Daniela Braun, Catherine Kaiser-Hylla et al.: Kunst und Resilienz bei traumatisierten Kindern
Rezensiert von Dr. Alexander Tewes, 05.06.2015
Daniela Braun, Catherine Kaiser-Hylla, Verena Müller-Dötsch, Claudia Faust: Kunst und Resilienz bei traumatisierten Kindern. Eine Untersuchung zu künstlerischem Gestalten im Kontext der Jugendhilfe. Schneider Verlag Hohengehren (Bielefeld) 2014. 179 Seiten. ISBN 978-3-8340-1327-9. D: 19,80 EUR, A: 20,40 EUR, CH: 28,50 sFr.
Thema
Das Thema Trauma ist derzeit in aller Munde. Es gibt eine Unmenge an seriöser und nicht seriöser Literatur hierzu, so dass es dem interessierten Lesenden schwer fällt, sich im Dschungel der Veröffentlichungen zurechtzufinden. Einige der Veröffentlichungen wurden und werden auf socialnet.de bereits rezensiert. Zum Thema Resilienz lässt sich grundsätzlich dasselbe sagen. Die Kombination aus beiden Themen ist jedoch immer noch vernachlässigt. Obwohl es durchaus interessante aktuelle Forschungsansätze, beispielsweise der Universität Ulm (Prof. Fegert, Prof. Goldbeck, www.uniklinik-ulm.de/) gibt, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen, sind insbesondere wissenschaftliche Untersuchungen, die beide Themen zusammenbringen, immer noch extrem selten.
Autorinnen
- Prof. Dr. Daniela Braun ist seit 1993 Professorin an der HS Koblenz (University of Applied Sciences). Sie leitet den dualen Studiengang „Bildung und Erziehung“ (B.A.) mit staatlicher Anerkennung, der für die Tätigkeit in Kindertageseinrichtungen und anderen Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen qualifiziert. Bekannt ist Frau Braun einerseits durch Vorträge und Forschungsprojekte im Bereich der Kindheit, insbesondere im Hinblick auf den Aspekt der künstlerisch ästhetischen Bildung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und andererseits durch Veröffentlichungen sowie den Büchern „Handbuch der Kreativitätsförderung“ und „Kreativität in Theorie und Praxis“.
- Dr. Catherine Kaiser-Hylla, Diplom-Psychologin, lehrt an der Hochschule Koblenz im Fachbereich Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Psychologie in der Sozialen Arbeit. In ihrer Haupttätigkeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Kita! Plus - Qualitätsentwicklung im Diskurs“ des Landes Rheinland-Pfalz. Das Projekt „Kunst und Resilienz bei traumatisierten Kindern“ wurde von ihr wissenschaftlich mitgeleitet.
- Verena Müller-Dötsch, Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin an der Alice-Salomon-Schule in Linz. Studium „Soziale Arbeit“ im Fachbereich Sozialwissenschaften an der Hochschule Koblenz. Von 2010-2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Koblenz im Projekt „Kunst und Resilienz bei traumatisierten Kindern (KuRe)“. Seit 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin an ebengenannter Hochschule im Projekt „Die Brücke – von der Kita in die Grundschule“.
- Dr. Claudia Faust, Magisterstudium Publizistik/Germanistik/Filmwissenschaft in Mainz, Promotion im Fach Deutsche Philologie 2012 in Mainz, Forschungstätigkeiten und Lehre zum kindlichen Spracherwerb, praktische und wissenschaftliche Tätigkeiten im Arbeitsfeld Integration, speziell zur Sprachförderung von Kindern im Elementarbereich, praktische Tätigkeiten in den Bereichen Inklusion sowie Arbeitsmarktintegration, zuletzt wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Sozialwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Koblenz.
