stellen die Nutzer für nicht wenige Leistungen nicht die Finanzmittel zur Verfügung. Typisch ist für soziale Leistungen, dass sowohl private, als auch öffentliche und frei-gemeinnützige Anbieter – sozusagen gemischt – auf einem Markt als Anbieter auftreten. In Abschnitt 6.3 wird die Bereitstellung sozialer Dienstleistungen auf Quasi-Märkten thematisiert. International sind verschiedene Formen der Bereitstellung von sozialen Dienstleistungen zu beobachten. In angelsächsischen Ländern hat die Steuerung über den Markt eine lange Tradition. In den kontinentaleuropäischen Ländern ist erst in den letzten 20 Jahren ein Trend hin zur Vermarktlichung zu erkennen. Im Fazit weisen die Autoren darauf hin, dass große Spielräume hinsichtlich der Qualitätsanforderungen und der Anforderungen für eine umfassende und kontinuierliche Versorgung bestehen. Diese Spielräume gelte es in Zukunft weiter zu nutzen.

Kapitel 7 lautet „Zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Sozialwirtschaft“. Es stammt aus der Feder von Zimmer (Professorin, Sozialpolitik und Vergleichende Politikwissenschaft, Institut für Politikwissenschaft, Universität Münster), Paulsen (Doktorand, Universität Münster) und Hallmann (Mitarbeiter, Universität Münster). Zunächst stellen die Autoren fest, dass die traditionell ausgerichtete Statistik des Statistischen Bundesamtes keine brauchbaren Informationen zur Sozialwirtschaft liefert. Jeweils getrennt werden die Unternehmen, der Staat und die privaten Haushalte mit ihren Leistungen abgebildet. Da der Dritte Sektor aus Leistungserbringern des öffentlichen, privaten und frei-gemeinnützigen Bereichs gebildet wird, liefert die offizielle Statistik keine verlässlichen Ergebnisse. Das „statistische Bild für den Nonprofit-Sektor“ zeigt, dass eine befriedigende Gesamtschau sich derzeit nicht bewerkstelligen lässt. Die Autoren tragen deshalb einzelne Angaben zur Beschäftigung und zur Zahl der Einrichtungen aus Teilstatistiken zusammen. Das Kapitel untergliedert sich in folgende Unterabschnitte: „Sozialwirtschaft als Drei-Sektoren-Ökonomie“ und „Finanzierung der Sozialwirtschaft“. Hier stellen die Autoren zunächst das sozialversicherungsrechtliche Dreieck dar und gehen auf die Reform des „Sozialmarktes“ ein. Es folgen Ausführungen zu „begrenzten Rationalisierungspotentialen“ Abschließend folgt ein Kapitel 7.4 „Wohlfahrtsverbände – die größten privaten Arbeitgeber in Deutschland (zusammengefasste Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der BAG FW)“ und ein Unterkapitel mit „Literaturempfehlungen“.

Boeßenecker (Dekan Fakultät Wirtschaft und Soziales, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg) hat das 8. Kapitel zur „Privatisierung und zum Outsourcing sozialer Dienstleistungen“ verfasst. Es beginnt mit einer „Rückschau zur Debatte“ zum Thema Auslagerungen und Privatisierungen im sozialen Bereich. Abschnitt 8.2 thematisiert das „Konzept der Neuen Steuerung“. Inhaltich geht es darum, die Tätigkeiten des Staates als „Produkte“ zu beschreiben und damit die Orientierung von der Fach- und Ressourcenverantwortung weg zu verlagern hin zu einem Outputdenken. Damit soll eine neue Steuerung ermöglicht werden. Abschnitt 8.3 befasst sich mit den „Intentionen der Jugendhilferechtsreform“. In diesem Bereich treten selbstorganisierte Initiativen und Selbsthilfegruppen als neue Akteure auf, die sich anfänglich durch ein hohes Innovationspotential auszeichnen und Kritik an der traditionellen obrigkeitsstaatlichen Fürsorgepolitik und den institutionalisierten Trägern üben. Abschnitt 8.4 stellt den „Paradigmenwechsel in der Sozialgesetzgebung“ dar. In Deutschland hat sich das Sozialrecht verändert. National ist an erster Stelle das Pflegversicherungsgesetz aus dem Mai 1994 zu nennen. Im Zuge dieser Gesetzesvorschrift ergab sich ein bisher nicht gekannter Boom privatgewerblicher Pflegeunternehmen. Es folgten 1996 die Reformation des BSHG und 1998 das KJHG. Abschnitt 8.5 lautet: „Privatisierung und Outsourcing – wofür stehen die Begriffe?“. Die weiteren Abschnitte stellen die „Kommunale Entwicklung der 1990er Jahre“, die Sozialwirtschaft unter Privatisierungsdruck“ dar und enden mit einem Fazit von Boeßenecker. Er sieht die Privatisierung und das Outsourcing mittlerweile als „Normalfall“. Allerdings darf nicht eine von Haushaltssanierung und Kostendämpfung bestimmte Politik dazu führen, dass die Soziale Zielsetzung unterminiert wird.

Kapitel 9 befasst sich mit der „Finanzierung in der Sozialwirtschaft“, es wurde von Schellberg (Professor Betriebswirtschaftslehre von Sozialunternehmen, Ev. Hochschule Nürnberg) verfasst. Schellberg weist zunächst auf den „mehrschichtigen Finanzierungsbegriff in der Sozialwirtschaft“ hin. Abschnitt 9.2 behandelt die „Finanzierung als Managemententscheidung“. Schellberg postuliert, dass in den meisten Fällen der vorzufindende Finanzierungsmix das Ergebnis einer bewussten Managemententscheidung ist. Die „Kapitalfinanzierung“ als betriebswirtschaftliche Finanzierung wird in Abschnitt 9.3 behandelt. Es folgt ein Abschnitt zur „Sozialwirtschaftlichen Finanzierung“. Dort werden neben der Systematik der sozialwirtschaftlichen Finanzierungsreformen u.a. auch die Finanzierungsquellen, Preisformen und Vergütungsformen dargestellt. Es schließen sich Abschnitte zu „Kontraktformen“, „Typische Probleme der sozialwirtschaftlichen Finanzierung“ und „Perspektiven der Finanzierung“ an.

Zu Abschnitt C: Meso-Ebene

Kapitel 10 befasst sich mit „Dem System öffentlicher und freier Träger sozialer (Dienst)Leistungen“, es stammt von Horcher (Leiter Fachdienst Jugend und Soziales, Stadt Offenburg). In seinem Einleitungskapitel 10.1 zu „Organisation und Leistungsformen“ weist Horcher darauf hin, dass das Sozialsystem in Deutschland mit seinen gesetzlichen Regelungen, Trägerstrukturen, Finanzierungsgrundsätzen und Angebotsformen „nicht leicht durchschaubar“ und „ohne längere Erläuterung“ nicht zu vermitteln ist. Im Abschnitt 10.2, 10.3 und 10.4 geht er auf „Öffentliche Träger, „Freie Träger“ und „Trägerübergreifende Organisationen“ ein. Das „Verhältnis von öffentlichen und freien Trägern“ ist Thema des Abschnitts 10.5. Abschließend betrachtet Horcher die „Wohlfahrtsverbände zwischen Markt und Staat“.

Kapitel 11 geht auf die „Handlungsfelder sozialer Dienstleistungen und Sozialer Arbeit“ ein. Es stammt ebenfalls von Horcher. Er beginnt einleitend mit „Grundsätzliche Aspekte“ und stellt dann zwei Megatrends der Sozialen Arbeit in den letzten 25 Jahren dar:

  1. die Leitkategorie der lebenswelt- und alltagsnahen Sozialarbeit (Subjektorientierung, Beteiligung des Adressaten, Orientierung an seinen Ressourcen usw., die Integration und Inklusion wird eine wichtige Aufgabe) und
  2. Ökonomisierung der Sozialen Arbeit (Stärkere Orientierung auf Effizienz und Effektivität, weniger zur Verfügung stehenden Finanzmittel usw.). Beide Trends sorgen für zunehmende Spannungsfelder.