Entstehungshintergrund
Laut Klappentext erhielten traumatisierte Kinder und Jugendliche aus Deutschland im Rahmen des Projekts „Kunst und Resilienz“ (KuRe) die Möglichkeit, an jährlich stattfindenden Kunstwochen teilzunehmen. Diese wurden von der international aktiven Bewegung „Innocence in Danger e.V. (IID)“ organisiert und in Deutschland oder der Schweiz abgehalten. Unter Anleitung renommierter Künstler konnten sich die Kinder in unterschiedlichen Kunstrichtungen ausprobieren. Sie erhielten somit die Möglichkeit, Abstand vom Alltag zu gewinnen und durch künstlerischen Ausdruck neue Bewältigungsstrategien zu erlernen. Diese Kunstwochen wurden von der Hochschule Koblenz in den Jahren 2010 bis 2013 wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Das Hauptziel des Projekts bestand darin zu erforschen, inwieweit die Kunstwochen zu einer Verbesserung der Resilienz bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen beitragen.
Aufbau und Inhalt
Die Gliederung des Buches entspricht im Wesentlichen der Struktur einer Promotionsarbeit:
- Nach einer Einleitung und Übersicht wird auf die
- theoretischen Grundlagen eingegangen.
- Anschließend werden Projektziele und -Fragestellungen,
- die Projektstruktur,
- die Methode und
- ausgewählte Ergebnisse dargestellt.
- Abschließend gibt es ein Fazit,
- sowie ein umfassendes Literatur- und Quellenverzeichnis.
In der Einleitung und Übersicht wird das Projekt „Kunst und Resilienz“ (KuRe) nochmals erläutert. Zentraler Hintergrund sei die Annahme, „dass die Kinder durch eine Teilnahme an den Kunstwochen langfristig in ihrer psychischen Widerstandsfähigkeit, d.h. in ihrer Resilienz, gestärkt werden“ (S. 1).
Das Kapitel Theoretische Grundlagen definiert zunächst die Begriffe der stationären Jugendhilfe, dann „Kunst und Kreativität“ und abschließend „Resilienz“ um dann das Zusammenspiel von Kunst und Resilienz zu diskutieren. Insbesondere der Resilienzbegriff wird hier differenziert betrachtet: Neben einer reinen Definition wird der aktuelle Stand der Resilienzforschung dargestellt. Anschließend wird auf das Konzept von Risiko- und Schutzfaktoren eingegangen, um abschließend zu beschreiben, wie sich Resilienz entwickelt und fördern lässt.
Im Abschnitt Projektziele und -fragestellungen werden diese auf insgesamt zwei Seiten kurz skizziert. Hauptziel sei, „zu erforschen, inwieweit die Kunstwochen zu einer Verbesserung der Resilienz bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen beitragen“ (S. 28). Hierzu seien die Kunstwochen des Vereins „Innocence in Danger e.V.“ dahingehend evaluiert worden, ob sich die Kunstwochen nachhaltig auf das Selbstbild der Kinder ausgewirkt haben und wie diese Kunstwochen durch die teilnehmenden Kinder und ihre Begleitpersonen beurteilt wurden. Anschließend seien die Effekte der Kunstwochen auf die Resilienzentwicklung der Kinder im Rahmen einer Längsschnittstudie von 2010 bis 2012 untersucht worden. Konkret sei hierbei auf fünf Fragestellungen eingegangen worden:
- Wirken sich die Kunstwochen auf unterschiedliche Lebensbereiche oder die persönlichen Fähigkeiten der Kinder aus, die der Resilienzförderung dienen?
- Lässt sich ein Unterschied zwischen Interventions- und Kontrollgruppe nachweisen?
- Lassen sich gruppenspezifische Unterschiede zwischen Besuchern unterschiedlicher Kunstwochen identifizieren?
- Sind gegebenenfalls auftretende Effekte nachhaltig?
Anschließend wird die Projektstruktur dargestellt. Hierbei wird insbesondere auf die Organisation und Durchführung der Kunstwochen, die teilnehmenden Einrichtungen der stationären Jugendhilfe und die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler eingegangen.