Kapitel 12 ist den “Sozialen Berufen“ gewidmet, es stammt wiederum von Boeßenecker. Nach einer „Einleitung“ stellt BoeßeneckerSoziale Berufe: Beschäftigung und Qualifikation“ vor. Danach stellt er „Veränderte Rahmenbedingungen und Reformblockaden“ dar. Die Öffnung der sozialen Märkte (staatlich verordneter Wettbewerb) und die erhöhten Transparenzanforderungen haben unmittelbaren Einfluss auf die sozialen Berufe. Boeßenecker beklagt, dass die Hochschulen zwar ein quantitativ ausreichendes Ausbildungsangebot geschaffen haben, qualitativ-inhaltlich aber erhebliche Differenzen bestehen. Im Abschnitt 12.4 „Der Bolognaprozess – neue Impulse für weitere Reformentwicklungen?“ wird kritisch die sich verändernde Ausbildung im sozialen Sektor diskutiert. Boeßenecker plädiert für eine ausgewogene Entwicklung, die die sozialpolitischen Anforderungsprofile mit den betriebswirtschaftlichen Inhalten in Einklang bringen. In seiner „Zusammenfassung“ (Abschnitt 12.5) schließt Boeßenecker mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für eine trägerübergreifende „virtuelle Weiterbildungshochschule“. Den derzeitigen Hochschulen traut er es wegen der anzutreffenden Egoismen und Barrieren nicht zu, einen Reformansatz zu verwirklichen.

Kapitel 13 stammt von Roß (Professor, Duale Hochschule des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart), es behandelt das „Freiwillige Engagement“. Er stellt „Diskussionen und Ehrenamt und freiwilliges Engagement“ dar. Die empirischen Studien, die zu dieser Frage unternommen wurden, haben einen Wandel des Ehrenamtes ermittelt. Dieser wird in den folgenden Abschnitten 13.2 und 13.3 zum „Freiwilliges Engagement“ dargestellt. Abschnitt 13.4 erörtert den „Nutzen freiwilligen Engagements für sozial(wirtschaftlich)e Organisationen und ihre Adressaten“. Der Abschnitt 13.5 ist mit „Freiwilliges bürgerschaftliches Engagement: Notwendigkeit und Möglichkeiten einer systematischen Förderung und Unterstützung“ überschrieben. Hier werden Fragestellungen des optimalen systematischen Freiwilligenmanagements betrachtet. Roß rundet seinen Beitrag mit einer dreiseitigen Literaturliste ab.

Zu Abschnitt D: Mikro-Ebene

Kapitel 14 heißt: „Typologie Sozialwirtschaftlicher Organisationen“, es stammt vom Mitherausgeber Arnold (Inhaber Lehrstuhl für Investitionsgütermarketing und Beschaffungsmanagement, Universität Stuttgart). Zu Beginn erörtert Arnold die verschiedenen Begriffsdefinitionen für Nonprofit Organisationen. Gleichbedeutend mit dem Oberbegriff der NPO ist die Bezeichnung als Dritter Sektor. Anschließend behandelt er im Abschnitt 14.2 die „Aufgabe des Nonprofit-Sektors“. Abschnitt 14.3 stellt die „Bedeutung der NPO in Deutschland“ dar.

Kapitel 15 lautet „Besonderheiten der Dienstleistungsproduktion“, es stammt ebenfalls von Arnold. Zunächst werden in Abschnitt 15.1 „Begriff, Systematisierung und Typologien von Dienstleistungen“ erläutert. In Abschnitt 15.2 geht er auf die „Bedeutung der Dienstleistungsproduktionen“ ein.

Kapitel 16 widmet sich dem „Dienstleistungsmanagement“. Es stammt von Langer (Professor, Hochschule für Angewandte Wissenschaften (FH) Hamburg). In Abschnitt 16.1 befasst sich Langer zunächst mit dem Begriff und dem theoretischen Zugänge zu sozialen Dienstleistungen. In Unterabschnitt 16.2 „Managementansätze: Dienstleistungsmanagement zwischen institutional und funktional“ beschreibt er die unterschiedlichen Perspektiven. Die institutionelle Perspektive erörtert die Aufgaben der Führungskräfte, die funktionale Perspektive geht auf die Organisation, den Personaleinsatz und die Führung und Kontrolle ein. Im Kapitel 16.3 „Die Infrastruktur sozialen Dienstleistungsmanagement: Dienstleistungsstrukturen“ benennt Langer die institutionellen Strukturelemente. Es folgen managementrelevante Aspekte der Dienstleistungsstruktur. In Abschnitt 16.5 zieht Langer ein halbseitiges „Fazit“. Dieses Fazit besteht aus schwer verständlichen Sätzen. Der Beitrag von Langer ist in einer hoch wissenschaftlichen, aber leider nur eingeschränkt allgemeinverständlichen Sprache verfasst, die zudem von vielen Substantiven und nicht allgemein verwandten Bindewörtern geprägt ist. Der Leser bleibt mitunter ratlos zurück.

Kapitel 17 widmet sich dem „Verbandsmanagement“. Es wurde abermals vonZimmer/ Paulsen/ Hallmann verfasst. In Abschnitt 17.1 „Rechtsform, Begrifflichkeiten und interne Strukturierung“ führen die Autoren in die rechtlichen und begrifflichen Grundlagen zu Verbänden ein. Die nächsten Abschnitt widmen sich den Themen „Funktionsspektrum, Multifunktionalität und Handlungsfelder“ und „Verbänden als Lobbyisten, Dienstleister und Sozialintegratoren“. Die „Herausforderungen des Verbandsmanagements – Analysen und Befunde“, „Aktuelle Entwicklungen“ und ein „Fazit“ beschließen das Kapitel.

Kapitel 18 befasst sich mit der Corporate Governance in sozialwirtschaftlichen Organisationen. Der Beitrag stammt von Schuhen (Unternehmensberater im NPO-Bereich, Freiburg i.Br.). Nach einer thematischen „Einführung“ widmet er sich der Abgrenzung und Gegenstand der Governance-Funktion. Weiterhin behandelt er die „Governance-relevanten Besonderheiten sozialwirtschaftlicher Organisationen“, den „Weg vom Leitbild zum Leitfaden“ und die „Elemente guter Governance“ zusammen. Am Ende seines Beitrags stellt Schuhen einen erweiterten Instrumentenkasten der Governance in NPO vor (Unterabschnitt 18.4.4). Es folgt ein „Fazit“.

Kapitel 19 wurde von Schick (Rechtsanwalt, Partner in der Kanzlei Reith Schick & Partner) verfasst. Es behandelt „Rechts- und Organisationsformen“. Schick gibt zunächst in einer „Übersicht“ (Abschnitt 19.1) einen Einblick in die verschiedenen privaten und öffentlichen Rechtsformen. Im Abschnitt „Grundlagen“ (19.2) stellt er die Grundprinzipien aller Rechts- und Organisationsformen dar. Die Privatrechtlichen Rechts- und Organisationsformen werden im Einzelnen in Abschnitt 19.3, die „öffentlich-rechtliche Rechts- und Organisationsformen“ Abschnitt 19.4 besprochen.

Kapitel 20 thematisiert das „Qualitätsmanagement in Sozialwirtschaftlichen Organisationen“. Dieses Kapitel stammt wiederum von Arnold. Er gibt zunächst einen Überblick über die „Bedeutung von Qualität in der Sozialwirtschaft“ und die „Begrifflichen Grundlagen“. In den folgenden Kapiteln stellt Arnold die Übertragung des QM auf sozialwirtschaftliche Unternehmen und Organisationen und „Maßnahmen und Instrumente der Qualitätslenkung“ dar. Dieses ausführliche Kapitel stellt umfänglich alle Aspekte zum Qualitätsmanagement von den Begrifflichkeiten bis zur Zertifizierung dar. Abschließend stellt Arnold in Abschnitt 20.8 ein gelungenes Fallbeispiel für die Einführung eines TQM-Systems dar (S. 622 – 627).

Kapitel 21 stammt von Tietze (Geschäftsführer, Deutsches Institut für Sozialwirtschaft, Lüneburg) und behandelt „Analysemethoden im Management der Sozialwirtschaft“. Im Beitrag von Tietze wird die „Strategische Situationsanalyse“ (Abschnitt 21.2) in die externe und in die interne Analyse unterteilt. Neben aktuellen gegenwärtigen Aspekten wird die Entwicklung der zukünftigen Rahmenbedingungen betrachtet. Weiterhin werden „Situationstypen“ dargestellt und „Verfahren der strategischen Analyse“ betrachtet.