Das Kapitel Methode beschreibt dann das Studiendesign insbesondere im Hinblick der Untersuchung von Effekten der Kunstwochen auf die Resilienzentwicklung. Anschließend werden Ausgewählte Ergebnisse dargestellt. Hierbei erfolgt die bereits oben genannte Unterscheidung hinsichtlich der Evaluation der Kunstwochen als solches, der Untersuchung der Effekte der Kunstwochen auf die Resilienzentwicklung der Kinder und die Resilienzentwicklung im Zeitverlauf, welche anhand von Fallbeispielen dargestellt wird. Abschließend wird hier noch auf methodische Schwierigkeiten eingegangen. Kern der Untersuchungsmethodik sei die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Diekmann (2008) und Mayring (2000) gewesen. Der Schwerpunkt der Datenauswertung habe auf einer qualitativen Datenanalyse gelegen. In der sehr umfassenden Ergebnisdarstellung wurde abschließend festgehalten, „dass die Ergebnisse auf eine nachhaltige Wirkung der Kunstwochen schließen lassen“ (S. 89), es sei jedoch interindividuell unterschiedlich, inwiefern Kinder profitieren. Hinsichtlich der Resilienzentwicklung habe sich insbesondere das Selbstwertgefühl der Kinder positiv verändert. Beim Selbstkonzept und der Selbstwirksamkeitsüberzeugung habe es jedoch auch negative Veränderungen gegeben. In Bezug auf Kunst und Kreativität habe es unterschiedliche Entwicklungen gegeben. Diese gesamten Ergebnisse hätten sich auch im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigen lassen. Die Resilienzentwicklung im Zeitverlauf wird dann anhand diverser Fallbeispiele individuell und sehr ausführlich beschrieben. Anhand dieser werde deutlich, „dass nachhaltige Wirkungen Einzellfallcharakter besitzen und nicht verallgemeinerbar sind“ (S. 128). Die meisten Effekte habe es direkt nach Abschluss der Kunstwochen gegeben, die Frage der Nachhaltigkeit habe „nicht eindeutig“ beantwortet werden können (S. 129). Dies sei insbesondere auf Methodische Schwierigkeiten zurückzuführen. So habe es bei einer insgesamt geringen Fallzahl (25 Kinder in 2010) eine hohe Ausfallquote gegeben (nur acht konnten befragt werden). Diese Gruppen seien zudem heterogen zusammengesetzt und seien mit unterschiedlichen Ausgangsbedingungen hinsichtlich künstlerischer und kreativer Vorerfahrungen in das Projekt gegangen. Die erwachsenen Bezugspersonen seien zudem häufig für mehrere Kinder zuständig gewesen, so dass es hier eventuell Antworttendenzen gegeben haben könne. Des Weiteren sollen die Kunstwochen an drei verschiedenen Orten mit jeweils unterschiedlichen Konzepten durchgeführt worden, so dass die Interpretation der Gesamtergebnisse nochmals eingeschränkt werden müsse.
Im Fazit gehen die Autorinnen davon aus, dass trotz der oben genannten Einschränkungen „deutlich erkennbar (sei), dass alle beteiligten Kinder von Kunstwochen profitiert haben“ (S. 132). Dies sei insbesondere darauf zurückzuführen, dass die Kinder im Gegensatz zu anderen erlebnispädagogischen Maßnahmen die Beziehung zu einer neuen Personengruppe, nämlich Künstlern und Künstlerinnen, aufbauen konnten. Im Verlauf der gesamten Studie sei zu beobachten gewesen, dass die Selbsteinschätzung der Kinder mit der Fremdeinschätzung der Fachkräfte divergiert habe. Das Selbstwertgefühl habe sich verbessert und die Kunstwochen hätten „insgesamt positive Effekte hinsichtlich der Resilienzentwicklung der Kinder gezeigt“ (S. 133). Zudem habe sich nebenbei gezeigt, dass die Verweildauer in den Einrichtungen verkürzt werden habe können. Diese Ergebnisse sollten in den Entgeltverhandlungen mit Trägern der öffentlichen Jugendhilfe Berücksichtigung finden.