Kapitel 22 lautet „Sozialmarketing“. Es wurde wiederum von Arnold verfasst. Er beginnt seine Ausführungen mit einer Beschreibung der „Grundlagen des Sozialmarketing“. Die weiteren Abschnitte gehen auf den „Prozess der Marketing-Planung“, die „Ziele im Sozialmarketing“ und die „Strategien im Sozialmarketing“ ein. Abschließend stellt Arnold die „Instrumente/Maßnahme des Sozialmarketing“ dar.

Kapitel 23 zum Thema „Fundraising“ stammt von Urselman (Mitglied im Fachbereich Fundraising-Management, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Zürich). Im einleitenden Abschnitt 23.1 „Grundlagen des Fundraising“ weist Urselmann darauf hin, dass durch die knapper werdenden öffentlichen Mittel Sozialunternehmen darauf angewiesen sind, neben öffentlichen Mitteln Fundraisingmittel zu erschließen. Er erklärt den Begriff des Fundraising und grenzt dieses vom Sponsoring ab. Urselmann stellt das Volumen bereitgestellter Ressourcen dar und gibt Hinweise zur Akquisition der jeweiligen Ressourcen. Am Beispiel des Sponsorings stellt Urselmann die Vorgehensweise bei der Akquisition von Unternehmen von der Analyse der Ausgangsbedingungen dar.

Kapitel 24 widmet sich dem „Risikomanagement“, es wurde von Moos (Leiter des Studiengangs „Soziale Arbeit in Pflege und Rehabilitation“, Berufsakademie Stuttgart) verfasst. In Abschnitt 24.1 erörtert Moos die „Ziele eines Risikomanagementsystems“. In den Abschnitten 24.2 -24.4 stellt Moos die Themen „Risikobegriff und Risikosystematisierung“, „Elemente eines Risikomanagementsystems“ und den „Risikomanagementprozess“ dar. Im „Fazit“ weist Moos darauf hin, dass das RMS kontinuierlich beachtet werden muss. Es handelt sich um einen dynamischen Prozess, der fortzuentwickeln ist.

Kapitel 25 lautet: „Wirkungsorientierte Steuerung in der Sozialen Arbeit“. Dieses Kapitel wurde von Uebelhart (Dozent an der FH Nordschweiz, Olten, Sozialmanagement) verfasst. Er befasst sich mit den „Formen der Steuerung“, den „Welten der Steuerung“ und stellt die Frage: „Was bedeutet Wirkung?“. In Sozialunternehmen wird nicht nur auf den mikroökonomischen Erfolg des Unternehmens (Umsatz, Gewinn) geschaut, vielmehr ist auch die Wirkung der eigenen Leistungen von Bedeutung. In Abschnitt 25.4 stellt Uebelhart ein „konkretes Steuerungsmodell“ dar. An Stelle eines Fazits zeigt Uebelhart abschließend in Abschnitt 25.5 ein „Indikatorensystem für eine wirkungsorientierte Steuerung im Bereich der Sozialen Arbeit“.

Halfar (Dekan der Fakultät für Soziale Arbeit, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Unternehmensberater im Bereich der Sozialwirtschaft) hat Kapitel 26 zum „Controlling in sozialwirtschaftlichen Organisationen“ verfasst. Einleitend beschreibt Halfar in Abschnitt 26.1 die verschiedenen „Controllingkonzeptionen“. Seiner Beobachtung nach sind die meisten sozialen Organisationen „werte- und bedarfsorientiert“. Das was dort Controlling genannt wird, unterscheidet sich von dem, was die Betriebswirtschaftslehre als Controlling bezeichnet, nämlich die Information des Unternehmens über den Grad der Zielerreichung. Das Controlling setzt elementar voraus, dass es eine Verabredung zu fachlichen, wirtschaftlichen, Klienten bezogenen oder Glaubwürdigkeitsziele getroffen hat. In Abschnitt 26.2 werden unter dem Titel „Controllingdimensionen“ das Strategisches Controlling und das Operatives Controlling betrachtet. Weitere Abschnitte erläutern „Methoden und Instrumente des Controllings“, die „Besonderheiten des NPO-Controllings“, die „Wirkungsmessung als typische Controllingaufgabe“ und die „Controllingaufgaben in NPOs“. Die anschließenden Unterkapitel sind den „Finanzwirtschaftliche Besonderheiten im sozialwirtschaftlichen Controlling“, „Kapitalkennzahlen“ und „Rücklagen“ gewidmet.

Zu Abschnitt E: Management in der Sozialwirtschaft

Kapitel 27 ist den „Grundlagen des Sozialmanagements“ gewidmet, es stammt wiederum vonGrundwald und von Maelicke (Honorarprofessor, Leuphana-Universität Lüneburg und Gründungsdirektor Deutsches Institut für Sozialwirtschaft). Zunächst klären die Autoren die Herkunft und den Inhalt des Begriffs „Sozialmanagement“ (Abschnitt 27.1). Der sehr ausführliche Abschnitt thematisiert „Management und Managementkonzepte“. Das Leitungshandeln in Sozialunternehmen erfordert ein Austarieren mehrerer Dimensionen, so die Aussage des Abschnitts 27.3 „Zur mehrdimensionalen Verortung von Leitungshandeln“. Abschnitt 27.4 beschreibt „Ein dynamisches Modell des Managements von und in Organisationen der Sozialwirtschaft“. Darauf folgend erörtern die Autoren in Abschnitt 27.5 „Spezifische Anforderungen an das Sozialmanagement“. Die „Qualifizierung der Führungskräfte“ (Abschnitt 27.6) wird in Zukunft ein entscheidender Erfolgsfaktor sein. Nach Angaben von Grunwald / Maelicke werden in den kommenden 10 – 15 Jahren ca. die Hälfte der Führungskräfte durch einen Nachfolger ersetzt werden. Um diesen Kompetenzen zu vermitteln und zu trainieren gibt es derzeit in Deutschland ca. einhundert Studiengänge des Sozialmanagements.

Kapitel 28 lautet „Merkmale erfolgreicher Unternehmen“ es wurde erneut von Maelicke verfasst. Unter „Ganzheitlicher Systementwicklung“ (Abschnitt 28.1) wird das ganzheitliche Handeln und Denken in Systemen verstanden. Die Organisation wird als lebendiger und lernender Organismus interpretiert, der sich in einem ständigen Anpassungsprozess befindet. Unter „Entrepreneurship“ (Abschnitt 28.2) fasst Maelicke Unternehmertum und Unternehmergeist.

Die „Lernende Organisation“ ist Thema des Abschnitt 28.4, es folgen die „Selbstregulierung“, die „Interdisziplinarität“ und „Advanced Leadership“ (Abschnitt 28.7) als weiter fortgeschrittene Führungsqualität. „Kaizen“ (Abschnitt 28.8) beschreibt die Arbeitsphilosophie der ständigen (und kontinuierlichen) Verbesserung. Erfolgreiche Unternehmen leben den Gedanken des „Marketings“ (Abschnitt 28.9), d.h. sie sind an den Kundeninteressen orientiert. Der Aspekt des „Prospektiven Denkens und Handelns“ (Abschnitt 28.10) ist der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens gewidmet.

Kapitel 29 lautet „Sozialmanagement-Modelle“. Es stammt wiederum von Maelicke. Er beschreibt in den einzelnen Abschnitten folgende sechs Modelle, die sich in der Vergangenheit bei Sozialunternehmen bewährt haben:

  • St. Galler-Modell
  • Sieben-S-Modell
  • Systemsteuerung durch Sozialmanagement
  • Freiburger Management-Modell für Nonprofit-Organisationen
  • Social-Impact-Modell (SIM)
  • Entwicklungsorientiertes Management
  • Integriertes Management in der Sozialwirtschaft

Diese Modelle sind abstrakt und dienen als idealtypische Vorlage, die im jeweiligen Unternehmen konkret umgesetzt werden müssen.

Kapitel 30 lautet „Sozialmanagement als Strategie der Systemsteuerung“. Auch dieses Kapitel stammt aus der Feder von Maelicke. Eingangs des ersten Abschnitts 30.1 „Sozialmanagement als Systemsteuerung“ unterstreicht Maelicke, dass das herkömmliche Management-Instrumentarium aus der gewerblichen Wirtschaft nicht ausreicht, um Sozialunternehmen und -einrichtungen zu leiten und zu führen. Die Teilaspekte „Unternehmensphilosophie, des Leitbilds und der Corporate Identity“ erörtert Maelicke in Abschnitt 30.2. „Ziele und Aufgaben“, „Aufbau- und Ablauforganisation“ und „Personalmanagements“ folgen. Thematisiert werden weiterhin „Führung und Zusammenarbeit“ und „Innovationsmanagements“. Inhaltlich sind viele Aspekte des Kapitels schon in den Kapiteln 27-29 enthalten.