Diskussion
Das Buch kann grundsätzlich auf zwei Ebenen diskutiert werden: Dem inhaltlich-konzeptionellen und dem wissenschaftlichen Aspekt. Hinsichtlich ersterem kann festgehalten werden, dass das Konzept der Kunstwochen für traumatisierte Kinder beispielhaft ist. Hier wird einem sogenannten „Hochrisikoklientel“ ein ressourcenorientiertes Angebot geboten, dass spezifisch konzipiert auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten ist. Die Erfahrungen scheinen durchaus vielversprechend zu sein. Besonders hervorzuheben ist auch der Ansatz, derartige Angebote wissenschaftlich zu begleiten und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich nachzuweisen, da hierdurch – unter Anderem – die Argumentation gegenüber den Kostenträgern erleichtert wird. Genau an diesem Punkt muss jedoch auch die Kritik ansetzen: Die Studienergebnisse erlauben meines Erachtens nach nicht die Schlussfolgerungen, die seitens der Autorinnen gezogen werden, zumindest nicht im beschriebenen umfassenden Maße: „Dass alle beteiligten Kinder von Kunstwochen profitiert haben“ (S. 132). Bereits in der Konzeption wird der Traumabegriff sehr weit gefasst und nicht – beispielsweise im Sinne einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, nach ICD-10) definiert. Die Aussage „Traumatisierungen entstehen immer in Beziehungskontexten“ (S. 4) ist nur insofern plausibel, als dass sich jeder Mensch immer in Beziehungskontexten bewegt. Dies ist Grundlage systemischer Ansätze, betrifft also auch „einfach“ traumatisierte Kinder (z.B. nach Unfällen), bei denen ein stabiles soziales Umfeld einen wichtigen Resilienzfaktor darstellt. Die so pauschal geäußerte Aussage suggeriert jedoch, dass Traumatisierungen stets durch Menschen verursacht werden. Unabhängig davon bleibt festzuhalten, dass eine klare Definition der Zielgruppe zwecks späterer Generalisierbarkeit der Ergebnisse im Rahmen wissenschaftlicher Studien unabdingbar ist. Hier wurden Kinder aus Jugendhilfeeinrichtungen – durchaus ein Klientel mit deutlich erhöhten Traumatisierungserfahrungen – untersucht. Und für diese können die Ergebnisse interpretiert werden. Neben den zu Recht beschriebenen methodischen Schwierigkeiten sind noch weitere zu erwähnen:
- Es wurde keine Randomisierung zwischen Kontroll- und Interventionsgruppe beschrieben. Sollte dem so sein, kann nicht ausgeschlossen werden, dass eventuelle Erfolge nicht auf grundsätzliche Unterschiede zwischen den Gruppen (z.B. hinsichtlich der Motivation) zurückzuführen sind.
- Das beschriebene „Problem der Intersubjektivität und selektiven Wahrnehmung“ (S. 41) bei der Bewertung durch die Begleitpersonen hätte umgangen werden können, wenn nicht teilnehmende Bezugspersonen in den Einrichtungen befragt worden wären.
- Die Begründung, dass die Begleitpersonen nicht nach schulischen Interessen der Kinder befragt wurden, da „Interessen per se an ein Individuum gebunden sind“, klingt erstmal plausibel, ist es aber nicht. Sie können und werden durchaus auch in gängigen Fragebogenverfahren (z.B. den Achenbachskalen) fremdeingeschätzt.