Diskussion

Die Überarbeitung dieses Lehrwerkes in der 4. Auflage hat eine Fülle an aktuellen Ergänzungen gebracht. Damit bietet es ziemlich einzigartig im deutschen Sprachraum eine Gesamtschau der sozialwirtschaftlichen Problemstellungen und Lösungsansätze für den Bereich der Sozialunternehmen, ideell tätigen Vereine und Verbände.

Negativ anzukreiden sind einige wenige Beiträge, die gegenüber dem sehr hohen Niveau etwas zurückbleiben.

  • Der Beitrag zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Sozialwirtschaft von Zimmer, Paulsen und Hallmann ist unsystematisch, inhaltlich dürftig und verschafft keinen vertieften Überblick über die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Sozialwirtschaft.
  • Der Beitrag von Langer zum Dienstleistungsmanagement ist stark vom Soziologendeutsch geprägt und nicht leicht zu lesen – geschweige denn zu verstehen. Sicherlich ist es zur Komplettierung der wissenschaftlichen Ansätze zur Sozialwirtschaft wünschenswert, neben juristischen und betriebswirtschaftlichen Beiträgen einen Soziologen zum Wort kommen zu lassen. Die Themenzuweisung „Dienstleistungsmanagement“ ist aber nach Ansicht der Referenten unglücklich.
  • Mitunter gibt es inhaltliche Überschneidungen, z.B. werden das sozialversicherungsrechtliche Dreieck und die Besonderheit von Dienstleistungen mehrfach definiert. Hier wäre für die 5. Auflage eine redaktionelle Überarbeitung wünschenswert.

Anregen möchte der Rezensent, dass die verschiedenen Instrumente der Rechnungslegung ergänzt werden. Zwar findet sich eine lesenswerte Darstellung der Controllinginstrumente. Die weiteren Instrumente, z.B. der Businessplan, der Jahresabschluss oder die Steuerbilanz werden aber nicht erwähnt.

Fazit

Der von Arnold / Grunwald /Maelicke verfasste Sammelband ist ein einzigartiges Lehrbuch der Sozialwirtschaft und von großer Bedeutung für die Ausbildung von Managern in Sozialunternehmen. In der Forschung und Lehre spielt es eine große Rolle.

Der komplexe Stoff des Sozialmanagements wird auf den verschiedenen Ebenen der staatlichen und damit gesamtwirtschaftlichen Aufgabenstellung bis hin zur einzel- bzw. betriebswirtschaftlichen Ebene ausführlich und nahezu durchgehend verständlich darstellt.

Hervorzuheben ist, dass es in den meisten Beiträgen gelungen ist, die spezifischen Rahmenbedingungen und Handlungsnotwendigkeiten für die in der Sozialwirtschaft tätigen Führungskräfte darzustellen.

Die 58 EUR Anschaffungspreis sind eine gute Investition für die Leser, die sich einen umfassenden Überblick über die aktuell in der Sozialwirtschaft diskutierten Themenstellungen verschaffen wollen.

Das Lehrbuch wird nicht nur bei Studierenden, sondern auch bei branchenfremd in eine Leitungsposition berufenen Lesern auf große Resonanz stoßen.


Rezensent
Prof. Dr. Friedrich Vogelbusch
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Rezensentin
Diplom-Pflegewirtin Heike Vogelbusch
MBA


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Zitiervorschlag
Friedrich Vogelbusch/Heike Vogelbusch. Rezension vom 22.09.2015 zu: Ulli Arnold, Klaus Grunwald, Bernd Maelicke (Hrsg.): Lehrbuch der Sozialwirtschaft. Nomos Verlagsgesellschaft (Baden-Baden) 2013. 4. Auflage. ISBN 978-3-8329-7819-8. In: socialnet Rezensionen, ISSN 2190-9245, https://www.socialnet.de/rezensionen/17384.php, Datum des Zugriffs 23.11.2017.


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