- Insgesamt basieren die abgeleiteten Schlussfolgerungen eher auf Einzelaussaugen, die im Rahmen der Interviews herausgearbeitet wurden, denn auf systematischen Gruppenvergleichen. Dies sei zwar bei der Konzeption der Studie so geplant gewesen (qualitative statt quantitative Dateninterpretation) und angesichts der kleinen Stichprobengröße auch sinnvoll, macht die Interpretation im oben genannten pauschalen Maße jedoch unzulässig.
- Letzten Endes muss auch noch auf die Stichprobe eingegangen werden. Wie beschrieben, konnte von einer eh schon kleinen Stichprobe nur ein geringer Teil zu Nacherhebungen befragt werden. Damit ist die Generalisierbarkeit der eh schon vagen Ergebnisse zusätzlich eingeschränkt. Dies gilt nochmals mehr, da sich die drei Kunstwochen konzeptionell auch nochmal voneinander unterschieden. Hier wäre ein größeres Maß an Standardisierung hilfreich.
Die Einzelfallbeschreibungen zeigen, dass die individuellen Verläufe der Kinder sehr unterschiedlich verlaufen. Hierdurch wird die Interpretierbarkeit der Gesamtergebnisse noch deutlicher eingeschränkt.
Bei aller methodischen Kritik, die sich hier nur auf die Veröffentlichung, nicht aber auf das mir ansonsten nicht näher bekannte Projekt bezieht, sind auch einige positive Aspekte unbedingt hervorzuheben:
- Die Autorinnen gehen auf einige der methodischen Probleme von sich aus ein. Derartige Probleme ergeben sich immer im Rahmen von Feld- und Versorgungsforschung. Es ist immer noch sinnvoller, derartige Studien im beschriebenen Sinne durchzuführen, als auf eine Evaluation gänzlich zu verzichten. Auch wenn pauschale Aussagen mit kausalem Zusammenhang wie: „alle Kinder haben profitiert“ (s.o.) nicht zulässig sind, so machen die Ergebnisse dennoch Mut und geben Anlass, derartige Angebote weiter zu untersuchen.
- Die theoretische Darstellung des Resilienzbegriffs erfolgt sehr differenziert. Insbesondere die die Unterscheidung zwischen Resilienz im Sinne eines Persönlichkeitsmerkmals (Trait) und eines Zustands (State) und die sich hieraus ergebenen Konsequenzen hinsichtlich der Veränderbarkeit von Resilienz sind spannend.
- Gleiches gilt für das aus der Fachliteratur abgeleitete Kategoriensystem (s. 43 ff.), welches zur Erfassung der Resilienz der Kinder genutzt wurde.
Fazit
Insgesamt handelt es sich bei den Kunstwochen (KuRe) um ein spannendes, potenziell wegweisendes Projekt mit methodisch spannender Umsetzung. Die im Rahmen der Studie gewonnen Ergebnisse geben Anlass, dieses Projekt und die Forschung hierzu weiterzuführen, auch wenn die Schlussfolgerungen in der beschriebenen Art und Weise aufgrund methodischer Mängel strengen wissenschaftlichen Kriterien nicht genügen. Die Studie zeigt jedoch beispielhaft auf, vor welche Herausforderungen Forschende im Bereich der Versorgungsforschung gestellt werden und wie schwierig es ist, adäquate Studiendesigns zu entwickeln, die interpretierbare Ergebnisse liefern. Im Sinne hypothesengenerierender Untersuchungen hat die Studie viel geleistet, eine Bestätigung der Hypothese, dass die Kunstwochen bei traumatisierten Kindern tatsächlich nachhaltig Resilienz fördern, konnte noch nicht bestätigt werden. Dies sollte weiter verfolgt werden.
Rezension von
Dr. Alexander Tewes
Instituts- und Ausbildungsleiter LAKIJU-VT (Lüneburger Ausbildungsinstitut für Kinder- und Jugendlichen-Verhaltenstherapie), Psychiatrische Klinik Lüneburg gemeinnützige GmbH im Verbund der Gesundheitsholding Lüneburg
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